Aromatisch duftend, farbenprächtig und romantisch anmutend - Lavendel gehört zu den beliebtesten Gewürzpflanzen innerhalb der heimischen Grünanlage. Doch die dekorative Pflanze wird nicht nur als optisches Highlight im Garten verwendet, sondern soll auch Insekten wie Zecken und Wespen abwehren. Mittlerweile konnte eine gewisse Wirkung des Gewächses nachgewiesen werden, die vor allem auf die enthaltenen ätherischen Öle beruht. Doch die Anwendung führt nicht in jedem Fall zum gewünschten Effekt.

Lavendel - Inhaltsstoffe und Anbau

In vielen Gebieten in Deutschland sind Zecken und Wespen zu einer regelrechten Plage geworden. Wer seinen Garten überwiegend ökologisch bewirtschaftet, möchte jedoch nicht unbedingt ausschließlich chemische Schädlingsbekämpfungsmittel im Kampf gegen Zecken verwenden;
als pflanzliche Alternative stehen diverse Duftpflanzen zur Verfügung. Hierzu gehören:
  • Schmalblättriger Lavendel
  • Katzenminze
  • Rosmarin
  • Rainfarn
Insbesondere der immergrüne Lavendel verströmt einen intensiven Duft, der Zecken fernhält. Für diesen starken, aromatischen Duft sind die verschiedenen ätherischen Öle verantwortlich, die in der Pflanze enthalten sind. Die spezifische Wirkung erzielt vor allem Cineol, Campher und Linaol. Die Blütenblätter der Lavendelpflanze variieren von Silbergrau über Weiß bis hin zu Rosa und Lila.

Lavendel wird am besten auf leicht alkalischem Boden kultiviert, der einen pH zwischen 6,5 und 7,5 aufweist. Darüber hinaus sollte das verwendete Substrat eine hohe Durchlässigkeit aufweisen und nicht zur Staunässe neigen. Lavendel blüht an einem sonnigen Standort und kann temporäre Trockenheit durchaus verkraften. Für einen schöneren Wuchs lohnt es sich, das Gewächs im Frühjahr zurück zu schneiden.

Tipp: Es hat sich bewährt, den Lavendel in Kombination mit anderen Insekten abwehrenden Kräutern zu pflanzen; auf diese Weise werden Zecken mit mehreren, unangenehmen Düften konfrontiert, die ich in ihrer Wirkung summieren.

Auf dem Balkon oder im Garten hübsch arrangiert, entfaltet der Lavendel neben seinen Insekten abwehrenden Eigenschaften zusätzlich dekorative Effekte.

Lavendel als ätherisches Öl

LavendelBereits im Mittelalter wurden Lavendelblüten auf die Fußböden gestreut und Lavendelsträuße in Schränken verteilt, um Ungeziefer fernzuhalten. Heute wird der Lavendel vor allem in verarbeiteter Form gegen Zecken und Wespen angeboten - vor allem als ätherisches Öl. Besonders wirksam erweist sich das Produkt als Anti-Zecken-Mittel und Wespenschutz, wenn es mit anderen ätherischen Ölen kombiniert wird, zum Beispiel mit:
  • Anis
  • Basilikum
  • Geranien
  • Thymian
  • Rosmarin
  • Pfefferminze
  • Eisenkraut

Lavendelöl in Anti-Ungeziefer-Lotionen für die Haut

Um Zecken und Wespen fernzuhalten, wird Lavendel in verschiedenen natürlichen Anti-Ungeziefer-Mitteln eingesetzt, die meist in Kombination mit anderen ätherischen Ölen als Lotionen erhältlich sind. Diese Lotionen werden auf die Haut aufgetragen; auf diese Weise wird die Haut des Anwenders mit einem Duftfilm überzogen, der Zecken und anderes Ungeziefer abschreckt. Zubereitungen auf Basis von Lavendelöl, die zum Auftragen auf die Haut geeignet sind, können jedoch auch selbst hergestellt werden. Hierzu werden am besten hautfreundliche Basisöle verwendet, zum Beispiel:
  • Johannsikrautöl
  • Jojobaöl
  • Mandelöl
  • Olivenöl
In diese Öle werden einige Tropfen Lavendelöl und andere Anti-Zecken-Öle gegeben. Bei starker Sonneneinstrahlung besteht auch die Möglichkeit, das Lavendelöl in die Sonnenmilch zu geben. Obwohl eine gewisse Wirkung von solchen Lotionen und Ölen durchaus nachgewiesen werden kann, stößt diese auch an ihre Grenzen; so schützt eine solche Lotion zwar mehrere Stunden zuverlässig vor Zecken,
jedoch muss die Anwendung breitflächig erfolgen. Das bedeutet, dass Zecken in der Lage sind, duftfreie Hautareale zu finden und sich dort niederzulassen. Der Schutz vor Wespen ist allerdings auch bei unzureichender Auftragemenge gegeben. Konventionelle Lotionen, die synthetische Stoffe enthalten, müssen hingegen grundsätzlich nur partiell aufgetragen werden, um einen Schutz zu gewährleisten - und sind so in diesem Punkt der Ölkombination überlegen. Zudem strömen sie einen weniger penetranten Duft aus.

