Bleistiftstrauch, Euphorbia tirucalli - Pflege & Vermehren

Als Zimmerpflanze schafft der tropische Bleistiftbaum ein extravagantes Ambiente, dank seiner geschmeidigen, tiefgrünen Zweige. In der kreativen Wohnraumgestaltung dient das dicht verästelte Wolfsmilchgewächs als formschöner Blickfang und zugleich genügsamer Mitbewohner. Der Volksmund tituliert ihn treffend auch als Spaghettistrauch oder Milchbaum. Solange dem Giftgehalt des Euphorbia tirucalli genügend Beachtung geschenkt wird, bereitet die Kultivierung selbst Anfängern unter den Hobbygärtnern keine Schwierigkeiten. Worum genau sich die gekonnte Pflege dreht und wie die Vermehrung gehandhabt wird, legen die folgenden Zeilen dar.

Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
  • Bezeichnung der Art: Bleistiftstrauch (Euphorbia tirucalli)
  • beheimatet im tropischen Klima Afrikas
  • Wuchshöhe in

    Kultur bis maximal 3 Meter
  • kleine, ovale Laubblätter für kurze Zeit
  • flexible Zweige von gummiartiger Struktur
  • unscheinbare Blüte
  • giftig in allen Teilen
Überwiegend bekannt ist der Bleistiftstrauch mit grünen Zweigen. Es kursieren darüber hinaus dekorative Sorten mit gelben und roten Trieben.

Standort

In Anbetracht eines verträglichen Temperaturminimums von 12 °C, kommt für den Bleistiftstrauch die Freilandkultur in den hiesigen Breiten nicht infrage. Im eleganten Kübel kommt seine phänomenale Silhouette ohnehin besser zur Geltung. Ob Sie den afrikanischen Milchbaum ganzjährig als Indoor-Pflanze kultivieren oder den Sommer hindurch in der prominenten Lage des Balkons präsentieren, bleibt Ihrer individuellen Entscheidung überlassen.
  • vollsonnige, warme Lage am Südfenster des Hauses
  • von Mai bis September ein lichtdurchfluteter Platz im Freien
  • empfehlenswert ist ein Schutz vor prasselndem Regen
Halbschattige Örtlichkeiten behagen einer Euphorbia tirucalli nur wenig. Mangelt es an Helligkeit, kümmert die Pflanze nur vor sich hin. Sollten Sie eine Ecke des Wohnraums als Standort in Betracht ziehen, ist eine zusätzliche Kunstbeleuchtung unverzichtbar.

Substrat

Gut aufgestellt für eine fachgerechte Pflege ist der Bleistiftstrauch im durchlässigen Substrat, das nicht unbedingt strotzt vor Nährstoffen. Wenngleich der hohe Anteil an Milchsaft in den sukkulenten Zweigen es anders vermuten lässt, kann die tropische Pflanze humoser Erde mit reichlich Wasserspeicherkraft nichts abgewinnen. So sollte die Pflanzenerde beschaffen sein:
  • lockere Kübelpflanzenerde mit 70 bis 75 Prozent mineralischem Anteil
  • geeignete Zugaben sind Lavagranulat, Bimskies, Perlite, Vermiculite und feinkörniger Splitt
Eine ausgezeichnete Substratmischung ergibt handelsübliche Kakteenerde mit Sand oder einem anderen anorganischen Zuschlagstoff. In diesem Fall bewegt sich der Humusanteil von Beginn auf dem erwünscht niedrigen Niveau. Tipp: Der Bleistiftstrauch gilt aus erstklassiger Kandidat für die Hydrokultur, was vor allem Hobbygärtner mit knapp bemessener Zeit freuen dürfte.

Gießen und Düngen

Als Musterbeispiel einer pflegeleichten Pflanze, gibt sich das afrikanische Wolfsmilchgewächs in Bezug auf die Wasser- und Nährstoffversorgung genügsam.
  • zurückhaltend gießen, wenn die Erdoberfläche angetrocknet ist
  • hängen die Zweige schlaff herab, besteht Gießbedarf
  • das Wasser unmittelbar an die Wurzeln geben und nicht Überkopf beregnen
  • von März bis August alle 4 Wochen einen flüssigen Kakteendünger applizieren
Verwenden Sie vorzugsweise gesammeltes Regenwasser, um den Bleistiftstrauch zu wässern. Alternativ hängen Sie in 10 Liter Leitungswasser über Nacht ein Baumwollsäckchen mit Torf, um den Kalkgehalt zu senken.

