Ruinenmauern können mediterran, mittelalterlich oder sogar verzaubert wirken - nicht umsonst sind sie beliebte Gestaltungselemente im Garten. Von Pflanzen berankt, mit einem passenden Fenster versehen oder mit Vorsprüngen und Pflanzgefäßen besetzt sind sie in jedem Fall dekorativ. Darüber hinaus können sie als Sichtschutz dienen und eine lauschige Ecke im Garten schaffen. Selbstgebaut sind sie zudem noch individuell.

Genehmigungspflichtig oder nicht?

Der erste Schritt auf dem Weg zur selbstgebauten Ruinenmauer ist es, sich über die Genehmigungspflicht zu informieren. Da die antike Mauer in der Regel nicht als Grundstücksbegrenzung gebaut wird, sondern an anderer Stelle im Garten steht, ist eine Genehmigung meist nicht erforderlich. Dennoch sollte beim zuständigen Bauamt nachgefragt werden, um auf Nummer sicher zu gehen. Die Vorschriften können sich hier von Bundesland zu Bundesland und von Kommune zu Kommune unterscheiden. Mauern mit einer Höhe von bis zu 1,8 Meter sind für gewöhnlich genehmigungsfrei. Eine Ausnahme stellt hier München dar, in der die Maximalhöhe bei 1,5 Meter liegt.

Tipp: Die Vorschriften des jeweiligen Bauamtes sind oft auch online einsehbar, sodass ein Termin oder lange Wartezeiten nicht zwingend erforderlich sind.

Vorbereitung

Die gewünschte Baufläche
sollte vor Errichtung der Mauer von Unkraut, Sträuchern, Gras und Büschen befreit werden. Es reicht nicht aus, die Ruinenmauer einfach auf den Rasen zu setzen. Ideal ist es zudem, größere Steine aus der Erde zu entfernen, den Boden umzugraben und schließlich nach dem Aushub der Fundamentgrube zu verdichten. Zur Vorbereitung gehört es weiterhin selbstverständlich, den Verlauf und die Maße der Mauer zu planen. Beliebt sind antike Mauerecken oder auch dreiseitige Ruinenmauern, deren äußere Seitenteile nach unten abfallen. Als letzter Punkt der Vorbereitung muss die Statik geklärt werden. Je höher und länger die Ruinenmauer und desto geringer ihre Tiefe, umso wahrscheinlicher ist es, dass Stützen beziehungsweise Stützmauern benötigt werden. In jedem Fall ist es ratsam, einen Statiker in Anspruch zu nehmen, um ein Einfallen oder Umfallen der Mauer bereits im Vorfeld zu vermeiden.

Fundament

Ist die Baufläche von allen Pflanzen, Wurzeln und sonstigen Hindernissen befreit und der Verlauf der Ruinenmauer geplant, kann das Fundament vorbereitet und gegossen werden. Hierzu wird wie folgt vorgegangen:

1. Die Baufläche wird mit Stäben und einer dazwischen gespannten Schnur abgegrenzt.

2. Mit einem Spaten oder einem Mini-Bagger wird das Fundament ausgehoben. Dieses sollte abhängig von der Größe der Mauer wenigstens 30 bis 60 Zentimeter sein. Je größer die Mauer, desto tiefer sollte die Grube für das Fundament auch ausgehoben werden.

3. Nach dem Ausheben wird Boden verdichtet. Für diesen Arbeitsschritt empfiehlt sich der Einsatz einer Rüttelplatte. Diese kann in Baumärkten meist vergleichsweise kostengünstig ausgeliehen werden.

4. Anschließend wird der Boden der Grube zwei bis drei Zentimeter tief mit Kies bedeckt. Hierauf wird schließlich der Beton gegossen.

Fundament gießenAuch wenn es sich um eine Ruinenmauer handelt, sollte diese möglichst gerade stehen. Anderenfalls könnte sie instabil werden. Bei der Anlage des Fundaments sollte daher eine Wasserwaage genutzt werden, um den Untergrund bei jedem Schritt so gerade wie möglich zu gestalten.

Material

Die Beschaffung des Materials für eine Ruinenmauer kann sowohl der einfachste als auch der schwierigste Punkt des Baus sein. Denn schließlich soll das Bauwerk auch antik aussehen. Ideal sind:
  • alte Ziegelsteine
  • Feldbrandsteine
  • alte Pflastersteine
  • Granitgrander
  • Natursteine
  • Keramikscherben
Diese finden sich leider nicht überall in der benötigten Menge. Sinnvoll ist es daher, die folgenden Möglichkeiten auszutesten:
  • Antikstein-Geschäfte
  • Baustellen
  • Bekannte oder Freunde, die bauen
  • Steine von Feldern oder aus dem Garten sammeln
  • Baumärkte
  • Baustoffhändler
Selbstverständlich können die verschiedenen Beschaffungsmöglichkeiten auch miteinander kombiniert werden. Für antike-wirkende Vasen, Töpfe und Kübel sowie Fenster oder Rahmen empfehlen sich Antik- und Trödelmärkte. Auch Online-Flohmärkte können die passende Anlaufstelle sein.

