Kakteen der Gattung Ariocarpus - Sorten und Pflege-Tipps

Sie machen sich rar in ihrer mexikanischen Heimat. In den hiesigen Regionen sind Kakteen der Gattung Ariocarpus einzig in Verbindung mit einer Cites-Zertifizierung erhältlich, die garantiert, dass es sich tatsächlich um ein gezüchtetes Exemplar handelt. Ihre exponierte Stellung verdanken die folgenden Sorten des Wollfruchtkaktus zudem ihrem sternenförmigen Habitus, den wolligen Areolen und einer bezaubernden Blüte. Wenn Sie bereits Erfahrungen in der Kaktus-Kultur sammeln konnten, steht die Tür zum Abenteuer Ariocarpus weit offen, denn mit den folgenden Pflege-Tipps gelingt der Plan.

Steckbrief
  • Pflanzenfamilie Kakteengewächse (Cactaceae)
  • Gattung: Ariocarpus
  • Anzahl der Arten: 10 bis 22
  • beheimatet in den

    Bergen Mexikos und in Südwest-Texas
  • Wuchshöhe: 2 bis 10 cm
  • Durchmesser: 5 bis 10 cm
  • dreieckige Warzen mit wolligen Areolen
  • weiße bis rosafarbene Blüten von September bis Januar
  • Nncht winterhart
  • weitere Bezeichnungen: Wollfruchtkaktus, Sternenkaktus
Schöne Sorten und Arten

Brechen Sie hier auf zu einem Streifzug durch die attraktivsten Vertreter einer markanten Kakteen-Gattung:

Ariocarpus agavoides

Der dunkelgrüne bis grau-grüne, halbrunde Körper ist fast vollständig im Erdreich verborgen. Sichtbar sind die spitzen, bis zu 4 cm langen Warzen mit zurückgebogener Spitze. Eine Bedornung fehlt zumeist vollkommen. Die Areolen sind behaart und bräunlich gefärbt. Die rosafarbene Trichterblüte erreicht einen Durchmesser von nahezu 5 cm.
  • Wuchshöhe: 4-5 cm
  • Durchmesser: 3-8 cm
Ariocarpus bravoanus
Diese Sorte verfügt über sehr auffällige Areolen von elliptischer Form und wollig auftreten. Gemeinsam mit der cremefarbenen, gelblichen oder rosa-magentafarbenen Blüte entsteht ein hübscher Kontrast. Dornen weisen diese Kakteen nicht auf.
  • Wuchshöhe: 5-10 cm
  • Durchmesser: 3-9 cm
Ariocarpus fissuratus - genannt Sunami
Mit ihrer zerfurchten Epidermis zieht dieser Kaktus alle Blicke auf sich. An dieser Stelle wird klar, warum diese Kakteen im Volksmund auch als 'Lebende Felsen' bezeichnet werden. Die graugrünen Warzen sind an der Basis 2,5 cm breit und laufen spitz zu. Die purpurfarbenen Blüten entsprießen stets den jüngsten Areolen, sodass sie sich mittig der Pflanze entfalten. Wie für die meisten Arten und Sorten typisch, fehlen auch hier die Dornen.
  • Wuchshöhe: 8-15 cm
  • Durchmesser 8-10 cm
Ariocarpus kotschoubeyanus - genannt Edelweißkaktus
Für den Edelweißkaktus wurde mit 1.000 Franken der bislang höchste Preis eines Sammlers gezahlt, was den besonderen Status dieser Gattung unterstreicht. Während hier wiederum die Dornen fehlen, besticht die Sorte mit wolligen Areolen und einer purpurnen oder rosafarbenen Blüte im Herbst.
  • Wuchshöhe: 5-10 cm
  • Durchmesser: 4-7 cm
Ariocarpus retusus
Areolen suchen Sie hier zumeist vergebens oder sie befinden sich nahezu unsichtbar an der Spitze. Mit Dornen ist die Art ebenfalls nicht bewährt. Diesen Umstand macht sie wett mit einer trichterförmigen Blüte in weiß bis zart rosa und einem wolligen Scheitel.
  • Wuchshöhe: 7-9 cm
  • Durchmesser: 10-25 cm
Ariocarpus scapharostrus
Hier ragen einzig die dunkelgrünen bis braunen Warzen aus dem Erdreich hervor. Übersetzt lautet der Name Schnabel, was das optische Erscheinungsbild treffend beschreibt. Wäre nicht die violette Blüte mit bis zu 4 cm Durchmesser, würde diese Kaktusart leicht übersehen. So verwundert es wenig, dass sie auf der roten Liste gefährdeter Arten geführt wird.
  • Wuchshöhe: 5-10 cm
  • Durchmesser: 3-7 cm
Ariocarpus trigonus
Mit einer Höhe von mehr als 10 cm, zählt Trigonus schon zu den 'Riesen' dieser Gattung und wird auch angesichts des beträchtlichen Durchmessers auf der Fensterbank gut ins Auge fallen. Das gilt insbesondere zur Herbst- und Winterzeit, wenn die gelbe Trichterblüte sich über dem Scheitel erhebt.
  • Wuchshöhe: 10-13 cm
  • Durchmesser: 10-30 cm
Pflege-Tipps

