Sind Maikäfer und Junikäfer gefährlich? Tipps zum Loswerden

EngerlingDer Maikäfer und der Junikäfer sind eng miteinander verwandt, wobei der Junikäfer nur halb so groß wird. Bei vielen Gartenfreunden gilt nur der Junikäfer als Schädling, da sich dieser massenhaft ausbreitet und im Herbst scharenweise Blüten und Blätter fressen. Jedoch können die Engerlinge, die Larven der Käfer, ebenfalls großen Schaden anrichten. Aus diesem Grund sollten beide Käferarten gleichermaßen bekämpft werden, um das Entstehen einer Plage im Keim zu ersticken. Dabei sind biologische Maßnahmen stets den chemischen Mitteln vorzuziehen.

Maikäfer


/>Die Maikäfer gehören zu der Familie der Blatthorn-Käfer, die ihren Namen aufgrund der Gestaltung der Fühler tragen. Die Fühler-Lamellen beinhalten bis zu 50.000 Geruchssensoren, mit diesen spüren Männchen während der Paarungszeit fortpflanzungsbereite Weibchen auf. Mit dem Vorkommen im Mai kommt es häufig zu kahl gefressenen Bäumen, jedoch erholen sich diese in der Regel wieder und bilden mit dem Johannis-Trieb im Juni-Juli noch einmal neue Blätter aus. Die folgenden Aspekte sind beim Maikäfer zu beachten:
  • Die letzten Glieder der Fühler weisen blattförmig verbreiterte Lamellen auf
  • In Mitteleuropa ist der Feldmaikäfer am weitesten verbreitet
  • Abhängig von den Ernährungsbedingungen erreichen Maikäfer eine Körperlänge von 2,5-3,0 cm
  • Fliegt hauptsächlich im Mai und Juni, daher auch der Name
  • Ernährt sich größtenteils von den Blättern von Laubbäumen
  • Vermehrung durch Eiablage im Erdboden
  • Wird in ländlichen Gegenden als Hühnerfutter verwendet
  • Im Abstand von längeren Zyklen kommt es oft zu Maikäfer-Plagen
Junikäfer

Genauso wie der Maikäfer gehört auch der Junikäfer zu der Gattung der Blatthorn-Käfer, allerdings wird dieser nur halb so groß wie sein enger Verwandter. An warmen Abenden zur Dämmerung fliegen die nachtaktiven Käfer verstärkt durch den Garten und über den Rasen. Vor allem in den sehr heißen Sommermonaten mit dauerhaft hohen Temperaturen fühlt sich der Junikäfer extrem wohl, ein Umstand der vielerorts zu Massenvermehrungen führt:
  • Junikäfer erreichen eine Größe von ca. 1,4-1,8 cm
  • Gelbliche bis bräunliche Körperfarbe, mit leichter Behaarung
  • Sind in der Zeit von Juni bis August aktiv
  • Ernährt sich überwiegend von Blättern und Blüten
  • Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in den Rasen ab
  • Ideale Bedingungen und Temperaturen führen zu Massenvermehrungen und Plagen
  • Schädigen durch Fraß ernsthaft Obstbäume und Rasenflächen, besonders die Wurzeln leiden
  • Rasen zeigt trockene und gelbe Stellen
  • Obstbäume können bei Plagen sogar ganz eingehen
  • Befallen auch Rosenstöcke
Engerlinge

EngerlingSowohl Maikäfer als auch Junikäfer vermehren sich über die Eiablage, aus denen im Anschluss Larven schlüpfen. Die Larven der Käfer werden Engerlinge genannt und verbringen ihre ersten Lebensjahre im Erdboden, wobei die Zeitspanne artenabhängig ist. Wenn die Standortbedingungen stimmen, kann es zu Massenvermehrungen kommen, aus denen nach der Larvenzeit große Schwärme entstehen, die zu einer extremen Plage für Menschen und Tiere ausarten:
  • Maikäfer verbleiben zwischen 3-5 Jahren in der Erde
  • Danach erfolgt eine vollständige Metamorphose zum geschlechtsreifen Insekt
  • Larven der Junikäfer leben zwei Jahre unter der Erde
  • Im Frühjahr des dritten Jahres verpuppen sich diese
  • Im Anschluss schlüpfen in lauen und warmen
    Sommernächten die nachtaktiven Junikäfer
  • Engerlinge besitzen keinen Schutz vor der UV-Strahlung
  • Eier sowie Larven benötigen Erdboden mit hoher Luftfeuchte
  • Im Zyklus von 30-45 Jahren kommt es zu einer enormen Ausbreitung der Larven
Biologische Maßnahmen

Chemische Gegenmittel verunreinigen das Grundwasser und schädigen nicht nur die Tiere, sondern auch die menschliche Gesundheit. Deshalb sollte stets den biologischen Maßnahmen

