Kleine Fliegen im Blumentopf und Blumenerde bekämpfen

Fliegen in BlumenerdeWenn man den Eindruck hat, dass die Blumenerde im Pflanzgefäß lebt und sich bewegt, handelt es sich dabei meist um Trauermücken, auch als Pilzmücken bezeichnet. Auch wenn sie auf den ersten Blick aussehen wie kleine Fliegen, es sind keine. Vor allem im Winter treten die kleinen Plagegeister auf, kommen aber auch das restliche Jahr über immer mal wieder vor. Die kleinen Mücken selber sind ungefährlich, bloß reichlich lästig, wenn sie überall umherschwirren. Der eigentliche Schädling ist die Larve, die in

der Erde lebt. Sie ernährt sich überwiegend von zerfallenen Pflanzenresten wie abgestorbenen Wurzeln, kann aber auch Keimlinge oder die Stängelbasis schädigen. Ältere Pflanzen überstehen so einen Befall in der Regel unbeschadet, für Sämlinge, Stecklinge und Jungpflanzen kann es gefährlich werden.

Erwachsene Trauermücken sind recht einfach zu bekämpfen. Schwieriger wird es bei den Larven, vor allem, wenn man keine chemischen Mittel verwenden möchte. Was man über die Vorbeugung und Bekämpfung von Trauermücken wissen muss, lesen Sie im folgenden Text.

Schadbild

Zu erkennen sind graubraune, 3 bis 4 mm große, schmale Mücken, welche über die Erdoberfläche im Blumentopf kriechen. Sie fliegen allerdings auch umher, und lassen sich langsam und sanft auf Blättern nieder. Sie ähneln dabei Obstfliegen. Jedes Weibchen legt zwischen 100 und 200 Eier, aus welchen schon nach einer Woche die Larven schlüpfen. Diese sind bis 5 mm lang, madenförmig, weißlich gefärbt und haben einen schwarzen Kopf. Sie leben im Boden und können dabei die Pflanze schädigen. Die Pflanzen schwächeln. Man findet nicht wirklich eine Ursache, außer eben den kleinen Fluginsekten.

Vorbeugen

Vorbeugen ist schwierig und selbst wenn es gelingt, ist ein Befall nicht auszuschließen. Die Plagegeister werden häufig eingeschleppt, beim Neukauf einer Pflanze oder mit frischer Blumenerde. Dabei macht es keinen Unterschied, ob man billige oder teure Erde kauft. Selbst in Bioerde sind die Eier, was daran liegt, dass die verschiedenen Arten von Trauermücken durchaus nützlich sind. Sie kommen besonders in Biobetrieben deshalb häufig vor. Die Mücken siedeln sich gern dann an, wenn die Pflanzen im Sommer im Freien stehen. Es bringt allerdings nicht viel, sie im Zimmer zu lassen, denn durch offene Fenster gelangen Trauermücken auch in Räume. Einzeln werden sie kaum wahrgenommen, aber wenn sie sich vermehrt haben und in Massen auftreten, werden sie lästig, denn sie bleiben nicht ausschließlich an den Pflanzen, sie fliegen überall umher.

Wichtig ist, die Zimmerpflanzen nicht zu feucht zu halten. Die oberste Erdschicht darf nicht ständig feucht sein. So etwas lieben die Trauermücken. Vorbeugend kann die Erde deshalb mit Sand, kleinen Steinchen, kleinen Muscheln oder ähnlichen Materialien bedeckt werden. Die Sandschicht sollte etwa 1 cm stark sein. Besonders gut eignet sich Quarzsand.

Tipp - Pflanzgefäße mit Bewässerungssystem sind günstig für Pflanzen, die etwas feuchte Erde benötigen. Einmal eingewachsen ziehen die Gewächse das benötigte Wasser aus dem Reservoir von unten, die obere Erdschicht kommt kaum einmal mit Wasser in Berührung und bleibt schön trocken.

Hilfreich ist auch, neue Pflanzerde in der Mikrowelle oder im Herd mit Wärme zu behandelt. Insekteneier werden dabei abgetötet. Je nach Menge und Wattzahl der Mikrowelle sollte die Erde 2 bis 5 Minuten erwärmt werden. Im Ofen wird die Erde auf einem Blech verteilt und bei 100

Grad etwa 1 halbe Stunde erwärmt. Dabei werden Larven abgetötet, egal von welcher Spezies.

