Sie ist so etwas wie eine Hochstaplerin: Mit einer Zypresse hat die gelbe Scheinzypresse nämlich absolut nichts zu tun. Ihren Namen trägt sie deshalb auch ganz zurecht. Sie ähnelt der Zypresse auf frappierende Weise. Ihrer besonderen Eigenschaften wegen hat sie als Heckenpflanze in unseren Gärten Karriere gemacht. Ein Grund dafür ist sicherlich ihre tolle Optik. Außerdem ist sie relativ anspruchslos.

Art

Chamaecyparis lawsoniana, so der botanische Name der Scheinzypresse, punktet vor allem mit ihren gelben Ausläufern. Sie setzen in dem Grün der Pflanze besondere Akzente und wirken nachgerade edel. Dazu passt ihr eleganter Wuchs. Der ist aufrecht, ja nachgerade kerzengerade. Sie bilden dabei entweder eine Säulen- oder eine Kegelform aus. Abhängig von der Sorte können sie bis zu 15 m groß werden und eine Breite von bis zu drei Metern erreichen. Aneinander gepflanzt lässt sich aus Scheinzypressen eine perfekte und weitgehend

blickdichte Hecke bilden, die ausgesprochen natürlich wirkt. Ein weiterer Vorteil ist schließlich, dass diese immergrüne Pflanze winterhart ist und auch starkem Frost widersteht. Sie hat allerdings auch ein paar Nachteile, deren man sich bewusst sein sollte. Diese Nachteile sind:
  • eine hohe Nässeempfindlichkeit
  • wächst nicht auf lehmigen Böden
  • ein regelmäßiger Rückschnitt ist zwingend erforderlich
  • der Rückschnitt darf nicht bis ins Holz erfolgen

Im Fachhandel sind mittlerweile mehr als ein Dutzend Sorten erhältlich. Sie unterscheiden sich in ihrer farblichen Ausprägung und in der maximalen Höhe, die eine Pflanze erreichen kann. Folgende Sorten sind besonders beliebt:

  • Yvonne, bildet eine goldgelb leuchtende Hecke aus und wird bis zu zehn Meter hoch
  • Stardust, wächst kegelförmig, wächst weit verzweigt, bildet leuchtend gelbe Blätter aus und wird bis zu 15 m hoch
  • Stewartii, sehr schnell und dicht wachsend, überhängende Triebe, goldgelbe Blätter und Triebspitzen, wird bis zu acht Meter hoch
  • Kelleris Gold, sehr schlanke Wuchsform, goldgelbe Blätter, wird bis zu fünf Meter groß
  • Lane, wächst schlank und säulenartig, im Sommer zitronenfarbige, im Winter goldgelbe und bronzene Blätter, erreicht eine Höhe von bis zu acht Metern

Hinweis: Nicht alle im Handel erhältlichen Sorten eignen sich auch als Hecke, da sie mitunter einen zu breiten Wuchs haben können. Perfekte Heckenpflanzen sind die Sorten Yvonne, Kelleris Gold und Lane.

Boden

Ob eine Scheinzypresse prächtig wächst und gedeiht, hängt vor allem vom Boden ab. Der falsche Boden kann das Wachstum der Pflanze erheblich bremsen oder gar dazu führen, dass sie abstirbt. Der wichtigste Aspekt des Bodens ist, dass er tiefgründig bzw. gut durchlässig ist. Er sollte also Wasser gut ableiten können. Enthält der Boden relativ viel Lehm, ist er für die gelbe Scheinzypresse vollkommen ungeeignet. Wie bereits erwähnt, kommt sie nämlich mit Nässe bzw. Staunässe ganz und gar nicht zurecht. Gegebenenfalls muss also eine Drainage in den Boden eingearbeitet werden. Ist der Lehmanteil allerdings zu hoch, ist der Aufwand dafür meist viel zu groß. Darüber hinaus sollte das Erdreich leicht alkalisch und besonders reich an Nährstoffen sein.

Tipp: Bevor Scheinzypressen gekauft werden, empfiehlt es sich dringen, die Bodenverhältnisse am gewählten Standort intensiv zu prüfen. Dabei sollte ein Loch von mindestens einem Meter Tiefe gegraben werden.

Standort

gelbe Scheinzypresse - Chamaecyparis lawsoniana

Chamaecyparis lawsoniana liebt die Sonne und mag es gerne hell. Ein sonniger Standort ist deshalb nachgerade ideal für sie. Die Pflanze kommt allerdings auch relativ gut mit Halbschatten zurecht. Wichtig ist ebenfalls, dass der Standort möglichst viel Schutz vor Wind bietet. Vor allem im Winter können eisige Winde ansonsten nämlich zu Frostschäden bei der ansonsten winterharten Pflanze führen.

Hinweis: Bei einem halbschattigen Standort kann es dazu kommen, dass die ansonsten meist leuchtend gelben Blätter einen eher matten Farbton aufweisen. Grund dafür ist schlicht die fehlende Sonne.

Pflanzung

Scheinzypressen können grundsätzlich das ganze Jahr über gepflanzt werden. Die einzige Voraussetzung dafür: Der Boden darf nicht gefroren sein. Als ideal hat sich erweisen, wenn die Jungpflanzen bis spätestens Ende September in den Boden kommen. Sie haben dann genügend Zeit zum Anwurzeln bis der erste Frost kommt. Vor der Pflanzung wird der Wurzelballen in einem Eimer mit Wasser gut gewässert. Das Pflanzloch sollte die doppelte Größe des Wurzelballens haben. Nach der Pflanzung wird der Boden gut festgedrückt und sofort angegossen.

