Bromelie (Bromelia) - Pflege und Vermehrung (Kindel)

Bromelie mit BlüteDie Bromelie (Bromelia), die zu der Familie der Ananasgewächse gehört, ist eine sehr dankbare und pflegeleichte Zimmerpflanze. Ihre Heimat liegt in Australien, wo sie nicht im Boden, sondern vielmehr auf Bäumen wächst. Um jedoch trotzdem an ausreichend Nährstoffe und vor allem Wasser zu kommen, hat die Bromelie sich in ihrer Heimat einen Trick ausgedacht - sie bildet einen Trichter, in den das Regenwasser hinein fällt. Durch den ständigen Besuch der unterschiedlichsten Insekten und Vögel erhält die Bromelie auch eine gewisse

Düngung in ihrer natürlichen Umgebung.

Darauf muss man auch hierzulande achten, denn eine Bromelie sollte immer in den Trichter gegossen werden. Hier sollte auch stets etwas Wasser stehen bleiben. Am besten ist es, wenn man dieses Wasser regelmäßig wechselt, um dessen Faulen vorzubeugen.  Die Erde selbst sollte nur mäßig gegossen werden. Wenn Sie die Bromelie düngen möchten, dann mit dem Gießwasser in die Erde, aber nicht in den Trichter. Wobei ein Düngen aber nicht unbedingt nötig ist.

Zwar lieben die Bromelien die Sonne, sie sollten aber nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Allerdings empfiehlt sich als Standort ein heller Platz im Wintergarten oder gar in einem Gewächshaus, da Bromelien auch eine hohe Luftfeuchtigkeit zu schätzen wissen. Als Erde empfiehlt sich ein leichtes Gemisch aus Lauberde, Torf und Sand. Dieses sollte im Verhältnis 3:1:1 stehen.

Der einzige Nachteil von Bromelien, deren bekannteste Vertreter wohl die Lanzenrosette, der Zimmerhafer oder Trilandsien sind, ist wohl deren Absterben. Wenn die Bromelie völlig abgeblüht ist, was allerdings sehr lange dauern kann, muss diese weg geworfen werden. Doch wie gesagt, ist sie eine sehr dankbare Pflanzen und so sorgt sie vorher für reichlich Nachkommen.

Diese werden als Kindel bezeichnet und bilden sich direkt zwischen den Blättern der Mutterpflanze. Bevor man ein solches Kindel allerdings umtopft, sollte man es ausreichend wachsen lassen. Denn nur so hat es eine Chance auch alleine später zu blühen und zu
überleben. Am besten entfernt man ein Kindel erst dann, wenn die Mutterpflanze so gut wie abgestorben ist. Damit es aber erst einmal groß und kräftig genug wird, muss es auch stets Wasser im Trichter stehen haben. Sobald Sie also an Ihrer Bromelie ein Kindel entdecken, gießen Sie auch dieses in den Trichter.

Zwei Gattungen: Epiphytische und terrestrische Bromelien ...

Die meisten Bromelien gehören zu den sogenannten epiphytischen Bromelien, die natürlich auf Baumstämmen oder Felsen oder Ästen wurzeln. Sie nehmen die Nährstoffe zu ihrer Versorgung sowie die Feuchtigkeit, die sie brauchen, durch die Wurzeln, aber auch durch ihre Blattmasse auf. Deshalb bilden sie nur ziemlich winzige Wurzeln aus, für die ziemlich winzige Pflanztöpfe ausreichen, mit  einem Durchmesser von ca. 10 cm. Über diesen Pflanzgefäßen entwickelt sich nun eine mächtige Pflanze, was ohne zusätzliche Befestigung regelmäßig zu Gleichgewichtsproblemen führt.

Bromelien-Arten sind farbenfrohDer erfahrene Bromeliengärtner kultiviert sein Epiphytengewächs daher nach dem Vorbild der Natur, indem er auf einem Epiphytenbaum pflanzt, der aus einem alten Ast oder einem alten Rebstock selbst hergestellt wurde oder als edler Epiphytenbaum aus Keramik käuflich erworben wurde. Diese epiphytischen Bromelien

können auf dem Baum mit oder ohne Erde gezogen werden, es gibt zahlreiche Möglichkeiten der Wurzelumhüllung und -befestigung, auch ohne Pflanztopf. Aber der Normalfall, der Epiphyt im kleinen, erdgefüllten Pflanzgefäß, zeigt schon, dass die Epiphyten nicht wirklich etwas gegen Erde (in der richtigen Mischung) haben, und es gibt sogar Bromelien, die in der Natur terrestrisch wachsen, also ganz normal in Erde wurzeln.

... und viele Sorten

Richtig spannend werden die Bromelien erst, wenn Sie sich einmal vor Augen führen, mit welchem Sortenreichtum Sie es hier zu tun haben:
  • Zu den Bromelien gehören die Aechmeae, mit der Aechmea fasciata oder Lanzenrosette als bekannteste Art, die in ihrer Heimat epiphitisch wächst. Dann können Sie im Handel noch die Bromelien-Sorten Guzmania, Neoregelia, Tillandsia, Nidularium und Vriesea kaufen, alles Bromelien, von denen die meisten Arten als Epiphyten wachsen. Eine Art Sonderfall bildet der Cryptanthus oder Erdstern, diese Erdbromelien fühlen sich eigentlich am wohlsten in Felsspalten mit ein wenig Erde, auf einem gerade zu Erde verrottenden Baumstumpf oder auf einer nahrhaft bemoosten Baumwurzel. All das ist jedoch im brasilianischen Urwald leichter zu finden als in unseren Wohnungen, für die Wohnungskultur können Sie jedoch bei den Erdsternen auf ein Terrarium oder einen Epiphytenstamm ausweichen.
  • Zur Gattung Billbergia oder Zimmerhafer gehören etwa 60 Arten von Bromeliengewächsen, von denen die meisten Arten als Epiphyten wachsen. Einige Arten wachsen fast überall, sowohl auf Pflanzen, als auch an Felsen, und sogar direkt am Boden können sie sich in ihrer Heimat ansiedeln. 
  • Auch die Dyckien und die Ananas gehören zu den Bromelien, sind jedoch beide keine Epiphyten, sondern wachsen ganz normal in Erde.
Sie können sich also frei entscheiden, ob sie sich anfangs für eine etwas einfacher zu pflegende terrestrische Bromelie entscheiden oder gleich darangehen, einen prächtigen Epiphytenbaum zu basteln.