Noch besser ist allerdings, gar keine Erde im üblichen Sinne mehr zu verwenden. Mit Hydrokultur erspart man sich Trauermücken, zumindest weitestgehend. Nicht alle Pflanzen sind dafür geeignet, aber es gibt eine Menge. Egal, ob Seramis, Kies, Perlite oder andere mineralische Substrate genutzt werden, in ihnen können sich Trauermücken nicht vermehren. Bedingung ist, dass sämtliche Blumenerde beim Umtopfen entfernt wurde. Auch müssen abgestorbene Wurzelteile und totes organisches Material entfernt werden.

Helfen kann auch, die in Blumenerde stehenden Pflanzen nicht von oben zu gießen, sondern immer von unten, also in den Übertopf oder einen Untersetzer. Etwa 30 Minuten nach dem Gießen sollte überschüssiges Wasser allerdings abgegossen werden.

Erwachsene Trauermücken bekämpfen

Erwachsene Trauermücken sind recht einfach zu bekämpfen. Sie mögen kräftige Farben, ganz besonders gelb. Deshalb helfen ungiftige Gelbsticker bzw. Gelbtafeln. Man steckt sie in die Erde des befallenen Blumentopfes oder stellt sie in unmittelbarer Umgebung auf. Die Mücken setzen sich auf die klebrige Oberfläche und kommen nicht mehr los. Bei starkem Befall sollten die Sticker immer mal wieder gewechselt werden, immer dann,
wenn sie fast voll sind, nicht mehr viel Platz für neue Schädlinge ist. Wichtig ist, die Sticker oder Tafeln wochenlang an ihrem Platz zu belassen, damit auch die nachfolgende Generation noch beseitigt wird. Bei starkem Befall können die Mücken auch mit dem Staubsauger abgesaugt werden. Die Bekämpfung ist wichtig, damit keine Eier abgelegt werden und immer neue Generationen heranwachsen.

Trauermückenlarven bekämpfen
Die Larven können auf unterschiedliche Art und Weise bekämpft werden. Vom alten Hausmittel bis zum chemischen Insektizid, es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Manchmal müssen mehrere ausprobiert werden, nicht alles zeigt Wirkung.

Hausmittel
GelbtafelDer Trick mit Streichhölzern ist alt, funktioniert in der Regel aber recht gut. Es werden einfach einige Streichhölzer mit dem Kopf in die Pflanzenerde gesteckt. Im Zündkopf befinden sich Schwefel-Bestandteile, welche die Larven im Boden abtöten. Dazu müssen die Zündhölzer allerdings nach einigen Tagen ausgetauscht werden. Zusätzlich muss man den Boden trockener halten. Nützlich ist auch eine ordentliche Sandschicht auf der Erde, die verhindert, dass erwachsene Tiere weiter Eier ablegen.

Hilfreich ist auch ein Gemisch aus lauwarmem Wasser, Backpulver, etwas Öl und etwas Salz. Dieses Gemisch wird direkt auf die befallene Erde gesprüht. Die Fliegen trauen sich danach nicht mehr an die Gefäße.

Gegen die erwachsenen Tiere und die Larven hilft, die Blumenerde für 4 bis 5 Wochen vollkommen zu verschließen. Am besten funktioniert dies, indem man den ganzen Blumentopf in einen Perlonstrumpf steckt und diesen dicht verschließt. Auch die Wasserabzugslöcher müssen zu sein. So kommen keine Fliegen an die Erde um Eier abzulegen und keine frisch geschlüpften Larven heraus aus der Erde. Da ein Zyklus 4 bis 5 Wochen dauert, sollte danach Ruhe sein.

