Erdflöhe bekämpfen - Mittel gegen den Rapserdfloh

SteinkrautSämtliche Floharten gehören zur Gattung der Flöhe. Der Erdfloh hingegen wird in der Entomologie (Insektenkunde) in die Ordnung der Käfer (Coleoptera) einsortiert. Schuld am "Floh" im Namen sind die kräftigen Hinterbeine des Erdflohs. Diese lassen ihn bei Störungen flohähnlich von davon hüpfen. Besonders Monokultur, trockene und unbearbeitete Erde begünstigen die Population dieser Käferart. Erdflöhe vergehen sich mit Vorliebe an Keimblättern und zarten Stängeln. Also heißt es wachsam sein und rechtzeitig die richtigen Mittel zur Bekämpfung des Rapserdflohs einleiten.

Aussehen

Der

Erdflohkäfer (Psylliodes) aus der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae) ist mit gerade einmal 2 bis 3 Millimetern winzig klein. Der Rapserdfloh ist metallisch blauschwarz bis braun. Ein ovalgeformter Körper sitzt auf 3 Beinpaaren, wobei die Hinterbeine besonders stark ausgeprägt sind. Die schmutzigweißen Larven sind fast doppelt so groß und besitzen einen dunkelbraunen Kopf. In den Gemüsebeeten treffen wir meistens auf den großen Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephalus).

Lebensweise, Lebenszyklus

Der fertige Käfer schlüpft im Sommer aus dem Boden. Ältere Gemüsebestände und Unkräuter ernähren ihn dann. Doch schon bald, wenn es richtig heiß wird, sucht sich der Erdflohkäfer schattige Plätze am Wald- oder Feldrand. Erst Anfang September holt er wieder zum großen (An)Schlag auf die Gemüsebestände aus. Bei den Weibchen spricht man dann von einem Reifungsfraß. Kurz danach legen sie ihre Eier in die Erde, dicht bei den ergiebigsten Nahrungsquellen ab. Die Eiablage kann sich bis zum nächsten Frühjahr hinziehen. Daher ist ein mildes Klima im Herbst und Winter äußerst günstig für den Bestand. Die Larven schlüpfen von September bis April. Sofort bohren sie sich in die äußeren Blattstiele ein. Wenn sie größer werden, geht es weiter bis in die Stängel hinein. Diese Schädigungen können zu einem totalen Ernteausfall führen. Zum Frühlingsende hin verpuppen sich die Larven in der Erde. Nach ein bis zwei Monaten schlüpfen die jungen Käfer, fressen sich genüsslich durch den Raps oder das Gemüse und das Spiel beginnt von vorn. Die ausgewachsenen Käfer überwintern in Hecken, Wäldern oder Laubstreu.

Ernährung

Von April bis August wird am meisten Nahrung benötigt. Es beginnt im Frühjahr meistens mit den ersten Wildkräutern, bevor sie sich über die jungen Gemüsesetzlinge hermachen. Sehr beliebt sind Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Besonders gut scheinen ihnen die jungen Blätter und Stängel der Pflanzen zu schmecken. Hin und wieder vergreifen sich die Larven im Frühjahr auch an junge Wurzeln. Auf dem Speiseplan stehen vorzugsweise:
  • Ackersenf
  • Hederich
  • Hirtentäschel
  • Hungerblümchen
  • Kapuzinerkresse
  • Kohlsorten
  • Pfefferminze
  • Raps
  • Rettich
  • Rüben
  • Rauke
  • Steinkraut
Schadbild

Kapuzinerkresse Wenn die Tage im Frühjahr wärmer werden, wird man einen Erdflohbefall zunächst an winzig kleinen Löchern in den Blättern ausmachen können. Die Rapserdflöhe kommen dann aus ihrem Winterquartier und fressen bis zu vier Millimeter kleine Löcher zwischen den Blattadern. Man nennt das auch Loch oder Fensterfraß. Wenn die Jungpflanzen nur langsam wachsen, entweder durch zuviel Kälte oder Trockenheit, sind sie besonders gefährdet. Die Erdflöhe fressen dann so viel Blattoberfläche, dass die Pflänzchen eingehen. Die Larven fressen sich in den Blattstielen vorwärts bis zum Haupttrieb. An den Blattstielen erkennt man winzige Ein- und Ausstiegslöcher. Auch Kotreste, besonders im Herz der
Pflanzen, weisen auf einen Befall der Larven von

Erdflöhen hin. Durch diesen Minierfraß geschädigte Triebe können dann an frostigen Tagen aufplatzen. Im Herbst geschädigte Pflanzen haben eine verminderte Winterfestigkeit und sind anfälliger für Krankheiten. Die Pflanzen werden in ihrem Wachstum gehemmt.

Tipp: Beim Gärtnern zwischen den Beeten können die winzigen Plagegeister auch auf den Menschen springen. Sie verursachen keine richtigen Bisse auf der Haut, können aber Hautreizungen hinterlassen. Sofern keine Allergie besteht, ist es jedoch harmlos.

