Anzucht einer Ananas-Pflanze - Pflege und Schneiden

ananas-topf-hg-flDie echte Ananas aus der Familie der Bromeliengewächse ist nicht nur lecker, sondern auch noch gesund. Während die eigentliche Pflanze nicht besonders auffällt, wird sie, sobald sich eine Frucht bildet zu einem echten Hingucker. Anzucht und Pflege der Ananas sind relativ unproblematisch und geschnitten wird lediglich zur Fruchtreife bzw. Ernte.
Die Anzucht einer Ananas-Pflanze ist auf unterschiedliche Art und Weise möglich. So kann sie aus Samen, einem Blattschopf, auch Bürzel genannt oder durch Kindel, die sich teilweise an der Mutterpflanze bilden können, herangezogen

werden. Allerdings ist die Anzucht dieser tropischen Pflanze im Gegensatz zu anderen Gewächsen recht langwierig und nicht immer Erfolg versprechend, weshalb viel Geduld und Ausdauer gefragt sind. Die Ananaspflanze wächst vergleichsweise langsam. Nach der Blüte verdickt sich der Blütenschaft, woraus sich dann die Frucht entwickelt.

Anzuchtmöglichkeiten

Aus einem Blattschopf
Der verwendete Blattschopf sollte groß und buschig und das Herz hellgrün und unversehrt sein mit sattgrünen Blattspitzen im Innern. Man schneidet den Blattschopf samt einigen Zentimetern Fruchtfleisch mit einem scharfen Messer ab. Anschließend entfernt man um den Stiel herum das Fruchtfleisch und kürzt diesen bis kurz unter die erste Blattreihe ein. Danach entfernt man die untersten 3-4 Blattreihen, indem man sie nach unten hin abzieht. Sind die Blätter entfernt, werden am entstandenen Strunk kleine Verdickungen sichtbar, aus denen sich später die Wurzeln entwickeln.

Nun wird der Stiel in ein Wasserglas oder direkt in ein Gemisch aus Einheitserde,  einem Viertel Sand und etwas Blähton oder Perlite gesteckt. Das Substrat sollte mehr trocken als feucht sein, ansonsten kann es schnell zu Fäulnis kommen. Besser ist es den Schopf häufiger zu besprühen. Im Wasserglas sollte der Strunk nur wenige mm im Wasser stehen, sonst besteht die Gefahr von Schimmelbildung. Das Ganze stellt man an einen warmen und sonnigen Platz. Bis zur Bewurzelung kann es wenige Wochen, bis mehrere Monate dauern. Nach erfolgter Bewurzelung kann eingepflanzt werden.

Tipp - Das Wasser im Wasserglas sollte nicht gewechselt, sondern immer nur nachgefüllt werden.

Durch Aussaat
Ananas PflanzeEine Anzucht durch Samen ist noch etwas langwieriger. Die rötlich-gelben bis dunkelbraunen Samen sitzen ca. 5-15 mm tief unter der Fruchtschale, wobei manche Früchte teilweise auch gar keine Samen enthalten. Für die Aussaat buhlt man die Samen aus der Frucht, befreit sie vom Fruchtfleisch und lässt sie einige Tage an der Luft trocknen. Danach verteilt man sie auf feuchter Anzuchterde, drückt sie leicht an und deckt das Anzuchtgefäß mit Folie ab. Anschließend stellt man es an einen 20-30 Grad warmen Platz. Bis zur Keimung kann es auch hier mehrere Monate dauern. In der Regel keimen etwa die Hälfte der Samen.

Tipp - Die Samen voll ausgereifter Früchte sind am keimfähigsten. Aus Samen gezogene Ananas-Pflanzen sind nicht sortenrein und auch bis zur Fruchtbildung dauert es wesentlich länger.

Durch Kindel
Kindel bilden sich nicht an jeder Ananas-Pflanze. Für eine Anzucht sollten diese ca. 20-30 cm groß sein. Sie werden von der Mutterpflanze abgetrennt und anschließend in ein geeignetes Substrat gesteckt. Um die Bewurzelung zu fördern, deckt man sie am besten mit einer lichtdurchlässigen Folie ab und stellt das Ganze an einen warmen Platz mit Temperaturen von 20-30 Grad. Die Folie sollte

zur Belüftung täglich  kurzzeitig entfernt werden, um Fäulnis und Schimmelbildung zu vermeiden.

Standort und Boden

Der optimale Standort sollte ganzjährig warm, hell und sonnig sein, mit mehreren Stunden Sonne täglich, wobei pralle Mittagssonne vermieden werden sollte, besser ist Sonne in den Morgen- und Abendstunden. Je heller der Standort, desto intensiver ist die Färbung der Blätter. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist von Vorteil.

Die Ananas gehört zu den
Erdbromelien und bevorzugt ein lockeres, grobes Substrat mit einem pH-Wert von 5. Optimal ist ein für Bromelien geeignetes Substrat aus Torf und Lauberde zu gleichen Teilen. Anstelle von Torf kann auch eine auf Kompost basierende, mineralische und kalkfreie Erde verwendet werden, die zudem etwas krümelig, locker und vor allem gut durchlässig ist.

Tipp - Ein Umtopfen der Ananas ist nur selten erforderlich, in der Regel erst dann, wenn der Topf bzw. das Substrat komplett durchwurzelt ist.