Parasitäre Nematoden
Nematoden sind kleine Fadenwürmer, winzig klein, mit dem Auge kaum wahrnehmbar. Sie werden mit dem Gießwasser in die Erde eingebracht. Dort befallen sie als Parasiten die Larven der Trauermücke und töten sie ab. Für Menschen und Tiere sind Nematoden ungefährlich. Man kann sich Hunderttausende dieser Nematoden im Versandhandel bestellen. Inzwischen werden sie auch in Pflanzenmärkten angeboten, aber auch nur auf Bestellung. In der Regel dauert es 2 bis 3 Wochen, bis das Problem beseitigt ist. Am besten geeignet sind Steinernema feltiae. Bei starkem Befall sollte die Behandlung nach etwa 4 Wochen wiederholt werden. Wichtig ist, dass die Behandlung nicht bei Sonnenschein durchgeführt wird, denn Nematoden sind lichtempfindlich. Außerdem darf das Substrat in der Behandlungszeit, also ca. 4 Wochen, nicht austrocknen, sonst sterben die Nematoden ab. Zu nass sollte die Erde aber auch nicht sein.

Bakterien
Mikroorganismen, speziell Bakterien, können wertvolle Helfer beim Kampf gegen Trauermücken sein. Das Bakterium Bacillus thuringiensis var. israelensis (BTI)  bildet Dauersporen mit Eiweißkristallen, welche für die Larven der Trauermücke giftig sind. Die Bakterien können wie Nematoden erworben werden und auch sie gibt man ins Gießwasser. Sie sind absolut ungefährlich, außer für die Larven.

Raubmilben (Hypoaspis miles)
Raubmilben ernähren sich von den Larven der Trauermücke. Besonders vorteilhaft ist ihr Einsatz in Gewächshäusern und geschlossenen Wintergärten. Raubmilben leben in den oberen Bodenschichten. Dort jagen sie die Larven und verspeisen sie. Das geht in der Regel so lange, bis keine mehr da sind. Selbst dann können die Raubmilben noch einige Wochen existieren.

Chemie
Besonders verzweifelte Pflanzenliebhaber verwenden ein Mittel gegen Stechmücken, welches in Teichen und anderen stehenden Gewässern genutzt wird. Dieses dem Gießwasser beigegeben, tötet die Plagegeister. Es gibt auch biologische Mittel, man muss da beim Kauf genauer hinsehen.

Chemie sollte immer nur im Notfall eingesetzt werden. Im Handel gibt es unterschiedliche Insektizide. Man sollte sich beraten lassen, welche gerade aktuell sind. Jedes Jahr werden Mittel vom Markt genommen und dafür neue eingesetzt. Fachpersonal kennt sich mit den Vor- und Nachteilen hoffentlich aus, ansonsten muss man selbst vergleichen. Wichtig ist, sich bei der Dosierung an die Herstellerangaben zu halten.

Trauermückenbefall ist in der Regel nur unangenehm und nicht sonderlich gefährlich für Pflanzen, es sei denn, es sind Jungpflanzen, Sämlinge oder Stecklinge. Wichtig ist, die Trauermücken selbst zu beseitigen und vor allem die Larven. Gelbsticker sind sehr hilfreich. Außerdem sollte das Pflanzsubstrat trockener gehalten und mit einer Sandschicht bestreut werden. Hilft alles nichts, sind Nematoden, Bakterien oder Raubmilben eine gute biologische Bekämpfungsmaßnahe.+

Mit Kaffeesatz und Co. den Fliegen zu Leibe rücken

Auch das gleichmäßige Verteilen von Kaffeesatz auf der Oberfläche der Blumenerde hat sich in der Vergangenheit als überaus effektiv erwiesen. Ein weiterer, äußerst wirksamer Trick ist die Platzierung von Streichhölzern (mit dem Kopf nach unten) in der Erde.

Nach nur zwei bis drei Tagen gehört der Befall mit den kleinen Quälgeistern der Vergangenheit an. Insbesondere die Verwendung von Fruchtfliegenfallen erfreut sich seit jeher großer Beliebtheit. Ein spezieller Fruchtfliegen-Cocktail (eine Mischung aus organischen Säuren und Fruchtsaft) wird in die Fliegenfalle eingefüllt, woraufhin die kleinen Insekten angelockt werden und hineinkriechen.

Durch die spezielle Bauweise der Fruchtfliegenfalle wird ein Herausfliegen oder -krabbeln für die Fliegen unmöglich. Dies bedeutet das Ende der kleinen Fliegen.