Bauanleitung

Wenn das Fundament gegossen ist, kann der Bau der Ruinenmauer beginnen. Benötigt werden hierfür die folgenden Materialien und Utensilien:
  • Mörtel
  • Maurerkelle
  • Steine, Scherben und Pflanzgefäße
  • Wasserwaage
  • Schnur
  • Stäbe
  • Maßband oder Zollstock
Danach wird schrittweise wie hier beschrieben vorgegangen:

1. Breite, Länge und Verlauf der antiken Gartenmauer werden durch Stäbe und zwischen ihnen gespannte Schnur angezeichnet. Hierdurch ist es einfacher, sich beim Bau zu orientieren und ständiges Nachmessen entfällt.

2. Für die erste Schicht werden Steine und Scherben im Verlauf der Mauer nebeneinandergelegt und passend ausgerichtet. Das vereinfacht die Arbeit.

3. Auf das Fundament wird stückchenweise

Mörtel aufgetragen. Es sollte jeweils nur so viel sein, dass ein bis zwei Steine aufgelegt werden können. Hierdurch fällt es leichter, die Steine auf dem noch feuchten Mörtel passend auszurichten. Im Anschluss werden die Schritte zwei und drei fortlaufend wiederholt, bis die gewünschte Höhe und Breite erreicht ist. Höhere Schichten können schlicht vor die Mauer gelegt werden. Das erlaubt es, die einzelnen Elemente passend auszurichten, bevor sie fest im Mörtel sitzen.

Vorsprünge und Pflanzgefäße schaffen

Als Vorbild Ruine MauernVorsprünge am Ende und der Front der Mauer schaffen Gelegenheiten, Pflanzgefäße abzustellen und die Ruinenmauer bewachsen zu lassen oder zumindest zu dekorieren. Diese in die antike Mauer einzubringen, ist ganz einfach. Hierfür werden schlicht größere Steine oder kleine Steinplatten im 90-Grad-Winkel zu den anderen Mauersteinen ausgerichtet und in sie integriert. Für besonders große Vorsprünge kann es ratsam sein, die Steinplatte zusätzlich von unten abzustützen. Dafür wird ein entsprechend langes Stück Vierkantholz zwischen Fundament und den Vorsprung geklemmt und im Idealfall mit Mörtel fixiert. Pflanzgefäße lassen sich ähnlich einfach integrieren. Beim Errichten der Ruinenmauer werden sie schlicht in die Reihe der Steine aufgenommen und dabei schräg mit Mörtel befestigt. Wichtig ist dabei, Lücken und Luftlöcher zu vermeiden.

Tipp: Es ist sinnvoll, Steine in vielen verschiedenen Größen bereit zu halten. Hierdurch lassen sich Lücken bei Bedarf sehr einfach auffüllen.

Mit Tipps und Tricks zur Ruine

Damit aus der Gartenmauer wirklich eine Ruinenmauer wird, ist bereits das Material entscheidend. Für die antike Optik der Gartenmauer sind aber nicht nur die Steine wichtig. Mit den folgenden Methoden kann die Gartenmauer zusätzlich optisch gealtert und noch dekorativer werden:
  • wasserfeste Steinfarbe auftragen
  • verwittern lassen oder selbst oberflächliche Schäden erzeugen
  • mit Moos bewachsen lassen
  • Fensterrahmen oder Öffnungen einbauen
  • Berankung mit Pflanzen
  • Ruinenmauer dekorieren

Steinfarbe

Wasserfeste Steinfarbe kann gezielt eingesetzt werden, um den Ziegeln, Scherben und Steinen in der Ruinenmauer eine antike Optik zu verleihen. Mit verschiedenen Braun- oder Grautönen lassen sich so auch Steine bemalen und somit angleichen, die aufgrund ihrer Originalfarbe nicht ganz in die Ruinenmauer passen. Dadurch wird es leichter, geeignete Materialien zu finden.

Verwittern (lassen)

alte MauerDie natürliche Verwitterung durch Wind, Regen und Frost nimmt eine lange Zeit in Anspruch. Anderenfalls würde von jedem Bauwerk bald nur noch eine Ruine übrigbleiben. Am einfachsten ist es natürlich, bereits verwitterte Materialien für den Bau der Ruinenmauer zu verwenden. Lassen sich diese aber nicht in ausreichender Menge besorgen, können die Steine auch gezielt verwittert werden. Dabei helfen die folgenden Maßnahmen:
  • Steine oder Mauer befeuchten und mit grobem Sandpapier per Hand oder einem Schleifgerät abschleifen
  • mit einem kleinen Meißel und Hammer Ecken von einigen Steinen abschlagen
  • mit einem Sandstrahler einige Steine aufrauen
Tipp: Schleifgeräte und Sandstrahler können in vielen Baumärkten kostengünstig ausgeliehen werden.

