Sonnenbaden, in Ruhe im spannenden Buch schmökern oder sich störungsfrei mit einer guten Freundin oder dem Partner unterhalten - wer in einer Doppelhaushälfte oder in einem Reihenhaus wohnt, genießt zumindest auf der Terrasse keine Privatsphäre. Schließlich hören die Nachbarn mit. Eine Terrassentrennwand schafft dabei nicht nur einen räumlichen Abstand, sondern bewahrt Sie auch vor neugierigen Blicken. Mit der richtigen Lösung vermindern Sie außerdem die Geräuschkulisse.

Rechtliche Vorschriften

Doch bevor Sie nun zur Maurerkelle greifen, eine schalldichte Mauer dürfen Sie nicht einfach so zwischen zwei Haushälften errichten. Welche Art von Terrassentrennwand gebaut wird, wie hoch diese werden darf und wer sich daran in welcher Höhe beteiligt, regelt das Nachbarrechtsgesetz (NachbG). Viele Bundesländer - mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Hamburg, Bremen, Bayern und Baden-Württemberg - haben dabei ihre eigene Fassung, in welcher die jeweiligen Vorschriften für Einfriedungen geregelt sind. Des Weiteren gelten in jeder Gemeinde und Stadt eigene Regelungen für bestimmte Wohngemeinden,
die in den kommunalen Satzungen bzw. der jeweils gültigen Einfriedungssatzung nachzulesen sind. Nähere Informationen finden Sie außerdem bei Ihrem zuständigen Bauordnungsamt.

Ortsübliche Lösungen ausschlaggebend

Letztlich ausschlaggebend für die Wahl der Terrassentrennwand sind jedoch die ortsüblichen Gegebenheiten. Sind etwa in Ihrem Wohngebiet gemauerte Steinmauern üblich, so müssen Sie eine solche hinnehmen, falls Ihr Nachbar sie wünscht - auch wenn andere Nachbarn einen Holzzaun errichtet haben. Diese Regelung ist vor allem dann wichtig, wenn Sie sich mit Ihrem Nachbarn nicht über die Art und Form einer Terrassentrennwand einigen können. Gemäß der geltenden Regeln sollte diese sich nämlich direkt auf der Grundstücksgrenze befinden bzw. die jeweiligen Grundstücke zu gleichen Teilen beschneiden.

8 praktikable und schöne Ideen für Terrassentrennwände

Normgerechte und der Gesetzeslage entsprechende Sichtschutzelemente erhalten Sie in jedem Baumarkt. Diese Bauteile müssen lediglich zwischen zwei bereits bestehende Pfosten aufgehängt oder anderweitig befestigt werden. In der Regel empfiehlt es sich, diese Trennwände aufgrund der besseren Stabilität mit einem Beton-Fundament zu verankern. Wer dagegen nach einer individuellen Lösung sucht, braucht ebenso schöne wie praktikable Ideen - immerhin sollte auch der Nachbar mit dem Ergebnis leben können. Gern zum Einsatz kommen dabei eine der acht folgenden erprobten Terrassentrennwände für Doppel- und Reihenhäuser.

Grüne Lösung: Hecken aus immergrünen oder blühenden Pflanzen

Liguster - HeckeÖkologisch und blickdicht sind "lebende Einfriedungen", die in manchen Gemeinden sogar in der Bausatzung vorgeschrieben sind. Hierbei handelt es sich um Hecken, die Sie ganz verschiedenen gestalten können. Für eine ganzjährige Abgrenzung eignen sich immergrüne Gehölze wie beispielsweise Thuja, Buchs oder Lebensbaum. Wer sich an einer üppigen Blüte erfreuen möchte, wählt Blütensträucher oder hohe -stauden. Gut für Hecken geeignet sind beispielsweise Wildrosen, Forsythien, Pfeifenstrauch, Blutjohannisbeere, Weigelie, Deutzie, Ranunkelstrauch (Kerrie), Kolkwitzie, Felsenbirne oder Prachtspiere.

