Pflege von Riesen-Chinaschilf, Miscanthus Giganteus

Chinaschilf nimmt im Garten einen erhabenen Platz ein Riesen-Chinaschilf (Miscanthus Giganteus) zu Deutsch "großes Stielblütengras" gehört zur Familie der Süßgräser. Wie der Name schon verrät, zeichnet sich diese Staudenpflanze durch ein schnelles Wachstum von bis zu 5 cm am Tag aus. Sie erreicht in kurzer Zeit eine erstaunliche Höhe von bis zu vier Metern. Damit gehört die Pflanze zu den Größten ihrer Art.

Inzwischen findet Riesen-Chinaschilf wegen seines schnellen Wachstums auch vermehrt Anwendung als Energiepflanze.

Aussehen des Miscanthus Giganteus

Dieses Ziergras wächst dicht und hoch, beeindruckt

durch eine leichte und transparente Erscheinung und ist überaus robust. So kann es hervorragend als natürlicher Sichtschutz in offenen Rabatten oder Kieselbeeten genutzt werden. Im Wachstum zeigt es sich hellgrün mit weißer Mittelrippe und im Herbst nehmen die Blätter eine goldgelbe Färbung an. Der Winter verleiht dem Gras mit Raureif ein märchenhaftes, graziles Aussehen.

Standort für Riesen-Chinaschilf

Sonnige bis halbschattige Plätze eignen sich besonders für Chinaschilf. Die Pflanze mag feuchte, humusreiche Lehmböden, die nicht zu Staunässe neigen und wenig sandhaltig sind.

  • Standort möglichst sonnenreich.
  • leichter Schatten wird gut vertragen.
  • viel Schatten erzeugt schwachen Wuchs und wenig Blütenbildung.
  • feuchter, tiefer Boden ohne Staunässe.

Tipps zur Pflanzung

Eine Aussaat sollte bei 20°C Bodentemperatur erfolgen, die Erde muss feucht gehalten werden. Bildet die Pflanze nach einer Keimzeit von wenigstens drei Wochen Blätter, kann sie im Mai ausgepflanzt werden. Auch Jungpflanzen bevorzugen diese Pflanzzeit im Freien. Der Pflanzabstand sollte einen Meter nicht unterschreiten. Das Gras bildet Rhizome, also lange horizontale Wurzeln, die mit Abstand von der Mutterpflanze neue Keimlinge bilden. Auf eine Rhizomsperre kann verzichtet werden, da die Wurzeln nicht wild wuchernd sind.

  • nährstoffreicher und humoser Boden
  • Anreichern der Erde mit Kompost erhöht den Feuchtigkeitsgehalt
  • ideal sind feuchte, aber leicht durchlässige Böden
  • die Entwässerung sollte möglichst durchlässig sein
  • stauende Nässe schädigt die Pflanze
  • ungünstig ist verdichtete Bodenstruktur
  • mindestens ein Meter Pflanzabstand einhalten
  • Chinaschilf lässt sich gut mit Phlox, Sonnenbraut oder Fackellilien kombinieren
  • regelmäßiges Unkrautzupfen ist Pflicht bei Neupflanzung
  • Rhizomsperren gegen Chinaschilf sind nur bei angrenzenden, pflegeintensiven Grünflächen nötig

Es gibt auch Chinaschilf mit Zebramuster: das so genannte ZebrinusPflege des Riesen-Chinaschilfs

Chinaschilf ist pflegeleicht. Zum Anpflanzen sollte man es drei Monate täglich gießen. Danach ist dies nur noch bei Trockenheit nötig. Auf eine Düngung kann man getrost verzichten, die Pflanze wächst ohne künstliche Nährstoffe vollkommen ausreichend. Jungpflanzen benötigen mindestens zwei Sommer bis sie in die Blüte kommen. Blütezeit ist September nach warmen Sommermonaten. Das Gras ist winterhart und unempfindlich gegenüber Frost und Kälte. Ein Rückschnitt auf etwa 10 cm sollte erst im Frühjahr geschehen, wenn die Tage wieder wärmer werden. Die trockenen, oberirdischen Blätter gewährleisten so einen ausreichenden Winterschutz. Außerdem wandern so die Nährstoffe zurück in die Wurzeln, was im Frühjahr einen kräftigen Austrieb sichert.

