Maden und Würmer in Kirschen - was tun? 9 wirksame Mittel

Made in KirscheImmer häufiger finden Hobbygärtner aber auch Ertragsbauern Maden in ihren Süßkirschen. Das ist ekelig und verleidet Kirschliebhabern den Genuss der leckeren Früchte. Die Maden sind der Nachwuchs der Kirschfruchtfliege, dem bedeutendsten Schädling im Süßkirschenanbau. Die Fliegen selbst sind etwa 3 bis 5 mm lang. Charakteristisch ist ihr schwarzer Körper mit gelben Punkten am Kopf und im Brustbereich. Auf dem Rücken befindet sich ein gelbes Schildchen. Unter dem Mikroskop gut zu erkennen sind die großen grünen Augen.

Die Larven werden 4 bis 6 mm lang und haben einen weißlichen Körper. Sie entwickeln sich in den Früchten der Sauerkirsche, Heckenkirsche, Gewöhnlichen Traubenkirsche, in Schneebeeren und eben am liebsten in Süßkirschen.

Die Flugzeit der Kirschfruchtfliege beginnt je nach Witterung und Temperatur Ende Mai und geht bis Anfang Juli. In dieser Zeit werden Eier gelegt, jeweils einzeln, in die reif werdenden Früchte, also, wenn die Kirschen beginnen, sich zu verfärben. Nach 5 bis 12 Tagen schlüpfen die Maden. Sie ernähren sich vom Fruchtfleisch und dem Kern. Die Kirsche beginnt zu faulen und fällt zu Boden. Nach etwa 30 Tagen verlassen die Larven die Kirsche, vergraben sich im Erdreich und verpuppen sich. Dort überwintern die Insekten.

Besonders viele befallene Früchte gibt es in trockenen Jahren, denn kühle Temperaturen und zahlreiche Niederschläge sind bei den Kirschfruchtfliegen nicht beliebt.

In den letzten Jahren wurde nicht nur der Befall mit der einheimischen Kirschfruchtfliege festgestellt, es kam noch der der Amerikanischen Art dazu. Diese starten etwa 3 Wochen später, so dass sich alles noch weiter verschleppt. Rein optisch sind die Fliegen von einem Laien kaum zu unterscheiden und der Schaden ist auch gleich. Allerdings legen die Weibchen dieser Fliegen auch gern einmal mehrere Eier in eine Frucht.

Vorbeugung
  1. Da Kirschfruchtfliegen eher Spätentwickler sind, sollte man frühe Kirschsorten in den Garten pflanzen. Da die Fliegen sich erst später entwickeln, sind vor allem späte Kirschsorten betroffen. Frühe Sorten kommen oft deutlich besser ohne oder mit geringem Befall durch.
  2. Außerdem ist es nützlich, die Bäume mit einem feinmaschigen Fliegenschutznetz abzudecken. Das verhindert die Eiablage, aber nur, wenn das Netz ringsherum dicht und geschlossen ist. Bei großen Bäumen ist das kaum machbar. Ideal ist es für Säulenobst oder Spalierkirschen.
  3. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, pflanzt nur Kirschbäume, die auf einer schwachen Unterlage veredelt wurden. Diese wachsen nicht so kräftig, die Bäume werden nicht so groß. Alternativ funktionieren wieder Säulen- und Spalierkirschen, die lassen sich gut im Zaum
    halten.
  4. Fruchtmumien vom Baum pflücken. Darin können sich noch Maden befinden, die sich dann zum Boden abseilen, ähnlich wie Spinnen.
  5. Natürliche Fressfeinde fördern – Mauersegler, Schwalben, Laufkäfer, Schlupfwespen und Spinnen.
Bekämpfung

reife KirschenIm Hausgarten sind chemische Bekämpfungsmittel nicht erlaubt. Es gibt trotzdem Möglichkeiten, den Befall zu verringern. Gänzlich verhindern lässt er sich nicht.
  • Gelbtafeln  - Kirschfruchtfliegen lassen sich anlocken. Sie mögen die gelbe Farbe der Tafeln, weil sie an reifende Kirschen erinnern. Wenn diese Tafeln in die Bäume gehängt werden, lassen sich die Fliegen auf den Leimfallen nieder und bleiben kleben. Am besten ist, die Lockmittel auf der Südhälfte

    aufzuhängen, in die äußeren Zweige des Baumes. Alle Fliegen lassen sich so nicht einfangen, aber an der Menge der gefangenen Insekten kann man den Zeitpunkt und die Stärke des Fluges ablesen.
Tipp - Nicht nur Kirschfruchtfliegen werden angelockt, auch zahlreiche Nützlinge bleiben kleben. Deshalb sollten die Tafeln zu Erntebeginn wieder entfernt werden. In reife Kirschen werden keine Eier mehr gelegt.

  • Am wichtigsten von allen Bekämpfungsmaßnahmen sind die Verhinderung der Verpuppung und die Dezimierung der Puppen überhaupt. So wird dafür gesorgt, dass im nächsten Jahr nicht so viele Fliegen schlüpfen. Die Larven dürfen also nicht in den Boden gelangen, um sich zu verpuppen. Das kann durch das Auslegen einer Folie um den gesamten Baum herum erfolgen. Die abgefallenen Kirschen muss man natürlich regelmäßig zusammenkehren und entsorgen. So wird die Fliegenzahl im kommenden Jahr reduziert. Die Kirschen gehören in den Restmüll, nicht auf den Kompost, wo sie sich ebenfalls verpuppen können.
  • Hühner können die Arbeit des Einsammelns übernehmen. Wenn sie unter dem Baum laufen können, picken sie die Larven auf. Außerdem scharren sie die Puppen aus dem Boden.
  • Parasitäre Nematoden – die kleinen Fadenwürmer, die man im Handel bestellen kann, werden dem Gießwasser beigegeben. Anschließend muss sofort die Fläche unter den befallenen Bäumen gegossen werden. Die Nematoden dringen durch die Haut in die Larven ein und lassen sie absterben. Die Trefferquote beträgt immerhin 50 Prozent. Anfang Juni mit der Behandlung beginnen und gegebenenfalls nach 4 Wochen wiederholen, um eine höhere Quote zu erzielen.
Kirschfruchtfliegen breiten sich in den letzten Jahren massiv aus und verderben Großteile der Kirschernte. Für gewerbliche Obstbauern ist der Befall eine Katastrophe, da sie ihre Kirschen ab einer Befallsrate von nur 2 Prozent nicht mehr verkaufen können. Kirschpreise werden jedes Jahr utopischer. Gut, wer seinen eigenen Kirschbaum im Garten hat. Hier müssen die Früchte kontrolliert werden. Kommt es zu einem Befall, sind sofort Maßnahmen zu ergreifen. Günstig ist, Vliese unter dem Baum auszulegen, die verhindern, dass sich die Maden im Boden verpuppen können. Im folgenden Jahr müssen Gelbtafeln aufgehängt werden. Noch besser ist, den Baum mit einem engmaschigen Netz zu schützen.

Günstig ist natürlich, wenn auch die Nachbarn bei ihren Kirschbäumen bei der Bekämpfung mit an einem Strang ziehen. Man kann noch so viel gegen die Fliegen tun, wenn ringsum nichts gegen sie getan wird, ist man allein ziemlich machtlos.