Kräuterwiese richtig anlegen

KräuterpflanzenEine Kräuterwiese bzw. deren karger Boden ist Voraussetzung für das Gedeihen zahlreicher seltener Pflanzenarten, die für eine solche Wiese typisch sind. Je magerer bzw. nährstoffärmer der Boden ist, desto artenreicher ist letztendlich der Bewuchs. Die korrekte Bezeichnung für eine Blumen- oder Kräuterwiese ist Magerwiese. So aufwendig die Anlage einer Magerwiese ist, so unproblematisch ist ihre Pflege. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Wiese muss diese lediglich zweimal im Jahr gemäht werden, auch das Düngen entfällt komplett.

Fläche für die Kräuterwiese vorbereiten


Zum Anlegen einer Blumenwiese eignen

sich vor allem wenig oder ungenutzte Bereiche im Garten. Aber auch ehemalige Rasenflächen können mit viel Aufwand zu einer Kräuterwiese umfunktioniert werden. Wichtig beim Anlegen einer Kräuterwiese ist die Vorbereitung des Bodens, was man auf verschiedene Art und Weise tun kann. So kann man die betreffende Fläche etwa 15-20 cm tief umgraben, vertikutieren oder pflügen oder sie zweimal im Abstand von 4 Wochen fräsen. In die entstandenen Hohlräume wird Sand eingearbeitet, und mit einer Egge nachbearbeitet, um eine feinkrümelige Bodenstruktur herzustellen. Die aufwendigste Art der Bodenvorbereitung ist das vollständige Entfernen einer vorhandenen Rasenfläche. Das ist sinnvoll, um die Konkurrenz durch Rasengräser zu vermeiden. Dabei wird der Rasen samt Wurzelwerk und möglichen Unkräutern herausgestochen und entfernt. Um den Boden weiter abzumagern, werden dann Kies und reichlich Sand mit dem Unterboden vermischt. Mit einer Bodenfräse geht das sehr gut. Danach wird die Fläche eingeebnet und so für die Aussaat vorbereitet. Eine andere Methode ist die, den vorhandenen Rasen nicht komplett zu entfernen, sondern ihn durchwachsen zu lassen und nur noch 2-3 Mal im Jahr zu mähen und nicht mehr zu düngen. Diese Form der Bodenvorbereitung eignet sich nur bei älteren Rasennarben und Böden, die nicht oder nur minimal gedüngt wurden. Innerhalb weniger Jahre magert der Boden zunehmend ab und die Wildblumen werden immer konkurrenzstärker. Allerdings erfordert das ein gewisses Maß an Geduld.

Tipp: Gartenboden abmagern und für die Anlage einer Kräuterwiese vorbereiten, kann man auch, indem man ein Jahr zuvor auf der betreffenden Fläche Kartoffeln anbaut. Kartoffeln sind Starkzehrer und entziehen dem Boden sehr viele Nährstoffe.

Ansaat der Magerwiese
    Kräutergarten
  • Vor der Aussaat ist es ratsam, den Boden etwa 3-4 Wochen ruhen zu lassen.
  • Danach die Fläche zunächst einebnen und feinharken.
  • Größere Steine und vorhandenes Wurzelwerk besonders von Quecken und Winden gründlich entfernen.
  • Bester Saatzeitpunkt ist zwischen Mitte April und Mitte Juni.
  • Das Saatgut idealerweise jeweils einmal in Längs- und Querrichtung auf der Fläche verteilen.
  • Gleichmäßiger geht das, wenn man das Saatgut mit etwas feinem Sand  z.B. Vogelsand mischt.
  • Danach walzt man die komplette Fläche.
  • Die Saat sollte auf keinen Fall mit einem Harken oder Rechen eingeharkt werden.
  • Sobald sie mehr als 1 cm dick mit Erde bedeckt ist, können die Samen nicht keimen.
  • Normalerweise
    dauert es bis zu 8 Wochen bis zur Keimung.
  • Die meisten Wiesenblumen kommen erst im darauf folgenden Jahr das erste Mal zur Blüte kommen.
Tipp: Der Boden muss vor der Aussaat nicht zwingend planiert werden. Kleinere Unebenheiten können sogar förderlich für die Pflanzenvielfalt sein. Größere Unebenheiten sollten jedoch beseitigt werden, denn sie erschweren später die Pflege bzw. das Mähen.

