Bankirai tritt in Europa unter vielen unterschiedlichen Schreibweisen auf: Bangkirai, Bankirei oder Bangkirei - alles ist möglich. Gemeint ist damit jedoch stets dasselbe Tropenholz aus Südostasien, das von den Philippinen bis Java für den internationalen Markt gewonnen wird. Es zeichnet sich vor allem durch seine Härte, seine Wetterbeständigkeit und seine reizvolle Optik aus. Für Bodenbeläge im Freien ist es deshalb ideal.

Holzart

Bankirai gehört zur Gattung Shorea, die hauptsächlich im südostasiatischen Raum vorkommt. Sein botanischer Name lautet Shorea spp.. Seiner Härte wegen wird es vor allem für den Konstruktionsbau im Außenbereich verwendet. So kommt es beispielsweise bei Weichenschwellen,

Lärmschutzwänden und Weibergpfählen zum Einsatz. Am häufigsten jedoch wird es mittlerweile für die Unterbaukonstruktionen und für den Dielenbelag von Terrassen verwendet. Neben der besonderen Härte des Holzes spielt dabei auch eine Rolle, dass diese Art besonders widerstandsfähig gegenüber Pilzen, Termiten und ganz allgemein gegenüber Insekten ist. Die Härte des Materials führt allerdings auch dazu, dass sich das Holz nur sehr schwer bearbeiten lässt. Ein Verschrauben funktioniert zum Beispiel nur, wenn zuvor Bohrlöcher gebohrt wurden. Ein Kleben ist nahezu unmöglich, weil es eine sehr hohe Schwindspannung aufweist.

Tipp: Shorea spp. ist ein Tropenholz und kann deshalb auch aus der Abholzung von Regenwäldern stammen. Beim Kauf sollte man deshalb unbedingt darauf achten, dass das angebotene Holz mit dem FSC-Siegel für eine nachhaltige Waldwirtschaft ausgezeichnet ist.

Unterbau verlegen

Bankirai - UnterbauUm Bankiraidielen verlegen zu können, braucht es zunächst einen passenden Unterbau. Dieser sollte nach Möglichkeit auch aus einem Hartholz bestehen. Wird der Unterbau direkt auf den Erdboden aufgesetzt, empfiehlt sich als Unterlage ein sogenanntes Wurzelvlies, das dabei hilft, das Wuchern von Unkraut einzudämmen. Sinnvoller und nachhaltiger als dieses Vorgehen ist es jedoch, den Unterbau auf Bodenplatten zu verlegen. Ist bereits eine betonierte Terrasse vorhanden, kann die Konstruktion dort natürlich direkt aufgebracht werden. Zum Einsatz kommt dabei ein Gerüst aus Traghölzern, die miteinander verschraubt werden. Hier eine kurze Anleitung:

  • zunächst die Traghölzer auf dem Untergrund positionieren
  • die Abstände zwischen ihnen sollten 50 bis 60 Zentimeter betragen
  • an den Rändern die Längshölzer bündig mit je einem Querholz begrenzen
  • das so entstandene Gitter miteinander verschrauben
  • das gesamte Gitter mit dem Untergrund verschrauben
  • bei der Verschraubung mit dem Untergrund Dübelschrauben verwenden

Die Gitterkonstruktion sollte fest mit dem Untergrund verbunden sein und sich

nicht verschieben lassen. Dabei gilt es stets im Auge zu behalten, dass die Terrasse ja benutzt werden soll und damit zwangsläufig Kräfte auf sie einwirken. Ein Verrutschen des Unterbaus kann da durchaus zu unschönen Unfällen führen.

Hinweis: Bei einem Untergrund aus Beton braucht es nicht zwingend einen Unterbau. Hier können die Bankiraidielen auch direkt auf den Boden geschraubt werden.

