Bambus gehört zu den Süßgräsern, legt im Vergleich zu heimischen Gräserarten jedoch ein auffallendes Wachstum an den Tag. Besonders interessant ist die Geschwindigkeit, mit der die Pflanze wächst, die weltweit alle anderen Pflanzen übertrifft. Riesenbambus wird in seiner Heimat so groß wie ein Baum. Dass der Bambus in heimischen Gärten kleiner bleibt, versteht sich von

selbst.

Der Bambus in seiner Heimat

Im tropischen und subtropischen Klima fühlt sich Bambus so wohl, dass er Höhen von über 40 m erreichen kann. Dabei kann er eine Wachstumsgeschwindigkeit von einem Meter pro Tag erreichen. Verantwortlich für das schnelle Wachstum sind dabei nicht nur das Klima, sondern auch eine gute Nährstoffversorgung und genug Wasser.

Wachstum im Garten

In Gärten mit mitteleuropäischem Klima wird Bambus nicht so hoch wie in seiner Heimat. Es ist ihm schlicht zu kalt. Auch die Geschwindigkeit, mit der der Bambus wächst, ist viel geringer. Während einige Arten es auf wenige Zentimeter pro Tag bringen, schaffen es andere auf immerhin 30 cm am Tag. Im Gegensatz zur Länge legt der Bambus in der Dicke kaum zu, sobald er aus dem Boden hervorsprießt. Die Stangen schieben sich nur noch in die Höhe, bis sie sie die Endlänge erreichen, dann erst entfalten sich die Blätter.

Bambusarten - Wuchshöhe und Wuchsgeschwindigkeit

  • Fargesia, 1 bis 5 m, 3,5 cm am Tag
  • Phyllostachys, 6 bis 12 m, 15 bis 25 cm am Tag
  • Pleioblastus, 40 bis 150 cm, 2,5 bis 5
    cm am Tag
  • Sasa oder Sasaella, 30 bis 200 cm, 5 bis 10 cm am Tag
  • Pseudosasa, 4 m

Hinweis: Das tatsächliche Wachstum ist auch vom Klima abhängig, dass sich selbst innerhalb einer bestimmten Region unterscheiden kann

Endgültige Wuchshöhe

Schirmbambus - Fargesia murielaeGefällt es dem Bambus am ausgesuchten Platz, so fängt er bald zu wachsen. Schon im ersten Jahr kann er beträchtlich an Höhe zulegen. Manchmal kann sich das Wachstum jedoch auch verzögern, weil sich zuerst das Rhizom im Boden ausbreitet. Abhängig von der jeweiligen Bambussorte kann es von wenigen Wochen bis hin zu mehreren Jahren dauern, bis der Bambus ausgewachsen ist.

Wachstum beeinflussen

Wie bei anderen Pflanzen auch, wächst der Bambus dann am besten, wenn er sich wohlfühlt. Die Erde sollte durchlässig und nicht zu dicht sein. Gegossen wird in heißen, trockenen Sommern reichlich. Das ausgeprägte Längenwachstum benötigt außerdem viel Energie, eine reichliche Düngung zu Beginn der Vegetationsperiode ist unerlässlich.

Bambus schneiden

Damit die Pflanzen schön bleiben, sollten die alten vertrockneten Halme herausgeschnitten werden, um Platz für neue zu machen. Nach etwa 7 Jahren sterben die alten Stangen von selbst ab, es ist jedoch auch möglich, sie schon nach etwa 4 bis 5 Jahren herauszuschneiden und die Pflanze damit zu

verjüngen.

Hinweis: Bambus kann auch wie eine Hecke beschnitten werden, dass verändert jedoch sein natürliches Aussehen.

Wachstum eindämmen

Bei vielen Bambusarten muss das Wachstum des Rhizoms eingedämmt werden, sonst überwuchert er irgendwann den ganzen Garten und den des Nachbarn gleich mit. In einer Wachstumsperiode kann das Rhizom locker 10 m weit kriechen. Eine Rhizomsperre ist unbedingt notwendig außer bei Fargesia-Arten, die eher staudenartig wachsen.
Hat der Bambus sich erst einmal unerwünscht ausgebreitet, ist er schwer wieder loszuwerden. Es nützt nichts, die Halme, sobald sie aus der Erde hervorsprießen mit dem Rasenmäher einzukürzen. Die gesamte Pflanze muss ausgegraben und jedes Stück Rhizom entfernt werden.