Golfrasen anlegen - Samen & Dünger

Dicht, saftig, frischgrün: Das Idealbild eines Golfrasens wird gerne auf den normalen Gartenrasen übertragenIn fast jeder Region gibt es einen Golfplatz, und wer schon einmal am Rand einer Golfanlage spazieren gegangen ist, hat auch bestimmt die große, gleichmäßige Rasenfläche bewundert. Mit dem Gedanken, dass so ein schönes Grün auch etwas für den eigenen Garten ist, steigt das Interesse, sich näher mit Thema zu beschäftigen.

Nicht jede Rasensorte eignet sich als Golfrasen

Rasensamen besteht nicht nur aus einer einzigen Graszüchtung. Daher

wird man vergebens nach der Züchtung "Golfrasen" suchen. Es ist vielmehr eine Mischung von Rasensorten, die sich zum Anlegen eines Golfrasens eignen. Erst durch intensive Pflege entsteht eine Grünfläche wie auf einem Golfplatz. Natürlich sind auch die Bedingungen, unter denen der Golfrasen entstehen soll, wichtige Faktoren für den Erfolg. Das Spiel aus Sonne und Schatten sowie die Bodenbeschaffenheit tragen maßgeblich zum Erfolg bei. Die Rasensaat sollte daher mit Bedacht ausgewählt werden und für den Standort geeignet sein. Auch die spätere Beanspruchung spielt eine große Rolle. So kann man bei entsprechender Auswahl auch seine Kinder auf dem Rasen spielen lassen, wenn die Aussaat strapazierfähig ist.

Einige Beispiel geeigneter Rasenmischungen

Es gibt Hersteller, die spezielle Mischungen für Golfplätze anbieten und ihre eigenen Namen dafür verwenden und meist nicht die genaue Zusammensetzung preisgeben. Ein guter Anhaltspunkt dagegen bieten die RSM, Regelsaatmischungen. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein ganzes Regelwerk für eine gleichbleibende Rasenqualität  und stammt ursprünglich aus der Landwirtschaft für Futterpflanzen.

Die RSM 4.3 besteht aus folgenden Bestandteilen:
  • 20% Rotschwingel
  • 20% Ausläuferrotschwingel
  • 20% Wiesenrispe (Unterart Limousine)
  • 15% Wiesenlischgras (Unterart Lisabelle oder Lucius)
  • 15% Wiesenlischgras (Unterart Lifrance bzw. Orval)
  • 10% Wiesenrispe (Unterart Miracle)
Die Kombination der verschiedenen Rasensorten bewirkt eine strapazierfähige Narbe mit Regenerationseigenschaften und ist für alle Standorte geeignet, da sich jeweils der am Standort besser wachsende Anteil durchsetzt. Mit solchen Saatgutmischungen wird der Golfrasen bei entsprechender Pflege kein Traum bleiben.

Ohne Nährstoffe kein Golfrasen

In der Natur sorgen Pflanzenreste, Würmer und Bakterien für die Rückführung von Nährstoffen in den Boden. Es findet also eine Humusbildung statt, die für ein ausreichendes Nährstoffangebot sorgt. Bei der Pflege des Golfrasens jedoch entfällt die natürliche Humusbildung, weil Rasenschnitt und andere Pflanzenreste zu Gunsten der Dichte des Bewuchses entfernt werden. Nur ohne Nährstoffe wird selbst bei bester Pflege keine Pflanze wachsen
können. Also muss ein Dünger die fehlenden Nähr- und Mineralstoffe ersetzen. Damit es nicht zu Wachstumsschüben nach dem Düngen kommt, ist ein Langzeitdünger zu empfehlen, da er die Nährstoffe kontinuierlich über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten abgibt.