Vorteile:
  • bietet Vögeln und Insekten Nahrung und Lebensraum
  • Sichtschutz
  • Blütenpracht / grünes Laub das ganze Jahr hindurch
Nachteile:
  • arbeitsintensiv: muss gepflegt und regelmäßig geschnitten werden
  • gegebenenfalls Schmutz durch Laubfall und Blüten
  • locken Insekten an - Vorsicht bei Wespen- oder Bienenallergie
  • schwer zu entfernen
  • kein Schallschutz

Originell: Mit hohen Stauden bepflanztes Hochbeet als Begrenzung

Wenn Sie gern eine grüne Abgrenzung zum Nachbarn hätten, aber keinen Platz für eine Hecke, bietet sich diese Lösung an: Stellen Sie einfach ein oder mehrere Hochbeete auf und bepflanzen diese mit hohen Sträuchern oder Stauden. Hier lassen sich dieselben Pflanzen wie für eine Hecke verwenden, aber auch deutlich niedriger bleibende Gewächse wie beispielsweise viele sommerblühende Stauden. Durch die Höhe des Hochbeetkastens ermöglichen so auch Rittersporn, Lavendel und andere mehrjährige
Pflanzen ausreichende Höhen für einen Sichtschutz. In das Hochbeet integrieren lassen sich auch Rankgitter o. ä., die Sie mit Kletterrosen, Clematis oder anderen Kletterpflanzen bepflanzen können. Diese sorgen für den Sichtschutz, während Sie in den Vordergrund niedrigere Sträucher setzen. Auch buschig wachsende Obstgehölze eignen sich sehr gut.

Vorteile:
  • farbenfroher Sichtschutz
  • ökologisch, bietet Vögeln und Insekten Nahrung sowie Lebensraum
  • Gärtnern auf kleinster Fläche
  • Hochbeete lassen sich jedes Jahr anders bepflanzen
  • problemlos zu entfernen bzw. umzusetzen
Nachteile:
  • arbeitsintensiv, ein Hochbeet verlangt viel Pflege
  • gegebenenfalls Schmutz durch Laubfall und Blüten
  • locken Insekten an - Vorsicht bei Wespen- oder Bienenallergie
  • kein Schallschutz

Besonders grün: Rankgitter oder Pergola als Trennwand

Clematis - Nelly moser - WaldrebeEin Rankgitter oder eine Pergola können Sie allerdings auch ohne Hochbeet als Trennwand aufstellen und bepflanzen. Vorteil dieser Variante ist, dass sie weniger Platz wegnimmt und weniger Arbeit macht. Zum Beranken eignen sich Kletterrosen sehr gut, aber auch Clematis, winterharte Kiwi, Knöterich, immergrünes Geißblatt, Wilder Wein, Feuerdorn, Kletterhortensie oder Efeu. Die Gerüste sind aus Holz sowie aus Edelstahl erhältlich, wobei die metallenen Varianten durch ihre deutlich längere Haltbarkeit punkten. In puncto Vor- und Nachteile gelten hier dieselben Punkte wie bei den Hecken bzw. bepflanzten Hochbeeten.

Tipp: Viele beliebte Garten- und Rankpflanzen (wie beispielsweise Efeu) sind giftig und sollten daher besser nicht in Terrassennähe gepflanzt werden - kleine Kinder, aber auch Katzen oder Hunde können davon probieren und sich so vergiften. Besonders gilt diese Warnung für giftige Pflanzen mit Beeren (etwa der beliebte, aber hochgiftige Kirschlorbeer!).

Einfach und günstig: Flechtzaun aus Holz

Wenig Aufwand macht dagegen ein Flechtzaun aus Holz, den Sie nicht nur fertig im Baumarkt kaufen können. Mit biegsamen, etwa zwei Meter langen Weiden- oder Haselnussruten sowie stabilen Holzpfosten (wofür Sie auch etwa armdicke Äste verwenden können) lässt sich ein solcher Zaun auch selbst errichten. Dazu treiben Sie die Holzpfosten in gleichmäßigem Abstand zueinander in den Boden. Für eine bessere Stabilität können Sie sie auch einbetonieren. Die Zweige flechten Sie um diese Pfosten herum und befestigen die Enden mit Nägeln oder langen Holzschrauben an den Stämmen.

