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Dachrinnen-Neigung: das ideale Gefälle

Über Dachrinnen lässt sich Regenwasser kontrolliert an einen zentralen Punkt leiten. Meist ist dies ein Regenfallrohr. Damit es dort hingelangt, ist eine Neigung bei der Anbringung zu berücksichtigen.

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Notwendigkeit eines Dachrinnen-Gefälles

Gerade Wände, penibel waagerecht eingebaute Fenster sowie gradlinig verlaufende Dachziegel – ein Muss für jeden Bauherren. Da würde sich zumindest aus optischen Gründen auch eine ebenso gerade angebrachte Dachrinne ergeben. Das bringt allerdings Probleme mit sich.

Wie allgemein bekannt ist, bildet sich auf geraden Ebenen Stand-/Stauwasser. Wasser bewegt sich grundsätzlich nur in Dachrinnen, wenn eine Neigung vorhanden ist. In die Richtung, in der die Neigung verläuft, fließt das Wasser. Fehlt diese Neigung, kann es zu folgenden Problemen kommen, die es mit einem idealen Gefälle zu vermeiden gilt:

  • erhöhtes Risiko von Rissen und Undichtigkeit
  • Regenfallrohr-Zugang ohne Wasserfluss vermehrt durch Laub, etc. verdeckt
  • Standwasser zieht im Sommer Mücken an
  • kann moderigen Geruch entwickeln
  • Wasserstand kann über den Dachrinnenrand ansteigen und an Ort und Stelle überlaufen
  • Verschmutzungen sammeln sich schneller und vermehrt an
  • Senkung des Wasserspiegels langwieriger Prozess über Verdunstung
  • nach Starkregen hohes Gewicht durch Wasseransammlung und Gefahr des Rinnen-/ oder Halterungenbruchs

Kunststoff- und Metallrinnen

Weil die ärgerlichste und teuerste Konsequenz einer fehlenden Neigung die kürzere Haltbarkeit aufgrund von Schäden wie Rissbildungen und Undichtigkeiten darstellt, ist eine Dachrinnenneigung bei Kunststoff-Produkten nicht zwingend erforderlich. Allerdings bleiben alle zuvor genannten anderen Negativ-Faktoren auch bei Kunststoff-Dachrinnen bestehen, sodass hier dennoch eine Abneigung angeraten ist.

Ein Neigungsverlauf ist aber in jedem Fall bei Dachrinnenanlagen aus Metall unerlässlich. Selbst wenn rostfreies beziehungsweise enorm robustes Metall zum Einsatz kommt, kann Stand-/Stauwasser früher oder später Schäden verursachen. Hier ist deshalb eine Rinnenneigung nicht umgeh bar.

Berechnung des Gefälles

In der Regel beträgt die ideale Neigung pro laufenden Meter zwischen 3 und 5 Millimeter. Manche Ratgeber geben einen geringeren Wert ab 1 Millimeter an. Dieser eignet sich lediglich für kurze Dachrinnen von wenigen Metern, wie sie beispielsweise an einem kleinen Gartenhaus vorkommen können. Bei längeren Dächern/Fassaden reichen 1 Millimeter nicht aus, um einen ausreichend starken Fluss in Richtung Regenfallrohr zu erreichen.

Dachrinnenneigung: Formel

Die Berechnung des Gefälles bezieht auf den Höhenunterschied zwischen Anfangs- und Endpunkt. Je größer der Neigungswinkel und länger die Dachrinne, desto mehr Höhenunterschied entsteht. Dieser ist auf folgende Weise zu berechnen:

Dachrinnenlänge in Zentimeter x gewünschtes Gefälle von 1 Millimeter, 3 Millimeter oder 5 Millimeter = Höhenunterschied

Das ergibt beispielsweise bei einer 3 Meter langen Dachrinne mit 3 Millimeter Gefälle einen Höhenunterschied von 9 Millimeter. Bei einer 10 Meter langen Dachrinne mit 5 Millimeter Gefälle sind es bereits 5 Zentimeter Höhenunterschied.

Dachrinne mit Neigung anbringen

Der schwierigste Teil kommt mit der Vorbereitung des korrekten Neigungsverlaufes vor der Dachrinnenmontage. Dazu wird einiges an Utensilien benötigt:

  • hohe Leiter
  • ausreichend lange/s Schnur, Band oder Seil
  • kleine Nägel oder Reißzwecken
  • Wasserwaage
  • Messband beziehungsweise Zollstock
  • Stift

Vorgehensweise:

Es wird am höchsten Punkt der Dachrinne begonnen und dort die Schnur befestigt, wo die erste Halterung angebracht wird. Jetzt führt das Band zum Regenfallrohr beziehungsweise zur letzten geplanten Halterung. Hier wird der zuvor berechnete Höhenunterschied berücksichtigt und dementsprechend das Band tiefer gesetzt. Die Wasserwaage kommt zum Einsatz, wenn es darum geht, die speziellen Halterungen für die Dachrinnen anzubringen, die exakt auf der abgeneigten Bandhöhe gesetzt werden. Zu Vereinfachung sind mit einem Stift die genauen Anbringungspunkte zu markieren.

Die Installation der Halterungen erfolgt normalerweise an den Dachsparren. Zum Schluss wird die Dachrinne eingesetzt und bei Bedarf zusätzlich Rinnenüberlappungen oder Ähnliches als Dehnungsvorrichtung integriert.

Tipp:

Manch ein Hobby-Handwerker spannt die Schnur auch von Halterung zu Halterung. Das kann funktionieren, aber die Chance von Vermessungen ist hierbei deutlich höher, als wenn die Schnur im Vorfeld bereits vollständig von einer zur anderen Seite mit entsprechendem Neigungswinkel/Höhenabstand gezogen wird.

Nachträgliche Dachrinnenneigung

Sind Dachrinnen bereits ohne Neigungswinkel montiert worden und Wasserstau vorhanden, kann dies auch nachträglich korrigiert werden. Dabei kommt es auf die Art der vorhandenen Halterungen an. Aber gleich, um welche es sich handelt, der erste Schritt ist wie bei der Neuanbringung, den Neigungswinkel zu berechnen und eine Schnur vom höchsten zum niedrigsten Punkt am anderen Ende zu spannen, wie oben bereits beschrieben. Dann geht es folgendermaßen weiter:

Verstellbare Dachrinnenhalterungen:

Am einfachsten lässt sich eine Neigungskorrektur mit verstellbaren Dachrinnenhalterungen realisieren. Sie werden entsprechend der Schnurhöhe neu gesetzt/leicht nach unten versetzt.

Starre Dachrinnenhalterungen:

Hierbei kann lediglich ein Verbiegen der Halterung für ein Neigungsgefälle sorgen. Allerdings ist diese Methode in der Regel nicht millimetergenau durchzuführen, weil das Metall sich meist nicht gleichmäßig verbiegt. Dennoch ist auch hierbei das vorherige Spannen einer Schnur, wie oben beschrieben, von Vorteil. Es dient als Orientierungshilfe und einen Versuch ist es allemal wert. Wichtig ist nur, dass im Dachrinnenverlauf keine Steigung vorkommt. Deshalb ist sehr sorgsam hierbei vorzugehen und im Anschluss das Neigungsgefälle mit einer Wasserwaage zu kontrollieren und Erhöhungen nochmals zu korrigieren.

Tipp:

Handelt es sich um ältere Halterungen und Dachrinnen, bietet die Neigungskorrektur einen idealen Zeitpunkt, um Erneuerungen vorzunehmen, um altersbedingten Schäden vorzubeugen.

Autor Heim-Redaktion

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