Exotische Pflanzen für Zimmer & Büro

OrchideenWenn die Abende kurz sind und die Tage grau, blühen Vanda und Phalaenopsis auf der Fensterbank bereits um die Wette. Exotische Pflanzen (meist synonym mit „tropischen“ Pflanzen) bringen ein besonderes Flair in Wohnräume und schaffen durch reichen Blüten- oder Blattschmuck Hingucker, die jede künstliche Deko blass aussehen lassen.

Die Klassiker

Zu den häufigsten Exoten in Wohnräumen gehören Ficus, Monstera oder Efeutute. Sie benötigen zumeist weder besondere Pflege noch viel Licht, ertragen Trockenphasen ebenso gut wie Überschwemmungen und kommen lange Zeit ohne Düngung

aus. Ursprünglich stammen sie aus dem Regenwald, wo sie zum Unterholz gehören. Viele Arten ranken an den Stämmen größerer Bäume. Dadurch bedingt ist ihre hohe Schattentoleranz. Sie lassen sich gut durch Stecklinge vermehren, die einfach in ein Glas Wasser gestellt werden und meist binnen kürzester Zeit Wurzeln bilden.

Die Hungerkünstler

Ebenfalls beliebte Zimmerpflanzen sind diverse Kakteenarten. Sie benötigen nährstoffarmes steiniges Substrat und dürfen nur sparsam gegossen werden, da sie sonst faulen und absterben. Kakteen stammen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt. Allen gemein ist die Sukkulenz, also die Ausbildung des Sprosses und der Blätter als Wasserspeicher. So können sie lange Trockenzeiten überdauern. Nicht alle Kakteen sind gleichermaßen für die Zimmerhaltung geeignet. Je nach Herkunft benötigen sie Überwinterungsphasen oder gemäßigte Temperaturen.

Die Anmutigen

Obwohl schon früher kultiviert, kamen Orchideen als Zimmerpflanzen erst in den 80er Jahren in Mode. Durch Hybridisierung wurde eine Reihe von Sorten entwickelt, die man heute in jedem Baumarkt kaufen kann. Die häufigsten Hybriden gehören zur Gattung Phalaenopsis, die bei entsprechender Pflege den Großteil des Jahres prächtige Blüten hervorbringen kann. Häufig angeboten werden auch Dendrobien und weitere spektakulär blühende, aber oft nicht lang haltende Mehrgattungs-Hybriden. In vielen Fällen ist die einstmals kostbare Pflanze zu einem Wegwerfartikel geworden.

Die Luftigen

Weniger häufig gepflegt, aber vor allem als Beiwerk zu Orchideen sehr beliebt, sind Tillandsien. Sie gehören zu den Bromelien, leben aber nicht auf dem Erdboden, sondern in den Kronen der Regenwaldriesen, wo sie mit extremen Bedingungen zu kämpfen haben. Ihre speziellen Anpassungen an Trockenheit und Nährstoffarmut machen es möglich, sie an beliebigen hellen Orten im Zimmer zu platzieren. Sie können beispielsweise auf Wurzeln aufgebunden oder –geklebt werden und benötigen – abgesehen von regelmäßigem Besprühen – praktisch keine Pflege.
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Ihre bodenlebenden Verwandten, die Bromelien, bilden Blatttrichter, in denen sich Wasser sammelt. In ihrem ursprünglichen Lebensraum dienen diese Miniaturgewässer als Kleinstlebensräume für Mikroorganismen, Wirbellose und Amphibien wie beispielsweise Pfeilgiftfrösche. Dieser Umstand macht Bromelien auch als Terrarienpflanzen sehr beliebt.

Zimmerfarne

Zimmerfarne mögen Licht, aber keine direkte Sonneneinstrahlung. Als optimaler Standort eignet sich das Bad aufgrund seiner hohen Luftfeuchtigkeit. Zimmerfarne stammen meist aus dem Unterwuchs tropischer Regenwälder und sind aufgrund ihres mangelnden Verdunstungsschutzes sehr anfällig für Austrocknung, weshalb regelmäßiges Gießen unabdingbar ist. Staunässe vertragen Zimmerfarne allerdings nicht gut, ebenso wie „kalte Füße“. Abhilfe schaffen hier beispielsweise Styropor-Unterlagen fürs Fensterbrett, die auch bei Orchideen im Winter verwendet werden sollten.

Palmen

Palmen als ZimmerpflanzenZahlreiche Palmenarten haben ihren Weg aus den Tropen zu uns ins Zimmer gefunden, wo sie oft so gut gedeihen, dass sie

ihrem Besitzer regelrecht über den Kopf wachsen. Viele von ihnen sind bedingt kältetolerant, was ihrer Herkunft aus den mittleren Berglagen Südamerikas geschuldet ist. Generell mögen Palmen Helligkeit und Sonnenlicht bei gleichmäßiger Feuchtigkeit.

Gesneriaceen

Diese umfangreiche Gattung beinhaltet beispielsweise Usambara-Veilchen und Pflanzen der Gattung Columnea. Angehörige dieser vielgestaltigen Pflanzenfamilie findet man in nahezu allen Höhenlagen tropischer Regenwälder und ihre Pflege orientiert sich vor allem an der Wuchsform und der Struktur ihrer Wurzeln.

Die Palette als Zimmerpflanzen kultivierter Exoten reicht noch weiter und bietet für praktisch jeden Standort Spezialisten. Vor der Anschaffung sollte man sich über die Ansprüche der jeweiligen Pflanze informieren, damit die Pflege zu einem Erfolgserlebnis wird.

Pflege-Tipps

Exotische Pflanzen, neigen leider in unseren Breiten zu Schädlingsbefall und Krankheiten. Meist sind diese aber auf Pflegefehler zurückzuführen. Wie bei jeder Pflanze, ist auch bei den Exoten zu beachten, dass sie eine entsprechende Pflege brauchen. Die Stecketiketten, die man beim Kauf in den Töpfen findet, liefern leider oft nur sehr spärliche Angaben. Wer wirklich viele Jahre lang Freude an seinen exotischen Zimmerpflanzen haben möchte, sucht im Internet nach möglichst vielen Informationen.

Zu den beliebtesten und den meist verbreiteten Pflanzen gehören unter anderen Orchideen, die Alocasia, Zamioculcas,  Vriesea, Cycas Revoluta,  Guzmania, Myrtus, Araucaria,  Coffea Arabica, usw. Fast jede Pflanze hat ihre eigenen Bedürfnisse. Einige sind besonders pflegeleicht, einige sind sehr anspruchsvoll. Unter den Exoten gibt es jedoch kaum Pflanzen, die Pflegefehler gut wegstecken würden. Deswegen ist es wichtig, dass man zu jeder einzelnen Pflanze soviel Informationen sucht, wie nur irgend möglich. Exotische Zimmerpflanzen sind schließlich auch nicht die billigsten Pflanzen, so möchte man sie doch gerne viele Jahre haben. Durch die Vielfalt der Sorten ist es beinahe unmöglich, an dieser Stelle zu allen Pflanzen eine detaillierte Beschreibung zu geben, zudem sind die Pflegehinweise, wie gesagt, von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich.

von Hajnalka Prohaska