Rhynchostylis-Orchideen - Sorten und Pflege-Anleitung


Die Pflege der Rhynchostylis-Orchideen ist nicht ganz einfach, da sie bereits an den Standort hohe Ansprüche stellen. Daher muss vom Hobbygärtner ein wenig Zeit investiert werden, damit die anmutigen Orchideen auch blühen und erfreuen. Hohe Luftfeuchtigkeit und eine wechselnde Temperatur zwischen Tag und Nacht sind der Blume ebenfalls sehr wichtig, daher sollte vor dem Kauf bereits der ideale Standort gefunden worden sein. Denn einen ständigen Wechsel der Standorte verträgt die anmutige Pflanze ebenfalls nicht.

Verschiedene Sorten

Zu den Rhynchostylis-Orchideen gehören drei verschiedene Arten, die weiter unten vorgestellt werden. Ein Kennzeichen aller dieser

Arten von Orchideen sind die dicken Luftwurzeln, die sie bilden sowie sechs bis zwölf Paar riemenförmige und ledrige Blätter. Die Pflanzen bilden zudem dichte Trauben, an denen die zahlreichen kleinen Blüten sitzen. Ursprünglich ist diese Gattung in den subtropischen Gebieten zu Hause, wie in Thailand, Burma, Indien oder den Philippinen. Das dort herrschende Klima benötigen die Orchideen auch in den hiesigen Breitengraden, um gut gedeihen zu können. Daher kann die Pflege sehr aufwendig sein. So gehören zu den Rhynchostylis die folgenden Arten:

Rhynchostylis retusa

  • Stamm bis zu zwanzig Zentimeter hoch und dicht beblättert
  • Blätter in der Länge bis zu dreißig Zentimeter lang und in der Breite etwa drei Zentimeter
  • bis zu sechzig Zentimeter lange Blütentrauben, die Blüten haben einen Umfang von zwei Zentimetern
  • Blüten weiß bis violett und purpur punktiert
  • Blütezeit von Juli bis September
Rhynchostylis coelestis
  • sehr blühstark
  • Pflanze im Stamm bis zu fünfundzwanzig Zentimeter hoch
  • ca. 2,5 Zentimeter große Blüten vielzählige Blüten an etwa fünfzehn Zentimeter langen Rispen
  • Blüten weiß bis lilafarben
  • Blütezeit von Mai bis August oder September
  • etwa dreißig Zentimeter lange und drei Zentimeter breite Blätter
Rhynchostylis gigantea
  • wachsen in der Natur bis auf ca. 700 Metern über dem Meeresspiegel
  • viele kleine, kräftig weiß gefärbte Blüten an langen Rispen
  • Blätter am Stamm sitzend, bis zu dreißig Zentimeter lang und drei Zentimeter breit
  • angenehmer, intensiver, blumiger Duft
  • blüht über den Winter
  • Pflanze wird im Stamm bis zu dreißig Zentimeter hoch
Tipp: Wer sich nicht für eine der drei Sorten entscheiden kann, der nimmt einfach alle. In der Pflege sind sie gleich, doch die Blühzeiten sind unterschiedlich, so steht immer eine blühende Orchidee auf der Fensterbank.

Standort

Der ideale Standort für die Rhynchostylis-Orchideen ist halbschattig aber dennoch hell mit einem warm-feuchten Klima. Ebenfalls muss eine gute Luftzirkulation gegeben sein. Auch ein Temperaturunterschied von etwa 5° Celsius bis 8° Celsius zwischen Tag und Nacht sollte gegeben sein. Wer die Möglichkeit dazu hat, kann seiner Pflanze im Sommer während der warmen Tage auch im Freien einen Standort suchen. Für das gesunde Wachstum der Blume sind ein wenig Morgen- und Abendsonne von Vorteil, auf die direkte Sonne am Mittag sollte jedoch auch hier unbedingt verzichtet werden. Und auch im Winter muss die Pflanze sehr hell stehen, denn ist es ihr zu dunkel, blüht sie nicht. Daher noch auf folgendes achten:
  • direkte Sonneneinstrahlung, vor allem in den Mittagsstunden, zu jeder Jahreszeit vermeiden
  • auch Orchideen können einen Sonnenbrand bekommen
  • dies zeigt sich an dunklen Flecken auf den Blättern
  • nur für kurze Zeit, wenn überhaupt, in die Sonne stellen
Tipp: Orchideen entscheiden selbst, wann sie in die Ruhephase kommen, dies muss nicht unbedingt eine Winterruhe sein, die Ruhephase kann durchaus auch im Herbst oder spätem Sommer stattfinden. Bei den winterblühenden Pflanzen hingegen ist die Ruhephase meist im Frühling nach der Blüte. Daher sollte auf immer die gleichen Bedingungen, ob Sommer oder

align="center">
Winter, bei der Wahl des Standortes geachtet werden.


