Grüne Raupen im Buchsbaum bekämpfen

RaupeBesiedeln grüne Raupen einen Buchsbaum, läuten bei kundigen Hobbygärtnern alle Alarmglocken. Sie sehen sich mit dem aus Ostasien eingeschleppten Buchsbaumzünsler konfrontiert, der innerhalb weniger Jahre riesige Buchsbaumbestände vernichtete. Bei den grünen Raupen handelt es sich um die gefräßige Brut, die der Kleinschmetterling in den Sträuchern ablegt. Während diese mehrere Larvenstadien durchlaufen, fressen sie Blätter und Triebe gnadenlos ab, bis die Pflanze abstirbt. Um die gefräßigen Schädlinge zu bekämpfen, haben sich zwischenzeitlich verschiedene Methoden herauskristallisiert. Über die genaue Vorgehensweise klären die folgenden Zeilen auf.


/>Lebensweise

Eine effektive Bekämpfung setzt die genaue Kenntnis der Lebensweise eines Buchsbaumzünslers voraus, denn er hat eine clevere Technik entwickelt, nach der die grünen Raupen möglichst lange im Verborgenen agieren. Bei dem Zünsler handelt es sich um einen Kleinschmetterling mit cremefarbenen Flügeln, die braun umrandet sind. Mit einer Flügelspannweite von 4,5 Zentimetern, ist er gut zu erkennen. Während ihrer kurzen Lebenszeit von 10 Tagen halten sich die weiblichen Falter listigerweise niemals längere Zeit auf einem Buchsbaum auf, sondern fliegen ihn einzig an zur Eiablage im Inneren des Strauchs. Im März schlüpft die erste Generation der Raupen. Diese sind im ausgewachsenen Zustand 5 Zentimeter lang und verfügen über einen grünen Leib, der mit schwarzen Streifen versehen ist. So nimmt der Befall seinen Verlauf:
  • Die Raupen fressen die Blätter und Triebe in der unteren Strauchregion an
  • Allmählich arbeiten sich die Schädlinge nach außen vor
  • Zum Schutz vor Kälte bilden sie helle Gespinste
  • Im Laufe des Jahres entwickeln sich bis zu 4 Generationen
  • Die letzte Generation überwintert in den grauen Kokons
Am Ende ist der befallene Buchsbaum bis auf das Gerippe kahl gefressen und in graue oder hellbeige Gespinste gehüllt, die an Spinnennetze erinnern. Unter dem Buchsbaum sind braune oder grüne Kotkrümel zu erkennen, als weiterer Hinweis auf die Anwesenheit der Raupen.

Tipp: Suchen Sie beim Kauf eines Buchsbaums diesen sorgfältig nach den gräulichen Kokons ab, um keine kontaminierte Pflanze zu erwerben.

Mechanische Bekämpfung

Befindet sich der Befall in einem frühen Stadium, sind gute Erfolge durch den Einsatz mechanischer Bekämpfungstechniken zu verzeichnen. Das setzt voraus, dass Sie regelmäßig Ihre Buchsbäume auf Indizien untersuchen, wie graue Flecken, angefressene Blättern oder Kotkrümel.

Absammeln

Umweltbewusste Hobbygärtner ergreifen diese natürliche Methode, um grüne Raupen im Buchsbaum zu bekämpfen. Bewaffnet mit einer Pinzette, machen Sie die normalerweise flinken Flüchter vor allem in den frühen Morgenstunden ausfindig, wenn sie kältestarr im Strauch verharren.

Hochdruckreiniger

Haben sich bereits mehrere Generationen der grünfarbenen Larven entwickelt, kommen Sie mit Absammeln kaum noch nach. In diesem Fall beseitigt der scharfe Wasserstrahl des Hochdruckreinigers die Plage. So gehen Sie dabei vor:
  • Unter dem Buchsbaum eine Folie ausbreiten, die bis an den Wurzelhals heran reicht
  • Mit dem Wasserstrahl des Hochdruckreinigers auf möglichst hoher Stufe den Strauch absprühen
  • Dabei in der Krone beginnen und nach unten fortsetzen
  • Den Fokus dabei auf das Innere des Buchsbaums legen
Erfahrene Hobbygärtner gehen dabei auf Nummer sicher, indem sie den Vorgang über den Tag verteilt mehrfach wiederholen.

Lichtfalle

Die Maßnahmen zur Eindämmung und Beseitigung der Plage wird intensiviert durch den Einsatz von Lichtfallen. Da die adulten Schmetterlinge nachtaktiv sind, werden sie mit Licht im Ultraviolettbereich angelockt und von Klebetafeln eingefangen. Im Radius von 10 bis 15 Metern unterbinden Sie auf diese Weise zumindest zu einem Teil die

weitere Eiablage. Darüber hinaus gibt diese Methode Aufschluss über das Ausmaß des Befalls anhand der Anzahl der eingefangenen Exemplare.
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Biologische Methoden

Um grüne Raupen im Buchsbaum erfolgreich zu bekämpfen, ist der Griff zu chemischen Präparaten nicht zwingend erforderlich. Sollten die mechanischen Techniken nicht fruchten, aufgrund eines hohen Aufkommens der Schädlinge, stehen in der nächsten Stufe biologische Bekämpfungsmethoden auf dem Plan. Diese punkten mit dem Vorteil einer Nützlings-schonenden Verfahrensweise. Die folgenden Alternativen haben sich bewährt:

Bacillus thuringiensis

Dieses natürlich vorkommende Bakterium hat sich weltweit in der verantwortungsbewussten Schädlingsbekämpfung etabliert. Da es gezielt auf die grünen Raupen wirkt, kommen weder Pflanzen, noch Wirbeltiere oder gar Menschen zu Schaden. So wenden Sie das Präparat an:
  • Ab einer konstanten Temperatur von 15 Grad Celsius und höher anwendbar
  • Das Flüssigmittel mit einem Drucksprühgerät ausbringen
  • Nach einer Wartezeit von 10 Tagen nochmals versprühen
Das biologische Präparat fungiert als Fraßgift, sodass die Raupen es aufnehmen müssen. Sobald dies geschehen ist, setzt ein unmittelbarer Fraßstopp ein. Einige Tage später sind die Schmetterlingsraupen verendet.

