Giersch vernichten - endlich frei vom Unkraut

Giersch vernichten - endlich frei vom Unkraut

Der Giersch, der Sie im Garten unglaublich ärgern kann, hat so viele Namen, dass man schon an dieser Vielfältigkeit gleichsam seine Hartnäckigkeit ablesen kann: Er ist bekannt als Geißfuß und Dreiblatt, Ziegenkraut oder Ziegenfuß oder auch Zipperleinskraut.

unkraut-jaeten_flDie Menschen, die sein Aussehen an den Holunder erinnert, nennen ihn Wiesenholler, außerdem kennt man Giersch noch unter den Bezeichnungen Schettele, Zaungiersch und Baumtropf. Und hartnäckig ist er wirklich: Er verbreitet nicht nur seine Wurzelausläufer in alle Richtungen,

er vermehrt sich auch durch Samenbildung. Dieser Samen mischt sich überall in den Boden und bleibt dort über viele Jahre keimfähig. Wenn Sie diese Überlebensstrategien in ihren Folgen einmal in Ruhe durchdenken, wird Ihnen klar werden, dass es kein leichtes Unterfangen ist, dem Giersch beizukommen.

Giersch vernichten

Wenn Sie den Giersch mit Chemie vernichten wollen, also mit Unkrautvernichter, benötigen Sie sehr viel davon: Sie müssten alle Wurzelausläufer und alle verstreuten Samen abtöten, damit der Giersch nirgendwo wieder neu austreibt.Da Giersch mit seinen Wurzelausläufern in andere Wurzelbereiche eindringt und seine Samen über den ganzen Garten verteilt, hätten Sie wohl schon alle Pflanzen in Ihrem Garten durch den Unkrautvernichter entfernt, wenn jeder Giersch-Rest vertilgt wäre. Und auch dann könnte gut verwahrter Giersch-Samen vom Nachbarn wieder einwandern. Aber Ihr Gartenboden wäre auf jeden Fall tüchtig belastet durch so viele Herbizide.

Die nächste Strategie beinhaltet Handarbeit: Regelmäßiges Jäten ist auch beim Giersch eine Strategie, Sie brauchen aber viel Geduld und vor allem Unermüdlichkeit ab dem Moment, wo sich der Giersch im Frühjahr zum ersten Mal blicken lässt. Sie werden nicht jeden
Wurzelausläufer erwischen, und Samen lassen sich nicht jäten. Auch wenn er wiederkommen wird, ist aber doch seine Ausbreitung etwas eingedämmt, sodass andere Pflanzen eine Chance zum Wachsen haben. Wenn Sie die abgejäteten Pflanzen auf den Kompost geben, tragen Sie übrigens Ihr Teil dazu bei, dass er sich von dort aus wieder verbreitet.

Es soll auch helfen, dem Giersch das Licht zu nehmen. Die Strategien durch Beschattung mit Bodendeckern oder Mischkulturen können den Giersch jedoch auch nur ein wenig mäßigen. Wenn er verschwinden soll, müsste der gesamte Boden mit schwarzer Mulchfolie abgedeckt werden. Dann wächst er zwar nicht mehr, aber der Samen bleibt im Boden... Auch Mulchen hilft übrigens nicht, der Giersch wächst scheinbar ohne Anstrengung durch jede Mulchdecke.

Selbst Radikalmethoden wie das Ausgraben aller Gierschpflanzen bis in ziemliche Tiefen mit anschließendem Aussieben der Erde helfen leider nicht endgültig. Denn es werden nicht nur feine Wurzeln übrig bleiben, sondern auch Samen, aus denen neue Pflanzen sprießen. Die meisten Gartenfreunde entscheiden sich deshalb irgendwann halb resigniert, halb bewundernd für eine partielle Bändigung und entdecken häufig auch die nützlichen Eigenschaften des Gierschs:

Essen Sie den Giersch doch einfach!

gemuese-teller_flWenn Sie den Giersch schon nicht zum Verschwinden bringen können, können Sie ihn doch nutzbringend verwerten: Er kann als Salat oder Gemüse zubereitet werden, sein Geschmack und Geruch liegt irgendwo zwischen Spinat und Petersilie. Besonders als Wildspinat zubereitet, schmeckt er köstlich: Gierschblätter blanchieren und fein hacken, mit Speck und Zwiebeln anbraten, eventuell mit

ein wenig Milch und Mehl binden.

Weitere Möglichkeiten sind die Verwendung in Pesto oder Kräutersuppen, in Kräuterquark oder Kartoffelbrei. Sogar Ihrer Gesundheit kann der Verzehr guttun: Giersch enthält viel Kalium und Vitamin C, Karotin und Eisen. Er soll krampflösend wirken und das Blut reinigen, außerdem gut gegen Rheuma, Gicht und Arthritis sein. Auf den Geschmack gekommen, freuen Sie sich vielleicht noch einmal darüber, dass Giersch im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsearten über eine lange Zeit im Jahr zu ernten ist. 

Anderes Garten-Unkraut mit Nutzungsmöglichkeit: Brennnessel und Löwenzahn, Sauerampfer und Schafgarbe.