Schneiden

Zu den typischen Charaktereigenschaften von Wolfsmilchgewächsen zählt die gute Schnittverträglichkeit. Angesichts der bemerkenswerten Wüchsigkeit eines Milchbaums, lässt sich der Umfang somit bestens kontrollieren. Der Saftfluss kann etwas reduziert werden, wenn Sie den Rückschnitt während der Winterruhe vornehmen. Spätestens dann, wenn die Pflanze beginnen sollte, im unteren Bereich zu verkahlen, werden die Triebe um mindestens ein Drittel ihrer Länge eingekürzt. Gehen Sie bitte ausschließlich mit schützenden Handschuhen und einer Brille ans Werk, denn die Toxizität des Euphorbia tirucalli ist nicht zu unterschätzen. Die 'blutenden' Schnittwunden behandeln Sie mit einem Tuch, das wiederholt in heißes Wasser getaucht wird.


/>Überwintern

Ab September richtet sich ein Bleistiftstrauch auf die winterliche Vegetationsruhe ein. Da die Außentemperaturen fallen, siedelt die Pflanze um in einen Innenraum. So handhaben Sie die Überwinterung:
  • am Standort ist es möglichst hell
  • die Temperaturen bewegen sich um die 15 °C
  • je wärmer
    die Lage, desto sonniger sollte sie sein
  • nur noch wenig gießen und nicht düngen
Den Winter unter freiem Himmel zu verbringen, verläuft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich für die tropische Pflanze. Gönnen Sie ihr dagegen ein helles, kühles Winterquartier sammelt sie frische Kräfte, um ab März/April neu austreiben.

Umtopfen

Reicht das Volumen des Kübels nicht mehr aus, bietet sich im Anschluss an die Winterpause eine gute Gelegenheit zum Umpflanzen. Da der Spaghettibaum nicht nur oberirdisch, sondern auch unterirdisch rasant wächst, darf das neue Pflanzgefäß gerne bis zu 10 cm im Durchmesser größer sein.
  • im neuen Kübel über der Bodenöffnung eine Drainage ausbreiten aus Kieselsteinen
  • darüber ein wasser- und luftdurchlässiges Vlies legen, damit sie nicht verstopft
  • es folgt eine Schicht des Substrats von 5 cm
Nach dem Austopfen, sollte möglichst viel der verbrauchten Erde vom Wurzelballen entfernt werden. Daraufhin setzen Sie den Bleistiftstrauch mittig ein und füllen die Zwischenräume mit Substrat auf. Nicht versäumen, einen Gießrand von 3-4 cm freizulassen. Tipp: Ein frisch erworbener Bleistiftstrauch wird sogleich umgetopft in einen größeren Kübel, um seine Vitalität zu fördern.

Vermehren

Im Rahmen des Rückschnitts oder während der Sommerzeit erfolgt die Vermehrung eines Milchbaums mithilfe von Stecklingen. Schneiden Sie am besten mehrere Exemplare ab, denn aufgrund der extremen Sukkulenz kann es zu Fäulnisbildung kommen.
  1. Geeignete Stecklinge knapp unterhalb eines Blattknotens abschneiden.
  2. Empfehlenswert ist eine Länge von 10-15 cm.
  3. Die Ableger zunächst 1-2 Tage trocknen lassen.
  4. Anzuchttöpfe füllen mit magerem Substrat oder Kokosfasern.
  5. Darin jeweils einen Steckling einsetzen und gießen mit Regenwasser.
Indem Sie über jeden Topf eine Plastiktüte stülpen, schaffen Sie ein tropisches Mikroklima, das die Bewurzelung forciert. Idealerweise platzieren Sie das Gefäß in einem hellen, warmen Zimmergewächshaus. Während das Substrat konstant feucht gehalten wird, entwickelt sich ein eigenständiges Wurzelsystem.  Signalisiert ein frischer Austrieb den erfolgreichen Verlauf, kann die Abdeckung weichen. Im weiteren Verlauf topfen Sie die Jungpflanze um in Substrat für adulte Euphorbia tirucalli.

