Ein Gartenhaus auf dem Grundstück ist über das Jahr allerlei Formen von Wetterverhältnissen ausgesetzt, von Schnee über Wind bis hin zu Temperaturen über 30°C, die dem Gebäude ganz schön zusetzen können. Je nach Verwendung ist es notwendig, das Häuschen zu isolieren, um Witterungsschäden zu verhindern. Dabei ist es wichtig, für einen Rundumschutz Boden, Fassade und Dach mit einer Isolierung auszustatten.

Vorbereitungen

Die Dämmung des Gartenhauses sorgt für zahlreiche Vorteile, vom Speichern der Wärme bis zum Schutz vor zuviel Feuchtigkeit und daraus folgender Schimmelbildung. Damit die Isolierung effizient angebracht werden kann, sind einige Vorbereitungen notwendig, die den gesamten Vorgang erleichtern und zum gewünschten Ergebnis führen.

Dämmung

Eines der wichtigsten Elemente hierfür ist natürlich die Auswahl des richtigen Dämmmaterials, das hier zum Einsatz kommen soll. Die folgenden Dämmstoffe sind für den Einsatz im Gartenhaus geeignet:

Hartschaumplatten
Hartschaumplatten sind
der Klassiker unter den Dämmstoffen. Sie werden in unterschiedlichen Dicken und aus verschiedenen Stoffen hergestellt, von denen sich die folgenden am besten für das Gartenhaus eignen:
  • Styrodur
  • Jackodur
StyrodurDiese sind nicht nur wasserabweisend und wärmedämmend, sondern auch langlebig und lassen sich perfekt auf die Größe der Wände und des Bodens zuschneiden. Zwar sind diese Werkstoffe etwas teurer in der Anschaffung, doch aufgrund der Spezialisierung auf Wärmedämmung und Witterungsbeständigkeit, selbst Bodenfeuchte, sind diese nur zu empfehlen. Zudem sind sie nicht schädlich auf das Grundwasser. Perfekt geeignet für Menschen mit wenigen Kenntnissen in diesem Bereich.
  • Kosten: 50 - 60 Euro für 10 m² x 30 mm
Perlite
bei diesem Stoff handelt es sich um natürliches Vulkangestein, das in zwei Verarbeitungsformen angeboten wird:
  • Bodenschüttung
  • Platten
Ein großer Vorteil an dem Stoff ist die Kombination aus effektiver Wärmedämmung und der Feuerfestigkeit. Die notwendige Menge für die Bodenschüttung erhalten Sie durch die Breite x Länge x Höhe der notwendigen Dämmung. Das heißt, bei einem Gartenhaus mit einer Länge und Breite von je 500 Zentimetern und der Höhe der Fundamenthölzer von 5 Zentimetern, kommen Sie auf eine Endmenge von 1.250 Litern.
  • Kosten: etwa 13 Euro für 100 l Schüttung, etwa 35 Euro für eine Platte mit den Ausmaßen von 2 m² x 5 cm Dicke
Naturstoffe
es können ebenfalls andere Naturstoffe verwendet werden, die fest als Dämmstoff etabliert sind:
  • Holzwolle
  • Mineralwolle
  • Hanffasern
Diese werden entweder gepresst als Platte oder Füllstoff angeboten, doch ist er nicht so einfach zu verlegen wie zum Beispiel die Dämmstoffplatten.
  • Kosten: zwischen 5 - 13 Euro pro m²
An sich finden Sie all diese Dämmstoffe im Baumarkt, online oder in Fachgeschäften. Messen Sie vor der Bestellung unbedingt die Ausmaße Ihres Gartenhauses ab, damit Sie nicht zu viel oder zu wenig Dämmmaterial bestellen.