Vorteile:
  • natürlicher Look
  • lässt sich gut bepflanzen (z. B. mit Schling- oder Kletterpflanzen)
  • guter Sichtschutz
  • individuell in der Höhe und Länge (sofern selbst gebaut)
Nachteile:
  • im Aufbau sehr arbeitsintensiv (sofern selbst gebaut)
  • kein Schallschutz
  • bei Kontakt mit Feuchtigkeit und Erde verrottet Holz sehr schnell

Vielfältig bis originell: Sichtschutzzaun aus Holz

Sie müssen Holzzweige jedoch nicht zwangsläufig verflechten, um daraus schöne Terrassentrennwände zu schaffen. Holz ist ein sehr vielseitiges Material, aus dem sich verschiedene Formen kreieren lassen. So können Sie auch aus Brettern Wände gestalten oder eine Reihe dicker Bohlen senkrecht in den Boden treiben. Für eine individuelle Note sorgen schmückende Elemente wie beispielsweise Ampelpflanzen, Laternen oder auf integrierte Vorsprünge gestellte Dekofiguren.

Tipp: Um die Haltbarkeit einer solchen Trennwand zu erhöhen, verwenden Sie am besten Harthölzer oder dauerhafte Weichhölzer wie Lärche oder Douglasie. Wenig geeignet (da sie schnell verrotten) sind dagegen Fichte, Pappel oder Birke.

Modern und edel: Terrassentrennwand aus Glas und Metall

Passend zu moderner Architektur können Sie Terrassentrennwände auch aus Metall und Glas erstellen, wobei diese weder als Sicht- noch als Schallschutz fungieren können - es sei denn, Sie bepflanzen die Metallzäune mit rankenden Pflanzen oder höheren Stauden bzw. Sträuchern.

Perfekter Sichtschutz: Stabmattenzaun bzw. Gabionenzaun

GabionenDas Problem des mangelnden Sicht- und Schallschutzes lässt sich jedoch auch durch einen Stabmatten oder Gabionenzaun lösen. Stabmatten sind dünne Metallzäune, von denen Sie jeweils zwei Reihen im gewünschten Abstand voneinander installieren und den entstehenden Zwischenraum mit kleinteiligen Materialien füllen. Hierzu eignen sich organische Stoffe (Baumrinde, Kokosschalen) ebenso wie anorganische (Kieselsteine, Schotter), wobei organische Materialien naturgemäß nach einiger Zeit verrotten und wieder aufgefüllt werden müssen. Bei Gabionen wiederum handelt es sich um stabile Drahtkörbe, die aufgebaut und ebenfalls verschieden gefüllt werden können.

Vorteile:
  • schmale Lösung für enge Gärten / Terrassen
  • Vorteile einer Mauer, ohne mauern zu müssen
  • perfekt für moderne Architekturstile
  • schnell und unkompliziert errichtet
  • guter Sichtschutz
  • sehr stabil und robust
Nachteile:
  • kein ausreichendes Schallschutz
  • je nach Höhe der "Mauer" betoniertes Fundament notwendig

Für mehr Privatsphäre: Gemauerte Terrassentrennwand

Die einzige Möglichkeit, einen gewissen Schall- bzw. Lärmschutz durch eine Trennwand zu erhalten, ist eine Mauer. Diese können Sie entweder aus Form-, Beton-, Ziegel- oder Natursteinen mauern bzw. in Trockenbauweise errichten. Bedenken Sie bei trocken aufgeschichteten Mauern jedoch, dass diese aus statischen Gründen nicht höher als etwa 60 bis 80 Zentimeter sein sollte. Aber auch eine gemörtelte Wand sollte bei einer Höhe von etwa 1,80 Meter mindestens 30 Zentimeter dick sein - und ein festes Fundament besitzen. Insbesondere in Terrassennähe sowie bei spielenden Kindern ist die Statik immens wichtig, damit das Bauwerk nicht eines Tages einfach umfällt.

Vorteile:
  • sehr guter Sichtschutz
  • je nach Bauweise und verwendetem Material guter Schallschutz
  • vielseitig und individuell gestaltbar
Nachteile:
  • Statik beachten
  • Schattenwurf beachten
  • benötigt sehr viel Platz
  • hoher Arbeits- und
    Materialaufwand