Yucca Palme, Palmlilie - Pflege-Anleitung & Vermehrung

Eine Palmlilie taucht Wohnung und Garten in ein exotisches Ambiente, ohne aufwendige Pflege zu verlangen. So mancher Hobbygärtner hat seine Karriere mit einer Yucca im Wohnzimmer begonnen. Im Sommer bilden sich an der Palmlilie im Garten weiße bis cremefarbene Blüten an langen aufrechten Rispen. Auf diese spektakuläre Blüte warten Zimmerpflanzenbesitzer jedoch vergeblich. Blüten bildet die Yucca in der Regel nur als Freilandgewächs, in der Wohnung ist damit kaum zu rechnen. Trotzdem hat auch die Zimmerpflanze einen unwiderstehlichen Zierwert.

Kurzer Steckbrief

  • botanischer Name: Yucca
  • andere Namen: Garten-Yucca, Yucca, Yucca-Palme
  • gehört zu den Agavengewächsen innerhalb der Familie der Spargelgewächse
  • Blüten- und

    Blattschmuckpflanze, immergrün
  • Wuchshöhe: bis 5 Meter
  • Arten mit und ohne Stamm
  • Krone aus hartlaubigen, spitz zulaufenden Blättern
Vorkommen

Die Palmlilie, botanisch Yucca, gehört nicht zu den Palmen, sondern zu den Agavengewächsen innerhalb der Familie der Spargelgewächse. Viele Arten bilden mit zunehmendem Alter und Wuchshöhe einen etwa fünf bis zehn Zentimeter dicken Stamm aus, der nach außen leicht verholzt aussieht. An der Triebspitze befindet sich eine Krone aus radial angeordneten, länglichen Blättern, die in einer nicht ungefährlichen, harten Spitze enden. Der Stamm der Yucca verzweigt nur selten und kann bei guter Pflege bis zu fünf Meter hoch werden. Ihre Heimat hat die Palmlilie im in den trockenen Gebieten Mexikos und den westlichen USA.

Standort

Perfekte Wachstumsbedingungen findet die Yucca-Palme an einem geschützten, vollsonnigen und warmen Standort im Garten. Der Boden sollte nährstoffreich und gut durchlässig für Wasser sein, denn Staunässe mag die Palmlilie nicht. Sandhaltige oder lehmige Böden, gerne auch kalkhaltig, sind optimal. Aber auch jeder gut Wasser durchlässige Gartenboden wird von der immergrünen Pflanze toleriert.
  • Lichtbedarf: sonnig bis heller Halbschatten
  • Boden: steinig bis lehmig
  • gute Drainage
  • pH-Wert: alkalisch, neutral bis leicht sauer
  • mittlerer Nährstoffgehalt
  • Temperatur (nicht winterharte Sorten): 10 bis 27 Grad  
Tipp: Die Palmlilie passt von ihren Standortbedingungen perfekt in Prärie- und Steingärten. Als Nachbarbepflanzung bieten sich beispielsweise Perlkörbchen (Anaphalis triplinervis), Lavendel oder Fetthennen (Sedum) an.

Pflanzen (Freiland)

Wegen ihres großen Verbreitungsgebietes haben sich die Palmlilien teils sehr unterschiedlichen Umweltbedingungen angepasst. Während einige in Bergregionen bis in Höhenlagen von fast 3000 Metern wachsen, sind andere in milden Küstenregionen zu Hause. Frostresistente Arten der Palmlilie können direkt in den Gartenboden gepflanzt oder auch in einem Blumenkübel kultiviert werden. Achten Sie beim Pflanzen unbedingt auf eine gute Drainage im Boden. Das Gieß- oder Regenwasser muss immer gut ablaufen können. Deshalb empfiehlt es sich, bei schweren Böden eine Drainageschicht aus Tonscherben, Kies oder Splitt in entsprechender Tiefe anzulegen und den Boden zusätzlich mit Sand anzureichern. Vor allem im Winter ist ein nasser Wurzelballen oft schuld daran, dass die Palmlilie den Frühling nicht mehr erlebt.
  • Zeitpunkt: Frühjahr oder Herbst
  • Pflanzloch: mindestens dreifacher Wurzelballen
  • bei schweren Böden Drainage anlegen
  • in etwa 40 bis 50 cm Tiefe
  • 10 cm Kies, Tongranulat oder Splitt einfüllen
  • Boden mit Sand durchlässiger machen
Tipp: Bei Herbstpflanzungen ist im ersten Jahr ein Winterschutz ratsam.

