Kleine Rote Mini-Spinnen auf Pflanzen bekämpfen

BirnbaumKleine Rote Mini-Spinnen gibt es mehrere, und alle sind Spinnmilben, erst einmal bringen wir Ordnung in die Tierchen. Dann geht es um sanfte Methoden der Bekämpfung und schließlich um Vorbeugung, damit Sie nie wieder von Mini-Spinnen-Massen besucht werden:

Kleine Rote Mini-Spinnen sind keine Spinnen

Kleine rote Mini-Spinnen? Das ist nicht sonderlich präzise; unter den mehr als 100.000 beschriebenen Arachnida (Spinnentieren, bestimmt nicht alle) gibt es einige, die sich ein orangerotes, knallrotes, dunkelrotes, rot und schwarz gepunktetes, rot-weiß gestreiftes usw. Gewand zugelegt

haben; ist halt praktisch, wenn man von teils roten Pflanzen lebt. Die "kleinen roten Spinnen auf Pflanzen" gehören zwar zu einer Ordnung dieser Spinnentiere, sind aber keine "Spinnen im engeren Sinne", sondern durchweg Milben, von denen es allerdings immer noch zehntausende gibt.

Die aber zur Hälfte im Boden leben (wo sie aus Pflanzenresten Humus machen); die andere Hälfte versucht sich als Tierparasit und Vorratsschädling, Süßwasser- oder Meeresbewohner, und ein paar von ihnen knabbern auch an Pflanzen herum (oder sitzen als Hausstaubmilbe in Ihrem Bett).

Diese wenigen "menschennäheren" Milben sollten Sie auch nicht in Panik versetzen, Pflanzen überleben einen Spinnmilbenbefall ganz gut, Milben beißen nicht und stechen nicht, Hausstaubmilben-Allergiker werden heute mit Immuntherapie geheilt, und Spinnen-Phobiker müssen nur einfach daran denken, dass die "kleine Rote" überhaupt keine echte Spinne ist.

Diese Milbenarten könnten Ihnen auf Ihren Pflanzen begegnen:

Obstbaumspinnmilbe "Panonychus ulmi" und der Lebenszyklus einer Spinnmilbe

Panonychus ulmi, die Obstbaumspinnmilbe, ist die wohl bekannteste Rote Spinne; an ihrem Beispiel lernen Sie nun den spannenden Lebenszyklus einer Spinnmilbe kennen:

Sie lebt im Obstbaum im Garten oder in einer Weinrebe, erst einmal zu so wenigen Exemplaren, dass sie nicht bemerkt wird. Diese Exemplare durchlaufen sechs Entwicklungsstadien, bis sie es vom Ei zu paarungsfähigen Männchen und Weibchen geschafft haben, das allerdings im rekordverdächtigen Schnellverfahren:

Sobald der Frühling naht, schlüpfen die ersten Spinnmilben-Larven aus ihren Eiern, fressen an den Unterseiten der Blätter herum und machen nebenbei die stationenreiche Entwicklung zum geschlechtsreifen Erwachsenen durch. Mit perfektem Timing, die Männchen sind ein ganz bisschen schneller fertig als die Weibchen und lauern ab diesem Zeitpunkt, sobald ein Weibchen fertig entwickelt in die Geschlechtsreife eintritt, stürzt sich ein Männchen auf sie und ... das Weibchen legt nach ca. 2 Tagen Eier, die schnellsten unter ihnen bereits im Mai, und lebt dann nur noch ein paar Tage.

Bei schön warmem Wetter bewältigt eine Milbe den gesamten Fortpflanzungszyklus locker in 10 Tagen, bei kühler Witterung braucht sie gut drei Wochen; so "gebären" die Milben bis zu 8 Generationen in einer Saison, jedes Mal 20 - 40 Nachkommen pro Milbe. Zwischen Ende Juli und August sind sie dann auffällig viele geworden, wenn sie nicht gefressen oder anderweitig dezimiert wurden. Rechenexempel (mit durchschnittlich 20 überlebenden Nachkommen, das Wetter erlaubt Fortpflanzung in 5 Generationen): 20 überwinterte Milben-Eier starten in den Frühling, 1. Generation 20 x 20 = 400, 2. Generation 400 x 20 = 8.000,  3. Generation 8.000 x 20 = 160.000, 4. Generation 160.000 x 20 = 3.200.000, 5. Generation 3.200.000 x 20 = 64 Millionen Milben, puuhh ...