Krankheiten und Schädlinge

Der Euphorbia tirucalli fügt seiner langen Liste vorteilhafter Attribute eine stabile Resistenz gegenüber Krankheiten und Schädlingen hinzu. Kommt es zu Problemen, resultieren diese in der Regel aus einem unangemessenen Wasser- und Nährstoffhaushalt. Häufig ist ein zu reichliches Gießen, das Staunässe und Fäulnis verursacht. Muffelt die Pflanze vom Wurzelbereich her, breiten sich hier Schlauchpilze aus, gegen die es kein Bekämpfungsmittel gibt. Als letzte Rettung kommt ein Umtopfen in frisches, trockenes Substrat infrage.

Fazit der Redaktion

Als Paradebeispiel einer pflegeleichten Pflanze, empfiehlt sich der Bleistiftstrauch als extravagante Zimmerpflanze. Gerne verbringt das afrikanische Wolfsmilchgewächs die Sommerzeit auf dem Balkon, um dort alle Blicke auf sich zu ziehen. Die Kultivierung hat beste Aussichten auf Erfolg, wenn das Substrat im Wesentlichen mineralisch und somit gut durchlässig strukturiert ist. Sodann reduziert sich die weitere Pflege auf Gießen mit Regenwasser und monatliches Düngen. Kommen Sie dem Bedürfnis nach einer Vegetationsruhe entgegen von September bis März, dankt der Euphorbia tirucalli diese Umsicht mit jahrelanger Vitalität. Die Vermehrung geht ebenfalls leicht von der Hand durch Stecklinge im mageren Substrat. Einziges Manko ist die Toxizität des Milchsaftes, die durch adäquate Vorsichtsmaßnahmen gut im Griff zu halten ist.

Wissenswertes zum Bleistiftstrauch in Kürze
  • Der Bleistiftstrauch stammt aus Südafrika, liebt die Wärme und sollte warm und sonnig stehen.
  • Er verträgt die pralle Sonne und kann im Sommer gut im Freien untergebracht werden.
  • Allerdings sollte er langsam an die UV-Strahlung gewöhnt werden.
  • Zu Beginn der Freiluftsaison sollte die Pflanze einen Schattenplatz bekommen und nur morgens und abends Sonne.
  • Auch im Winter ist ein heller Standort wichtig. Die Temperaturen dürfen hoch sein, dagegen sollten sie nie unter 12 ºC sinken.
  • Als Pflanzsubstrat kann Einheitserde verwendet werden, welche 70 Prozent mineralische Zusätze enthält.
  • Die Erde sollte durchlässig und nicht zu humusreich sein. Eine Drainage im Topf ist sehr sinnvoll.
  • Beim Pflanzen muss man sehr vorsichtig vorgehen, um die zarten Triebe nicht zu verletzen, denn jede Verletzung führt zum Bluten der Pflanze.
  • Die Triebe brechen  sehr schnell ab, allerdings kann man sie wieder bewurzeln lassen.
  • Der Bleistiftstrauch benötigt nicht viel Wasser, ganz im Gegenteil, zu viel davon schadet eher.
  • Es wird also nur spärlich gegossen, im Winter gerade so viel, dass die Triebe nicht schlaff werden.
  • Der Bleistiftstrauch kommt auch mal 4 Wochen ohne Wasser aus. Gedüngt wird im Sommer einmal monatlich, am besten mit Kakteendünger.
  • Vermehrt wird die Pflanze durch Senker. Ausgereifte Stängel werden an einem Blattknoten abgetrennt.
  • Man kann sie in ein Wasserglas stellen zum Bewurzeln oder aber etwas antrocknen lassen
  • Danach gleich in einem sandigen, nur mäßig feuchten Substrat bewurzeln lassen.
  • Als Kübelpflanze wächst der Bleistiftstrauch recht schnell. Er kann, sollte er zu hoch werden, leicht gestutzt werden.
  • Wollläuse und Spinnmilben können den Bleistiftstrauch befallen. Zur Bekämpfung eignen sich Mittel auf Kaliseifen-, Paraffinöl- oder Neem-Basis.
  • Auch Mehltau kann auftreten, was aber selten vorkommt.
  • Vorsicht, der milchige Saft der Pflanze ist giftig!