Gießen

Zwar gehört die Yucca zu den Gewächsen, die nur wenig Wasser benötigen, ganz austrocknen darf der Wurzelballen jedoch nicht. Steht die Pflanze einmal über längere Zeit trocken, färben sich die unteren Blätter am Stamm gelb und vertrocknen schließlich. Palmlilien lieben kalkhaltige Böden, sodass kalkhaltiges Gießwasser in diesem Fall überhaupt kein Problem darstellt. Empfindlich reagiert die Palmlilie auf Staunässe. Beginnt die Pflanze wegen zu hoher Feuchtigkeit im Wurzelbereich erst einmal zu faulen, ist sie meist nicht mehr zu retten. Zum Wässern der Yucca-Palme eignet sich die Tauchmethode im Sommer bestens, wenn diese als Zimmerpflanze gehalten

wird. Dabei wird der Topf in ein Gefäß mit Wasser gestellt und erst dann entfernt, wenn keine Luftblasen mehr aufsteigen. Danach sollte überschüssiges Wasser gut ablaufen können. Das nächste Wässern ist erst dann notwendig, wenn der Ballen bereits wieder relativ trocken ist.  

Düngen

Auf sehr sandigen Böden freut sich die Garten-Yucca im Frühjahr über eine organische Düngergabe mit Kompost oder Langzeitdüngern wie Hornspänen oder Hornmehl. Auf nährstoffreichen Böden ist eine zusätzliche Düngung nicht notwendig. Zimmer- und Kübelpflanzen können während der Wachstumsperiode einmal pro Woche mit Flüssigdünger gedüngt werden. Bei guter Nährstoffversorgung wächst die Palmlilie zügig. Wird die Yucca Palme größer, sollte aus praktischen Gründen die Düngung etwas reduziert werden.

Schneiden

Eine gesunde Yucca Palme muss nicht geschnitten werden. Lediglich welke Blätter und Blütenstände sollten regelmäßig entfernt werden. Wird die Yucca einmal zu groß, stellt das kein Problem dar. Sie können den Stamm einfach auf beliebiger Höhe abschneiden oder absägen. Am besten funktioniert das im Frühjahr. Da die Schnittstelle in der Regel recht groß ist, können über die Wunde Krankheitserreger eindringen. Deshalb sollte sie mit einem im Fachhandel erhältlichen Wundverschluss (Baumwachs) bestrichen werden.
Nach ein paar Wochen treibt der Stamm dann kurz unterhalb der Schnittstelle wieder aus. Das abgeschnittene obere Stück können Sie übrigens gleich für die Vermehrung der Yucca verwenden.

Umtopfen

Die Palmlilie benötigt weniger einen breiten als vielmehr einen tiefen Topf, da sich ihre Wurzeln vorwiegend nach unten hin ausbreiten. Für ausreichende Standfestigkeit sollte vorzugsweise auf einen schweren Tontopf zurückgegriffen werden. Reicht das bisherige Gefäß nicht mehr aus, wird die Yucca nach der Winterruhe umgetopft.
  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • Substrat: Kübelpflanzenerde
  • Blumenerde mit Lavagranulat und Sand
  • Drainageschicht nicht vergessen

Vermehren

Die Vermehrung der Palmlilie ist unproblematisch, denn es gibt verschiedene Methoden, die auch Anfänger durchführen können.

1. Stammschnitt
Wird die Yucca Palme im Zimmer zu groß, kann einfach der Stamm an beliebiger Stelle abgeschnitten werden. Das obere Stück mit dem Blattschopf wird in diesem Fall zur Vermehrung der Pflanze herangezogen, denn es bewurzelt in Substrat relativ leicht und schnell.
  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • Schnittflächen versiegeln
  • etwa 10 cm tief in Substrat stecken
  • Substrat: nährstoffarm (beispielsweise Kokohum, Anzuchterde oder Kakteenerde)
  • nicht zu feucht halten!
Ist das abgeschnittene Segment sehr lang, können mehrere neue Pflanzen aus dem Abschnitt gezogen werden. Die Stammstücke sollten dabei eine Länge von etwa 20 bis 30 cm nicht unterschreiten. Wichtig ist, die Stammsegmente richtig herum wieder einzupflanzen und nicht mit der Oberkante in das Substrat zu stecken. Eventuell markieren Sie den Stamm einfach vor dem Schneiden an der oberen Schnittkante.

2. Teilung
Yucca-Arten, die keinen Stamm bilden, können ebenfalls vegetativ vermehrt werden. Meist haben sich an der Pflanze schon Ableger gebildet, die gut bewurzelt sind. Dazu wird die ältere Pflanze ausgegraben und die Wurzeln vorsichtig auseinandergezogen. Jede Einzelpflanze kann dann wieder mit etwas frischem Substrat ins Beet gepflanzt werden.

