Orbea variegata, Stapelia variegata - Pflege-Tipps

Stapelien bilden eine sehr interessante Gruppe innerhalb der Sukkulenten. Ihre skurril anmutende Blüte ist in vielfältigen Formen, Farben und Größen vertreten. Meist kommen die Blüten in Farbkombinationen von dunklem Rot und hellen Gelb vor, wobei Zeichnung und Muster sehr unterschiedlich ausfallen können. In einem geschützten Steingarten, unter freiliegenden Felsen oder auch im Wintergarten macht sich eine Stapelia variegata ausgesprochen gut, aber auch im Haus oder auf dem Balkon sind sie leicht zu kultivieren.

Steckbrief
  • botanischer Name: Orbea variegata (oder Stapelia variegata)
  • andere Namen: Aasblume, Ordensstern, Kokardenblume
  • gehört zu den Seidenpflanzengewächsen
  • blattlose, saftige Stammsukkulente, die von der

    Basis verzweigt
  • fleischige, weiche vierkantige Sprossachsen mit spitzen Zähnchen
  • Blüten: 60-80 mm im Durchmesser mit 5 Blättern und einer erhobenen Scheibe in der Mitte
  • Blütenfarbe: sehr variabel, häufig dunkle Rot- oder Brauntöne in Kombination mit Gelb
  • Blüten riechen unangenehm (nach Aas)
  • Wuchshöhe: selten höher als 20 cm, im Alter auch überhängend
Arten und Vorkommen

Orbea variegata gehörte früher zur Gattung Stapelia, dann wurde sie allerdings umgruppiert und ist jetzt der Gattung Orbea zugeordnet. Orbea variegata ist wahrscheinlich die bekannteste der vielen Orbea-Arten und wird schon seit langer Zeit bei uns kultiviert (ab etwa 1650). Ursprünglich ist die Pflanze im südafrikanischen Raum beheimatet und wächst dort im Winterregengebiet entlang des Küstenstreifens. Zudem kommen einige Arten in Australien und im indischen Raum vor.

Standort

Bei direkter Sonneneinstrahlung blüht die Orbea variegata sehr reichlich und verträgt auch große Hitze. In der Mittagszeit freut sie sich über ein wenig Schatten. Sie gedeiht aber auch in Schattenbereichen noch gut, blüht aber etwas weniger. Die robuste Pflanze toleriert, wenn sie kräftig und gesund ist, auch leichte Fröste.
  • Lichtverhältnisse: volle Sonne bis lichter Schatten
  • Boden: kiesiger (sandiger), gut wasserdurchlässiger Boden
  • pH-Wert: neutral bis leicht kalkhaltig (7,5 bis 8,5)
  • leicht humos
  • gute Luftzirkulation
Ruhephase

Die saftige Natur der Stängel ermöglicht es den Pflanzen, während des Jahres in einen Ruhezustand überzugehen, wenn nicht genügend Niederschläge fallen. Sie lebt dann für einige Zeit von ihren Reserven. Auch in unseren Breitengraden benötigt sie eine Ruhephase. Wichtig dabei ist, zu wissen, aus welcher Region die Pflanze stammt, damit man entweder im Sommer oder im Winter das Gießen einstellt. Die meisten Orbea variegata, die bei uns erhältlich sind, haben im Winter ihre Ruhephase.
  1. Ursprung Südafrika (oder Australien): Trockenzeit (Ruhe) von Mai bis September
  2. Ursprung Indien (Südostasien): Trockenzeit von November bis April/Mai
Gießen und Düngen

In der Wachstumsphase sollte ein Gärtner die Pflanze regelmäßig gießen, allerdings eher vorsichtig als übermäßig. Dabei ist es wichtig, den Boden zwischen den einzelnen Wassergaben stets gut austrocknen zu lassen. Im Winter muss die Orbea variegata möglichst trocken gehalten werden. Die Pflanzen können sehr lange ohne Wasser auskommen. Ein Wassermangel ist einfach daran zu erkennen, dass die saftigen Stiele schrumpfen. Spätestens dann ist es an der Zeit, der Pflanze Wasser zuzuführen, bevor sie nicht mehr in der Lage ist, sich zu erholen. Lange Regenperioden sind bei guter Drainage unproblematisch. Eine Düngung erfolgt zwischen April und August im vierwöchigen Rhythmus mit 0,2%igem, phosphatbetontem Dünger oder Langzeitdünger.