Wenn den Milben eine solche ungestörte Entwicklung gelungen ist, sind sie ein wenig viel geworden für eine Pflanze, aber auch dafür gibt es

eine Milben-Strategie: Wenn es eng wird, starten sie mit dem sogenannten "Ballooning": Massen von Milben klettern auf Blatt- oder Triebspitzen, stellen sich auf die Hinterbeine und spinnen einen Seidenfaden, der vom Wind erfasst und fortgetragen wird und die ganze Milbe mitnimmt ... die so auf den Nachbarpflanzen landet, ohne dass die Blätter der Pflanzen überlappen müssen (die Möglichkeit einer Auswanderung "zu Fuß" wird aber auch gerne genutzt).

Die Roten unter diesen Milben sind die Weibchen, 0,5 mm groß und ziegelrot, die letzte Generation von ihnen legt Wintereier auf die Baumrinde (und bei Überbevölkerung auch in die Fruchtkelche).

Gemeine Spinnmilben "Tetranychus urticae"
 
Die Gemeine Spinnmilbe kann sich auch schon früh im Jahr zeigen, hier überwintern nicht die Eier, sondern kleine rote Winterweibchen. Die sorgen für die nächste Generation, warmes trockenes Wetter im Frühjahr begünstigt die Entwicklung der zunächst hell- bis braungrünen, an den Seiten dunklen gefleckten, um 0,3 mm großen Milben. Rote Mini-Spinnen werden sie erst im Spätsommer, bis nächstes Frühjahr sind die überwinternden Weibchen orangerot bis zinnoberrot.

Erdbeermilbe "Tarsonemus pallidus"

Die Erdbeermilben sind etwas kleiner als 1 mm und hell (Männchen) und etwas größer als 1 mm und orange-bräunlich (Weibchen, geht mit viel Phantasie als rote Mini-Spinne durch).
 
Der Befall mit Erdbeermilben macht sich meist erst etwas später im Jahr bemerkbar, wenn neu austreibende Herzblätter der Erdbeeren sich auf einmal kräuseln.

Rote Samtmilbe "Trombidium holosericeum"

Die Rote Samtmilbe wird umgangssprachlich auch "Rote Spinne" genannt und deshalb hier erwähnt. Hauptsächlich deshalb, damit Sie ihr nichts tun, sie tut nämlich eine Menge für ihr Umfeld: Sie lebt am Waldrand, auf Trockenrasen und Mauern und ab und zu auch einmal im Garten, wo sie die Eier anderer Insekten aussaugt oder andere kleine Bodentiere jagt und so deren Populationen in Schach hält.

Die Rote Samtmilbe ist gut von den anderen vorgestellten Milben zu unterscheiden, sie ist nämlich mächtige 4 mm groß. Eine wirklich charakteristische Erscheinung, die schon fast den Spaziergang mit der Lupe lohnt: Dichte hell-karminrote, samtene Behaarung, knallrote Stielaugen, scherenförmige Kieferklauen wie ein Hummer (bloß ein paar Nummern kleiner), lange borstige Tastorgane: img01.deviantart.net/6b18/i/2011/084/1/a/mighty_mite_by_lord_creeper-d3ch09o.jpg (kann noch größer geklickt werden).

Jetzt haben sie die wichtigsten Roten Mini-Spinnen und den typischen Lebenszyklus einer Milbe kennengelernt. Es waren bestimmt nicht alle Milben, die bei uns in den Gärten oder Gewächshäusern herumlaufen oder sich in Ihre Wohnung verirren können, aber sie werden noch erfahren, dass sie zumindest die Mini-Mini-Milben so ziemlich über einen Kamm scheren können.

Schäden durch kleine rote Mini-Spinnen

InsektenObstbaumspinnmilben fressen (Obst) an Blättern und anderen Pflanzenteilen von Obstgehölzen, sie mögen ganz sicher Weinreben, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Stachelbeeren und Johannisbeeren, aber der Hunger würde im Zweifel bestimmt noch ein paar andere Blättchen reintreiben.

Gemeine Spinnmilben sind weniger wählerisch, sie sind sogar die Spinnmilben mit der größten wirtschaftlichen Bedeutung. In Deutschland befallen sie etwa 90 Kulturpflanzen, Bohnen, Erbsen, Erdbeeren, Gurken, Hopfen, Kartoffeln, Obstgehölze, Sonnenblumen, Wein; weltweit werden über 200 Wirtspflanzen befallen, z. B. so bedeutende Kulturen wie Baumwolle, Maniok und Soja.