Dielen verlegen

Ist der Unterbau fertig und mit dem Boden befestigt, kann man sich daran machen die einzelnen Dielen zu verlegen. Dabei werden diese zunächst erneut auf der gesamten Fläche ausgelegt. Sinnvollerweise beginnt man an der Hauswand und arbeitet sich von dort in die entgegengesetzte Richtung vor. Die Dielen müssen dafür natürlich bereits auf die richtige Länge zugeschnitten sein. Am besten lässt man das in dem Fachmarkt erledigen, in dem das Material gekauft wurde. Das erspart nämlich jede Menge Zeit und Mühe. Hier eine kleine Anleitung zum Verlegen der Dielen:

  • Abstand der ersten Diele zur Hausmauer: ein Zentimeter
  • Abstand bzw. Fugen zwischen den Dielen: drei bis fünf Millimeter
  • Schraublöcher vorbohren
  • jeweils zwei Schraublöcher für jedes Tragholz, auf dem die Diele aufliegt
  • dabei mindestens zwei Zentimeter Abstand zu den Dielenenden halten
  • alle Schraublöcher müssen in einer Linie verlaufen
  • mit dem Verschrauben erst beginnen, wenn alle Löcher gebohrt sind
  • fest verschrauben

Bei der Auswahl der Schrauben wie des Bohrers sollte man sich unbedingt im Fachhandel beraten lassen. Die Schrauben müssen verzinkt und korrosionsbeständig sein. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, immer zu zweit zu arbeiten. Damit die Bohrlöcher auch wirklich passen, sollte jede Diele von einer zweiten Person festgehalten werden. Ein Verrutschen gilt es unbedingt zu vermeiden. Die drei Ränder werden anschließend noch mit einer Blende verkleidet. Diese kann aus Kunststoff sein oder ebenfalls ein Bankirai-Holz.

Pflege

Bankirai pflegenZu den Vorteilen von Bankirai bzw. Bangkirai gehört auch der Umstand, dass es im Prinzip kaum oder gar keiner Pflege bedarf. Aus optischen Gründen empfiehlt es sich jedoch, einmal im Jahr eine Pflegemaßnahme anzusetzen. Dadurch lässt sich die warme Farbe des Holzes erhalten. Mit der richtigen Pflege wird außerdem verhindert, dass die Dielen im Laufe der Zeit grau werden. Hier also eine kleine Anleitung für die jährliche Pflege:

  • Dielen zunächst gut reinigen, um groben Schmutz zu entfernen
  • dazu Bürste und kaltes Wasser nutzen
  • der gesamte Belag darf ruhig nass sein
  • dann sogenannten Holzentgrauer mit einem Pinsel flächendeckend auftragen
  • rund zehn Minuten einwirken lassen
  • anschließend kräftig abbürsten
  • immer in Faserrichtung bürsten
  • nach dem Bürsten mit viel Wasser abspülen
  • trocknen lassen
  • abschließend Bankirai-Öl auftragen und trocknen lassen

Den Entgrauer und das Pflegeöl bekommt man in der Regel problemlos im Fachhandel. Die benötigte Menge orientiert sich an der Größe der Terrasse oder des Balkons.

Hinweis: Es gelten bei jedem Pflegemittel jeweils die Anleitungen der Hersteller. Diese können unter Umständen vom oben beschriebenen Vorgehen abweichen.

Kritik

Zugegeben, Bankirai ist in Sachen Haltbarkeit und Optik nur sehr schwer zu schlagen. Dennoch drängt sich Frage auf, ob es unbedingt Tropenholz sein muss, mit dem man seinen Terrassenboden belegt. Auch wenn ein FSC-Zertifikat vorliegt, hat das Material dennoch einen weiten Weg hinter sich, bis es bei uns landet. An Umweltbelastungen fehlt es dabei nicht. Hinzu kommt, dass es in Bau- und Holzfachmärkten nur sehr wenig Angebote gibt, die auch tatsächlich das FSC-Siegel tragen dürfen. Vor diesem Hintergrund sollte also auf jeden Fall eine gut überlegte Abwägung stattfinden. Eine ausgezeichnete Alternative zu Shorea spp. ist übrigens Douglasie. Dieses Holz stammt auf jeden Fall aus Europa und ist deshalb auch nicht auf lange Transportwege angewiesen. Außerdem lassen sich Douglasien-Angebote mit einem FSC-Siegel deutlich leichter und häufiger finden. Und etwas günstiger ist dieses Holz dann auch

noch.