Junikäfer bekämpfen
Eigentlich handelt es sich um den Gerippten Brachkäfer aus der Familie der Blatthornkäfer, wenn vom Junikäfer die Rede ist. Diese wesentlich einfacher auszusprechende Bezeichnung hat sich eingebürgert, weil er vorwiegend im Juni in Erscheinung tritt.
Der ... Junikäfer ähnelt dem Maikäfer, ist etwas kleiner, behaart und trägt ein helleres Braun. Beide richten im Garten erheblichen Schaden an, wenn sie in Massen auftreten. Ausgewachsene Junikäfer befallen gerne Obstbäume und Rosenstöcke, die bei starkem Laubfraß eingehen können. Die Larven treiben dagegen 2 bis 3 Jahre im Boden ihr Unwesen. Indem sie sich an den Wurzeln laben, stirbt das Gemüse ab und der Rasen wird stellenweise braun. Eine chemische Bekämpfung ist eher aussichtslos, zumal die Mittel in großem Umfang eingesetzt werden müssten, die ins Grundwasser sickern könnten. Fallen mit Lockstoffen sind eher von Erfolg gekrönt.
Mit Tricks Junikäfer bekämpfen
Als mechanische Maßnahme hat sich das mehrmalige Fräsen des Gartenbodens in der Zeit von Juni bis August bewährt. Das ...
Erdreich sollte abgetrocknet sein mit darauf folgender direkten Sonnenbestrahlung. Engerlinge besitzen keinen Schutz vor UV-Strahlung. Eier sowie Larven benötigen zudem einen Boden mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die gelockerte Erde trocknet frisch gefräst wesentlich leichter durch, so dass Eier sowie Larven verdorren. Der Einsatz eines zinkigen Kultivators bringt einen ähnlichen Effekt. Vlies oder Folie schützen den Rasen im Juni bzw. Juli vor Junikäferweibchen, die ihre Eier ins Erdreich legen wollen. Mit Folie bedeckter Boden ist dazu nur minimal feucht und zur Eiablage äußerst unattraktiv.
Natürliche Feinde des Junikäfers
Sind genug Tiere vorhanden, die sich von Junikäfern und ihren Engerlingen ernähren, kann die Population nicht gar zu sehr überhand nehmen. Fledermäuse, die sich bei Dämmerung in die Lüfte schwingen, haben Junikäfer, die ebenfalls bevorzugt in den Abendstunden aktiv sind, zum Fressen gerne. Aufgehängte Fledermauskästen sorgen dafür, dass sich diese Tierart im heimischen Garten niederlässt. Alle insektenfressenden Vögel machen sich über die Larven im Boden her, weshalb sich gebotene Nistmöglichkeiten überaus positiv im Lebensraum Garten auswirken. Maulwürfe und Spitzmäuse sind gleichfalls natürliche Feinde der Junikäferlarven.
Biologisch Junikäfer bekämpfen
Bei der Bekämpfung von Junikäfern hat sich der Einsatz von Nematoden bewährt. Verteilt werden sie mit dem Gießwasser. Im Boden dringen sie in die Körperöffnungen der Engerlinge ein und vermehren sich dort, was den sicheren Tod des Wirtstieres bedeutet. Entscheidend ist der genaue Zeitpunkt, an dem die Nematoden ausgebracht werden. Die Nematoden können ihr vernichtendes Werk an den Larven nur während deren Häutungsphase vom ersten ins zweite Larvenstadium vollbringen. Das findet 6 bis 8 Wochen nach dem Flugzeitpunkt des Käfers statt, wäre somit etwa Mitte August der Fall.
Waren die Käfer aus Witterungsgründen später unterwegs, verschiebt sich der Zeitraum entsprechend. Eine spezielle, auf Gerstenkörnern gezüchtete Pilzart wird in der Schweiz zur Bekämpfung des Junikäfers eingesetzt. In Deutschland ist die Verwendung allerdings verboten. Sowohl im Käfer- als auch im Larvenstadium wird der Junikäfer bei großem Aufkommen zur Plage, der man mit biologischer Schädlingsbekämpfung Einhalt gebieten kann.
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