Die Schüsselblume enthält teilweise nicht völlig ungefährliche Inhaltsstoffe, weshalb sie nur in kleinen Mengen verwendet werden darf. Weitaus gefährlicher ist es allerdings, sie mit giftigen Verwandten zu verwechseln.

Inhaltsstoffe

Die hier heimische Art ist unter anderem die Wiesenprimel (Primula veris). Sie ist in einigen Gebieten geschützt und darf, wenn überhaupt, nur in Kleinstmengen gepflückt werden. Viel haben daher Pflanzen aus dem Fachhandel in ihrem Garten, wo die Nutzung natürlich erlaubt ist. Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe ist sie eine traditionelle Heilpflanze, die jedoch hoch dosiert, ebenfalls gefährlich werden kann.

Die Inhaltsstoffe von Primula veris:

  • Saponine
  • Flavonoide
  • Ätherisches Öl
  • Triterpensaponine
  • Zuckerstoffe

Hinweis: Der Gehalt an Inhaltsstoffen variiert je nach Pflanzenteil. Vor allem in der Wurzel ist eine große Menge an Triterpensaponinen enthalten.

Wirkung

Die Triterpensaponine werden in der Volksmedizin dazu verwendet, um die Magenschleimhaut zu reizen, die wiederum die Bronchialschleimhaut zur

Schleimproduktion anregen soll. Die Wiesenprimel wird als Erkältungsmittel bei Bronchialinfekten beworben, ist jedoch nicht gänzlich ohne Nebenwirkung.
Vor allem die Reizung der Magenschleimhaut kann beim Menschen zu folgenden Nebenwirkungen führen:
  • Magenschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Überreizung der Schleimhäute
  • Dermatitis

In seltenen Fällen kann es sogar zu Erbrechen und deutlichen allergischen Reaktionen der Haut kommen. Die Reaktionen der Haut zeigen sich sogar dann, wenn betroffene Personen Extrakte aus den Pflanzen nur innerlich genutzt haben.

Gefahr für Menschen

Für gesunde Erwachsene ist die Schüsselblume bedenkenlos in kleineren Mengen essbar. Verwendet wird dazu das Kraut und auch die Wurzel der Schlüsselblumen ist eine traditionelle Heilpflanze in der Volksmedizin. Bei Kindern bzw. Kleinkindern sollten Sie jedoch auf die Schüsselblume verzichten. Das Abhusten des Schleims kann beispielsweise ohne zusätzliche Hilfe problematisch werden und die Mägen können stark gereizt reagieren.
Verwendung der Schlüsselblume:

  • Blüten: essbare Dekoration, Färbemittel,
    Tee
  • Blätter: klein geschnitten für Salate
  • Wurzeln: Tee bei Bronchialbeschwerden

Als Färbepflanze eignet sich Primula veris nur begrenzt, denn um eine nennenswerte Farbgebung zu erhalten, müssen größere Mengen Blüten vorhanden sein. Meist sind jedoch nur Kleinstmengen verfügbar, die dafür reichen, um etwa einige Ostereier zu färben. Sie können jedoch die Blüten als Schmuckdroge bei Tees verwenden, mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass sie sogar eine, wenn auch wesentlich schwächere Wirkung als die Wurzeln haben.

Hinweis: Schwere Vergiftungen durch Schlüsselblumen bei Erwachsenen oder Kindern sind bisher nicht bekannt, weshalb die Wiesenprimel als essbar gilt. Symptome wie Magenbeschwerden klingen meist von selbst ab, sobald keine Schlüsselblume mehr konsumiert wird.

Problematisch kann die Schlüsselblume für Personen werden, die Magenprobleme hat. Diese Personengruppe sollte gänzlich auf eine Nutzung der Pflanze, egal in welcher Form, verzichten.

Kein Haustierfutter

Hunde oder Katzen kommen nur selten mit nennenswerten Mengen an Schlüsselblumenkraut in Kontakt. Selbst wenn sie die Pflanze anknabbern oder ganze Blätter fressen, bringen sie sich damit nicht in Gefahr. Etwas anders sieht es aus, wenn davon große Mengen Kleintieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen gefüttert werden. Die Wiesenprimel neben anderen Schlüsselblumen wie der weitverbreiteten Primula elatior landen nicht selten in einem frischen Futterbouquet für die Kleintiere und das oft sogar absichtlich, da die Pflanzen sich zeitlich im Frühjahr zeigen. Da der überwiegende Teil an bedenklichen Inhaltsstoffen in der Wurzel sitzt, sind einige wenige Blätter für die Tiere nicht gefährlich, größere

Menge können jedoch schwere Vergiftungen verursachen.

hohe Schlüsselblume - Primula elatior

Die Symptome sind vergleichbar wie beim Menschen, werden jedoch häufig zu spät erkannt. Damit Haus- bzw. Kleintiere Symptome zeigen, müssen sie jedoch große Mengen verzehrt haben.

Gefahr durch Kreuzung

Primeln gehören zu beliebten Pflanzen, von denen exotische Arten wie die Primula obconica als Zimmerpflanze kultiviert werden. Exoten können beispielsweise eine Allergie auslösen, die sich in Form von Juckreiz bei Kontakt zeigt. Primeln sind nicht ohne Grund beliebte Pflanzen, denn sie sind einfach zu kultivieren. Einfach ist es auch, neue Züchtungen durch Kreuzungen zu schaffen. Die Kreuzung passiert nicht nur bei der Zucht, sondern auch mittlerweile zwischen Kultur- und Wildformen.

Durch die zunehmenden Kultursorten steigt das Risiko, dass sich Wildformen, mit Kultursorten, die einen höheren Gehalt an problematischen Inhaltsstoffen haben, kreuzen. Daraus resultieren oft Pflanzen, die nicht eindeutig bestimmbar sind, da sie weder eindeutige Merkmale der Wildform noch der Kulturform aufweisen. Von der Verwendung von Primeln, die nicht eindeutig bestimmbar sind, sollten Sie daher absehen.


Quellen:
https://praxistipps.focus.de/primeln-giftig-fuer-mensch-und-haustier-einfach-erklaert_116519
https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/becher-primel/
https://hundeinfoportal.de/hundewissen/hundegesundheit/vergiftungen-hund/fuer-hunde-giftige-pflanzen/
https://www.katzen-leben.de/katzen-pflanzen/sind-primeln-fuer-katzen-giftig/
https://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Schl%C3%BCsselblume