Lilienhähnchen bekämpfen - 10 wirksame Hausmittel

LilienhähnchenLilien im Garten sind wunderschön anzusehen. Es gibt die tollsten Arten und Sorten, alle haben irgendwie etwas Besonderes. Lilienliebhaber können bei der Menge an Angeboten aus den Vollen schöpfen und sich über die Blumenpracht freuen. Lilien sind eigentlich recht robust. Es gibt wenige Krankheiten und Schädlinge, welche Schaden anrichten können. Das Lilienhähnchen kann einem allerdings die Pracht verderben.

Die sechs bis acht Millimeter großen knallroten Käfer mit schwarzem Kopf und schwarzen Beinen fressen mit Vorliebe Lilien, Hybridarten noch lieber als reine Arten.

Außerdem machen sie sich auch über Schnittlauch, Knoblauch und Gemüsezwiebeln her. Auch die Larven fressen an den Pflanzen und sie sind echt gefräßig. Außerdem sind sie clever. Sie tragen ihren Kot auf dem Rücken umher und schrecken so natürliche Fressfeinde wie Vögel ab.

Lilienhähnchen können Pflanzen komplett auffressen. Sie mögen Blüten, Blätter und Samenkapseln. Lediglich die unterirdischen Teile werden verschont. Besonders in der Austriebszeit richten die Insekten große Schäden an. Selbst wenn die Lilie überlebt, so abgefressen ist ihre Schönheit dahin. Die Pflanzen entwickeln sich auch nicht mehr so prachtvoll. Häufig geben sie ein echt trauriges Bild ab.

Lilienhähnchen auf BlattLilienhähnchen bekämpfen
  1. Die immer noch sicherste Methode ist das Absammeln der Käfer, Larven und Eier. Damit muss schon Mitte April begonnen werden. Man sammelt sie einfach mit der Hand ab. Wer sich ekelt, sollte Handschuhe tragen. Wichtig ist, schnell zu sein. Wenn die Käfer die Störung bemerken, wenden sie einen Trick an. Sie lassen sich fallen, einfach auf den Boden. Dort liegen sie mit ihrer dunklen Unterseite nach oben und sind so kaum noch auszumachen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, ein Gefäß unter die befallene Pflanze zu halten, welches die Käfer auffängt. Bei Massenbefall kann man auch ein Vlies unter und zwischen die Pflanzen legen und die Käfer mit Absicht dazu bringen, sich fallen zu lassen. Sie können auf einem hellen Vlies gut abgesammelt werden. Die beste Zeit zum Absammeln ist morgens, da sind die Käfer noch nicht so beweglich.
  2. Gegen die Larven gibt es ein einfaches Mittel. Sie können mit einem Wasserstrahl von den Pflanzen gespült werden. Da sie ziemlich unbeweglich sind, schaffen sie es nicht wieder nach oben.
Beide Mittel sind in der Praxis nur bei
einzelnen Pflanzen oder kleineren Gruppen umzusetzen. Wer große Bestände der schönen Pflanzen im Garten hat, kann unmöglich alle Pflanzen durchgehen. Für diesen Fall muss man sich etwas anderes einfallen lassen.

LilienhähnchenHausmittel
  1. Als Hausmittel hat sich eine Mischung aus 1 Teelöffel Seife und 200 ml Spiritus, gemischt mit einem Liter Wasser bewährt. Damit müssen die Pflanzen eingesprüht werden, von oben, aber auch unterhalb der Blätter. Die Larven überleben diese Kur nicht, die Käfer werden vertrieben.
  2. Ebenso hilfreich ist eine Schmierseifen-Ethanol- Mischung.
  3. Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch werden mit Kulturschutznetzen geschützt, hauptsächlich während der Flugzeit der Käfer, von April bis Juni.
  4. Das Bestäuben mit Algenkalk und Gesteinsmehl hilft und ist noch gut für den Boden. Wichtig dabei ist, dass dieser „Staub“ auch unter die Blätter gelangt. Das ist etwas schwierig. Helfen kann dabei ein

    Nylonstrumpf, in welchen das Mehl bzw. der Kalk eingefüllt wird. Mit diesem wird dann vorsichtig gegen die Blattunterseite geschlagen, in der Hoffnung, dass genügend haften bleibt. Die Behandlung muss mehrmals wiederholt werden, vor allem nach Regengüssen, wenn die Pflanzen wieder einigermaßen abgetrocknet sind. Zu viel Gesteinsmehl kann die Pflanzen bei der Atmung behindern, also darf man die Behandlung nicht übertreiben.
  5. Kaffeesatz um die Pflanzen verteilen, das mögen Lilienhähnchen gar nicht.
  6. Mit Brennnesselbrühe besprühen, das mag der Käfer nicht und zusätzlich stärkt es die Pflanzen. Dazu 250 g getrocknete oder 1000 g frische Brennnesseln mit 10 Litern kaltem Wasser ansetzen. Den Behälter abdecken und 24 Stunden oder auch länger stehen lassen. Gegen den Gestank kann man Gesteinsmehl zugeben. Dann die Pflanzen unverdünnt mit der Brühe bespritzen. Nicht bei Sonne behandeln, allerdings auch nicht bei Regen.
  7. Eine Brühe aus Rainfarn hat eine ähnliche Wirkung. Dazu werden 100 g getrocknete Blüten mit 3 Litern Wasser aufgekocht. Wenn der Sud abgekühlt ist, wird er durchgeseiht. Anschließend werden die Pflanzen besprüht, von oben und unten. Bei Pflanzenbrühen müssen die Behandlungen regelmäßig wiederholt werden.
  8. Besprühen mit Neem- bzw. Niemöl – die gesamte Pflanze einsprühen. Gegen die Käfer hilft das Mittel kaum, aber bei den Larven stört es den Hormonhaushalt und sie können sich nicht mehr verpuppen.
Das Lilienhähnchen ist ein hübscher Käfer. Wer Lilien, Kaiserkronen oder auch Lauch, Knoblauch oder Schnittlauch kultiviert, kann sicher gern auf seine Anwesenheit verzichten. Sowohl die Käfer, aber mehrheitlich die Larven können große Schäden anrichten. Absammeln ist ein gutes Mittel, aber aufwändig, vor allem, wenn es viele bedrohte und befallene Pflanzen gibt. Auch Abspritzen mit Wasser ist sinnvoll. Die einmal abgespülten Larven können nicht mehr auf die Pflanze zurück und verenden. Ansonsten kann man nur die Hausmittel einmal durchprobieren, was im eigenen Garten am besten hilft. Ein universelles Mittel gibt es nicht, manchmal muss man mehrere Methoden kombinieren. Außerdem sollten natürliche Feinde gefördert werden. Zu ihnen gehören Vögel, Igel, Spitzmäuse und Raubkäfer. Zwergwespen töten die Eier ab, Schlupfwespen die Larven. Auch andere Wespenarten leisten gute Arbeit, sind aber im Garten auch nicht wirklich beliebt.