Moos

An antiken Mauern findet sich nicht selten Moos. Bei der Ruinenmauer im Garten kann das Bewachsen mit Moos beschleunigt werden, indem Moos und eine entsprechende Nährlösung auf die Steine aufgesprüht werden.
Benötigt wird dafür:
  • Moos
  • ein Mixer
  • Wasser oder Bier
  • Joghurt, Milch oder Buttermilch
  • Zucker oder Geliermittel
  • ein Pinsel
Die sogenannten Moosfitis (eine Kombination aus Moos und Graffiti) werden wie folgt hergestellt und aufgetragen:

1. Als Basis wird Moos benötigt, das aus dem eigenen oder einem anderen Garten, dem Wald oder dem Fachhandel besorgt werden kann. Ideal sind schnellwachsende Sorten, die auch größere Flächen in kurzer Zeit bedecken können.

2. Drei Teile Moos werden mit zwei Teilen Milch, Joghurt oder Buttermilch, zwei Teilen Wasser oder Bier und etwas Zucker oder Geliermittel vermischt.

3. Im Mixer oder mit einem Pürierstab werden die einzelnen Zutaten kurz zerkleinert und zu einer möglichst homogenen - das heißt glatten - Masse vermischt.

4. Mit einem Pinsel können nun die Bereiche der Ruinenmauer bestrichen werden, auf denen später Moos wachsen soll. Der Untergrund sollte möglichst rau sein, damit das Moos Wurzeln schlagen kann. Es kann daher günstig sein, die Steine und den Mörtel zuvor mit Sandpapier, einer Schleifmaschine oder einem Sandstrahler zu bearbeiten.

Damit das aufgetragene Moos auch erfolgreich wächst, muss es regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Es sollte verhindert werden, dass die Masse austrocknet. Anfangs und an sehr sonnigen Tagen kann es daher ratsam sein, die Mauer täglich zu befeuchten.

Tipp: Alternativ kann das Moos auch stückchenweise auf einzelne Steine aufgebunden werden, bis es Wurzeln fasst.

Fensterrahmen

Antike Fenster beziehungsweise Fensterrahmen können ein Highlight in der Ruinenmauer sein. Wer die Gartenmauer um ein solches bereichern möchte, sollte sich auf Antik- und Trödelmärkten umsehen. Gelegentlich finden sich entsprechende Rahmen auch im Kunsthandwerkhandel. Sie können direkt in die antike Gartenmauer eingemauert und mit Mörtel zwischen den Steinen befestigt werden. Alternativ können die Rahmen auch einfach als Dekoration an die Mauer gelehnt werden. Schließlich ist es bei Ruinen möglich, dass der Rahmen ebenso wie das Glas durch Erosion und Verfall nicht mehr halten konnte.

Berankung

Ruinen werden oft von den Pflanzen der Umgebung bewachsen und als Kletterhilfen genutzt. Eine Möglichkeit, die optisch antike Gartenmauer noch echter wirken zu lassen, ist daher das Einbringen von Rankpflanzen, wie Wein oder Efeu. Diese nutzen den rauen Untergrund um in die Höhe zu streben und dekorieren sie auf natürliche Weise.

Dekorationen

Rankende Pflanzen und antike Fensterrahmen, Vorsprünge und Moos sind natürlich bereits dekorativ. Darüber hinaus können aber auch weitere Dekorationselemente eingebracht werden, um die Ruinenmauer zu schmücken. Geeignet sind unter anderem:

Trümmer
Damit es zu einer Ruinenmauer kommen kann, müssen einige Teile abfallen. Bei echten antiken Mauern finden sich daher auch Trümmer vor. Bei der Ruinenmauer im Garten können einige Steine angehäufelt werden, zwischen denen Pflanzen wachsen dürfen.
alte Ziegelmauer
Blühpflanzen
Daneben gestellt, auf einem Vorsprung platziert oder von der Mauer herunterrankend - blühende Pflanzen sind immer dekorativ und können die antike Gartenmauer auf sehr einfache Weise verschönern.

Muster in den Steinen
Spiralen, farbliche Wechsel, eckige Muster, wie Linien oder gar ein Schriftzug lassen die Ruinenmauer zu einem auffallenden Unikat werden. Es reicht aus, hierfür andersfarbige oder andersförmige Steine zu verwenden oder diese mit Steinfarbe passend einzufärben.

Beleuchtung
Windlichter, eine solarbetriebene Lichterkette oder Fackeln setzen die Ruinenmauer wortwörtlich ins rechte Licht. Zudem verleihen sie ihr ein romantisches Flair.

Benötigt die antike Gartenmauer einen Witterungsschutz?

Nein. Eine massive gebaute Ruinenmauer kommt ebenso wie jede andere Gartenmauer problemlos ohne speziellen Schutz aus. Im Gegenteil: Regen, Wind und Sonne lassen die Ruinenmauer mit der Zeit ganz natürlich antik
aussehen.