Schusterpalme, Aspidistra elatior - Pflege

Die Schusterpalme, auch Metzgerpalme genannt, gehört zu den Zimmerpflanzen, die bereits vor langer Zeit in unseren Wohnungen Einzug gehalten haben. Die Beliebtheit und weite Verbreitung hat die immergrüne Pflanze vor allem ihrer einfachen Pflege zu verdanken. Bereits vor über 150 Jahren stand sie in schummrigen Schusterwerkstätten oder auf den Ladentheken von Metzgern. Daher stammt auch ihr ungewöhnlicher Name. Sie hat den Ruf, auch in dunkelsten Ecken und nahezu ohne Pflege auszukommen. Aber so ganz ohne Licht, Nährstoffe und Wasser schafft es auch die robuste Schusterpalme nicht.

Kurzer Steckbrief

  • botanischer Name: Aspidistra elatior
  • andere Namen: Metzgerpalme, Schildblume, Schildnarbe, Eisenpflanze
  • gehört zur

    Familie der Spargelgewächse
  • Wuchshöhe: 50 bis 70 cm
  • krautig wachsende Pflanze ohne Stamm
  • Blätter: dunkelgrün, ledrig, lanzettförmig
  • Blüten: purpurfarben, wachsen in der Nähe des Bodens
Vorkommen

Schusterpalmen sind in Ostasien heimisch, dort wachsen sie im Osten des Himalajagebirges, China und Japan als immergrüne krautige Pflanzen. Aspidistra-Arten bilden lange Rhizome, aus denen direkt die ein bis zwei endständigen Laubblätter sprießen. Die einzige Aspidistra-Art, die als Kulturpflanze in Innenräumen gepflegt wird, ist die Aspidistra elatior. In frostfreien Gegenden ist sie ebenfalls als robuste Zierpflanze in Gärten oder Parkanlagen bekannt.

Standort

Eine Schusterpalme bevorzugt halbschattige Standorte ohne Mittagssonne. Auch etwas schattigere Plätze in der Wohnung verträgt die Pflanze gut. In diesem Fall wächst sie zwar etwas langsamer und deutlich gedrungener, aber immer noch besser als viele andere Pflanzen. Südfenster mit praller Mittagssonne verträgt die Schusterpalme nicht, schnell sind ihre ledrigen Blätter verbrannt und unansehnlich. Wer seine Aspidistra gerne in ein südlich ausgerichtetes Zimmer stellen möchte, kann das problemlos tun, wenn er die Pflanze etwas weiter in den Raum hineinstellt, damit kein direktes Sonnenlicht auf die Blätter fällt.
  • Lichtbedarf: halbschattig bis schattig
  • kommt auch mit wenig Licht zurecht
  • direkte Mittagssonne unbedingt vermeiden
  • Temperatur: zwischen 7 und 28 Grad
  • die Luftfeuchtigkeit spielt keine besondere Rolle
  • zugluftverträglich
Im Sommer fühlt sich die Metzgerpalme auch auf der Terrasse oder dem Balkon wohl. Bedingung hierfür ist jedoch, dass die Pflanze dort nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist. Ein schattiges Plätzchen im Freiland weiß sie jedoch zu schätzen, denn hier kann sie Kraft für die kalte Jahreszeit sammeln und wird damit unempfindlicher gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Substrat

Da die Schusterpalme keine Staunässe verträgt, sollte ihr Substrat gut Wasser durchlässig sein. Ein hochwertiges Kübelpflanzensubstrat oder Palmensubstrat eignet sich hervorragend zur Kultivierung. Selbst gemischte Substrate sollten folgende Bestandteile enthalten:
  • Blumen- oder Grünpflanzenerde
  • Humus oder Kompost
  • Torf (kleine Menge)
  • Sand
  • Bimskies, Blähton oder Lavagranulat
  • pH-Wert: 5,5 bis 6,6 (leicht sauer)
Tipp: In reiner Blumenerde ist die Durchlässigkeit für Luft und Wasser nicht gewährleistet und die Pflanze kann sich nicht entfalten.

Gießen

Eine Schusterpalme muss nur mäßig (aber regelmäßig) gewässert werden. Der Wurzelballen darf nie nass sein, deshalb sollte vor dem nächsten Gießen ein Großteil des Substrates abgetrocknet sein. Bei zu feuchtem Wurzelballen und Staunässe bilden sich zunächst braune Flecken auf den Blättern, später faulen die Wurzeln und die Pflanze stirbt ab. Als Gießwasser eignet sich zimmerwarmes Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser. Im Winter wird das Gießen dann noch einmal leicht reduziert und nur noch schluckweise auf das Substrat gegeben. Das ist vor allem wichtig, wenn die Pflanze kühl überwintert wird.