Die Erdbeermilbe mag vor allem Erdbeeren, was sonst noch, hat wohl noch niemand erforscht - soweit man weiß, fressen und schädigen alle diese Spezies ähnlich und teilen sich auch oft eine Pflanze, ein Versuch der Unterscheidung der Biss-Spuren bräuchte wohl schon einen außerordentlich geduldigen Wissenschaftler.

Die Larven und Milben stechen die Blätter an, mit bis zu 20 Einstichen pro Minute, und verursachen damit erst einmal je nach Pflanzenart verschieden gefärbte Flecken auf den Blättern. Dann saugen sie die Blätter aus, nach nicht all zu langer Zeit kollabieren die Pflanzenzellen, die Pflanze reagiert auf die "Fakir-Blätter" mit Steigerung der Wasseraufnahme, was wiederum zu noch mehr Wasserverlust führt, stark befallene Blätter vertrocknen langsam. Mit dem Pflanzensaft saugen die Tiere auch das grüne Pigment Chlorophyll aus, die Blattflecken sind erst hell, dann auf dem Weg zum Vertrocknen meist bräunlicher. Bei niedrigen Pflanzen wie Erdbeeren gehen die Milben gerne an die jungen Blätter, die sich dann erst einmal stark kräuseln und danach braun werden und verkrüppeln. Bei den Erdbeeren leidet häufig auch der Fruchtansatz, vor allem bei spät reifenden Sorten. Man sieht weiter oft feine Gespinste an den Pflanzen, meist an den Blattunterseiten, machmal auch an den Trieben.
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Wenn sich ein paar Milben bzw. deren Larven über eine Pflanze hermachen, steckt die das locker weg (wenn sie gesund und stark ist). Wenn Sie die Milben ohne jegliche Gegenwehr fröhlich Hochzeit feiern lassen, sodass diese es bis zu den oben errechneten Zahlen bringen, können Obstbaumspinnmilben schon einigen Schaden anrichten.

Bekämpfung der Roten Mini-Spinnen, des aktuellen Milben-Befalls

Wenn Sie auf einer Pflanzen "zu viel Rot sehen", weil eine kleine rote Mini-Spinne herumfrisst, ist diese Mini-Spinne meist schon gut auf dem Weg zum Millionenvolk. Je weiter fortgeschritten die Saison und je "röter" bzw. gefleckter die Pflanze ist, desto schneller sollten Sie handeln; die 6., in der obigen Berechnung folgende Generation würde aus 1.280 Millionen Milben bestehen ... Solche Zahlen sind doch völliger Quatsch? Mit 30.000 bis 800.000 Blättern pro Baum (de.wikipedia.org/wiki/Baum) und Tausend Milben auf einem Blatt (greencommons.de/images/thumb/d/d0/Spinnmilben17Rosa.jpg/120px-Spinnmilben17Rosa.jpg, Unterseite ist meist stärker "bewohnt") kein größeres Problem, dass Teile explodierender Populationen auf Nachbarpflanzen "davonschweben", wurde ja schon geschildert.

Also Anlass zum Handeln, folgende Möglichkeiten haben Sie:

1. Sicher Spinnmilben?
Wenn Sie so etwas wie das gerade verlinkte Bild sehen, stellt sich die Frage nicht.

Wenn Sie aber einfach nur irgendwelche Flecken auf den Blättern sehen, könnten die
  • a) nicht (nur) von den Milben kommen, sondern vom Wetter (Hagel z. B.) oder von einem ungewöhnlich trockenen Frühling
  • b) von einer ganzen Reihe anderer Schädlinge, Krankheiten, Viren kommen.
Wenn Sie z. B. gerade aus dem Urlaub kommen, lohnt auf jeden Fall eine kurze Nachfrage beim Nachbarn, wie denn das Wetter war; außerdem wäre im Zweifel per Anruf beim örtlichen Pflanzenschutzamt zu klären, ob die betroffene Pflanzenart gerade von Krankheiten/Viren heimgesucht wird.

Aber meist haben Sie ja kleine rote Mini-Spinnen oder Larven gesehen, und die können bei normalem Befall gewöhnlich mit Hausmitteln an der Massenvermehrung gehindert werden:

2. Hausmittel
Einfach, ungiftig, preiswert, schnell:
  • Reduzieren Sie die Spinnmilben-Population durch mechanische Entfernung auf ein pflanzenverträgliches Maß
  • Bei Zimmerpflanzen/Gewächshauspflanzen durch Abfegen/Abduschen
  • Im Garten mit dem Gartenschlauch, mit dem härtesten Strahl, den die jeweilige Pflanze verträgt
  • Sie können auch Ackerschachtelhalmbrühe versprühen, die sollen Spinnmilben nicht mögen
  • Der nächste Schritt ist Beschnitt, befallene Blätter und Triebe einfach wegschneiden
  • Erdbeeren in Mischkultur anbauen, mit Knoblauch oder Zwiebeln als Nachbarn.
  • Befallene Erdbeerpflanzen öfter ausputzen,  das verschlechtert die Lebensbedingungen für Milben
  • Laub von befallenen Erdbeerpflanzen nach der Ernte wegschneiden (mähen) und vernichten
  • Bei Zimmerpflanzen ist Beschnitt wegen Verunstaltung der Pflanze oft schwierig, Milben suchen schonmal den schönsten Trieb aus
  • Sie können die Pflanze einzeln stellen und es mit regelmäßigen Duschen versuchen
  • Irgendwann hilft aber nur noch radikaler Rückschnitt, bis auf die Wurzel nackt machen, abduschen, neu eintopfen
  • Wenn die Zimmerpflanzen das nicht verträgt, ist Entsorgen vermutlich erfreulicher als irgendwann in Milben zu waten ...
  • Von kranken Mutterpflanzen niemals Ableger nehmen
3. Raubmilben
Wenn Sie nur noch Rot sehen, können als nächstes Raubmilben zu Hilfe geholt werden. Typhlodromus pyri hat sich als Milbenfresser bewährt, Amblyseius californicus auch, nur Phytoseiulus persimilis soll sich nicht immer gegen Spinnmilben durchsetzen.

Diese Raubmilben können Sie kaufen, z. B. bei der Katz Biotech AG (www.katzbiotech.de), sie kommen per Post und bleiben so lange bei Ihnen, wie es noch Spinnmilben im Überfluss gibt, dann ziehen sie weiter und suchen die nächste dichte Population.

Im Garten funktioniert das problemlos, im Zimmer nicht so, Raubmilben leben in sehr hoher Luftfeuchtigkeit und gehen im Innenraum oft ein. Nur Amblyseius californicus soll auch hohe Temperaturen und geringe Luftfeuchtigkeit tolerieren und sich sogar für Einsatz in einer Innenraumbegrünung eignen. Im Gewächshaus kann der Einsatz beider Räuber sinnvoll sein.

4. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel
Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel kann heute vor dem Hintergrund zunehmender Umweltkrankheiten eigentlich für Hausgärten nicht mehr empfohlen werden.

Wenn Sie allerdings das Pech haben, direkt neben einem gewerblichen Produzenten zu wohnen, von dessen Pflanzungen Spinnmilben in Massen zu Ihnen herüberwehen (mehr als 80 % der Augen am Schnittholz ist mit roten Eiern besetzt), ist ev. ein Chemieeinsatz denkbar. Bei einem solch extremem Befall sollten Sie sich dann aber von Fachleuten (örtliches Pflanzenschutzamt) beraten lassen, um Eigen-Schädigung und Resistenzen bei den Spinnmilben zu vermeiden.

Die Pflanzenschutzmittel sind kompliziert anzuwenden, zu einer bestimmten Zeit (die Bekämpfung muss erfolgen, wenn die Milben aus den Wintereiern schlüpfen und die erste Milbengeneration noch keine Sommereier abgelegt hat) und in einer maximalen Zahl von Behandlungen pro Kultur/Jahr, in einem bestimmten Abstand und einer bestimmten Art und Weise, ev. mit Wartezeit. Aber Pflanzenschutzmittel sollten Sie wirklich nur im äußersten Notfall einsetzen, sie schaden nämlich auch den Raubmilben, und das kann schon einmal für noch mehr Rote Spinnen sorgen ...

Bei Zimmerpflanzen kann der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel erst recht nicht empfohlen werden, er schädigt die Pflanze oft mehr als die Milben.

Befall mit Roten Mini-Spinnen im Garten vorbeugen

Wenn es ein schlimmer "roter Spuk" war, wollen Sie so etwas sicher nicht wieder sehen. So können Sie vorbeugen:

1. Mehr Natur für den Garten
Der Hauptfeind der Spinnmilben ist die Raubmilbe "Typhlodromus pyri", aber einige heimische Raubmilben fressen gerne Spinnmilben, können vielleicht nur nicht so gut per Post verschickt werden. Außerdem greifen auch Florfliegen, Marienkäfer, Raubwanzen gerne einmal zu ... je natürlicher Sie Ihren Garten bewirtschaften, mit Totholzecken, Mulch, Kompost usw., desto größer sind die Chancen, dass diese Räuber Ihren Garten reichlich bevölkern. Inklusive organischem Dünger statt üppiger Stickstoffdüngung im Frühjahr, die lieben die Spinnmilben.

