Erdwespen loswerden - so vernichten Sie Erdwespennester

WespeAuf dem Wurstbrot oder in der Limonade - bei ungeschützten Fenstern und dem Essen im Freien ist immer Vorsicht gefragt, das gilt jedoch vor allem, wenn sich ein Erdwespennest im eigenen Garten befindet. Viele möchten dann am liebsten sofort zu Pestiziden greifen oder rufen die Feuerwehr. Dabei wird vollkommen vergessen, dass die Insekten gute Dienste leisten und längst nicht so gefährlich sind, wie ihr Ruf vermuten lässt. Ein Umsetzen oder gar das Vernichten des Nests ist daher nur in Ausnahmefällen sinnvoll und

erlaubt. Es gibt jedoch Alternativen.

Erdwespen erkennen

Erdwespen als solches existieren nicht, wohl aber Wespen, die ihr Nest unter der Erde bauen. Allerdings sind diese damit nicht allein. Hummeln und Bienen suchen hier ebenso Zuflucht. Löcher im Rasen oder der Erde sind daher nicht sofort ein Grund zur Sorge oder eindeutig Wespen zuzuordnen. Hierzu benötigt es schon etwas mehr Beobachtung. Zudem leben nicht alle Wespen in Staaten. Manche sind auch ausgesprochene Einzelgänger und leben daher solitär. Um ein Erdnest mit Sicherheit als von einem Wespenstaat bewohnt zu erkennen, sollten zunächst die Löcher selbst abgeschätzt werden. Weisen diese einen großen Durchmesser auf, sind also klar erkennbar, ist das bereits ein erstes Anzeichen. Zudem werden in einem engen Umkreis mehrere Bodenlöcher vorhanden sein. Ein weiterer Hinweis ist der Einflug einer Vielzahl von Wespen zur Zeit der abendlichen Dämmerung. Wer nur morgens prüfend beobachten kann, sollte hingegen eine Ausflugreihe sehen können. Meist tritt der gemeinsame Aufbruch ein, wenn die Sonne langsam die Erde erwärmt. Selbst dann muss aber genau hingeschaut werden. Sind die Insekten klar schwarz-gelb und weisen keine Behaarung auf, handelt es sich um Wespen. Bei sanfteren Farbkontrasten, beispielsweise braun-gelb, oder einer samtigen Behaarung sind hingegen Bienen und Hummeln die wahrscheinlicheren Bewohner. Selbst wenn es sich ganz eindeutig um ein Erdwespennest handelt, ist eine Bekämpfung nicht in jedem Fall erforderlich oder auch nur legal.

Naturschutz

WespeWespen stehen mittlerweile unter Naturschutz und dürfen nicht ohne triftigen Grund beseitigt werden. Dieser ist nicht gegeben, wenn die Insekten als störend empfunden werden oder ihnen mit großer Angst begegnet werden. Es ist daher verboten, Nester ohne Genehmigung zu vernichten oder auch nur umzusetzen. Selbst die lange Zeit hilfreiche Feuerwehr darf hierbei nicht mehr eingreifen. Wer sich darüber hinwegsetzt und Erdwespennester selbst vernichtet, muss mit hohen Geldstrafen rechnen.

Tipp: Stellt das Nest eine Gefahr dar, beispielsweise weil Allergien bestehen, sollte der Naturschutzbund des jeweiligen Landes benachrichtigt werden. Auskunft hierüber kann die Feuerwehr geben. Aber auch ein Schädlingsbekämpfer, Imker oder eine Online Suche bringen schnell die nötigen Kontaktdaten hervor.  
   
Wespen als Nützlinge

Wespen benötigen im Frühjahr und während der ersten Hälfte des Sommers vor allem reichlich Eiweiß, um ihren Nachwuchs zu versorgen. Sie haben es daher zumeist nicht auf Marmelade und Co. abgesehen, wohl aber auf Wurst und Fleisch. Davon abgesehen aber hauptsächlich auf andere Insekten. Die Schädlinge im Garten halten sie daher wirksam unter Kontrolle. Hierdurch schützen sie Pflanzen, Geldbeutel und Umwelt, denn als natürliche Fressfeinde von schädlichen Insekten machen sie den Einsatz von chemischen Insektiziden in vielen Fällen unnötig. Es hat also auch Vorteile, ein Erdwespennest im Garten zu haben.

Umsetzen und Beseitigung

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Wurde das Umsetzen des Erdwespennestes genehmigt,
sollte diese Aufgabe keinesfalls selbst in Angriff genommen werden. Laien fehlen schlicht das nötige Wissen und die Erfahrung, um die Maßnahme ohne Gefahr für sich und andere durchzuführen. Stattdessen sollte damit ein Schädlingsbekämpfer, Imker oder der Naturschutzbund beauftragt werden. Zwar ist dies mit Kosten verbunden, allerdings die einzig sichere Variante. Die Ausgaben halten sich gerade bei der Umsiedlung durch den Naturschutzbund des jeweiligen Bundeslandes in einem sehr überschaubaren Rahmen. Günstiger ist es dennoch, wenn die genaue Position des Erdnestes bereits bekannt ist - langwierige Suchen also entfallen. Das gilt auch und vor allem beim Einsatz eines Schädlingsbekämpfers. Eine Vernichtung des Erdwespennestes ist nur dann angezeigt, wenn die Verlegung des unterirdischen Baus nicht möglich, die davon ausgehende Gefahr aber sehr hoch ist.