Vorzug gegeben werden, um im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Darüber hinaus reichen die schädlichen Gifte und die chemischen Gießmittel oft gar nicht aus, um die Käfer und Larven zu beseitigen. Bei den biologischen Maßnahmen ist der Gärtner auf der sicheren Seite, vor allem wenn der Garten zum Anbau von Lebensmitteln genutzt wird:
  • Aufstellen von Duftfallen mit Lockstoffen, im Fachhandel erhältlich
  • Einsatz von parasitären Pilzen, im Hochsommer auf den Rasen auszubringen
  • Pilze wachsen in die Larven des Junikäfers ein, bringen diese schnell zum absterben
  • Pilz kann bis zu 15 Jahre überleben, in dieser Zeitperiode kommt es zu keinem Befall mehr
  • Gartenboden von Juni bis August wiederholt fräsen
  • Erdreich muss gut antrocknen, mit direkter Sonnenbestrahlung
  • Eier und Larven verdorren in der trockenen Erde
Tipp: Alternativ zum Fräsen schafft der Einsatz eines zinkigen Kultivators einen ähnlichen Effekt und lässt die Eier und die Larven relativ rasch absterben.

Nematoden

Wenn es zu einem massenhaften Auftreten kommt, muss die Bekämpfung der Käfer radikaler durchgeführt werden, aber immer noch unter ökologischen Aspekten. In diesem Fall bieten sich Bruten aus Nematoden an:
  • Im Extremfall Einsatz von Nematoden
  • Nematoden sind Fadenwürmer, welche die Engerlinge befallen und abtöten
  • Präparat ist im Fachhandel zu erwerben
  • Pulver mit Wasser verdünnen und sofort anwenden
  • Das Mittel zeitnah nach dem Kauf benutzen, da es eine begrenzte Haltbarkeitsdauer hat
Tipp: Das Nematoden-Präparat kann zur Verstärkung des Effekts in Brettchen aus Holz und dann in den Boden eingesetzt werden, um dort die Larven anzulocken und dann zu dem Absterben zu führen.

Vorbeugen

EngerlingVorbeugende Maßnahmen können den Befall mit den Käfern im Keim ersticken und das Ausbreiten der Engerlinge langfristig verhindern. Dabei bleibt der Garten intakt und wird nicht mit Giften versetzt. Zu diesen Maßnahmen gehört vor allem das Abdecken der Gartenbereiche, in denen sich die Käfer verstärkt aufhalten und dort ihre Eier ablegen wollen. Die Käfer, welche sich unter der Abdeckung befinden, können nicht nun mehr abheben und es findet auch keine Begattung mehr statt:
  • Im Sommer nur gezielt Pflanzen bewässern, große Gartenbereiche relativ trocken lassen
  • Weibchen suchen sich andere Brutplätze, da diese bevorzugt in feuchten Erdböden ihre Eier ablegen
  • Pflanzenschutznetze über Bäume und Sträucher ausbringen
  • Rasenfläche komplett abdecken, zum Beispiel mit einem Gartenvlies
  • Abdeckungen kurz vor der abendlichen Dämmerung am Abend ausbringen
  • Eindringen der Schädlinge in den Erdboden ist nun nicht mehr möglich
  • Weibchen kann keine Eier mehr in den Rasenboden ablegen
Natürliche Fressfeinde

Wenn es um die natürliche Bekämpfung der Mai- und Junikäfer geht, gehören die natürlichen Fressfeinde zu den besten Methoden bei der Bekämpfung. Diese wurden von der Natur kreiert und sind bei einer normalen Vermehrung der Käfer gänzlich ausreichend:
  • Fressfeinde der Käfer gezielt ansiedeln
  • Dazu gehören Fledermäuse, Katzen, Maulwürfe, Spitzmäuse und Vögel
  • Nützlichen Tieren einen neuen Lebensraum geben
  • Vögeln Möglichkeiten zum Nisten anbieten
  • Fledermaus-Kästen aufhängen
  • Katzenfutter und Wassernäpfe auslegen
Fazit

Sowohl der Maikäfer als auch der Junikäfer können sich zu einer wahren Plage im Garten entwickeln, wenn diese auf geeignete Bedingungen für die Ernährung und die Fortpflanzung stoßen. Da sich die Larven als Engerlinge bis zum Schlüpfen über viele Jahre im Erdboden aufhalten, bekommen viele Gärtner von der drohenden Gefahr lange nichts mit. Die böse Überraschung folgt nach dem Schlüpfen, wenn die jungen Käfer über die Bäume und Sträucher im Garten herfallen und den Rasen verdorrt und bräunlich verfärbt zurück lassen. Eine große Hilfe für die Bekämpfung der Käfer sind biologische Maßnahmen, dazu gehören Duftfallen, parasitäre Pilze und das Fräsen und Kultivieren des Rasens. Wenn es zum Extremfall kommt, hilft das Ausbringen einer Nematoden-Brut, spezielle Fadenwürmer, die den Käfer abtöten. Vorbeugend können der Rasen, die Bäume und die Pflanzen in der Abenddämmerung abgedeckt werden, damit die Käfer keinen Zugang mehr haben. Natürliche Fressfeinde sind die beste Methode zur Bekämpfung der leidigen Insekten, diese sorgen für eine konstante Eindämmung der Ausbreitung.