Rattenkot erkennen - Größe, Aussehen und Geruch

RatteWenn sich Ratten am Tag zeigen, hat man ein wirklich dickes Problem. Die scheuen Tiere kommen meist erst mit Dämmerung heraus. Zeigen sie sich am Tag, sind es so viele, dass sie drinnen nicht genug Platz haben. Dann sollte man die Bekämpfung besser einem Spezialisten überlassen. Meist sieht man keine Ratten, sondern findet nur Indizien. Schmierspuren und Kot deuten auf einen Schädling, der sich breit gemacht hat.

Das Problem mit Rattenkot ist, neben dem Ekelfaktor versteht sich, dass durch ihn Viren

übertragen werden können, speziell das Hantavirus. Dieses wird durch alten, eingetrockneten Rattenkotstaub übertragen. Schweres Fieber, Schmerzen, Haut- und Schleimhautblutungen, innere Blutungen und Nierenversagen können die Folge sein. Viele Infektionen verlaufen harmloser, aber der Virus ist nicht ohne. Die Symptome treten 2 bis 4 Wochen nach dem Kontakt auf.

Wer ein Rattenproblem vermutet, sollte nach eindeutigen Spuren für die Nager suchen. Kot ist ein sicheres Indiz. Natürlich gibt es noch mehr Getier. Auch Mäuse, Waschbeeren, Marder und andere kommen infrage.

Rattenkot

Rattenkot besteht aus Köteln. Diese können bis etwa 2 cm lang sein, je nach Größe der Ratte. Typisch sind die abgerundeten Enden. Rattenkot findet man im gesamten Revier, die Tiere haben keine festen „Toilettenplätze“. So findet man die Kötel bei den Futterplätzen, auf den Laufwegen und besonders häufig auf erhöhten Plätzen. 
  • Wanderratten - spindelförmige Kotstücke, meist liegen mehrere Stücke zusammen
  • Hausratten - bananenförmig gebogene Kotstücke, weniger breit, meist ziemlich verstreut
Um herauszufinden, wie umfangreich und alt das Problem ist, muss der Kot untersucht werden.

Menge und Alter des Kots

Eine einzelne Ratte produziert etwa 40 Kotstücke
am Tag. Unterschiedlich große Kotstücke deuten auf Ratten verschiedenen Alters hin und damit auf ein Nest, welches Junge produziert. Mit einem Stöckchen kann man leicht feststellen, wie alt der Kot ist.
  • Frischer Kot ist weich und klebt an dem Stöckchen. Er hat eine feucht-glänzende Oberfläche und strömt einen beißenden Geruch aus.
  • Alter Kot ist hart. Seine Oberfläche ist matt und gräulich. Bei Druck zerkrümelt der Kot. Er riecht kaum.
  • Einige Tage alter Kot lässt sich durchstechen. Bei feuchten Plätzen beginnt er zu schimmeln.
  • Der Kot kann sich durch die Raumbedingungen langsamer oder schneller verändern. Liegt er trocken, bleibt die Farbe lange unverändert und der Kot hart. Liegt er in feuchten Räumen, schimmelt der Kot schnell, innerhalb weniger Tage.
Vergleich zu anderen Tieren

Ratte an MauerNicht nur Ratten nisten sich gern im Umfeld des Menschen ein. Auch Mäuse, Marder, Igel, Kaninchen, Siebenschläfer oder Waschbären lieben unsere Nähe und die Trockenheit in unseren Häusern, Garagen, Schuppen und ähnlichen geschlossenen oder auch offenen Gebäuden. Während der Igel und das Kaninchen gern im Garten bleiben, kommen die anderen Tiere gern ins Warme.
  • Mäusekot ist viel kleiner als Rattenkot. Er ist spindel- bzw. kreissegmentartig und etwa 3 bis 8 mm lang.
  • Der Kot vom Steinmarder ist etwas größer, länglich, wurstartig, 8 bis 10 cm lang und 1 bis 2 cm dick.
  • Waschbärenkot ist viel größer, die Tiere sind ja auch deutlich größer.
  • Siebenschläfer produzieren bohnenförmigen Kot, 1 bis 2 cm lang, sehr ähnlich wie Rattenkot.
  • Kaninchen produzieren fast kugelige Köteln,

    wie braune Erbsen.
  • Igelkot ist etwas größer, 3 bis 6 cm  und hat Würstchenform. Er ist dunkelbraun bis schwarz
Rattenkot beseitigen

Bei der Beseitigung von Rattenkot sollte man Vorsicht walten lassen. Laut BDI sollten Einweghandschuhe und ein Mundschutz getragen werden. Die gefährlichen Viren können durch Desinfektionsmittel und Alkohol abgetötet werden. Besonders die Wanderratten sind Träger des Hantavirus.

Rattenkot ist recht einfach zu erkennen. Die Kotstücke sind etwa 2 cm lang und je nachdem, ob es sich um Haus- oder Wanderratten handelt, spindel- oder bananenförmig gebogen. Zu verwechseln sind die Stücke maximal mit denen des Siebenschläfers. Alle anderen Tiere, die für einen Befall in Frage kämen, haben deutlich kleinere bzw. deutlich größere Kotstücken.