Notwendigen Werkzeuge und Materialien

  • Dichtstoffe, zum Beispiel Silikon
  • Dichtungsbänder für Fenster und Türen
  • Dampfbremse
  • Fundamenthölzer
  • Stichsäge
  • Mundschutz und Arbeitshandschuhe
  • Akkubohrer und passende Schrauben
  • Leiter
  • Tacker
  • Winkel- oder Holzverbinder
  • Styroporkleber
Bevor Sie mit dem Einbau der Isolierung beginnen, sollten Sie das Gartenhaus auf mögliche Schäden überprüfen, durch die Feuchtigkeit oder Kälte eindringen könnten. Je nach Grad der Beschädigung muss die jeweilige Stelle ausgebessert werden, bevor Sie mit der Anbringung der Isolierung beginnen. Bedenken Sie: je dicker die Platten sind, desto effektiver ist die Isolierung, doch desto höher sind der Arbeitsaufwand und der mögliche Verlust an Platz im Gewächshaus von einigen Zentimetern. Ebenfalls kann es passieren, dass der Boden durch die Isolierung angehoben wird.

Bitte beachten: nutzen Sie für die Dämmung keine Platten aus einfachem Styropor. Zwar ist eine Dämmung durch Styropor möglich, doch ist die Dämmleistung nur ungenügend und das Material muss häufiger ersetzt werden.

Boden isolieren

Der Boden ist der wichtigste Teil des gesamten Gartenhäuschens, wenn es um die Isolierung geht, da sich die Bodenkälte- und Feuchtigkeit stark auf die Integrität des Gartengebäudes auswirkt. Zudem ist eine nicht vorhandene Bodendämmung die größte Ursache für kühle Temperaturen im Gartenhaus. Bevor Sie die Isolierung verlegen können, müssen Sie die Schalung, also die Dielen oder Bretter des Bodens entfernen. Genutzt für den Boden werden Dämmplatten oder Granulat, nicht die Naturstoffe. Gehen Sie wie folgt vor:

1. Meist werden Sie nach der Demontage der Schalung auf ein Fundament aus Hölzern stoßen, das den Boden von der Erde abhebt. Falls Sie über ein Gartenhaus ohne Fundament verfügen, müssen Sie dies selbst verlegen, bevor Sie mit der Isolierung beginnen können. Häufig handelt es sich hierbei um Gartenhäuser mit einem Beton- oder Steinboden.

2. Dazu schneiden Sie die Fundamenthölzer entsprechend der Breite des Gartenhauses zu und verlegen diese in einem regelmäßigen Abstand. Das ist ebenfalls bei der Nutzung von Perlite-Granulat notwendig. Fixieren Sie diese mit einem Winkelverbinder aus rostfreien Metallen und überprüfen Sie, ob die Hölzer gerade verlegt wurden.

3. Danach verlegen Sie die Dampfbremse. Dafür breiten Sie diese über den gesamten Boden aus und drücken diese an jeder Ecke und Leiste fest an das Holz. Hinterlassen Sie so wenig Zwischenräume und Knitterfalten wie möglich, da dies den Effekt erhöht. Hierfür eignen sich mehr als ein Paar Hände viel besser. Tackern Sie die Folie nun gründlich an das Holz.

4. Das Dämmmaterial wird nun zugeschnitten. Nutzen Sie hierfür

den Abstand zwischen den Fundamenthölzern und schneiden Sie diese 2 - 3 mm kürzer. Dadurch wird ein mögliches Wölben des Dämmmaterials verhindert. Nutzen Sie hierfür eine Stichsäge und vergessen Sie nicht, einen Mundschutz und Arbeitshandschuhe zu tragen. Achten Sie zudem darauf, dass die Höhe der Platten einen kleinen Zwischenraum zu den Dielen haben muss, damit die Luft besser zirkulieren kann. Etwa zwei Zentimeter sind hier ideal.

5. Danach werden mögliche Zwischenräume vom Dämmmaterial zum Holz mit Silikon oder einem anderen Dichtmaterial verschlossen. Lassen dieses anschließend komplett durchtrocknen.