Pflege

Die gelbe Scheinzypresse ist eine relativ anspruchslose Pflanze, die nicht viel Arbeit macht. Der Pflegeaufwand hält sich folglich in Grenzen. Allerdings kommt man ums regelmäßige Schneiden nicht herum, soll sie als Heckenpflanze kultiviert werden. Folgende Tipps zur Pflege führen dazu, dass sich Chamaecyparis lawsoniana so richtig wohlfühlt:

Gießen

Scheinzypressen vertragen keine Nässe, sie mögen es aber durchaus feucht. Trocknet der Boden aus, kann das schnell dazu führen, dass sie die Blätter der Pflanze braun färben. Im Sommer ist es daher zwingend erforderlich, die Bodenverhältnisse im Wurzelbereich regelmäßig zu kontrollieren. Das Erdreich sollte dabei stets leicht feucht und auf gar keinen Fall ausgetrocknet sein. Meist kommt man ums Gießen also nicht herum. Dabei sollte direkt im Bereich der Wurzeln gegossen werden. Wird die Pflanze nämlich von oben gegossen, können die verbleibenden Tropfen auf den Blättern dazu führen, dass es durch die Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen kommt. Die Tropfen wirken nämlich wie ein Brennglas.

Düngen

Für ein ordentliches Wachstum benötigt die gelbe Scheinzypresse auch eine ordentliche Versorgung mit Nährstoffen. Ihr Bedarf ist dabei sogar ausgesprochen große. Während der Wachstumsphase muss deshalb etwa einmal im Monat gedüngt werden. Dazu verwendet man am besten Dünger aus dem Fachhandel, der speziell auf Heckenpflanzen bzw. Koniferen abgestimmt ist. Möglich ist auch der Einsatz eines Langzeitdüngers, bei dem man dann in der Regel auf eine monatliche Düngung verzichten kann. Und natürlich kann man als Gartenbesitzer auch Humus oder Mulch unter das Erdreich mischen.

Schneiden

gelbe Scheinzypresse - Chamaecyparis lawsonianaScheinzypressen müssen regelmäßig geschnitten werden - jedenfalls dann, wenn sie als Heckenpflanzen Verwendung finden sollen. Nur dieser Rückschnitt bewirkt, dass das Wachstum der Triebe wirklich nachhaltig und besonders dicht ausfällt. Ohne Rückschnitt lässt sich in der Regel keine blickdichte Hecke erreichen. Darüber hinaus sorgt der Schnitt dafür, dass die Pflanzen nicht zu hoch werden. Nur zur Erinnerung: Manche Sorten können die stattliche Größe von bis zu 15 m erreichen. Mindestens ein Schnitt im Jahr ist deshalb Pflicht. Der ideale Zeitpunkt dafür ist das zeitige Frühjahr bevor es zum Neuaustrieb kommt. Je nach Intensität des Wuchses kann dann im Juli ein zweiter Schnitt erfolgen. Das sollte man dabei

beachten:
  • elektrische oder mechanische Heckenschere verwenden
  • stets eher zaghaft und nicht zu forsch schneiden
  • immer nur die Triebe einkürzen
  • nie ins als Holz schneiden bzw. dieses abschneiden
  • sich am natürlichen Wuchs orientieren (Kegelform oder Säulenform)

Grundsätzlich gilt für den Schnitt der Scheinzypressen, dass weniger meist mehr ist. Die Pflanzen vertragen den Schnitt in der Regel zwar ausgesprochen gut, ein besseres Wachstum erzielt man allerdings, wenn man pro Schnittvorgang nicht zu stark einkürzt. Es gilt: Lieber zweimal im Jahr zurückhaltend schneiden, als einmal zu stark.

Tipp: Ein Rückschnitt, um die Scheinzypresse in der Höhe zu begrenzen, sollte unbedingt in mehreren Etappen erfolgen. Auf kann Fall sollte man sie mit nur einem Schnitt auf die gewünschte Höhe bringen.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch noch, dass das Schnittgut nicht auf dem Kompost entsorgt werden sollte. Es enthält nämlich bestimmte Giftstoffe, die die Verrottung erheblich beeinträchtigen können. Die abgeschnittenen Zweige werden am besten mit einem Häcksler zerkleinert und dann beispielsweise zur Abdeckung im Wurzelbereich der Pflanzen genutzt.

Überwinterung

An sich ist eine Überwinterung der gelben Scheinzypresse nicht nötig und in den allermeisten Fällen auch nicht möglich. Die Pflanze ist bekanntlich winterhart. Dennoch macht es natürlich Sinn, sie während der kalten Jahreszeit etwas zu schützen. Das gilt vor allem dann, wenn der Standort wenig windgeschützt ist. Grundsätzlich empfehlenswert ist es, wenn der Wurzelbereich mit einer dicken Schicht aus Rinde, Mulch, Blättern oder gehäckselten Ästen versehen wird. Die Pflanze kommt zwar auch ohne diese kuschelige Decke durch den Winter, hat mit ihr aber weniger Stress und wächst daher im kommenden Frühjahr meist auch besser.