Substrat

Aasblumen sind etwas heikel mit ihrem Substrat und reagieren empfindlich auf Staunässe oder schlecht Wasser ableitende Böden. Sind die Wurzeln ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt, bildet sich Schimmel oder die Wurzeln faulen. Zudem verträgt die Pflanze keine verdichten Böden. Die Pflanzerde sollte immer gut luftdurchlässig sein. Orbea variegata bevorzugt einen durchlässigen, sandigen Boden, der aus gleichen Teilen folgender Materialien besteht:
  • Sand,

    Tongranulat (Bimsgranulat)
  • Blumenerde (oder Kakteenerde)
  • Mutterboden oder reifer Kompost
Pflanzen

Orbea variegata ist als Bodendecker gut für den Steingarten oder sonnige und warme, felsige Untergründe geeignet. Die meisten Arten werden jedoch besser als Kübelpflanze oder in einer Blumenampel kultiviert, da sie nur bedingt winterhart sind. Beim Pflanzgefäß ist zu beachten, dass die Stapelie ein
Flachwurzler ist. Sie benötigt also ein eher flaches, dafür aber ausreichend großes Gefäß, damit sie ihre Wurzeln ungehindert ausbreiten kann. Ein Umtopfen ist etwa alle zwei bis drei Jahre notwendig, wobei nicht unbedingt in einen größeren Topf gepflanzt werden muss, wenn noch ausreichend Platz vorhanden ist. Wichtig ist auch ein Austausch des Substrates, damit der pH-Wert im Boden nicht ansteigt und immer ausreichend Nährstoffe vorhanden sind. Tipp: Wegen der ähnlichen Standort- und Pflegebedingungen sind Ordenssterne gut zusammen mit Kakteen und anderen Sukkulenten zu kultivieren.

Vermehren

Stapelia variegata kann einfach über Stecklinge oder frischen Samen vermehrt werden. Die Stecklinge werden nach der aktiven Wachstumsphase geschnitten, bevor die Pflanze in ihre Ruhephase eintritt.
  • Zeitpunkt: Herbst (bei den Arten, die im Winter blühen: Frühling)
  • Spross mit ausreichender Bewurzelung abschneiden
  • in feuchtes Substrat einsetzen
Anzucht aus Samen

Wurde die Blüte von Fliegen befruchtet, bilden sich im Spätsommer oder Herbst die beflügelten Samen in sogenannten Balgfrüchten. Am besten werden die Samen in frischem Zustand ausgesät, denn dann keimen sie leichter. Die Pflanzen wachsen schnell und bilden schon nach drei Jahren erste Blüten. Da die meisten Samen nicht artenrein sind, ist die Anzucht aus Samen immer mit einer Überraschung für den Gärtner verbunden.
  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • Substrat: Seramis (Tongranulat), Sand und Kakteenerde (zu gleichen Teilen)
  • Substrat anfeuchten
  • Samen auflegen
  • leicht andrücken
  • Lichtkeimer, nicht mit Erde bedecken
  • in Zimmergewächshaus stellen
  • alternativ mit durchsichtiger Plastiktüte oder Glasscheibe abdecken
  • Keimtemperatur: Zimmertemperatur (tagsüber 23-28 °C, nachts 20-22 °C)
  • hell, aber keine direkte Sonne
  • Keimzeit: 3-6 Wochen
Übrigens: Die Samenschalen haften manchmal recht hartnäckig an den feinen Sämlingen. Dort verursachen sie unschöne Druckstellen verursachen. Deshalb werden sie am besten vorsichtig mit einem in Wasser getauchten Pinsel oder Wattestäbchen entfernt.

