Rattenbekämpfung durch Ultraschall

Rattenbekämpfung durch Ultraschall


Vielfach wird ein Ultraschall-Gerät zur Vertreibung der Ratten empfohlen. Andererseits ist von konkreten Vertreibungsversuchen zu lesen, sie hätten eher keine befriedigenden Effekte ergeben.

ratte2_flUnd auf den Webseiten von Schädlingsbekämpfern ist zu lesen, dass die Wirksamkeit von Ultraschallgeräten als dauerhafte Bekämpfungsmethodik nicht erwiesen ist. Auf der Seite eines Verkäufers eines Ultraschall-Gerätes gegen Mäuse, Ratten und andere Schädlinge wird dem Gerät die Anmerkung mitgegeben, dass Tiere nicht gleich empfindlich seien, es also möglich sei, dass einige Tiere schlecht oder nicht reagieren. Auch könne der

Verkäufer nicht den richtigen Standort und die richtige Anwendung prüfen. Deshalb könne er keine Garantie für die Wirkung des Gerätes übernehmen.

Meist werden Ultraschallgeräte mit mittlerer Leistung angeboten, es gibt aber auch Geräte mit sehr hohem Schalldruck (über 120 Dezibel). Nutzer berichten, dass die Geräte wirken sollen (zumindest bei Mardern, bei Ratten sind keine positiven Erfahrungsberichte zu finden), wenn nur ein starker Schalldruck von mindestens 120 Dezibel ausgestrahlt wird. Das ist mehr als laut, etwa vergleichbar wie ein Presslufthammer für den Menschen. Für Menschen wird angegeben, dass sie 120 Dezibel nicht länger als 45 Sekunden in der Woche ausgesetzt sein sollten, wenn psychische und physische Schäden mit Sicherheit vermieden werden sollen. Bei 120 Dezibel liegt beim Menschen die Schmerzgrenze, eines der betrachteten Geräte sendet mit einem Schalldruck von 123 Dezibel.

Deshalb kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Lautstärke anderen Tieren, die dem Ultraschall ebenfalls ausgesetzt sind, schadet. Zu dieser Frage meinte bereits vor über zwei Jahrzehnten eine tierärztliche Hochschule, dass ein ausgesprochen belästigender Effekt für Mithörer nicht ausgeschlossen werden könne, wenn das Gerät Frequenzen im Hörbereich oder leicht oberhalb der Hörschwelle
aussende. Der Frequenzbereich der vertriebenen Geräte liegt bei 20 bis 45 Kilohertz (wenn angegeben, was nicht immer der Fall ist), also sind sie außer für die Ratten auch noch für die meisten Haustiere und im Garten erwünschten Tiere (Hunde, Katzen, Hasen, Igel zum Beispiel) hörbar.

Auch Stalltiere (Kühe, Pferde, Schafe) hören den Lärm. Bei Pferden und Ziegen wird von Unruhe bis hin zur Hysterie bei Ultraschall-Lärm berichtet. Auch eventuelle Auswirkungen auf den Menschen sind nicht geklärt, die Töne liegen ja teilweise nur knapp außerhalb unseres Hörbereichs (wenn überhaupt, junge Menschen können häufig bis zu 20 Kilohertz hören). Damit erscheint Ultraschall mit hohem Schalldruck nicht als optimale Lösung, besonders in dicht besiedelten Gebieten könnte das problematisch werden. 

Mit Ultraschall-Geräten mittlerer Stärke und einem hohen Frequenzbereich, die richtig aufgestellt und angewendet werden, wäre die Vertreibung noch nicht festgesetzter Bestände durchaus denkbar.

Sonstige Rattenbekämpfung ohne Gift

ratte_flDie Rattenbekämpfung im Garten beginnt mit der Beseitigung aller Nahrungsquellen im Garten, die Ratten anlocken könnten. Stellen sie auch bei der Gartenparty Mülleimer auf, damit die Gäste ihre Reste nicht an ungewünschten Stellen entsorgen. Das kann schon reichen, um Ratten aus der Nachbarschaft anzuziehen. Diese und andere Abfalleimer im Garten sollten entweder für Ratten unzugänglich sein oder täglich geleert werden. 

Wenn es sich um kleinere Populationen in ländlichen Bereichen handelt, bei denen nicht unbedingt Krankheitserreger befürchtet werden müssen, kann auch versucht werden, die Ratten zu vertreiben. Die Hausmittel, mit denen Sie

Ratten im Garten bekämpfen können, müssen jedoch sorgfältig geprüft werden. Oft können sie gefährliche Umweltschäden verursachen. Oder es handelt sich um Mittel, die die Ratten qualvoll verenden lassen, wie zum Beispiel der Vorschlag, den Ratten Gips unter Leckerbissen zu mischen, der dann im Magen der Ratten aushärtet. Das verstößt nicht nur gegen das Tierschutzgesetz, das wird meistens auch von Ihnen als Anwender auf keinen Fall beabsichtigt. Eine Möglichkeit ist auch der Einsatz von Lebendfallen für Ratten.

Auch die Rattenvermehrung im öffentlichen Straßenland kann übrigens durch richtiges Verhalten, vor allem im Umgang mit Abfällen, eingedämmt werden.