Gegenüber einer Buchenhecke ist die Hainbuche wesentlich robuster und leichter zu pflegen. Sie bildet schnell kompakte und blickdichte Hecken. Wichtigster Teil der Pflege ist ein regelmäßiger Schnitt.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Birkengewächse (Betulaceae)
  • Botanische Bezeichnung: Carpinus betulus
  • Deutsche Namen: Hainbuche, Weißbuche
  • Herkunft: Mitteleuropa
  • Wuchs: Kleinbaum, breite, runde Krone, Rinde glatt
  • Wuchshöhe: 15 bis 25 m
  • Laub: eiförmig gesägt
  • Blüte: weibliche Blüten unscheinbar, männliche Blüten Kätzchenform
  • Blütezeit: Mai, Juni
  • Frucht: etwa ein Zentimeter lange Nüsschen
  • Kalkverträglichkeit: kalktolerant
  • Giftigkeit: ungiftig

Standortansprüche

Die Pflege beginnt mit der Wahl des Standortes. Die Hainbuche wächst in der Sonne, im Halbschatten oder Schatten, solange sie ausreichend Wasser und Nährstoffe bekommt. Selbst starke Winde und Luftverschmutzung können ihr nichts anhaben.

Hainbuchen - Carpinus betulus

Einen bestimmten Boden benötigt Carpinus betulus nicht. Sie gedeiht auf mäßig trockenen bis feuchten Böden, kommt aber auch mit nassen zurecht. Die können sandig bis tonig sowie sauer bis alkalisch sein. Empfehlenswert ist das Ausbringen einer Mulchschicht aus Kompost, Laub oder Rasenschnitt. Mulch reduziert die Verdunstung und bringt zugleich Nährstoffe in den Boden ein.

Beste Pflanzzeit

  • Wurzelnackte Ware im Frühjahr oder Herbst pflanzen
  • Containerpflanzen ganzjährig, sofern Boden frostfrei ist
  • Beste Pflanzzeit im Herbst
  • Boden noch gut durchfeuchtet
  • Frühjahr teilweise schon warm und trocken
  • Hainbuchen wachsen schlechter an

Für eine Pflanzung außerhalb der Vegetationszeit sollte man Containerpflanzen bevorzugen. Wurzelnackte verlieren beim Ausstechen Wurzelmasse, was das Anwachsen außerhalb der üblichen Pflanzzeit erschwert.

Tipp: Der Tag der Pflanzung sollte frostfrei und auch in den nächsten Tagen kein Frost zu

erwarten sein.

Pflanzabstände

Pflanzabstände spielen in Bezug auf Blickdichtigkeit eine wesentliche Rolle. Jede einzelne Pflanze sollte ausreichend Platz haben, um sich nicht gegenseitig im Wuchs zu behindern. Der optimale Pflanzabstand liegt bei 50 cm, also pro Quadratmeter zwei Pflanzen. Abstände sollten auch zu Zäunen und Mauern eingehalten werden, damit sich die Hecke von jeder Seite gut pflegen lässt.

Tipp: Die erforderlichen Mindestabstände zu Nachbargrundstücken sind in der jeweiligen Gemeindeordnung geregelt.

Pflanzanleitung

  • Heckenpflanzen gut wässern
  • Schnur zur Orientierungshilfe spannen
  • Anschließend ausreichend große Pflanzlöcher ausheben
  • Wurzeln einkürzen
  • Heckenpflanzen nicht zu tief einsetzen
  • Faserwurzeln nicht beschädigen
  • Durch Hin- und Her rütteln Hohlräume vermeiden
  • Erdaushub mit Kompost mischen, Pflanzgrube auffüllen
  • Erde festtreten und gut einschlämmen
  • Auf lehmigen Böden nach einigen Stunden nochmals wässern

Tipp: Bindet man die Pflanzen an Stützen, können die neu gebildeten Wurzeln bei Wind nicht abgerissen werden.