Neemöl

In seinen asiatischen Heimatländern treibt der Buchsbaumzünsler schon seit Jahrzehnten sein Unwesen. Die dortigen Gärtner berichten von guten Erfolgen im Kampf gegen die grünen Raupen mit Neemöl-Präparaten. Gewonnen aus den Samen des indischen Niembaumes, enthält das Öl ein natürliches Insektizid, das letal auf Schädlinge wirkt. So wenden Sie es an:
  • Für die Zubereitung als Spritzmittel fügen Sie 1 Liter Wasser 5 ml Neemöl hinzu
  • Als Emulgator für die Öl-Wasser-Verbindung dienen 1,5 ml Rimulgan
  • Eingefüllt in eine Spritzpistole oder einen Drucksprüher, das Mittel bis ins Strauchinnere verteilen
Sinken die Temperaturen unter 7 Grad Celsius, erzielen weder biologische, noch chemische Insektizide einen Effekt gegen den Buchsbaumzünsler und die grünen Raupen. Die Schädlinge ziehen sich in undurchdringliche Kokons zurück, um darin zu überwintern.

Tipp: Positionieren Sie in unmittelbarer Nähe Ihrer Buchsbäume mehrere Gelbtafeln. Mithilfe dieser Klebefallen stellen Sie innerhalb kurzer Zeit fest, ob der Buchsbaumzünsler im Garten anwesend ist.

Nützlinge meiden die grünen Raupen

Im Rahmen genauer Beobachtungen konnten Wissenschaftler feststellen, dass die Nützlinge des Gartens die grünen Raupen des Buchsbaumzünslers meiden. Was in anderen Bereichen der biologischen Schädlingsbekämpfung ausgezeichnet funktioniert, erzielt in diesem Fall keinen Erfolg. Vögel picken die Larven zwar auf, würgen sie aber gleich wieder aus. Es ist zu vermuten, dass ihnen die pflanzlichen Giftstoffe nicht bekommen, die von den Raupen mit den Buchsbaumblättern aufgenommen werden. Gleiches gilt für Igel, Frösche oder alle anderen Waffenbrüder des Hobbygärtners im Kampf gegen Pflanzenschädlinge.

Probate Insektizide

Breitet sich der Buchsbaumzünsler trotz aller umweltfreundlichen Bemühungen weiter aus, bleibt als letzter Ausweg einzig der Griff zu Insektiziden auf chemischer Basis. Die Inhaltsstoffe Thiacloprid und Acetamiprid gebieten den adulten Faltern sowie den grünen Raupen nachhaltig Einhalt. Aktuell sind in Deutschland unter anderem folgende Produkte für den Einsatz im Kleingarten zugelassen:
  • Bayer Schädlingsfrei Calypso
  • Celaflor Schädlingsfrei Careo
  • Etisso Schädlingsfrei frunol
  • Compo Universal Insekten-frei
Es ist von Vorteil, ein Konzentrat zu erwerben, statt einer anwendungsfertigen Mischung. Ausgebracht mit einem Drucksprühgerät, gelangt das Insektizid tatsächlich bis tief ins Innere des Buchsbaums. Fügen Sie noch einen Tropfen Spülmittel hinzu, um die Oberflächenspannung des Wassers zu senken. Auf diese Weise haftet das Mittel besser auf den glatten Buchsbaumblättchen. Unter Umständen ist eine Wiederholung der Anwendung erforderlich. Diese Mittel sind als gesundheitsschädlich deklariert und erfordern bei der Anwendung strenge Sicherheitsvorkehrungen. Da sie als Spritzmittel mit hohem Druck auszubringen sind, ist neben einer Schutzkleidung auch ein Atemschutz unverzichtbar.

Fazit

Ihre Buchsbäume halten kundige Hobbygärtner seit 2007 unter strenger Beobachtung. Seit dieser Zeit treibt der eingeschleppte Buchsbaumzünsler in Deutschland sein Unwesen und hat seitdem bereits riesige Bestände vernichtet. Es sind nicht die Kleinschmetterlinge selbst, sondern die grünen Raupen, von denen die tödliche Gefahr für die herrlichen Sträucher ausgeht. Glücklicherweise haben sich in der Zwischenzeit verschiedene Methoden herauskristallisiert, um die Schädlinge effektiv zu bekämpfen. Im frühen Befallsstadium helfen bereits einfache mechanische Techniken, um der Plage Einhalt zu gebieten. In der zweiten Stufe stehen wirksame biologische Mittel bereit. Erst wenn keine umweltfreundliche Vorgehensweise zum Erfolg führt, greifen geplagte Hobbygärtner zum chemischen Insektizid. Grüne Raupen im Buchsbaum erfolgreich zu bekämpfen, ist daher längst kein hoffnungsloses Unterfangen mehr.