  • frisch gepflanzte Schilfe, Jungpflanze viel und ausreichend wässern
  • Boden sollte immer feucht sein
  • eine Düngung ist nur bei nährstoffarmen Böden notwendig
  • junge Pflanzen dürfen nicht gedüngt werden
  • Rückschnitt im Frühjahr 10 cm über Bodenhöhe - Rückschnitt im Herbst führt zu Fäulnis
  • ist ausreichend winterhart
  • zum Schutz vor Wind und Schneelast im Winter Blätter und Halme
    zusammenbinden

Vermehrung des Riesenschilfs

Eine Vermehrung bietet sich im Frühjahr nach dem Rückschnitt durch Teilung der Horste mittels Spaten an. Man gräbt das geteilte Gras aus und pflanzt es an anderer Stelle

sofort wieder ein, um hier schnell neue Wurzeln schlagen zu lassen. Eine Selbstaussaat gelingt nur an strahlungsreichen Standorten im Herbst.

  • März, April durch Teilung der Rhizome
  • September durch Selbstaussaat nach sonnenreichem Sommer
Pflegefehler vermeiden

Unkraut ist im Jahr der Pflanzung Gift für Chinaschilf. Unkraut also regelmäßig zupfen, um einen möglichst guten Pflanzstart zu garantieren. Sie sollten auf eine ausreichende Deklarierung der Pflanze achten, um spezielle Informationen zur Sorte des Chinagrases zu erhalten. Außerdem wichtig: Immer auf den Platzbedarf der Staude zu achten, damit es sich entsprechend ihrer Art wohlfühlend ausbreiten kann. Maximal vier Pflanzen auf einen Quadratmeter mit einem halben Meter Abstand untereinander lautet eine goldene Regel.
  • Blüte: beige oder kräftig rotbraun, federartige, große Blütenrispen, erscheinen meist nur in sehr warmen Sommern
  • Blütezeit: September bis November
  • Blatt: bogig überhängend, gelbe, hellbraune Herbstfärbung, breitblättrig
  • Wuchs: kräftig aufrechter Wuchs, Horst bildend
  • Wuchsgröße: bis 4 Meter hoch, bis 2 Meter breit
  • Standort: sonnig-halbschattig
  • Boden: lehmig-humose, frische, lockere Erde, in der sich die Pflanze gut ausbreiten kann
  • Besonderheit: schnelles, kräftiges Wachstum nach jedem Rückschnitt
  • Winterhärte: sehr frosthart und kälteresistent
  • Verwendung: Sichtschutzpflanze, Solitärpflanze, Windschutz, Heckenpflanze, Umrandung von Teichen, als Kübelpflanze in Trockengärten, Leitstaude in gemischter Bepflanzung
  • Platzbedarf: 1-3 Stück pro Quadratmeter, Reihenpflanzung; 2-4 Stück pro laufenden Meter
  • Lebenserwartung: mindestens 20 Jahre bei geringem Pflegeaufwand

Chinaschilf wächst in dichten Horsten heranWissenswertes zum Riesen-Chinaschilf in Kürze

Riesen-Chinagras wirkt als sommergrüne Solitärpflanze wie auch in der Reihe als Sicht und Windschutz äußerst dekorativ. Es wächst schnell und aufrecht, hat eine imposante schilfartige Belaubung und ist wirklich pflegeleicht und widerstandsfähig. Es eignet sich in Kombination mit immergrünen Stauden und Gehölzen als ideale Gestalterin von Teichen und Tümpeln, bereichert jeden Garten mit seinem grazilen und akzentuierten Wachstum. Als Trockenpflanze kann sie als Insektenhotel für Wildbienen dienen wie auch zu Matten als Wind und Sonnenschutz gebunden werden. Auch als Kübelpflanze macht sie eine gute Figur auf Balkon oder Terrasse. Chinaschilf wird mit den Jahren immer ausdrucksstärker in Farbe und Struktur der Blätter und Blüten.