Überwintern

Im hiesigen Winter haben die meisten Arten von Orbea variegata ihre Ruheperiode. In dieser Zeit dürfen sie nur ganz selten gegossen werden und erhalten auch keinen Dünger. Die Pflanze steht am besten an einem hellen Ort bei Temperaturen deutlich unter 18 °C. Optimal sind Kalthäuser, Gewächshäuser oder helle, kühle Flure (5-12 °C). In sehr milden und geschützten Lagen können die Aasblumen auch im Freien überwintern. In kalten Wintern müssen sie vorsichtig ausgegraben werden und an einem kühlen und trockenen Ort überwintern. Tipp: Je kühler die Pflanze in ihrer Ruhephase steht, umso seltener muss sie gegossen werden.

Krankheiten und Schädlinge

Orbea variegata ist recht resistent gegen die sonst bei dieser Gattung häufig vorkommenden Pilzerkrankung "Schwarzer Tod". Die Sprosse bekommen zunächst schwarze Flecken und sterben anschließend in rasantem Tempo ab. Die Infektion wird durch kühle Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt. Bei einer Erkrankung müssen unbedingt befallene Pflanzenteile zeitnah abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden.

Fazit der Redaktion

Orbea variegata ist recht robust und einfach zu kultivieren. Auf einem humosen, sehr gut wasserdurchlässigen Boden in halbschattiger Lage, kann sie im Steingarten, im Kübel oder auch im Zimmer polsterförmig wachsen. Im Winter benötigt die Sukkulente eine Ruhephase. Zu dieser Zeit wird sie bei 5-12 °C, trocken und hell aufgestellt. Während der Blütezeit steht die Pflanze am geschicktesten an einem sonnigen Ort im Freien, da die Blüte unangenehm nach Aas riecht.

Wissenswertes zur Stapelia veriegata

Die Stapelia variegata gehört zu den Sukkulenten. Aber der Einfachheit halber werden diese Blumen oft zusammen mit den Kakteen zusammen gefasst als Sukkulenten und Sukkulentenartige Pflanzen, denn sie haben viel gemeinsam. Sie lieben die Wärme und benötigen wenig Wasser. So auch die Stapelia variegata, die auf Deutsch "Aasblume" genannt wird. Diesen wenig schmeichelhaften Namen verdankt die Blume ihrem unangenehmem Geruch. Sie verströmt einen Duft, der leicht an Aas erinnert und auf Menschen mit einem empfindlichen Geruchssinn unangenehm wirken kann. Für diesen Geruch entschädigt sie jedoch mit Ihren wirklich wunderschönen Blüten.
  • Stapelia variegata benötigt eine Temperatur ab 10 °C nach oben sind keine Grenzen gesetzt.
  • Man sollte sie jedoch nicht nach draußen pflanzen, bevor das Thermometer die 15 °C überschritten hat.
  • Man kann sie auch sehr gut als Zimmerpflanze kultivieren.
  • Die Stapelia variegata hat einen Stamm, aus dem sich verschiedene Sprosse oder Stiele entwickeln.
  • Diese dicken, fleischigen, grünen Stiele sind häufig auch am Rand gezackt und am Rande dieser Verästelungen befinden sich dann kleine Blätter.
  • Die Blüten sind groß und sternförmig, häufig von dunkler Farbe, aber es gibt sie auch in gelb, rot und violett.
  • Der größte Fehler, den man bei dieser Blume machen kann, ist ein übermäßiges Gießen. Darauf reagiert sie empfindlich.
  • Trockenheit schadet ihr im Allgemeinen nicht.
  • Bei zuviel Wasser jedoch bilden sich an den Stielen schwarze Verfärbungen oder es kommt zu einem Schimmelbefall.
  • Der befallene Stiel muss dann entfernt werden, sonst erholt sich die Pflanze nicht.
  • Ansonsten ist Stapelia variegata so unempfindlich wie alle Sukkulenten.