Hausmittel zur Thripse-Bekämpfung

Hausmittel zur Thripse-Bekämpfung

Bewegt sich etwas an Ihren Zimmerpflanzen? Vielleicht sind es Thripse, gegen die Sie möglichst rasch etwa unternehmen sollten:

zimmerpflanzenWas ist ein Thrips?

Thripse (Thysanoptera) oder Fransenflügler sind winzige Insekten (1 bis 3 Millimeter), die keineswegs immer nur schädlich sind. Die auch Blasenfüße oder Gewittertierchen genannten Winzlinge bilden eine eigene Ordnung in der Klasse der Insekten, der weltweit etwa 5.500 Arten angehören. Etwa 400 dieser Arten leben in Mitteleuropa, in Deutschland nach letztem Zählstand 214 Arten, von denen rund ein Zehntel als Schädling eingestuft

wird.

Diese Zahlen verändern sich laufend, Thripse werden nicht nur mit dem weltweiten Pflanzenhandel in fremde Gebiete eingeschleppt, sondern wiegen auch so wenig, dass sie wie eine Art “Luftplankton” mehrere hundert bis tausend Kilometer durch den Wind transportiert werden können, sie sind außer in den Polargebieten überall auf der Welt zu finden.

Thripse als Schädlinge

Die deutschen Pflanzenschutzämter listen momentan 26 heimische Arten als Schädlinge. Wohl am bedeutsamsten für den Gärtner ist Frankliniella occidentalis, der Gemüse und Zierpflanzen frisst, sich allerdings als Bestäuber von Gartenbohnen und Zwiebeln und als Fressfeind der Raubmilben auch nützlich macht. Auch Frankliniella intonsa ist für den Gärtner interessant, er hält sich vor allem an Laub und Blüten, frisst jedoch leider auch sehr gerne Himbeerfrüchte. Der Thrips tabaci wird auch Zwiebelthrips genannt, weil er alles von Lauch bis Zwiebel frisst, der Gebänderte Gewächshausthrips (Parthenothrips dracaenae) bevorzugt verschiedene Palmenarten, Grünpflanzen und Orchideen. Damit sind natürlich nur die absoluten Vorlieben skizziert, auf die sich ein hungriger Thrips sicher nicht beschränken wird. Mit Pflanzenimporten sind auch laufend weitere Thripse auf der Reise zu uns, die vielleicht einen ganz anderen Geschmack haben. Trösten kann da nur, dass die angerichteten Schäden meist gering bleiben.

Thripse saugen die Blattzellen leer, in diese Hohlräume dringt dann Luft ein, was zu Verfärbungen führt. Wenn viele Blattzellen ausgesaugt werden, stirbt das Blatt ab, auf jeden Fall fallen die betroffenen für die Photosynthese aus, was die Pflanze schwächt. Nach der
Entfernung der betroffenen Blätter und der Thripse erholen sich die Pflanzen in diesem Fall meist wieder. Nur wenn die Thripse Pflanzenviren übertragen haben, wird die ganz Pflanze Farbe und/oder Form verändern und sollte vernichtet werden.

Bekämpfung der Thripse
  • Vor allem wegen der Gefahr der Virenübertragung sollten die Thripse beseitigt werden. Die pflanzenschonendste Bekämpfung erfolgt durch Hausmittel: Eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen ermöglicht eine schnelle Reaktion. Thripse haben Haftblasen, mit denen sie sich an die Blattunterseite heften. Deshalb sollte Sie die Blattunterseiten regelmäßig kontrollieren, besonders gerne tauchen Thripse auf, wenn es wärmer wird, also im Frühling und im Herbst zu Beginn der Heizungsperiode. Wenn Sie Thripse finden, sollte die befallene Pflanze unter Quarantäne gestellt werden. Um einer Virenübertragung vorzubeugen, sollten Sie Geräte mit Seife abwaschen, bevor Sie sie für andere Pflanzen benutzen.

  • Dann können Sie die befallenen Pflanzen einfach mit einer Seifenlauge abduschen, entweder mit einer Öl-Spülmittel-Wasser-Emulsion (1 Liter Wasser, 2 El Olivenöl, 1 Spritzer Spülmittel) oder mit einer Lösung aus 15 Gramm reiner Schmierseife in 1 Liter warmem Wasser. Die Emulsionen werden auf die Pflanzen gesprüht. Sehen Sie die Thripse fliegen, helfen auch Klebetafeln, aber nur blaue, Gelb mögen Thripse nicht.

  • Bei

    vielen Pflanzen und starkem Befall ist eine biologische Schädlingsbekämpfung denkbar: Fressfeinde sind Raubmilben der Gattung Amblyseius cucumeris, räuberisch lebende Blumenwanzen der Gattung Orius oder Larven der Florfliege Chrysoperla carnea.
Vor dem nächsten Befall: Prävention
  • Niembaumöl kann zur Vorbeugung eingesetzt werden. Ansonsten lieben Thripse trockene, warme Luft, bei einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit werden nicht nur die Pflanzen widerstandsfähiger, die Thripse fühlen sich auch nicht mehr wohl bei Ihnen.

  • Wenn Sie bei den Bekämpfungsarbeiten einen Stich abbekommen, ist das kein Grund zur Panik, er entfaltet ähnliche Wirkungen wie ein Mückenstich (und nur ein kleiner Teil der Thripse kann überhaupf stechen).

  • Hausmittel werden deshalb von den Pflanzenschutzämtern als vorrangige Bekämpfungsmethode empfohlen, weil die Folgen nicht absehbar sind: Es sind zurzeit wenig Insektizide zugelassen, die noch zufriedenstellend gegen Thripse wirken, zu schnell entwickeln sich Resistenzen. Die angebotenen Mittel enthalten auch teilweise Öl, das zum Absterben der behandelten Pflanze führen kann, weil es die Poren der Blätter verklebt. Wenn überhaupt, ist der Einsatz von Insektiziden nur bei sehr starkem Befall denkbar, dann sollten zuerst Mittel gewählt werden, die an die Wurzel gebracht werden. Deren Wirkstoff wird über die Wurzeln aufgenommen und wirkt so in der ganzen Pflanze.