Verwendung von Riesen-Chinaschilf

Das Chinaschilf hat vielfältige Verwendungsmöglichkeiten:

  • Es eignet sich bei enger Pflanzung als ausgezeichneter Sichtschutz.
  • Kleinere Sorten werden oft als Hintergrund- oder Randbepflanzung von Gehölz- und Staudenrabatten verwendet.
  • Sogar eine landwirtschaftliche Nutzung als Faserstoff für die Papier-, Topf- und Plattenherstellung ist möglich.

Es gibt die unterschiedlichsten Sorten. So unterscheiden sich diese schon in der Größe beträchtlich. Während das M. sin 'Yakushima Dwarf' nur 100 cm hoch wird, erreicht M. floridulus bis zu 300 cm. Auch bei der Blattform ist für fast alle Geschmäcker etwas geboten. So gibt es Sorten mit weißbunten Blättern („Variegatus“), mit gelblich gestreiften Blättern („Zebrinus“),  welche mit einer silbernen Rinne („Silberfeder“), aber auch rötlich gefärbte Blätter („Dronning Ingrid“). Die Ähren erblühen in silberweisser, bräunlicher oder rötlicher Farbe. Es gibt aber auch einige Sorten, die bei uns nicht zur Blüte kommen, wie z.B. das Riesenschilf oder das Eulaliasgras.

Der Nutzen des Chinaschilfs beschränkt sich übrigens nicht nur auf seine dekorative Funktion in Ihrem Garten. Er schenkt Ihnen auch einiges Material für den Blumenschmuck im Haus: Sie können seine Blütenstände wie Schnittblumen abschneiden und verwenden, und auch das Schilf selbst hält sich in der Vase recht gut und kann als Basis für viele zauberhafte floristische Kunstwerke eingesetzt werden. Die Reste Ihres Chinaschilfs, die der Schnitt im Frühjahr liefert, ergeben gehäckselt dann noch einen hervorragenden Torfersatz, der der Blumenerde Ihrer Zimmerpflanzen die notwendige Durchlässigkeit verleiht. Wenn Sie sehr viele Exemplare dieser schönen Schilfpflanze im Garten stehen haben, lohnt sich wahrscheinlich auch die Prüfung, ob die Häcksel Ihrer Sorte wie die vom Miscanthus giganteus zum Mulchen oder als Einstreu für verschiedenste Haustiere verwendet werden können.

Was bei Anbau und Pflege des Chinaschilfs zu beachten ist
  • Der pflegeleichte Miscanthus könnte in Schwierigkeiten geraten, wenn ein Boden sehr verdichtet ist, hier sollten Sie vorher eine Saison mit Gründüngung einplanen.
  • Wie gesagt mag der von Sümpfen und feuchten Wiesen stammende Chinaschilf leicht feuchte Böden am liebsten, vor allem die gerade neu gesetzten Pflanzen müssen also im Zweifel zusätzlich bewässert werden.
  • Die jungen Pflanzen sind in der ersten Zeit empfindlich gegen Konkurrenz, Unkraut sollte also sorgsam bekämpft werden.
  • Wenn der Chinaschilf sich so richtig wohlfühlt, kann das auch seine Nachteile haben: Nach ein paar Jahren bildet er extensiv Rhizome, die rundherum neue Pflanzen hervorbringen.
  • Das kann durchaus kritisch werden, wenn der Miscanthus auf Dauer an seinem Platz bleiben soll, sollten Sie überlegen, ihn gleich in einem Mörtelkübel in die Erde zu geben.
  • Breitet sich ein Chinaschilf am falschen Ort aus, können Sie ihm meist Einhalt gebieten, wenn Sie in laufend bodentief abschneiden, dann hat er keine Kraft mehr für die Rhizombildung übrig.