Als zentrale Herausforderung in der Pflege von Kakteen der Gattung Ariocarpus gilt die Gesunderhaltung der großen, fleischigen Pfahlwurzel. In Relation zur

Wuchshöhe von maximal 10 cm, stellt die tiefreichende Wurzel den weitaus größten Anteil an der Biomasse dieser Kakteengewächse dar. Berücksichtigt die Pflege nicht konsequent die besonderen archetypischen Ansprüche, ist die Rübenwurzel einer vernichtenden Fäulnis ausgesetzt. Alle anderen Anforderungen an die gelungene Kultivierung reihen sich zwar dahinter ein; gelten jedoch als ebenso essenziell.

Standort

Der perfekte Standort für einen Wollfruchtkaktus befindet sich unter Glas, wo Licht und Wärme im ausreichenden Maße vorhanden sind.
  • ideal ist
    eine Haltung im Gewächshaus oder Frühbeetkasten
  • alternativ ein Platz am vollsonnigen Südfenster des Hauses
  • eine tägliche Lichtmenge von 16-19 Stunden ist Pflicht
  • ein kunstlichtbestrahlter Platz im Indoor-Bereich kommt einzig als Notlösung in Betracht
Ein weiterer Aspekt der Kultivierung markiert die Sonderstellung von Ariocarpus-Kakteen im Pflanzenreich. Ihre Ruhezeit erstreckt sich bemerkenswerterweise von Mai bis August. Damit einhergeht, dass sich somit besondere Aufwendungen hinsichtlich der Standortwahl erübrigen. Das Temperaturminimum von 0 °C während der Vegetationspause dürfte selbst bei ungünstigsten Witterungsbedingungen auch nicht annähernd zu befürchten sein.

Substrat

Alle Arten des Sternenkaktus favorisieren einen kalk- und lehmhaltigen Boden. Ideal ist ein pH-Wert von 7-8. Experten plädieren somit für ein Ton-/Lehm-Gemisch, das zusätzliche Durchlässigkeit erhält durch mineralische Zugaben. Geeignet sind hier Bimskies, Perlite, Lavagranulat oder Seramis. Da die Kakteen in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet hauptsächlich im Geröll der Berge gedeihen, kommt ebenfalls ein rein anorganisches Substrat infrage, wie Vermiculite oder Acadama. Tipp: Eine Schicht kleiner Kieselsteine um den Wurzelhals und zugleich über dem Wasserablauf im Boden, beugen schädlicher Staunässe sicher vor.

Gießen und Düngen

Die Wasserversorgung berücksichtigt wiederum die besondere Stellung der Rübenwurzel, die wirklich sehr sensibel auf Nässe reagiert. So gestalten Sie das Gießen von Ariocarpus fachgerecht:
  • stets von unten gießen, indem der Topf in eine Schüssel mit Wasser gestellt wird.
  • nachdem das Substrat vollständig durchtränkt wurde, trocknet es in den folgenden Wochen wieder aus
  • den präzisen Gießrhythmus ermittelt die wöchentliche Daumenprobe
  • ab Anfang Mai wird seltener gegossen, um von Juli bis August eine 6-wöchige Gießpause einzulegen
Die Kakteen der Gattung Ariocarpus beanspruchen nur ein Minimum an zusätzlichen Nährstoffen. Düngen Sie die Pflanzen von Ende August bis Ende April alle 4 Wochen mit einem flüssigen Kakteendünger. Während der Ruhezeit wird nicht gedüngt.