6. Falls Sie Granulat nutzen, wird dieses einfach zwischen die Hölzer geschüttet. Achten Sie dabei darauf, so wenig Zwischenräume wie möglich entstehen zu lassen.

7. Sie können jetzt eine zweite Dampfbremse auftragen, doch ist dies nicht notwendig.

8. Montieren Sie abschließend die Dielen.

Tipp: Es lohnt sich, wenn Sie für die Bodenisolierung Platten auswählen, die druckfest sind. Dadurch erhöht sich deren Lebensdauer.

Dach isolieren

Dämmung mit DämmwolleBeim Dach bieten sich Ihnen zwei Möglichkeiten für die Isolierung an:
  • innen über die Dachsparren
  • außen mit Aufsparrendämmung
Je nachdem, über was für eine Form von Gartenhausdach sie verfügen, bietet sich eine der beiden Methoden besser an. Bei Flachdächern ist es meist empfohlen, eine Aufsparrendämmung anzubringen, da bei diesen eine Isolierung noch wichtiger ist. Genutzt werden für die Dachisolierung vorzugsweise Dämmplatten, da Bodenschüttungen nur bei Flachdächern im Außenbereich möglich sind.
Gehen Sie wie folgt vor:

Bei einer Innenisolierung
  • die Dachsparren mit Dampfbremse auskleiden und fixieren
  • Platten ausmessen, zuschneiden und mit Styroporkleber an das Innere des Dachs kleben
  • Zwischenräume mit Dichtstoff auffüllen
  • danach unbedingt mit zweiter Folie auskleiden
  • je nach Wunsch kann das Dach von innen dekorativ gestaltet werden
Bei einer Außenisolierung
  • verlegen Sie zuerst Fundamenthölzer als Rahmen um das Dach und fixieren Sie diese mit Schrauben
  • danach folgen die Zwischenhölzer
  • nun folgen Sie denselben Schritten, die Sie für die Isolierung des Bodens genutzt haben
  • kleben Sie die Platten an der Folie fest
  • danach wird die Dämmung mit Folie verkleidet
  • vergessen Sie hierbei die Seiten nicht
  • abschließend können Sie das Dach so fertigstellen, wie Sie wünschen, zum Beispiel mit ansprechenden Schindeln

Fassade isolieren

Die Fassade isolieren ist zeitaufwendig und kraftraubend. Hierfür kommt ein Mehrschichtsystem zum Einsatz:
  • innen mit Naturstoffen isolieren
  • außen mit Dämmplatten isolieren
Dadurch wird Wärme gespeichert und die Luftzirkulation im Innenraum verbessert. Für den Außenbereich gehen Sie dabei wie beim Dach oder dem Boden vor und verschalen die Isolierung danach mit Gips, Holz oder sogar Stein, was Ihnen lieber ist. Vergessen Sie hier natürlich nicht die Dampfbremsen und das Beseitigen von Kältebrücken. Die Isolierung der Innenwände gestaltet sich an sich auf die gleiche Weise, nur müssen Sie hier erneut darauf achten, einen Luftspalt zwischen Schalung und Isolierung übrig zu lassen. Nur dadurch kann der Raum atmen und Feuchtigkeit besser regulieren.

Fenster und Türen

Wenn Sie die Innenfassade in Angriff nehmen, müssen Sie beim Zuschneiden unbedingt auf die Aussparungen für Fenster und Türen achten. Messen Sie diese dafür genau ab und schneiden Sie diese aus. Nach dem Anbringen der Isolationsschicht gehen Sie wie folgt vor:
  • Fugen werden mit Silikon ausgebessert
  • Dichtungsbänder sorgen für einen zusätzlichen Kälteschutz
Tipp: Falls Ihr Fenster über eine einfache Verglasung verfügt, kann viel Kälte in den Raum dringen. Ein Wechsel zu einer doppelten Verglasung kann Abhilfe schaffen.