Absicherung

WespeAnstatt die Erdwespen loszuwerden - sei es, um ihre nützlichen Eigenschaften auszunutzen oder weil ein Umsetzen nicht möglich ist - kann das Nest abgesichert werden. Dieses Vorgehen ist auch sinnvoll, um die Zeit bis zum Versetzen zu überbrücken. Die folgende Anleitung zeigt, wie eine solche Absicherung des Erdwespennestes aussehen kann:
  • 1. Im großzügigen Abstand zu den Löchern des Erdwespennestes vier stabile Stäbe oder dünne Vierkanthölzer in die Erde stecken.
  • 2. Engmaschigen Gitterdraht oder ein festes Netz um diese Stäbe ziehen, die dabei als Eckpfeiler dienen. Das gewählte Material sollte dabei natürlich so große Maschen aufweisen, dass die Wespen gerade noch hindurchfliegen oder -klettern können.
  • 3. Als Abdeckung von oben das gleiche Material überziehen oder auflegen und am bereits stehenden Rahmen befestigen.
  • 4. Zur besseren Sichtbarkeit können zusätzliche Fähnchen in leuchtenden Farben angebracht werden.
  • 5. Beim Aufbau ist natürlich mit Vorsicht und bedacht vorzugehen, um die Wespen nicht aufzuschrecken. Kinder und Haustiere sind währenddessen fernzuhalten. Zudem ist eine entsprechende Schutzkleidung, wie von Imkern bekannt, sinnvoll.
Dieser Käfig verhindert zum einen, dass Kinder und Haustiere  versehentlich beim Spielen auf dem Erdwespennest landen. Hierdurch wird die Gefahr für Stiche reduziert. Zum anderen verlangsamt es den Ausflug etwas, sollten die Wespen doch einmal aufgeschreckt werden und zum verteidigenden Angriff übergehen. Das Aufschrecken ist ein weiterer wichtiger Punkt, der bei einem vorhandenen Wespennest in der Erde beachtet werden muss. Erschütterungen, Vibrationen oder gar das Umgraben in unmittelbarer Nähe zum Nest gilt es zu vermeiden. Da die nützlichen Insekten ihren Nachwuchs schützen werden, würden sie das Nest notfalls mit Stichen verteidigen.
    
Tipp: Als Alternative zu dem käfigähnlichen Aufbau kann das Erdwespennest auch durch lange, mit Gitterdraht umwickelte Bretter abgegrenzt werden. Diese werden, wie bei einem Lagerfeuer, an den oberen Kanten aneinander gelehnt und dann durch den Draht fixiert. 

Schutz

WespeBei Erdwespennestern reicht es oftmals bereits, schlicht eine wie oben beschriebene Absperrung anzubringen oder aber den Standort zu meiden. Da die Wespen das unterirdische Nest nur ein Jahr lang nutzen und dann weiterziehen, muss selbst das keine dauerhafte Lösung sein. Zusätzlich gibt es einige Möglichkeiten des Schutzes:
  • Fenster und Türen mit Fliegengitter absichern, dadurch bleiben nicht nur Wespen draußen
  • Stark duftende Pflanzen oder ätherische Öle, wie Lavendel, Minze und Citronella, in Fensternähe und dem gesamten Garten platzieren - diese wirken bei bereits vorhandenen Erdwespennestern zwar nur bedingt, verhindern aber die Ansiedlung weiterer Wespen
  • Beim Essen im Freien alle Speisen und Getränke abdecken, damit die Wespen gar nicht erst angelockt werden
  • Zur Ablenkung und als zusätzlicher Schutz bei Picknick und Nachmittagskaffee, kann überreifes Obst in einer Entfernung von etwa fünf Metern ausgelegt werden
  • besonders anziehend wirken Weintrauben und Bananen, Schinken schadet aber auch nicht
  • Bei längeren Aufenthalten im Freien auf süß oder stark duftende Parfums, Lotionen, Weichspüler und ähnliches verzichten
  • Haustieren frühzeitig beibringen, nicht nach Wespen zu schnappen und sich möglichst von diesen fernzuhalten
  • Bei Bedarf tierfreundliche Abwehrsprays, Wespenkissen und Kerzen auf Basis ätherischer Öle zur Abwehr einsetzen
Fazit

Ein Erdwespennest ist kein Grund zur Panik, sondern spricht tatsächlich für die Güte des eigenen Gartens und hat einige Vorteile. Dennoch können und sollten einige Maßnahmen und Mittel zum Eingriff kommen, um die Gefahr für Stiche so gering wie möglich zu halten.