Vorbeugung

Wie immer, wenn es um Krankheiten und Schädlinge geht, ist eine gute Vorbeugung das beste Mittel zur Bekämpfung. Gegen Rapserdflöhe, bzw. gegen alle Arten von Erdflöhen, gibt es eine Reihe von Vorbeugungsmaßnahmen:
  • Fruchtfolge
Besonders beim Gemüseanbau sollte man eine weite Fruchtfolge bevorzugen. Das heißt, mindestens drei Jahre warten, bis wieder Gemüse aus der Familie der Kreuzblütler oder Raps auf demselben Beet ausgesät wird. Selbst eine zu enge Nachbarschaft sollte bei der nächsten Aussaat vermieden werden.
  • Mischkultur
Innerhalb des Beetes kann man einem massenhaften Befall vorbeugen, indem man eine Mischkultur mit den gefährdeten Pflanzen und Spinat, Salat, Zwiebeln oder Knoblauch anlegt.
  • Unkraut
Die Beete möglichst frei von Unkraut aus der Familie der Kreuzblütler halten.
  • Saatgut
Gesundes und gut wüchsiges Saatgut bevorzugen. Je schneller die Pflanzen groß und kräftig werden, desto weniger können die Erdflöhe ihnen ernsthaften Schaden zufügen.
  • MinzeAussaat
Je besser und rascher die Saat aufläuft, desto besser werden die Schäden verhindert. Also nicht zu dicht aussäen und dafür sorgen, dass sich die Jungpflanzen gut entwickeln können.
  • Mulchen
Eine Mulchschicht hemmt nicht nur das Wachstum von Unkraut, sondern auch die Besiedelung durch Erdflöhe und deren Eiablage.
  • Pflege
Am liebsten sind Erdflöhe ungestört. Sie bevorzugen trockene Böden. Wer regelmäßig den Boden auflockert, Unkraut jätet und den Boden feucht hält, macht es den Schädlingen besonders ungemütlich.

Bekämpfung

In der Landwirtschaft zählt der Rapserdfloh mit zu den größten Schädlingen. Sie werden konventionell mit Insektiziden der Wirkstoffklasse der Pyrethroide bekämpft. Dagegen bilden sich jedoch schon die ersten Resistenzen. Für den privaten Anbau sollten ausschließlich Vorbeugemaßnahmen und natürliche, bzw. Hausmittel zur Anwendung kommen.
  • Der Einsatz von Fressfeinden
Schlupfwespen, Laufkäfer und Raubkäfer sind die natürlichen Fressfeine. Sie können direkt auf die befallenen Pflanzen angesetzt werden. Die Eier der Schlupfwespen kann man im Fachhandel kaufen oder auch online bestellen. Sie legen ihre Eier gern in alte Holzstämme. Wer eine Besiedelung forcieren will, kann versuchen, ihnen Wohnraum zu verschaffen. Dazu einfach kleine Löcher in Holzstämme oder Äste bohren und auslegen. Mit etwas Glück wird das Insektenhotel akzeptiert.
  • Pflanzen Schütteln
Bereits befallene Pflanzen kann man schütteln oder mit dem Besen daran entlangstreichen. Die Erdflöhe springen sofort weg. Am effektivsten ist es, zuvor mit Leim bestrichene Bretter oder Pappen rund um die Pflanze aufzustellen.
  • Pflanzen mit Hausmitteln einsprühen
Gut geeignet ist ein Aufguss oder eine Jauche aus Wermut, Rainfarn, Brennnessel, Knoblauch oder Zwiebeln.
  • Lockpflanze einsetzen
Möglichst früh sät man dafür zum Beispiel Rettich aus. Die Erdflöhe gehen auf die Pflanze, die sich am frühesten entwickelt. Haben sich dann mit der Zeit viele Exemplare dort versammelt, kann man sie dort gebündelt einsammeln oder einsprühen.
  • Vlies
Während die Saat aufgeht, kann sie eine Mulchschicht oder ein Vlies vor Erdflöhen schützen.
  •  Klebefallen
Wirksam und unschädlich ist auch der Einsatz von Klebefallen. Ihre Verwendung ist am effektivsten je früher sie eingesetzt werden. Dazu befestigt man sogenannte Gelbtafeln an Stöcken und steckt sie knapp über den Boden, auf Höhe der Setzlinge, ein. Die Tafeln sollten sich immer auf gleicher Höhe mit den jeweiligen Pflanzen befinden.
  • Insektizide
Wie bereits erwähnt, dürfen Insektizide nur das letzte Mittel der Wahl sein, besonders wenn es um Gemüse geht. Gegen Erdflöhe kommen hier meistens Kontaktinsektizide und Produkte mit dem Inhaltsstoff Azadirachtin zum Einsatz. Diese Substanz hemmt die Entwicklung der Larven.

Fazit

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten gegen diese kleinen Plagegeister vorzugehen. Beim ersten Auftauchen von Fraßspuren heißt es schnell tätig werden. In kleinen Gärten sind regelmäßiges Gießen und Harken sowie die abwechslungsreiche Bepflanzung im Beet die beste Schadensbegrenzung. Auch eine Mischkultur mit Gemüse aus anderen Familien hilft gegen übermäßigen Schädlingsbefall. Das bereichert den Speiseplan und wertet die Gemüsebeete auch optisch auf.