Düngen

Zwar benötigt die Schusterpalme nur wenige Nährstoffe, dennoch zeigt sie sich bei einer gelegentlichen Düngung wuchsfreudiger und dankt dies mit glänzendem, saftig grünem Blattwerk. Während der Wachstumsperiode zwischen April und August können entweder handelsübliche Grünpflanzen- oder Palmendünger über das Gießwasser verabreicht werden, aber auch Langzeitdünger wie beispielsweise Düngestäbchen liefern ausreichend Nährstoffe. In der Regel reicht die halbe Dosiermenge, die vom Hersteller angegeben wird. Bei zu großzügiger Nährstoffgabe kann es zum Aufreißen der Blätter kommen (Längsrisse). Es reicht völlig aus, die Aspidistra nur alle vier bis acht Wochen zu düngen. Frisch umgetopfte Schusterpalmen, die in hochwertige Erde eingepflanzt wurden, müssen für das kommende Jahr überhaupt nicht gedüngt werden.

Pflege

Die Metzgerpalme ist eine sehr genügsame Pflanze, die ohne große Pflegemaßnahmen auskommt. Da ihre Blätter recht groß werden, neigen sie dazu, eine Staubschicht anzusetzen. Der Staub ist für die Pflanze selbst nicht unbedingt schädlich. Bei einer sehr dicken Schmutzschicht kann die Transpiration durch die Blattporen behindert werden, sodass sich bräunliche Flecken bilden. Daher empfiehlt es sich, die Blätter gelegentlich mit einem feuchten Tuch abzuwischen oder kurz unter der Dusche abzubrausen. So sieht die Schusterpalme mit ihren natürlich glänzenden Blättern immer attraktiv aus.

Umtopfen

Im Gegensatz zu vielen anderen Zimmerpflanzen sollte die Schusterpalme nicht allzu häufig umgetopft werden. Störungen, insbesondere an der Wurzel, mag die robuste Pflanze nicht. Aspidistra elatior gedeiht am besten, wenn sie ungestört wachsen darf. Es genügt deshalb völlig, ihr etwa alle vier Jahre einen größeren Topf und frische Erde zu gönnen.
  • Jungpflanzen maximal jährlich umtopfen
  • ältere Pflanzen nur alle drei bis vier
    Jahre
  • auf den Boden des Pflanzgefäßes Tonscherben legen
  • eine Schicht Blähton oder feinen Kies als Drainage einfüllen
  • ausreichend großes Pflanzgefäß wählen
  • nicht tiefer als vorher einpflanzen

Schneiden

Eine Schusterpalme benötigt keinen regelmäßigen Schnitt. Die Pflanzen haben an jedem Rhizom nur einen Vegetationspunkt. Kürzt man alle Blätter ein, treibt sie nicht wieder neu aus. Aspidistra wächst extrem langsam, meist bilden sich im Frühjahr zwischen zwei und vier neue Blätter, die dann im Verlauf des Sommers auswachsen. Dabei ändern sie ihre Farbe von einem hellen Grün im Anfangsstadium, bis sie schließlich die bekannte sattgrüne Farbe aufweisen. Ab September ist der Wachstumszyklus abgeschlossen. Einmal ausgereift ändern sich die Blätter von Jahr zu Jahr nicht. Nur selten wird einmal ein älteres Blatt gelb und stirbt ab. Werden einzelne Blätter welk, sollte mit dem Entfernen gewartet werden, bis das Blatt (inklusive Blattstiel) völlig eingetrocknet ist. Erst dann kann es mit einem scharfen Messer etwa drei Zentimeter über Erdniveau abgeschnitten werden.

Vermehren

Eine auch für Anfänger praktikable Vermehrung ist bei der Schusterpalme durch die Teilung der Rhizome möglich. Der ideale Zeitpunkt hierfür ist das zeitige Frühjahr. Am besten wird die Vermehrung gleich mit dem Umtopfen der Pflanze kombiniert. Dazu wird die Metzgerpalme aus dem alten Topf geholt, die Erde vorsichtig abgeschüttelt und die Wurzeln auseinandergezogen. Die Verbindungsstücke zwischen den einzelnen Pflanzenteilen (Rhizome) sind einfach zu erkennen. Diese sollten bevorzugt mit der Hand auseinandergebrochen und nur in Ausnahmefällen mit einem scharfen Messer oder der Gartenschere durchtrennt werden.
  • jedes Teilstück sollte mindestens zwei Blätter besitzen
  • es können auch gleich mehrere Teilstücke zusammengepflanzt werden
  • das verleiht der neuen Pflanze gleich mehr Fülle
  • Rhizome in ein Gefäß mit frischem Substrat setzen
  • Drainage nicht vergessen
  • nicht zu tief einpflanzen
  • Einpflanztiefe wie im ursprünglichen Gefäß
  • Erde leicht andrücken und angießen
  • in den nächsten Wochen nicht düngen
Tipp: Junge Pflanzen sollten an einem etwas wärmeren (18-22 Grad) Ort stehen und vor Zugluft geschützt werden.