Lavendelöl in der Duftlampe

Um in bestimmten Bereichen innerhalb der heimischen Grünanlage Zecken und Wespen abzuhalten, hat es sich bewährt, einige Tropfen Lavendelöl in die Duftlampe zu geben. Insbesondere an lauen Sommerabenden sorgt die Zugabe von Zitrusdüften wie Orange oder Zitrone für eine zusätzliche Erfrischung. Auch die Herstellung eines Anti-Ungeziefer-Wassers nach folgender Anleitung ist möglich:

1. Wasser in ein Becherglas geben

2. Lavendelöl und andere ätherische Öle eintropfen

3. Mischung gut umrühren

4. Mischung in eine Sprayflasche umfüllen

Lavendelöl zur Zeckenabwehr bei Tieren

LavendelLängst werden Lavendelöle auch zur erfolgreichen Zeckenabwehr bei Tieren eingesetzt. Allerdings kombinieren entsprechende Hersteller auch bei solchen Zubereitungen unterschiedliche ätherische Öle miteinander, um die Wirksamkeit zu erhöhen. Als besonders effektiv hat sich hierbei Geraniol erwiesen, das den Chitinpanzer von Zecken angreifen und die Tiere anschließend austrocknen soll. Dieses Öl ist dem Lavendelduft von der Wirksamkeit her weit überlegen, so dass dem Geraniol den Vorzug gegeben werden sollte. Dennoch kann auch Lavendel für den temporären Einsatz empfohlen werden.

Eine einfache Behandlungsmethode besteht darin, ein Tuch mit ätherischen Ölen zu beträufeln und dem Tier anschließend umzubinden. Hunde lassen sich in der Regel das Öl auch direkt auf das Fell auftragen, Katzen hingegen werden an dieser Stelle eher mit abwehrendem Verhalten reagieren.

Vorsicht: Bei vielen Tieren treten Überempflindichkeitsreaktionen auf, wenn sie mit ätherischen Ölen behandelt werden. Daher sollte sich der Anwender im Vorfeld genau darüber informieren, welche Qualität das Öl aufweist und ob es auch für die spezielle Anwendung am Tier geeignet ist!

Lavendelöl nach Insektenstichen

Lavendelöl eignet sich nicht nur zur Abwehr von Wespen - sondern auch zur Behandlung von Wespenstichen. Dann entfaltet das Öl folgende Wirkungen:
  • hemmt die Entzündung
  • stillt den Schmerz
  • lindert den Juckreiz
Da insbesondere der Juckreiz stillende Effekt beim Auftragen auf die Haut zu verspüren ist, tragen Anwender das Öl auch nach Mückenstichen auf. Nach dem Stich genügt es, zwei Tropfen Lavendelöl pur auf die betroffene Stelle zu träufeln, um einen Effekt zu erzielen.

Lavendelöl - auf die Qualität kommt es an!

Hochwertiges Lavendelöl ist teuer - allerdings lohnt sich der Einsatz solcher Qualitätsöle vor allem dann, wenn eine direkte Anwendung an Mensch oder Tier erfolgen soll. Dann ist es ratsam, zu naturreinen Ölen in Bio-Qualität zu greifen; diese weisen alle wichtigen Inhaltsstoffe auf, die für die Zeckenabwehr wichtig sind. Darüber hinaus sind naturreine Bioöle nicht zusätzlich mit chemischen Stoffen versetzt; aus diesem Grund sind sie insgesamt wesentlich verträglicher als vergleichbare Billigöle und rufen auch seltener Unverträglichkeitsreaktionen hervor.

Fazit
Lavendelöl verfügt über ein insgesamt breites Anwendungsspektrum; es kann sowohl als Insektenabwehr im Garten oder am Menschen, als Pflanze oder als ätherisches Öl zum Einsatz kommen. Eine gewisse Wirkung konnte zwar inzwischen nachgewiesen werden - die jedoch auch ihre Grenzen aufweist. Ob Lavendel zum Einsatz kommen soll, muss deshalb in jedem Fall individuell entschieden werden.