Heimwerkertipps

Pflastersteine (Kopfsteinpflaster) selber verlegen

Wichtig bei der Planung: Wie tragfähig soll die Fläche werden?

Wir werden demnächst unter die Pflasterer gehen: Eine Einfahrt soll neu gestaltet werden, mit altem Pflaster. Ich habe mich also rechtzeitig kundig gemacht, wie man Pflastersteine oder Kopfsteinpflaster, das wir am liebsten hätten, selber verlegen kann.

Welche Klinker kommen infrage?
Wir werden historische Steine verlegen, wenn wir es bekommen schönes altes Kopfsteinpflaster, einfache quadratische Pflastersteine in einer möglichst graubraunen Farbe. Bunte Pflastersteine oder irgendwelche Muster passen bei uns überhaupt nicht hin, es handelt sich um die Einfahrt eines alten Gebäudes. Wenn Ihr neue Steine verlegt, z. B. Klinker, müsst Ihr Euch vorher Gedanken über die Verlegeart machen. Meist wird für die Fläche eine bestimmte Verbandverlegung gewählt wie z. B. Fischgrät, die dann am Rand mit einem Band, vielleicht in einem anderen Muster, abgegrenzt wird. Für die Seiten werden dann meist auch noch Steine einer anderen Farbe geplant, hier müsst Ihr also ein wenig rechnen, wie viele Steine Ihr in etwa braucht.

Pflaster verlegen – so geht’s

    • Wenn Ihr neue Steine verwendet, müsst Ihr nach der Lieferung erst einmal mischen, die Steine einer Palette können eine etwas andere Tönung haben als die der nächsten. Oder Ihr schafft es, gleichmäßig nacheinander Steine von jeder Palette zu verarbeiten.

 

    • Sollen Autos über das Pflaster fahren können, braucht Ihr eine belastbare Tragschicht von etwa 25 cm, für Fußgänger reichen 15 cm. Die kann z. B. aus Schotter-Sand-Gemisch bestehen, erst einmal muss also jede Menge Erde abgetragen werden. Dann wird die Tragschicht aufgebracht und Lage für Lage mit einem Flächenrüttler verdichtet. Dabei müsst Ihr auf ausreichendes seitliches Gefälle achten, damit Regenwasser in die gewünschte Richtung abfließen kann. Meist wird ein Gefälle von 2,5 % empfohlen, bei bestimmten Geländeverhältnissen kann das anders sein.

 

  • Auf die Tragschicht kommt das Bettungsmaterial für das Pflaster, je nach Untergrund und Pflaster 4 bis 6 cm, bei altem Kopfsteinpflaster auch mehr. Der Sand für die Bettung wird nach dem Aufbringen mit einer langen Aluminiumlatte abgezogen. Wenn das geschafft ist, solltet Ihr zur Kontrolle der gleichmäßigen Höhe Schnüre spannen oder an beiden Seiten Abzieheisen verlegen. Jetzt seht Ihr, wo noch Lücken sind, hier wird Bettungsmaterial nachgefüllt.

Bettungs- und Tragschicht

Ihr könnt die gesamte Bettungsschicht vorbereiten, wenn sich die Fläche auf diese Weise besser mit einer gleichmäßigen Schicht bedecken lässt, bis auf den letzten Millimeter abgezogen wird jedoch nur die Fläche, die an einem Tag verlegt wird. Wenn Ihr einen langen schmalen Weg pflastern wollt, wird die Bettungsschicht Stück für Stück aufgetragen und fertig abgezogen.

Für die Tragschicht kann z. B. ein Schotter-Sand-Gemisch verwendet werden, eine solche Schottertragschicht wird nach DIN EN 12620 mit Körnung 0-32 verkauft, wenn es nur um Fußgängerwege geht, ist auch eine Tragschicht aus Kies denkbar. Auf diese Tragschicht kommt die Ausgleichsschicht (Bettungsschicht) aus Edelsplitt oder Brechsand.

Das eigentliche Pflastern

    • Nun kann verlegt werden: Begonnen wird bei vielen Pflasterflächen in einer Ecke, bei Wegen werden häufig auch zuerst die Randsteine verlegt. Das setzt natürlich voraus, dass der Platzbedarf der Steine sehr genau berechnet wurde, wenn Ihr Euch in dieser Hinsicht nicht so sicher seid, solltet Ihr vielleicht nur an einer Seite die Randsteine verlegen. An der Seite, wo der Rand etwas nachgeben kann, wird der Rand dann ganz zum Schluss verlegt. Jeder Stein wird festgeklopft, je nach Stein sollte eine bestimmte Fugenbreite eingehalten werden, bei Klinker z. B. mindestens 3 mm.