Überwintern

Da die Schusterpalme nicht frosthart ist, sollte sie die kalte Jahreszeit im Haus verbringen. Ideal wäre ein halbschattiger Platz mit Temperaturen um 10 Grad. Ein Kellerraum mit Fenster, eine helle Garage oder ein ungeheizter Wintergarten bietet ideale Standortbedingungen in den Monaten zwischen November und März. In der Ruhephase wird die Metzgerpalme nur mäßig gegossen, das Düngen komplett eingestellt. Erst zu Beginn der neuen Vegetationsphase wird die Pflanze wieder wärmer gestellt, mehr gegossen und auch wieder gedüngt.
  • Temperatur: 7 bis 12 Grad
  • halbschattig (beispielsweise am Nordfenster)
  • wenig gießen
  • nicht düngen
Wer keinen geeigneten Überwinterungsort für seine Metzgerpalme hat, kann sie auch an ihrem üblichen Standort in der Wohnung belassen. Die Pflanze ist nicht besonders empfindlich gegenüber trockener Heizungsluft und verträgt auch Zugluft und Temperaturschwankungen in der Regel problemlos.

Attraktive Sorten

Von der sonst komplett grünlaubigen Schusterpalme gibt es auch gestreifte oder gepunktete Varianten.
  • Aspidistra elatior 'Asahi': dunkelgrünes Blatt mit weißer Blattspitze
  • Aspidistra elatior 'Snow Cap': grünes Blatt mit weißer Spitze
  • Aspidistra elatior 'Milky Way': kleine weiße Punkte auf den Blättern
  • Aspidistra elatior cv. variegata: weiße Längsstreifen auf den Blättern
  • Aspidistra elatior 'Lennon's Song': weißer Mittelstreifen
  • Aspidistra elatior 'Okame': grün-cremeweiß gestreiftes Laub
  • Aspidistra elatior 'Ginga Giant': gelb gepunktete Blätter
Tipp: Panaschierte Arten müssen ein wenig heller stehen als rein grünlaubige Metzgerpalmen, damit sie ihre schöne Blattfärbung ausbilden können.

Schusterpalmen kaufen

Es gibt Schusterpalmen in vielfältiger Färbung. Die ursprüngliche Art hat durchgehend dunkelgrüne Blätter. Gerade in dunkleren Räumen machen sich die weißen Markierungen auf den Blättern besonders positiv bemerkbar, die wie Sonnenpunkte leuchten. Aspidistra wächst sehr langsam, deshalb ist es für Züchter ein langwieriges Unterfangen, sie zu kultivieren, bis sie eine verkäufliche Größe erreicht hat. Aus diesem Grund sind Schusterpalmen in der Regel relativ teuer, vergleicht man sie mit anderen Zimmerpflanzen. Aber mit all ihren positiven Eigenschaften, die eine Aspidistra aufweist, ist der höhere Preis eine lohnenswerte Investition für Pflanzenliebhaber.

Krankheiten und Schädlinge

Auch wenn die Schusterpalme als sehr robuste Pflanze gilt, kann es doch gelegentlich zu einem Schädlingsbefall oder einer Erkrankung kommen. Ist es der Schusterpalme beispielsweise zu kalt, wird sie manchmal von der Roten Spinne befallen. Auch Woll- und Schmierläuse können die krautige Pflanze heimsuchen. Das ist meist in einem zu warmen Winterquartier der Fall, wenn die Luftfeuchtigkeit durch die Heizungsluft stark abgesunken ist. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle, vor allem in den Wintermonaten, notwendig, um möglichst schnell etwas gegen die Schädlinge unternehmen zu können. Im Anfangsstadium reicht es in der Regel aus, die Pflanze unter der Dusche abzubrausen und die Blätter mit Spülwasser gründlich zu säubern.
  • ausgeblichene, fleckige und trockene Blätter: deuten meist auf einen Sonnenbrand hin, die Pflanze muss etwas schattiger gestellt werden
  • Gelbfärbung und Verwelken der Blätter: deutet auf Wurzelfäule hin. Zu nasse Wurzeln lassen die Pflanze über kurz oder lang absterben. Hier muss dringend das alte Substrat entfernt, faule Wurzeln geschnitten und frische Erde zur Verfügung gestellt werden, um die Schusterpalme zu retten.
  • Risse in den Blättern: mögliche Überdüngung
  • sehr kurze Blattstiele: zu wenig Dünger oder zu dunkler Standort
  • Spinnmilben: meist bei zu dunklen Standorten
  • Schmierläuse: am weißlichen Blattgespinst zu erkennen. Pflanze abduschen und die Blätter mit Seifenlösung abwischen (Ober- und Unterseite)
Fazit

Die Schusterpalme eignet sich durch ihre Robustheit und Pflegeleichtigkeit gut für Anfänger unter den Pflanzenfreunden. Selbst in zugigen Fluren, an schattigen Nordfenstern und bei schwankenden Temperaturen gedeiht die Pflanze gut. Es gibt nur zwei Dinge, die einer Schusterpalme wirklich schaden: die pralle Sonne und zu viel Wasser.