Gießen und Düngen

Um frisch gepflanzte Hainbuchen optimal zu pflegen, muss regelmäßig bewässert werden. Einmal angewachsen ist das nur bei anhaltender Trockenheit erforderlich. Ältere Exemplare können sich über ihre langen Wurzeln gut selbst versorgen. Düngen ist meist nur in den ersten Jahren notwendig. Sobald die Pflanzen gut eingewachsen sind, versorgen sie sich selbst. Meist reicht es aus, sie im Frühjahr und gegebenenfalls ein weiteres Mal im Sommer zu düngen und mit reifem Kompost und Hornspänen zu versorgen.

Tipp: Wenn die Hainbuche im Herbst ihr Laub verliert, sollte man es unbedingt am Boden liegen lassen. Es erfüllt die Funktion einer Mulchschicht und eines natürlichen Düngers.

Schneiden

Mit dem richtigen Schnitt zur richtigen Zeit, bleibt die Hainbuche auch lange gesund und hat ausreichend Kraft neu aus zu treiben.

Hainbuchen - Carpinus betulus

Pflanzschnitt

Damit die Hainbuchenhecke auch im hohen Alter noch ein dichtes grünes Blätterkleid trägt, nimmt der Schnitt eine Schlüsselposition in der Pflege ein. Der Erste erfolgt bereits bei der Pflanzung.

  • Pflanzschnitt zur Förderung der Wuchskraft der unteren Triebe
  • Erfolgt bei der Pflanzung im Herbst
  • Für geraden Schnittverlauf Schnur spannen
  • Hecke oben und an allen Seiten um die Hälfte einkürzen
  • Saftdruck verteilt sich gleichmäßiger
  • Stärkung der Wuchskraft der Triebe unterhalb der Schnittstellen
  • Hecke vorzugsweise in Trapezform schneiden, breite Basis, schmale Spitze
  • Wenige Millimeter über gegenständigen Blatt- oder Knospenpaar schneiden
  • Keine Stummel zurücklassen

Erziehungs- oder Aufbauschnitt

Der Erziehungsschnitt dient einem schrittweisen Heckenaufbau, bis die gewünschte Größe erreicht ist. Ziel ist es, das Höhenwachstum zu drosseln und dadurch den Saftdruck gleichmäßig zu verteilen.

  • Bester Zeitpunkt zwischen Januar und Februar
  • An einem bedeckten und frostfreien Tag
  • Temperaturen nicht unter minus fünf Grad
  • Austrieb sollte noch nicht eingesetzt haben
  • Junge Heckenpflanzen in den ersten zwei bis drei Jahren laufend schneiden
  • Jeden nach außen und oben wachsenden Trieb mehrfach im Jahr einkürzen

Tipp: Wurde der richtige Schnittzeitpunkt verpasst, kann er notfalls auch noch Ende Juni bis Ende Juli erfolgen.

Formschnitt

 

Ist die anvisierte Endhöhe nahezu erreicht, ist es Zeit für einen Formschnitt. Er hat einen dichten Wuchs von der Basis bis zur Spitze zum Ziel. Auch dieser Schnitt sollte zwischen Januar und Februar erfolgen. Zunächst entfernt man totes und beschädigtes Holz. Dann markiert man mit Schnüren und Holzlatten oder fertigen Drahtgeflechten in der gewünschten Form das Schnittprofil. Geschnitten wird immer von oben nach unten. Alles was aus dem Profil herausragt wird abgeschnitten. Sobald Zweige und Triebe wieder aus der Form wachsen, muss nachgeschnitten werden.

Tipp: Für grobe Schnitte verwendet man am besten eine elektrische Heckenschere und für den Feinschnitt eine manuelle Gartenschere.

Pflegeschnitt

Der Pflegeschnitt ist praktisch ein leichter Formschnitt. Bester Termin ist am 24. Juni, dem Johannistag bzw. zwei Wochen vorher oder nachher. Die Schnittmaßnahmen beschränken sich auf den diesjährigen Zuwachs. Dabei werden alle aus der Form geratenen Triebe eingekürzt und schwache, abgestorbene und störende Triebe entfernt.

Tipp: Bevor man den ersten Schnitt ansetzt, sollte man die Pflanzen auf mögliche Vogelnester kontrollieren.

Verjüngungsschnitt

Ältere und vergreiste Heckenpflanzen neigen dazu, vor allem im unteren Bereich kahler zu werden und deutlich weniger Blattmasse zu bilden. Abhilfe kann ein Verjüngungsschnitt im Februar schaffen.

