Heimwerkertipps

Bodenanker einbetonieren – für Carport, Spielturm & Co.

Bodenanker und Pfostenschuhe halten Holzkonstruktionen vom Erdreich fern und sorgen so für Haltbarkeit.

Wir haben gerade mitgeholfen (mein Mann) und zugesehen (ich), wie das Fundament für einen Carport gefertigt wurde. Nach getaner Arbeit hat der Freund, bei dem das Ganze passierte, uns noch einen kleinen Vortrag über die Fundamente von Carports und ähnlichen Bauten gehalten; er wusste ja, dass wir demnächst auch so manches vorhaben. Denn normalerweise müssen keine Punktfundamente erstellt werden, wie er es getan hat, für leichtere Bauten reicht es, wenn man einfach die Bodenanker einbetoniert. Und das geht so:

Wie werden Bodenanker einbetoniert?

    1. Auch einbetonierte Bodenanker stellen eine Art Punktfundament dar, bei dem es darum geht, die Lasten über mehrere verteilte Punkte in den Boden zu leiten. Voraussetzung für die Erstellung von Punktfundamenten ist daher immer, dass der Baugrund an allen Stellen, wo Pfosten gesetzt werden sollen, die gleiche feste Struktur hat. Sonst würde das Fundament in einem Teil des Bodens rundum gut sitzen, während es in einem sehr lockeren Boden am anderen Ende vielleicht schon bald wackelt. Außerdem muss bei einem Punktfundament sehr sorgfältig gearbeitet werden. Die gesamte Last des Baus ruht hier schließlich auf wenigen Punkten, die Waagerechte zum Ausheben der Gruben muss also sehr sorgfältig hergestellt werden und die Fundamente müssen an der Oberkante alle gleich hoch sein. Sonst würden die Pfosten der auf den Punktfundamenten ausgestellten Bauwerke verzogen – mit eventuellen Folgen für die Stabilität.

 

  1. Vor dem Erstellen jeglicher Art von Fundament steht der Gedanke an die örtlichen Behörden. Geht zum örtlichen Bauamt und zeigt Euer Vorhaben dem zuständigen Beamten. Er kann Euch genau sagen, ob Ihr eine Baugenehmigung für Euer Projekt braucht und welche Unterlagen Ihr in diesem Fall einreichen müsst. Denn die Vorschriften über die Erstellung der Bauten im Garten sind Landesrecht, jedes Land hat also verschiedene Regelungen, und sogar von Ort zu Ort unterschiedliche Satzungen können noch Bestimmungen enthalten, die Euren Gartenbau betreffen. Der nette Beamte kann Euch auch gleich Arbeit ersparen, indem er Euch sicher bereitwillig Auskunft darüber gibt, was in Bezug auf die Nachbarn zu beachten ist.

Wenn es sich um ein sehr auffälliges Bauwerk handelt oder eines, von dem Lärm ausgehen wird (Spielturm), solltet Ihr auch dann mit dem Nachbarn über Euer Vorhaben sprechen, wenn er überhaupt keine Rechte geltend machen kann. Denn wer freundlich angesprochen wurde und gnädig sein Einverständnis mit einem Vorhaben ausgedrückt hat, tut sich später sehr viel schwerer damit, sich zu beschweren …

  1. Eine einfache Möglichkeit, ein Punktfundament für ein Bauwerk im Garten zu betonieren, wird unter Einsatz von kleinen Pflanzsteinen verwirklicht. Dazu hebt Ihr eine Grube von 80 cm (frostfreie Tiefe) und einer Breite von mindestens 30 x 30 cm aus und baut kleine Pflanzsteine von 20 x 20 x 30 cm ein, mit einem gelochtes Endlosband aus Stahlblech (Rispenband), an dem später die Bodenbalken befestigt werden können. Die so vorbereitete Grube wird nun mit Beton ausgefüllt.

Wenn Ihr in höheren, also frostempfindlicheren Lagen wohnt, sollte die Fundamenttiefe sogar bis zu 150 cm gehen, damit das Fundament frostsicher wird. Unter der Sohle eines Fundaments sammelt sich immer Wasser, ein ganzes Bauwerk anheben kann, wenn es gefrieren würde. Dann könnte Euer schönes Bauwerk auf einmal schief stehen …

Einbetonieren ohne Steine

  1. Um Bodenanker ohne Steine einzubetonieren, müsst Ihr eine Grube für jeden Bodenanker ausheben, die mindestens 30 x 30 cm Umfang hat und eine Tiefe im frostfreien Bereich. Wenn die Grube (ev. mit Verschalung, wenn der Boden nicht fest ist) fertig ist, wird der Beton mit Schaufel oder Kelle eingefüllt, dann könnt Ihr mit dem Bodenanker ein wenig im Beton herumstochern, so wird er verdichtet. Dann wird der Bodenanker in den Beton geschoben, wenn es schwer geht, könnt Ihr etwas hin und her rütteln und ein Schlagbrett mit Hammer verwenden. Er wird ausgerichtet und mit der Wasserwaage auf geraden Sitz kontrolliert. Die Betonoberfläche wird mit einer Maurerkelle geglättet. Dann darf das Fundament über Nacht aushärten. Wenn es sehr heiß ist, solltet Ihr gelegentlich die Oberfläche begießen, dann gibt es keine Risse.

Einschlaghülsen verwenden

    1. Wenn Ihr nur ein sehr leichtes Bauwerk erstellen wollt, könnte Ihr es Euch noch einfacher machen, indem Ihr sogenannte Einschlaghülsen verwendet. Solche Bodenhülsen sind aus Metall, sie werden einfach mit dem Vorschlaghammer in den Boden getrieben. Dann können die Ständer eines Carports z. B. in diese Hülsen geschoben werden, schon steht er. Um eine solche Befestigung anzuwenden, ist allerdings ein sehr fester Untergrund erforderlich. Außerdem sollte sie nicht bei schweren oder schwer belasteten Bauwerken gewählt werden, ein täglich von mehreren Kindern bestiegener Spielturm z. B. könnte schnell etwas wacklig werden.

 

  1. Auch dies hier beschriebene Art von Fundament ist aber nur für etwas leichte Bauwerke geeignet. Wer einen Spielturm von 10 Meter Höhe bauen möchte oder einen Carport, in dem 10 Autos untergebracht werden sollen, wird nicht umhinkommen, ein Streifenfundament zu gießen, bei dem sich die Lasten auf eine größere Fläche verteilen.

Unser Fazit

Wir überlegen noch, ob wir die Bodenanker einbetonieren oder doch Punktfundamente setzen, auf die dann die Pfosten in Balkenschuhe gesetzt werden. Wenn wir beide am fraglichen Wochenende alleine werkeln müssen, weil alle Freunde in Kurzurlaub sind, müsste ich dann wahrscheinlich auch einen Bodenanker in den Beton bringen. So eine Mischung wird ja irgendwann fest. Bei Punktfundamenten könnte mein Mann die ganze Sache mit den Ständern erledigen, wäre mir eigentlich sympathischer.
(von Halina)

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