Rattenbekämpfung im Garten ohne Gift - Anleitung

RattenRatten sind clevere Tiere. Manch einer hält sogar welche als Haustiere. Allerdings haben diese nicht viel gemein mit den zu den Schädlingen zählenden Wander- oder Hausratten. Diese sind im Haus und Garten gar nicht gern gesehen und sollen möglichst schnell wieder verschwinden. Ratten erzeugen Ekel, aber schlimmer ist, dass sie Krankheiten übertragen können. Häufig wird gleich zu Giftködern gegriffen oder der Schädlingsbekämpfer gerufen. Es geht aber auch anders. Bevor Gift eingesetzt wird, sollte man erst Alternativen ausprobieren.

Ratten sind schwierig zu

bekämpfen, da sie wirklich schlau sind und aus Fehlern lernen. Hat eine Methode funktioniert, klappt es selten noch einmal auf dieselbe Art. So muss man sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Die Tiere zu töten, sollte die absolute Ausnahme bleiben. Schonendere Maßnahmen sind deutlich zu bevorzugen. Selbst wenn es mit der einen Bekämpfungs- oder Vertreibungsstrategie nicht klappt, darf man sich nicht entmutigen lassen. Einfach etwas anderes ausprobieren. Manchmal muss man einen langen Atem haben, um das Rattenproblem in den Griff zu bekommen. Wichtig ist, dass man den Tieren die Nahrungsgrundlage entzieht, wobei es natürlich besser ist, ihnen gar nicht erst was zu bieten, damit sie sich niederlassen.

Ratten vorbeugen

Am besten ist, es siedeln sich gar nicht erst Ratten an. Dafür kann man selbst einiges tun. Man darf ihnen weder die Möglichkeit geben, sich ihre Nester einzurichten, noch für Futter sorgen.
  • Haustiere nur im Haus füttern, denn im Garten stehendes Futter zieht Ratten an.
  • Bei der Fütterung von Vögeln darauf achten, dass kein Futter vom Boden aus zu erreichen ist.
  • Bei der Haltung von Hühnern und Enten gibt es immer herumliegendes Futter. Hier ist das Problem schwieriger.
  • Essensreste nicht über Toilette und Spülbecken entsorgen, es gelangt in die Kanalisation und wird den Ratten so präsentiert. (80 Prozent der Tiere leben in der Kanalisation und können über die Leitungen bis in die Toilette gelangen. Dann sind sie im Haus.)
  • Bei der Kompostierung darauf achten, dass keine Fleisch- und Fischabfälle kompostiert werden. Diese Reste lieber über den Restmüll entsorgen.
  • Nicht verwendete Abwasserleitungen mit Schutzgittern verschließen, benutzte mit Wasserfallen bestücken
  • Über Rankgerüste, welche dicht bewachsen sind, können Ratten bis in die oberen Geschosse klettern. Über Fenster gelangen sie nach innen.
  • Selbst Rauputz ist für die Ratten ein Klettergerüst. Glatter Putz verhindert das.
  • Kaputte Fenster im Kellergeschoss, sowie Löcher und Risse in der Hausfassade verschließen
  • Kein Gerümpel und Müll in selten genutzten Ecken und Räumen, um keine Nistmöglichkeiten anzubieten
  • Licht- und Luftschächte mit feinmaschigen Gittern verschließen
  • Eingelagertes Obst und Gemüse, Sämereien, Tierfutter und ähnliches so lagern, dass es vor Ratten und Mäusen sicher ist, also dicht verpackt und möglichst hoch
  • Mülltonnen fest verschließen
Ratten im Garten bekämpfen

Wenn sich Ratten im Garten eingenistet haben, sollten Sie als ersten alle Futterquellen beseitigen. Gehen Sie vor, wie oben in Vorbeugen beschrieben. Entfernen Sie alles Essbare. Versuchen Sie alle Verstecke zu finden und den Garten aufzuräumen. Keine lauschigen, vollgestopften Ecken, wo Ratten ihre Nester bauen können. Außerdem sollten Sie verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, wie Sie die Plagegeister wieder loswerden, z.B. Fallen, abwehrende Geruchsstoffe, abschreckende Geräusche und ähnliches.

Natürliche Feinde fördern
Ratten verbotenKatzen gelten als ultimative Rattenfänger, wobei Katze nicht Katze ist. Sicher gibt es ausgezeichnete Jäger unter ihnen, aber

eben nicht alle haben Freude an der Jagd. Wer einen Jäger hat, kann sich glücklich schätzen. Reine Hauskatzen sind dafür nicht geeignet. Wer ein Rattenproblem hat und sich selbst keine Katze anschaffen mag, sollte also die Nachbarskatzen lieber nicht vertreiben, sondern sie ihre „Arbeit“ machen
lassen. Auch Hunde sind geeignet, Ratten zu vertreiben. Meist reicht ihre mehrmalige oder besser dauerhafte Anwesenheit. Vielleicht hat man im Bekannten- oder Verwandtenkreis jemanden mit Hund, der regelmäßig mal vorbeischauen kann.

Frettchen sind ebenfalls hilfreich, genau wie Füchse, Marder und Waschbären, aber diese Tiere sorgen für andere Probleme und die will man sich auch nicht aufladen.

Lebendfallen
Wenn es sich nur um einzelne Tiere handelt, können diese nach Möglichkeit eingefangen werden. Bei Familien fängt man mit der Falle meist nur eine Ratte. Der Rest der Truppe lernt aus dem Missgeschick dieser einen. Sie gehen nicht mehr in die Falle. Man kann noch probieren, den Köder oder die Form der Falle zu wechseln, aber wie schon erwähnt, Ratten sind ausgesprochen clever.