Auswahl des Saatguts

Die Saatmischung sollte

immer dem jeweiligen Standort bzw. Boden angepasst und möglichst regionaltypisch sein. Viele greifen auf eine handelsübliche Saatgutmischung zurück. Man kann natürlich auch eine eigene Mischung zusammenstellen oder teilweise Jungpflanzen dazwischen setzen, was allerdings arbeitsaufwendiger ist. Fertige Mischungen bilden häufig kein abwechslungsreiches Kräuterbild oder enthalten meist auch nicht heimische Pflanzen, die aufgrund fehlender Bestäuber einjährig bleiben und bereits den ersten Winter nicht überstehen. Am besten lässt man sich beraten, bevor man zu Fertigmischungen greift. Bei selbst zusammengestellten Mischungen kann man u.a. Frühlingsschlüsselblume, Margarite, Schafgarbe, Wiesenschaumkraut, Wiesensalbei, Ehrenpreis, Veilchen, Wegwarte, Wiesenbocksbart, Frühlingsenzian, Glockenblume, Bärenwurz, Wiesenstorchschnabel, Besenheide, Besenginster, Schneeheide, Wiesenhafer, Walderdbeere, Bärentraube, Scharfen Hahnenfuß, Adonisröschen, Ringelblume, Blaue Kornblume, Königskerze, Feldthymian, Heidenelke, Goldmohn, Pechnelke oder Nachtkerze verwenden, um nur einige zu nennen. Wem das zu aufwendig ist, der kann auch Kräutersamen verschiedener Kräutersorten kaufen, diese dann miteinander kombinieren und so seine eigene Kräuterwiese zusammenstellen.

Tipp: Wenn man Fertigmischungen aus dem Fachhandel kauft, sollte man unbedingt auf die Zusammensetzung des Saatguts geachtet werden.
Pflege der Kräuterwiese im Jahr der Ansaat

KräuterDer Boden für eine Kräuterwiese sollte nicht zu feucht und der Standort am besten sonnig und nicht zu schattig sein. Im Ansaatjahr passiert es sehr häufig, dass sich einjährige, nicht erwünschte 'Unkräuter' auf der Fläche breitmachen. Ist das der Fall, sollte man unbedingt verhindern, dass sich diese Pflanzen versamen und sich so noch weiter ausbreiten. Infolgedessen mäht man die Fläche, sobald die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind, der sogenannte 'Unkrautschnitt'. Nach ein paar Wochen wiederholt man das Ganze, sodass man im Ansaatjahr maximal drei Schnitte durchführt. Es ist ratsam, für die Mahd eine Schönwetterperiode abzuwarten. Nach dem Schnitt lässt man das Schnittgut etwa noch drei Tage auf der Fläche liegen und trocknen. Währenddessen wendet man das Ganze mehrmals, sodass vorhandene Samen noch ausfallen können. Ab dem zweiten Jahr mäht man die Wiese nur noch zweimal, etwa im Juli und September. Ansonsten sind Geduld und Ausdauer gefragt, denn eine Wiese braucht Zeit, um sich prächtig entwickeln zu können.

Tipp: Besonders stark wuchernde Arten wie Winden oder Disteln sollte man trotz allem ab und zu herausreißen. Sie sollten auf keinen Fall in Samen gehen. Was eine Mager- bzw. Kräuterwiese auszeichnet

Bei einer Mager- oder Kräuterwiese handelt es sich um eine ausdauernde Gemeinschaft unterschiedlicher Pflanzenarten. Diese Kräuter und Gräser haben hier ausreichend Zeit zur Samenreife zu gelangen, bis sie gemäht werden. Voraussetzung für die Entstehung einer kräuter- und blumenreichen Wiese ist ein magerer bzw. nährstoffarmer Boden. Der jeweilige Pflanzenbestand ist je nach Dichte, Arten und Höhe verschieden. Der Bestandsaufbau lässt sich durch Häufigkeit und Zeitpunkt des Schnittes regulieren. Gemäht wird grundsätzlich erst nach der Blüte, sodass eine Wiese überhaupt entstehen kann, die in der Regel im Laufe der Jahre immer schöner wird.

Fazit

KräuterEine Kräuterwiese bietet zahlreichen Pflanzen und Insekten einen Lebensraum. Je nährstoffärmer der Boden ist, desto mehr unterschiedliche Pflanzenarten können sich darauf ansiedeln. Die Anlage einer Kräuter- oder Magerwiese ist teilweise recht aufwendig im Gegensatz zur Pflege. Aber schließlich wird man Jahr für Jahr für seine Mühen mit einer üppigen und vielfältigen Blüte belohnt.