Gießen und Düngen
  • Im Sommer gießt man die Ananas-Pflanze regelmäßig.
  • Möglichst nur mit kalkfreiem Wasser gießen.
  • Nicht in die Blattrosette gießen, wie es bei Bromelien eigentlich üblich ist.
  • Die Ananas reagiert hierauf relativ empfindlich.
  • Das Substrat sollte gleichmäßig feucht sein.
  • Am besten vor jedem Gießen die oberste Substratschicht etwas antrocknen lassen.
  • Trockenheit ist für diese Pflanze ebenso ungünstig wie zu viel Nässe.
  • Nährstoffbedarf der Ananas ist mäßig bis gering.
  • Ganzjährig mit einem handelsüblichen Flüssigdünger düngen.
  • Den Dünger über das Gießwasser verabreichen.
  • Von Mai bis September alle zwei Wochen und ab Oktober etwas weniger düngen.
Tipp - Braune Blattspitzen sind bei der Ananas in der Regel ein Hinweis auf Wassermangel.

Schneiden/Ernten

AnanasEin Rückschnitt im eigentlichen Sinne ist bei der Ananas nicht erforderlich. Lediglich die Frucht muss zur Fruchtreife abgeschnitten werden. Bis eine Ananas das erste Mal zur Blüte kommt, kann es 1-4 Jahre dauern. Die Frucht entwickelt sich innerhalb von 4-8 Monaten und mit zunehmender Reife verfärbt sie sich mehr und mehr ins Gelbliche, verströmt einen immer intensiveren Duft und das Fruchtfleisch gibt bei Druck mit dem Finger nach. Nun kann die Ananas mit einem Messer vom Stängel abgeschnitten werden. Die verbleibende Blattrosette stirbt danach in der Regel ab, sollte aber nicht weggeworfen werden, denn während des Absterbens bildet sie kleine Schösslinge.

Tipp - Ananasfrüchte, die im Sommer reifen, sind meist aromatischer als jene, die im Winter reifen.

Überwintern

Bei der Überwinterung der Ananas ist nicht viel zu beachten. Sie sollte weiterhin warm und hell stehen, bei Raumtemperaturen nicht unter 17 Grad und einer reduzierten Wasser- und Nährstoffversorgung. Aufgrund trockener Heizungsluft im Winter ist es ratsam, sie regelmäßig mit Wasser zu besprühen, was auch einem Schädlingsbefall entgegenwirken kann. Exemplare, die im Freien standen, sollten spätestens zu Herbstbeginn ins Haus geholt werden.

Schädlinge

Ananasschmierlaus
Die Ananasschmierlaus ist Hauptüberträger der sogenannten Ananaswelke. Sie kann die Wasserversorgung im Innern der Pflanze unterbrechen, die Pflanze zum Welken bringen und die Früchte an der Basis faulen lassen. Die Blätter weisen häufig streifenförmige Verfärbungen auf. Verantwortlich für die Übertragung der Ananasschmierlaus sind häufig Ameisen, denn die schützen die Schädlingskolonien vor Fressfeinden, insbesondere wenn die Ananas im Freien steht. Um diesen Schädling wirkungsvoll zu bekämpfen, müssen zunächst die Ameisen ferngehalten bzw. bekämpft werden. Anschließend bieten sich natürliche Fressfeinde wie Erzwespen, Gallmücken und Marienkäfer zur Bekämpfung an.

Schildläuse
Einen Schildlausbefall erkennt man an kleinen dunklen, hochgewölbten Schildchen besonders an Blattadern und Stängeln. Bei einem fortgeschrittenen Befall kommt es zu Verkrüppelungen der Blätter und Blüten sowie zu Verfärbungen der Blätter und zum Blattfall. Wurde ein Befall entdeckt, sollten betroffene Pflanzen schnellstens von anderen isoliert werden, um eine Ausbreitung zu unterbinden. Im Handel werden geeignete systemisch wirkende Mittel in Form von Sprays zur Bekämpfung angeboten. Wer auf derartige Mittel verzichten und auf eine biologische Bekämpfung setzen möchte, kann Marienkäfer oder Schlupfwespen gegen die Schildläuse und deren Larven einsetzen. Das regelmäßige Besprühen mit Wasser kann helfen, einem Befall vorzubeugen.

Tipp - Schildläuse sollten nicht von der Pflanze abgekratzt werden, denn unter den Schilden sitzen meist bereits geschlüpfte Larven, die dann über die Pflanze verteilt werden und sich so weiter ausbreiten können.

Spinnmilben
Ein Befall mit Spinnmilben zeigt sich an feinen weißen Gespinsten besonders in den Blattachseln. Er ist meist die Folge zu geringer Luftfeuchtigkeit. Zur Bekämpfung braust man die Pflanze zunächst mit einem stärkeren Wasserstrahl gründlich ab. Anschließend stellt man sie tropfnass in eine Plastiktüte, verschließt diese und lässt die Ananas 3-4 Tage darin stehen. Das feuchte Mikroklima unter der Folie tötet die Schädlinge in der Regel ab.

Fazit

Die Anzucht einer Ananas ist relativ unproblematisch, sofern man einige Kleinigkeiten berücksichtigt. Am einfachsten lässt sie sich aus einem Blattschopf oder Kindeln ziehen. Bis zur Bewurzelung kann es jedoch einige Zeit dauern und nicht jeder Versuch ist von Erfolg gekrönt. Auch bis sich das erste Mal eine Frucht entwickelt, kann es bis zu 4 Jahre dauern. Doch mit etwas Glück wird das lange Warten mit einer leckeren, selbst geernteten Ananas belohnt.