Gras und Rasen säen - im Herbst und Frühjahr

Rasen säenDiese Frage stellt sich jeder Gartenbesitzer mindestens einmal in seinem Leben. Und doch ist sie ganz einfach zu beantworten. Am besten geeignet sind die Frühjahr-Monate Mai, eventuell auch schon Ende April, sowie September und Oktober im Herbst. Doch was macht genau diese Zeitpunkte so günstig?
  • Zum einen keimt der Grassamen nur bei einer Wärme, die auch nachts nicht unter 10 °C sinkt. 
  • Zum anderen braucht er hierfür, je nach Sorte, eine bis mehr als eine Woche dieser konstant warmen Temperaturen. 

Demzufolge wären auch

die Monate Juni, Juli und August geeignet. Doch hier drohen andere Gefahren: Heftige Regengüsse, Hagelschlag und Trockenperioden können Arbeit und Aussaat zunichte machen.

Zu frühes und zu spätes Aussäen

rasen-saen_flUnerfahrene Grund- und Gartenbesitzer stellen sich häufig schon Ende März die Frage: "Kann man schon säen?" - Die braunen Wiesenflächen nach dem Winter sollen so schnell wie möglich verschwinden. Umgekehrt heißt es Ende Oktober dann: "Ist Säen noch möglich?" - Vor dem Winter möchte man für eine geschlossene und widerstandsfähige Rasenfläche sorgen. Doch in beiden Fällen ist Warten bis zum Mai angesagt, da das Risiko für die Aussaat zu groß ist und immer ein Teilverlust zu erwarten ist.

Ausnahme im Hochsommer

Ein günstiger Moment kann bisweilen auch im Juli und August eintreten, vorausgesetzt, man ist in der Sommer- und Reisezeit in der Lage, die gesäte Fläche lückenlos zu bewässern. Es muss unbedingt täglich gegossen werden, sonst trocknen die Keimling rasch aus.

Beim Wässern ist zu beachten, dass ein erheblicher Teil des frischen Nasses verdunstet, ehe die Graswurzeln ihn aufnehmen können. Deshalb ist es am besten, nur morgens oder abends, bei niedrigem Sonnenstand zu wässern. Timer- bzw. Zeitschaltfunktionen und Wassermengenregler sorgen bei guten Bewässerungssystemen für die korrekte Einhaltung dieser

Richtlinie.

Die richtige Rasensamensorte

Junger Rasen - nach 3 Wochen keimt erNicht jeder Rasen ist für jeden Garten geeignet. Es kommt auf die Nutzung an. Wer spielende Kinder, einen Hund oder viel Schatten hat, benötigt einen anderen Samen als der, der nur reinen Zierrasen haben möchte.

Es gibt Zierasen, Gebrauchsrasen, Strapazierrasen und Extensivrasen. Zierrasen sieht gut aus, muss aber auch sehr gepflegt werden. Außerdem ist er nicht strapazierfähig. Gebrauchsrasen ist da besser. Er wird am häufigsten verwendet. Strapazierrasen hält viel aus. Er ist ideal für Spielwiesen und strapazierte Flächen. Sportrasen ist ungünstig für Hausgärten. Seine Pflege ist sehr aufwändig. Extensivrasen nutzen vor allem Landschaftsgärtner.

Wichtig ist, möglichst frische Samen zu verwenden. Älter als drei Jahre sollte die Rasensamenmischung nicht sein! Granulierte Rasensamen sind gut für Anfänger geeignet. Die kleinen Pellets enthalten den Samen in einer keimfördernden Bindemasse. Man kann sie einfach ausbringen.

Worauf man beim Kauf achten sollte!

Auch wenn es etwas teurer ist, man sollte nur Samen guter Qualität kaufen. In billigen Mischungen ist oft mehr Füllmaterial als Samen enthalten. Deshalb ist es wichtig, nach der enthaltenen Grammzahl Samen pro 100 Gramm auf der Packung zu achten. Regelsaatgutmischungen bieten meist eine gute Qualität zu einem fairen Preis. Zu erkennen sind sie am Aufdruck RSM.

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Bodenvorbereitung und Aussaat

Erstmalig Rasen mähen, wenn der Wuchs dicht istVor der Aussaat muss der Boden umgegraben werden, etwa spatentief. Alle Fremdkörper entfernen! Die Erde wird begradigt. Dann wartet man besser 14 Tage, bis sich der Boden gesetzt hat.

Zum Aussäen nutzt man am besten einen Streuwagen. Dieser dosiert den Samen gleich richtig. Die Mengenangaben pro m² findet man auf der Verpackung. Samen im Anschluß vorsichtig in den Boden einarbeiten! Man kann den Boden danach festtreten, so können die Samen nicht weggeweht werden. Man kann die Erde aber auch so locker liegen lassen, dann kann Feuchtigkeit besser eindringen. Rasensamen benötigt Licht zum Keimen, darf deshalb nur ganz leicht eingearbeitet werden! Wichtig ist, das die ausgesäte Fläche nicht austrocknet. Auch sollte sie nicht betreten werden, mindestens 6 Wochen lang.

Wann erstmals mähen?

Erst mähen, wenn die Halme 8 bis 12 cm hoch sind. Man mäht die Hälfte an Höhe ab. Nicht tiefer als 5 cm schneiden! Das Schnittgut muss entfernt werden, damit die frischen Triebe nicht faulen. Dann wird erst nach 14 Tagen wieder geschnitten, etwa 3,5 bis 5 cm hoch. Danach ganz normal mähen.

Fazit

Wer Rasen anlegen möchte, muss allerhand beachten. Einfach drauflos arbeiten macht wenig Sinn. Es gilt einiges vorzubereiten. Der richtige Samen muss ausgesucht werden und auch hinterher ist einiges zu tun. Wer sich an einem schönen Rasen erfreuen möchte, sollte sich Zeit lassen und genau planen.