Als Köder eignen sich Erdnussbutter, Schokolade oder Nugatcreme besonders gut. Da Ratten gern dieselben Wege benutzen, immer an den Wänden und Kanten entlang, wo sie Schmier- und Kotspuren hinterlassen, um ihr Revier zu kennzeichnen, macht es dort am meisten Sinn, die Falle aufzustellen. Nachdem eine Ratte gefangen ist, kann man die Falle noch einmal an anderer Stelle aufstellen. An der gleichen wird man keine Ratte mehr fangen.

Durch Geruch vertreiben
Ratten haben sehr feine Nasen. Sie lassen sich deshalb mit starken Gerüchen verbreiten, wobei dies in einem Gebäude besser funktioniert, als im Garten. Sollten sich die Tiere allerdings einen Schuppen, den Boden über der Garage oder das Gartenhäuschen als Bleibe auserkoren haben, dann sind Gerüche hilfreich. Ätherische Öle sind gut geeignet, ebenso zerstoßene frische Gewürze. Empfehlenswert sind:
  • Verschiedene Zitrusdüfte
  • Pfefferminze
  • Gewürznelke
  • Pfeffer
  • Scharfes Chilipulver
  • Terpentin
  • Essigessenz
  • Einstreu aus einem Frettchenkäfig
  • Haare von Hunden oder Katzen
Die Mittel sollten auf den Laufwegen der Ratten ausgebracht werden. Bei den Flüssigkeiten, allen voran Terpentin und auch Essigessenz, sollten Lappen darin getränkt werden. Diese drückt man in die Rattenbauten. Ratten gewöhnen sich recht schnell an Gerüche, auch wenn diese unangenehm sind. Es ist verhältnismäßig schwierig, allein mit Duft Ratten zu vertreiben, aber einen Versuch ist es sicher wert.

Streu und Fellhaare sollten in engmaschigen Netzbeuteln ausgelegt werden.

Ultraschall
Ratte im KäfigEs klingt verlockend, Ratten mit Hilfe von akustischen Signalen zu vertreiben, die für das menschliche Ohr nicht zu hören sind. Man steckt die Geräte einfach in eine Steckdose und schon soll man die Ratten los sein. Leider halten die Geräte nicht, was sie versprechen. Zwar gibt es einige, die im Haus einzelne Räume von den Nagern befreien, aber meist nur vorübergehend, bis sich die Tiere an das Geräusch bzw. den Ton gewöhnt haben. Geräte mit mittlerer Leistung sind generell so gut wie wirkungslos. Liegt der Schalldruck über 120 Dezibel, also sehr hoch, vertragen das einige Ratten wirklich nicht. Der Laut ist mit einem Presslufthammer zu vergleichen, natürlich für das menschliche Ohr. Die Frage, die sich stellt ist die, wie nehmen andere Lebewesen diesen Ton wahr? Was passiert mit Haustieren wie Hunden oder Katzen? Mancher Tierfreund hält Kaninchen oder Schildkröten im Garten, was ist mit denen? Oder mit Vögeln?
Insgesamt wird die Wirkungsweise der Ultraschallgeräte bezweifelt, ob nun im Einsatz gegen Ratten, Maulwürfe, Marder und dergleichen. Manchmal verschwindet eines der Tiere, aber ob das am Ultraschall liegt, konnte noch nicht nachgewiesen werden. Für den Garten kann man sich das Geld für solch ein Gerät eher sparen.
Wenn man auch erste Erfolge mit dem Gerät verzeichnen kann, gewöhnen sich die Ratten doch sehr schnell an den Schall. Hilfreich kann es sein, wenn man die Frequenz wechseln kann.

Doch Gift?
Zwar ist Rattengift schnell und simpel anwendbar, sehr wirkungsvoll und fast überall erhältlich, aber es hat gravierende Nachteile. Erstens ist es für die Ratten kein schöner Tod, sie quälen sich oft lange. Gern ziehen sie sich dazu zurück, oft in unerreichbare Zwischenräume. Dort verwesen sie, mit allem Gestank, Insekten und Flüssigkeiten, die dazu gehören. Außerdem wird durch Gift meist nur eine Ratte erledigt, die anderen lernen aus diesem Schicksal. Absolut gegen Gift spricht, dass es auch für andere Lebewesen giftig ist, allen voran die eigenen oder fremde Kinder, die Haustiere, freilaufende Katzen und andere.

Achtung
Ebenfalls eine unnötige Quälerei ist, mit Gips vermengten Brei als Köder auszulegen. Der Gips löst starke Verdauungsprobleme aus und wenn die Tiere genug davon aufgenommen haben, führt er auch zum Tod. Der Gips härtet in ihrem Inneren aus. Die übriggebliebenen Ratten werden den Brei meiden.

Ratten sind nicht nur schlau, sondern auch sehr anpassungsfähig. Was ein Mitglied der Rattenfamilie lernt, wird an die anderen weitergegeben. Eine Rattenplage ist daher nur schwer in den Griff zu bekommen. Einzelne Tiere zu fangen oder zu vertreiben ist deutlich einfacher. Am sichersten ist, alles zur Vorbeugung der Schädlinge zu tun. Wo Ratten keine passende Umgebung mit ruhigen Ecken mit allerlei Unrat vorfinden, und wo es keine Nahrung gibt, machen sie maximal eine kurze Rast, bevor sie weiterziehen. Wer also nichts Essbares herumliegen oder stehen lässt und Haus, Garten und alles was dazu gehört, übersichtlich und aufgeräumt hält, wird selten ein Rattenproblem bekommen.