Darüber, welche Nährstoffe genau fehlen, kann nur eine chemische Bodenanalyse Auskunft geben. Grundsätzlich sollte der verwendete Dünger immer Stickstoff, Phosphor (Phosphate) und Kalium enthalten. Andere Zutaten wie Kupfer, Eisen, Mangan und Harnstoff ergänzen den Nährstoffbedarf des Rasens. Möchte man den aus Rasenschnitt gewonnenem Humus als Düngemittel nutzen, sollte der Humus mit der gleichen Menge Sand ergänzt werden. Ein reiner Humusauftrag könnte sonst die Rasenpflanzen ersticken. Außerdem sollte die Verwendung von Humus sparsam erfolgen, um kurzfristige Wachstumsschübe zu vermeiden.

Als Spielfläche sollte Golfrasen hohen Anforderungen an Dichte, Wuchshöhe und Regenerativität gerecht werdenEbenso

wichtig ist eine gleichmäßige Verteilung des Düngers, wobei man sich strikt an die Angaben des Herstellers halten sollte. Eine Überversorgung ist zwar nicht so schädlich wie eine Unterversorgung, aber sie verursacht einen erheblichen Mehraufwand an Arbeit. Beim Düngen stimmt die Devise "Viel hilft viel" übrigens nicht! Bei viel zu viel Dünger besteht nämlich die Möglichkeit, dass der schöne Golfrasen durch Sonneneinstrahlung verbrennt.

Im Sommer ist das Düngen aus diesem Grund auch früh morgens oder abends vorzunehmen. Sollten Zweifel bei der Wahl des Düngers bestehen, kann man einen Fachmann oder Gärtner der Region zu Rate ziehen. Er kennt sich am besten mit den hiesigen Bodenverhältnissen aus.

Fazit: Was Sie über Golfrasen wissen sollten

Die Ansprüche an einen Golfrasen sind außerordentlich hoch. Für Nicht-Golfer mag dieses möglicherweise unverständlich sein, aber man muss sicherlich bedenken, dass es im professionellen Golfsport zum größten Teil um immens hohe Geldgewinne geht - und nicht selten kommt es vor, dass ein Golfturnier mit mehreren zigtausend Euro dotiert ist. Aber auch beim so genannten Freizeit-Golfsport sind die jeweiligen Spielteilnehmer auf einen einwandfreien Bodenbelag angewiesen. Daher liegt es natürlich nahe, dass stets eine Menge Zeit, Geld und Energie in die tägliche Pflege der Grünflächen investiert werden muss.
  • Der Rasen eines jeden Golfplatzes muss nicht nur in optischer Hinsicht selbst strengsten Anforderungen genügen, sondern auch im Hinblick auf die Bespielbarkeit der Rasenfläche soll eine absolute Perfektion an den Tag gelegt werden. Aus diesen genannten Gründen ist es bei einem Golfrasen unabdingbar, dass er widerstandsfähige und absolut robuste Eigenschaften aufweisen kann. Dieses soll im Klartext bedeuten, dass der entsprechende Golfrasen nach einer ausgeprägten Beanspruchung vergleichsweise schnell wieder regenerieren kann, um schon nach einer kurzen Zeitspanne wieder voll einsatzfähig zu sein.
  • Eben diese Fähigkeiten werden bereits im Saatgut festgelegt, wobei es in diesem Zusammenhang viele verschiedene Saatgut-Varianten gibt. Es sind gar Sorten erhältlich, die speziell für den Abschlagsbereich vorgesehen sind, andere wiederum sind besonders geeignet für häufig genutzte Bereiche des Platzes, wie z. B. am Spielbahnbeginn. Darüber hinaus gibt es Saatgut-Mischungen, welche insbesondere sehr gut für Hangbereiche und Steigungen geeignet sind usw.
  • Um ein ganz besonders intensives, sattes Grün sowie zudem eine außerordentlich hohe Belastbarkeit des Golfrasens gewährleisten zu können, ist ein weiterer wichtiger Aspekt die Art, bzw. die Zusammensetzung der verwendeten Düngemittel. Diese ist abhängig vom Nährstoffbedarf des Golfrasens und muss dementsprechend exakt darauf abgestimmt sein. Regelmäßige Bodenproben sind somit ein weiteres Muss, um die Bodenbeschaffenheit und den Nährstoffgehalt genau bestimmen zu können.