2. Überhaupt Natur für den Garten?
Wenn Sie Ihren Garten gerade erst aus "reiner Chemie-Bewirtschaftung" übernommen haben, braucht der ohnehin erst einmal eine Bodensanierung und danach eine ökologische Umgestaltung. Sie könnten Spinnmilben dann einfach Spinnmilben sein lassen und mit diesem reich gedeckten Tisch auf die Einwanderung vieler natürlicher Feinde hoffen, das ist schon ein Stück ökologische Umgestaltung.

3. Robuste Pflanzen
Wenn Ihr Garten voller empfindlicher Exoten steht, die jedes Jahr wieder fast von Spinnmilben und anderen Schädlingen aufgefressen werden, sollte es Ihnen irgendwann reichen und Sie sollten sich robuste einheimische Pflanzen in den Garten stellen.

4. Nette Nachbarn
Pflanzen Sie Zwiebeln und Lauch neben die Spinnmilben-Opfer der letzten Saison, die sollen Spinnmilben vertreiben.

5. Hungrige Räuber
Amblyseius californicus ist eine höchst anspruchslose Raubmilbe, die mehrere Wochen Hunger aushält und deshalb auch prophylaktisch in den Garten gesetzt werden kann.

Immer wieder Spinnmilben an Zimmerpflanzen?

Unsere Zimmerpflanzen sind nicht unbedingt Pflanzen, die in Innenräumen gut überleben können. Zum lang Leben waren sie auch nie gedacht, die ersten Zimmerpflanzen kamen im Zeitalter der Entdeckungen aus den "neuen Ländern" zu uns, Exoten und heiß begehrte Statussymbole.

Wie immer bei Statussymbolen wollte jeder eins haben, möglichst noch exotischer als die vom Nachbarn, egal ob die Pflanze eigentlich in einem Wohnraum leben kann; der neue Berufsstand der "Pflanzenjäger" brachte alles mit, was sich als "grünes Gold" verkaufen ließ. Wenn eine Pflanze bald schwächelte, machte das nicht viel, Statussymbole müssen ohnehin öfter neu gekauft werden.

Zimmerpflanzen stammen also aus fremden Ländern, die Herkunft reicht vom tropischen Regenwald mit 90 % Feuchtigkeit und Temperaturdurchschnitt 24 - 28 Grad über trockene Gebiete mit tropischem Klima bis zu subtropischen Gebieten, mit nach Jahreszeit wechselnden Tageslängen und kälteren Wintern. Empfindlichere Zimmerpflanzen haben in unseren Wohnräumen von vornherein nur eine Chance, wenn Sie erkunden, unter welchen Bedingungen sie in ihrer Heimat wuchsen, manche Hardliner wachsen fast überall und sind mit fast jeder Pflege zufrieden; aber allen gemeinsam ist, dass sie im deutschen Wohnzimmer unter bestenfalls prekär zu nennenden Lichtverhältnissen gedeihen.

Die Chance, dass Zimmerpflanzen schwächeln, ist damit recht gut; und wer schwächelt, wird gerne einmal von Schädlingen befallen, z. B. von kleinen roten Mini-Spinnen. Je empfindlicher eine Zimmerpflanze ist, desto wichtiger ist besondere Aufmerksamkeit; bei Zimmerpflanzen die beste Vorbeugung gegen die "rote Gefahr". Kontrollieren Sie "fremde Gäste" regelmäßig auf Schädlingsbefall, sobald Sie "ein Beinchen zucken sehen", sollte die Zimmerpflanze der oben beschriebenen Behandlung unterzogen werden. Wenn Sie viele Zimmerpflanzen haben, in Quarantäne, wenn Spinnmilben oder andere Schädlinge immer wieder kommen, sollten Sie dann erst einmal sämtliche Haltungsbedingungen kontrollieren. Wenn das nicht hilft, können die Zimmerpflanzen als nächstes einen neuen Standort bekommen, wenn das auch nichts bringt, können Sie entweder mit Pflanzenlicht experimentieren oder sich für robustere Zimmerpflanzen entscheiden.

Fazit: Kleine Rote Mini-Spinnen können Sie auf Ihren Pflanzen recht gut in Schach halten, ohne sich durch Pflanzenschutzmittel selbst zu gefährden. Im Garten lassen sich die krabbelnden Kleintiere leichter bekämpfen als im Wohnumfeld, aber für eine immer wieder befallene Zimmerpflanze gilt ohnehin irgendwann: "Sind sie zu stark, bist du zu schwach".