Substrat & Geeignetes Gefäß

Orchideen und so auch die Arten der Rhynchostylis benötigen ein besonderes Substrat, um gut zu gedeihen. Einfache Blumenerde aus dem Handel ist hier die falsche Wahl. Besser ist es, ein entsprechendes Substrat extra für Orchideen zu wählen, das sich wie folgt zusammensetzt:
  • Baumrinde
  • Torf und grobe Erde
  • Osmunda-Fasern
  • Sphagnum
  • damit auch die Wurzeln genügend Licht erhalten, in lichtdurchlässige Töpfe pflanzen
  • auch auf Kork aufgebunden, gedeihen sie sehr gut
  • in einem Topf muss eine Drainage aus Tonscherben angelegt werden
  • die Pflanze verträgt keine Staunässe
  • alle zwei bis drei Jahre umtopfen
  • auch wenn das Gefäß nicht zu klein geworden ist, benötigt die Pflanze neues Substrat
  • während einer Ruhephase die Orchidee umtopfen
Pflege

Bei Orchideen ist es immer wichtig, die richtige Wasserzufuhr zu geben. Ebenfalls muss die Luftfeuchtigkeit der Umgebung, in der die Pflanze ihren Standort hat, immer gleichbleibend hoch sein. Hier ist ein Wert von 60 bis 80 % optimal. Um diese Luftfeuchtigkeit in der direkten Umgebung der Pflanzen zu erreichen, können rund um den Topf Schalen mit Wasser aufgestellt werden, die Orchideen sollten zudem öfters mit kalkarmen Wasser von oben eingesprüht werden. Hierbei muss aber darauf geachtet werden, dass es sich wirklich nur um Sprühnebel handelt und auch nur die Luftwurzeln eingesprüht werden. Bleibt Wasser auf den Blättern stehen, können diese schwarze Flecken aufgrund von Fäulnis bekommen. Auch Luftbefeuchter im Raum helfen, den optimalen Wert zu erreichen. Bei der Wassergabe sowie der Düngung sollte auf Folgendes geachtet werden:
  • Orchideen bevorzugen weiches, abgestandenes, nicht zu kaltes, kalkarmes Wasser
  • nach Möglichkeit aufgefangenes Regenwasser nutzen
  • Leitungswasser muss vor dem Gießen gefiltert werden
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • Auffangteller kurz nach dem Gießen abschütten
  • Substrat vor dem nächsten Gießen immer leicht trocken werden lassen
  • gedüngt wird etwa alle zwei Wochen mit einem speziellen Dünger aus dem Handel
  • eine Überdüngung sollte unbedingt vermieden werden
  • in diesem Fall gilt, weniger hilft mehr
Legt die Rhynchostylis-Orchidee eine Ruhephase ein, sollte sie weniger gegossen und gedüngt  werden. Diese findet nicht zwingend während des Winters statt und dauert meist auch nur wenige Wochen. Der Hobbygärtner erkennt den Anfang der Ruhephase daran, dass die Blüten vertrocknen.   

Tipp: Am Anfang kann es sehr schwer sein, richtig zu gießen. Doch mit der Zeit erkennt der Orchideenbesitzer immer schneller die Bedürfnisse seiner Orchideen und gewöhnt sich an die Regelmäßigkeit und Beständigkeit, die die Pflanze wünscht.

Temperaturen

Rhynchostylis wünschen sich ideale Temperaturen, um prächtig zu gedeihen. So sollten folgende Temperaturen unbedingt eingehalten werden:
  • tagsüber ganzjährige Temperaturen von 19° bis 24° Celsius
  • nachts werden Temperaturen von 16° bis 20° gewünscht
  • diese Temperaturen sollten weder unter- noch überschritten werden
  • werden die Orchideen extremen Schwankungen ausgesetzt, kann dies zu Kälte- oder Hitzestress führen
  • stehen sie zu warm, bekommen die Pflanzen verwelkte und gelbe Blätter
  • bei zu kalter Luft oder auch einem Kälteschock durch Lüften im Winter reagiert die Orchidee mit weichen, schlaffen und oft auch durchsichtigen Blättern
  • Pflanzen, die nicht zu stark geschädigt wurden, erholen sich oft bei normalen Temperaturen wieder
Tipp: Steigt im Sommer die Temperatur mehrere Tage auf über 24° Celsius, dann sollte vorgebeugt werden. Die Pflanzgefäße in dieser Zeit auf Kieselsteine in wassergefüllte Schalen stellen. Auf diese Weise wird die Luftfeuchtigkeit um die Pflanze herum erhöht. Jedoch unbedingt darauf achten, dass die Rhynchostylis nicht mit dem Wasser in direkte Berührung kommt.

Fazit

Orchideenbesitzer müssen sich über die Regelmäßigkeit und die Beständigkeit, die die Orchideen wünschen, bewusst werden dann ist auch die Pflege dieser anmutigen Pflanzen gar nicht so schwer und sie danken es jedes Jahr wieder aufs Neue mit einer wunderschönen und reichhaltigen Blüte. Auch sind die verschiedenen Arten der Rhynchostylis-Orchideen in Kombination besonders gut geeignet für alle Liebhaber dieser schönen Blumen, die im Sommer und im Winter auf eine Blüte hoffen. Doch nicht jeder kommt mit dem warm-feuchten Klima in seiner Wohnung zurecht, das die Pflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen. In einem solchen Fall sind die Rhynchostylis in einem beheizten und hellen Wintergarten besser aufgehoben, damit sie gut gedeihen und viel Freude bringen können.