Vermehren

Die Vermehrung gelingt einzig über Aussaat. Saatgut ist in gut sortierten Fachgeschäften erhältlich und sollte möglichst frisch sein. Die Nachzucht kann ganzjährig vorgenommen werden, nach dem folgenden Ablauf:
  • Saatgefäße füllen mit Kokosfasern oder Anzuchterde-Sand-Mix im Verhältnis 1:2
  • die Samen ausstreuen und als Lichtkeimer nur ein wenig andrücken
  • von unten wässern und in ein erstklassig beleuchtetes Zimmergewächshaus verbringen
  • das Temperaturniveau sollte konstant über 25 °C liegen
  • im Anschluss an die Keimung in Einzeltöpfe pikieren und pflegen, wie einen adulten Wollfruchtkaktus
Diese Form der Vermehrung erfordert gleichwohl einen langen Geduldsfaden. Zunächst zieht sich die Keimung über viele Wochen bis zu mehreren Monaten hin. Über die ersten Blüten werden Sie sich erst nach einigen Jahren freuen können.

Fazit der Redaktion

Sie ist zweifellos eine Herausforderung, die erfolgreiche Pflege von Kakteen der Gattung Ariocarpus mit ihren phänomenalen Sorten. Unüberwindbare Hürden hat der erfahrene Hobbygärtner indes nicht zu bewältigen. Wer sich auf die außergewöhnlichen Wachstumseigenschaften und die untypische Ruhepause während des Sommers einstellt, wird die hübschen Blüten und wolligen Areolen hervorlocken. Die umsetzbaren Pflege-Tipps helfen zusätzlich dabei, die eine oder andere Klippe sicher zu umschiffen.

Wissenswertes zu Ariocarpus in Kürze

Steckbrief
  • Ursprünglich stammen die Kakteen aus den trockenen Gips- und Kalksteinebenen Mexikos.
  • Sie kommen in Höhenlagen von 200 bis 2.000 Meter vor.
  • An ihrem natürlichen Standort kann man die Kakteen leicht übersehen, da sie sich in der Trockenzeit in den Boden ziehen.
  • Die Größe der Kakteen ist unterschiedlich. Je nach Art können sie zwischen 4 und 30 cm Wuchshöhe und bis zu 30 cm Durchmesser erreichen.
  • Die Blüten sind zwittrig und nicht sehr groß. Dafür sind sie oft sehr zahlreich.
  • Die Blütenblätter können weiß, cremefarben, gelb, rot oder violett sein. Auch zweifarbige Schattierungen sind im Angebot.
Pflege
  • Überwintert werden die Ariocarpus zwischen November und März bei 4 bis 8 °C, völlig trocken an einem hellen Platz.
  • Das Pflanzsubstrat sollte luftig und mineralisch sein und einen guten Wasserdurchlass sicherstellen.
  • Ideal ist deshalb der Zusatz von Bimskies, Perlit, Blähschiefer oder Seramis.
  • Außerdem verwendet man ein Ton/Lehm-Gemisch, dem Düngegips (kein Baugips) zugesetzt wird.
  • Die Vermehrung erfolgt aus Samen. Die Pflanzen wachsen allerdings nur sehr langsam.
  • Die Gattung Ariocarpus wird häufig unter Glas gehalten, da man sie so leichter zur Blüte bringt.
Bewässerung
  • Gegossen wird nur sehr mäßig. Ariocarpus-Arten benötigen weniger Wasser als andere Kakteen.
  • Die Erde muss zwischen den Gießgängen ordentlich abtrocknen.
  • Bei großen, älteren Pflanzen kann man im Sommer (Juli/August) eine Gießpause einlegen. Dies fördert die Blütenbildung.
  • Im Winter sollte man von November bis März nicht gießen. Auch diese Trockenphase ist wichtig für das Wachstum und die Blütenbildung.
  • Staunässe ist generell zu vermeiden. Stehen die Pflanzen im Sommer im Freien, sollten sie vor Regen geschützt werden.
  • Auch sollte nie auf die Scheitelwolle gegossen werden. Am besten wässert man die Kakteen von unten.
Artenschutz
Alle Kakteen mit der Bezeichnung Ariocarpus dürfen im Handel nur mit CITES-Bescheinigung verkauft werden (Washingtoner Artenschutzabkommen). In ihrer Heimat sind besonders Kakteen ohne Stacheln in ihrem Bestand stark gefährdet. Sie werden durch die intensive Weidewirtschaft stark dezimiert. Ziegen und Kühe fressen die überirdischen Pflanzenteile radikal weg.