3. Ableger
Ältere Exemplare der Yucca liefern auch ohne Dazutun des Gärtners Material zur Vermehrung. Dabei handelt es sich um Ableger, sogenannte Kindel, die sich an der Stammbasis bilden. Diese Kindel verfügen bereits über das Aussehen einer Palmlilie in Miniaturform. Damit diese Tochterpflanzen ein eigenes Wurzelsystem ausbilden, gehen Sie folgendermaßen vor:
  • es müssen mindestens fünf Blätter am Ableger vorhanden sein
  • Kindel stammnah mit einem Messer abschneiden
  • in Substrat einpflanzen
  • Einpflanztiefe: von der Größe des Ablegers abhängig
  • gerade so tief, dass die Jungpflanze nicht umfällt
  • Substrat: Anzuchterde, Blumenerde mit Sand, Pikiererde
  • an halbschattigen Standort aufstellen
  • Substrat nur minimal feucht halten
Tipp: Ins Freiland sollten die Ableger erst ab Temperaturen von über 18 Grad ausgepflanzt werden. Über den Sommer gezogene Pflanzen können direkt nach dem Anwurzeln ins Beet gesetzt werden. Spät gezogene Yucca-Ableger verbringen den Winter noch im Haus.

Überwintern im Freien

Wer die Palmlilie im Herbst einpflanzt, sollte sie gleich mit einem Winterschutz aus Reisig, Laub oder Stroh versehen. Das Problem im Winter ist weniger die Kälte - die Garten-Yucca (Yucca filamentosa) verträgt Fröste gut - sondern vielmehr die Vernässung des Bodens. Frostharte Palmlilien, die im Kübel auf der Terrasse oder dem Balkon stehen, müssen ebenfalls vor Winternässe geschützt werden. Deshalb muss überschüssiges Wasser gut ablaufen können. Am besten wird der Untersetzer entfernt. Ideal ist es, wenn der Kübel nicht direkt auf dem Boden steht. Eine Styroporplatte oder auch spezielle Füßchen, die im Gartencenter erhältlich sind, bieten eine gute Lösung. In der Regel sind Garten-Yucca-Pflanzen wie die Yucca filamentosa bis etwa -20 Grad winterhart.

Überwintern im Haus

Kübelpflanzen, die ganzjährig oder auch teilweise im Haus stehen, benötigen im Winter etwas weniger Wasser. Statt zu tauchen, sollte in dieser Zeit lieber ab und zu eine kleine Menge gegossen werden. Die als Zimmerpflanze angebotene Yucca elephantipes ist in der Regel nicht frosthart und muss daher an einem warmen Ort überwintert werden. Dazu darf sie problemlos auch in beheizten Räumen stehen, denn die niedrige Luftfeuchtigkeit macht der Pflanze nicht viel aus. Wichtig ist, dass die Palmlilie auch im Winter hell steht. Ein kühles (aber frostfreies) Winterquartier ist ebenfalls möglich. Die Temperaturen sollten nicht unter 10 Grad abfallen.

Krankheiten und Schädlinge

Yucca-Palmen werden nur selten von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht. Lediglich Zimmerpflanzen haben gelegentlich Probleme mit Läusen. Mehr Schaden richten nasse Wurzelballen an, vor allem bei Freilandpflanzen im Winter.

Beliebte Arten

Bei der Palmlilie gibt es verschiedene Arten, die sich teilweise für die Kultivierung im Freiland eignen. Andere vertragen keine Fröste und müssen daher zumindest im Winter ins Haus geholt werden.

Winterharte Palmlilienarten
  • Yucca filamentosa (Stammlose Palmlilie, Fädige Palmlilie): auch im Kübel bis -15 Grad frosthart, stammlose Variante
  • Yucca gloriosa (Kerzen-Palmlilie): winterhart bis -20 Grad, verzweigter Stamm
  • Yucca rostrata (Blaue Palmlilie): frosthart bis -21 Grad, stammbildend, bläuliche Blätter
  • Yucca nana (Zwerg-Palmlilie) kleinwüchsige Art ohne Stamm, frosthart bis -20 Grad
  • Yucca rigida (Blaue Palmlilie): silbrig-blaue Blätter, bis -12 Grad frosthart
  • Yucca torreyi (Torrey-Palmlilie): sehr große Art mit bis zu 5 Meter Wuchshöhe, sehr gut frostbeständig
Nicht frostharte Palmlilien (Zimmerpflanzen)
  • Yucca elephantipes (Baumartige Palmlilie, Riesen-Palmlilie): im Sommer auf Balkon oder Terrasse, ab Oktober an einem hellen Platz im Haus
  • Yucca aloifolia: bis zu 100 cm Stammhöhe, dunkelgrüne Schwertblätter, manchmal rot gerandet, nicht winterhart
Fazit

Die Yucca-Palme ist ein sehr pflegeleichtes Gewächs, das auch einmal trockene Perioden gut übersteht. Beim Kauf einer Palmlilie sollte man sich am späteren Standort orientieren, denn es gibt sowohl frostresistente Arten, die im Freiland kultiviert werden können, als auch kälteempfindliche Palmlilienarten, die als reine Zimmerpflanzen gehalten werden müssen.