 

    • Damit die Fugen überall die gleiche Breite haben, werden die Fugen mit der Fugenkelle ausgerichtet. Für ungeübte Pflasterer wäre also eine Fugenkelle schön, die genau die Fugenbreite hat. Beim Verlegen kontrolliert Ihr ständig mit Maurerschnur oder Wasserwaage, ob die Fläche gleichmäßig ist.

 

    • Wenn Ihr irgendwelche Abschlüsse herstellt, bei denen Steine nebeneinanderliegen, könnt Ihr diese Steine mit der Aluminiumlatte ausrichten, die Ihr beim Anziehen verwendet habt.

 

  • Alle Pflasterränder zu den Seiten hin müssen befestigt werden. Dazu rührt Ihr etwas Mörtel an und stellt mit ihm und einer Kelle zwischen ungepflastertem Boden und Oberfläche (Pflasterkante) eine Schräge her. Diese Schräge kann mit besonderen Randsteinen belegt werden, die einen optischen Ausgleich zwischen Pflasterfläche und Garten bewirken.

Als Füllmaterial ist spezieller Fugensand zu empfehlen – aber kein Muss.

Immer wenn Ihr ein Teilstück fertig verlegt habt, müsst Ihr die Fugen mit Fugensand füllen und einschlämmen. Wenn die Pflasterfläche getrocknet ist, kann sie vom Fugenmaterial gereinigt werden, sie wird mit einem Besen abgefegt. Dann wird sie mit einem Rüttler gut verdichtet, bei bestimmten Pflastersteinen verhindert eine Gummischürze unter dem Rüttler Kratzer. Anschließend wird nochmals verfugt, also erneut Sand eingefüllt und eingeschlämmt.

Pflaster „verfugen“ oder versiegeln?

Als Fugenfüllmaterial kann Brechsand verschiedenster Qualitäten eingesetzt werden, z. B. Brechsand aus schottischem Granit oder aus Sandstein, aber auch Split, das hängt vom Unterbau, vom Pflaster und von der Nutzung ab. Vom Brechsand wird häufig behauptet, dass er nie mehr Unkraut und Ameisen durchlasse. Es stimmt zwar, dass Brechsand besonders behandelt wird und deshalb als besonders sauber anzusehen ist. Er enthält also vielleicht keine Samen, aber er ist nicht davor gefeit, irgendwann mit Samen kontaminiert zu werden, die dann auch im Brechsand wachsen.

Wenn Ihr Unkraut auf Dauer fernhalten wolltet, müsstet Ihr die Fugen versiegeln, z. B. mit einem Zement-Sand-Gemisch oder auch mit anderen Substanzen aus dem Baumarkt. Das ist aber ökologisch meist ein sehr zweifelhaftes Vorgehen, zu viel Wasser kann auch nicht ablaufen, und außerdem sind die heute modernsten Pflaster die, bei denen Pflanzen aus den Fugen wachsen. So wollen wir es eigentlich haben, aber erst einmal müssen wir unser Traumpflaster bei einem Händler historischer Bausteine finden.
(von Halina)

Eure Kommentare

2 Kommentare zu “Pflastersteine (Kopfsteinpflaster) selber verlegen”

  1. Wo genau liegt denn der Unterschied von „Brechsand“ zu ganz normalem Sand den ich im Baumarkt bekomme? Oder ist der Sand, den ich so kaufen kann immer Brechsand?

    Geschrieben von Gerd | 25. April 2012, 08:59
  2. Zu der Frage von Gerd:

    Brechsand ist Sand, der künstlich aus größerem Gestein zerkleinert wurde. Die einzelnen Körner weisen Spitzen und Kanten auf.

    Normale Sandkörner sind durch Ihr natürliches Alter meist abgerundet.

    Zum Verhindern des Unkrautwuchses würde ich wie im Text beschrieben auch eher zum Zement-Sand-Gemisch greifen.

    Viele Grüße,
    Henrik

    Geschrieben von Henrik Schmitz | 24. Mai 2012, 16:18

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