  • Zuerst eine Heckenseite und Oberseite zurückschneiden
  • Auf ein Viertel der gewünschten Höhe und Breite
  • Dann gegenüberliegende Seite und Flanken
  • Jüngere Triebe ohne Verzweigungen stark zurückschneiden
  • Am Triebstück drei
    Augen belassen
  • Alte Äste herausschneiden
  • Erkrankte oder vertrocknete Pflanzen bodennah abschneiden

Tipp: Beim Schneiden der Hainbuchenhecke müssen die Brutzeiten der Vögel beachtet werden. Zu deren Schutz sind Schnittmaßnahmen von März bis Juli verboten.

Überwintern

Die Hainbuchenhecke ist absolut winterhart, sofern sie gut eingewachsen ist. Sie toleriert Temperaturen von bis zu minus 20 Grad, Winterschutz ist nicht erforderlich. Um das Austrocknen des Bodens zu verhindern, kann auch im Winter eine Mulchschicht hilfreich sein, idealerweise aus Hainbuchenblättern.

Vermehren

Es gibt mehrere Möglichkeiten wie man die Hainbuche vermehren kann:

Aussäen

Die Hainbuche bildet geflügelte kleine Samen, sogenannte Nüsschen, die man kurz vor der Vollreife ernten kann. Die Flügel sind noch nicht vertrocknet und die Nüsschen grüngelb. Lässt man sie ausreifen, sind die Schalen ausgehärtet und die Samen müssen stratifiziert werden. Man sät direkt an Ort und Stelle aus oder zum Schutz vor Eichhörnchen und Mäusen in kleine Töpfe mit normaler Gartenerde. Man bedeckt sie mit Erde, feuchtet diese an und stellt das Ganze an einen schattigen Platz im Freien. Bis die Samen keimen kann es bis zu zwei Jahre dauern.

Stecklinge

Stecklinge werden vor dem Austrieb im Frühjahr oder im Spätsommer geschnitten und sollten etwa 10-15 cm lang sein. Die untersten Blätter werden entfernt und die restlichen halbiert, um die Verdunstung zu minimieren. Nun steckt man sie in kleine Töpfe mit Anzuchterde, stellt sie an einen schattigen Platz und hält das Substrat feucht.

Hainbuchen - Carpinus betulus

Absenker

  • Zuerst einen gut biegsamen, bodennahen Trieb auswählen
  • Unter dem Trieb kleine Mulde in den Boden graben
  • Zweig zum Boden herunterbiegen
  • In die Mulde im Boden legen
  • Anschließend mit Erde bedecken
  • Triebspitze sollte aus der Erde herausschauen
  • Erde andrücken, Zweig mit Draht im Boden fixieren
  • Abschließend angießen
  • Nach der Bildung neuer Triebe abschneiden und separat einpflanzen

Krankheiten und Schädlinge

Auch die Hainbuche ist nicht gegen alles immun. Folgende Dinge könnten ihr Probleme bereiten:

Mehltau

Mehltau zeigt sich an einem weißen, mehligen Belag. Befallene Pflanzenteile sollten entfernt und die Pflanzen ausgelichtet werden. Zur Bekämpfung bieten sich Präparate auf der Basis von Kupfer oder Netzschwefel an. Vorbeugend kann man die Pflanzen mit einer Pflanzenbrühe aus Ackerschachtelhalm stärken.

Blattfleckenpilz

Braune Flecken auf den Blättern und Aufwölbungen können auf einen Befall durch den Blattfleckenpilz hindeuten. Betroffene Pflanzenteile sollten abgeschnitten und entsorgt werden. Tritt der Pilz wiederholt auf, bietet der Handel Spritzmittel zur Bekämpfung an.

Hainbuchen-Spinnmilbe

Milbenbefall äußert sich an kleinen Flecken auf den Blättern, die sich vergrößern, die Blätter fallen ab. Bei fortgeschrittenem Befall sind die Blätter mit einem feinen Netz überzogen. Eindämmen lässt er sich mit pflanzlichen oder chemischen Präparaten.