Wenn sich schwarz-rote Käfer im Garten angesiedelt haben, bekommt es der Hobbygärtner mit der Angst zu tun. Nicht nur die Signalfarben bereiten Sorgen, sondern auch die befallenen Pflanzen. Doch nicht jede Art hat es auf das Pflanzengewebe abgesehen. Viele Insekten treten nicht als Schädlinge auf, sondern erweisen sich als nützlich. Die meisten Arten können daher mit einfachen Maßnahmen verscheucht werden.

Feuerkäfer

Seinen Namen bekam der Scharlachrote Feuerkäfer (wissenschaftlich: Pyrochroa coccinea) aufgrund der markanten Rotfärbung von Halsschild und Deckflügeln. Der Rest des Körpers ist schwarz gefärbt. Feuerkäfer werden zwischen drei und 20 Millimeter lang und sind auf der Körperoberseite leicht behaart. Die Flügeldecken sind fein gerippt und tragen eine auffällige Mittelfurche. Ausgewachsene Insekten kommen dort vor, wo Blütenstaub, Honigtau und Nektar zur Verfügung stehen. Sie richten keinen Schaden an den Pflanzen an. Ihre Larven leben unter der Rinde morscher Bäume und vertilgen Schadinsekten und deren Larven. Eine Bekämpfung des Feuerkäfers ist daher nicht notwendig.

Feuerkäfer - PyrochroidaeWird ihre Anwesenheit als störend empfunden, können Sie schonende Maßnahmen ergreifen:

  • Kaffeesatz unter bevorzugte Nahrungspflanzen streuen
  • Pflanzen mit Niemöl bestäuben
  • giftfreies Insektenpulver an Pflanzen vertreibt die Käfer

Feuerwanze

Die Gemeine Feuerwanze (wissenschaftlich: Pyrrhocoris apterus) sondert einen unangenehmen Geruch ab, wenn sie sich bedroht fühlt. Sie wird zwischen sechs und zwölf Millimeter lang und hat

einen ovalen Körperumriss. Der Körper ist oberseits abgeflacht, während die Unterseite gewölbt erscheint. Die Insekten besitzen einen trapezförmigen Halsschild, dessen Seiten scharfkantig abgegrenzt oder verdickt sind. Nahezu unverwechselbar sind Feuerwanzen aufgrund ihrer markanten Färbung. Während Kopf und Fühler schwarz gefärbt sind, weisen Halsschild und Körper eine schwarz-rote Zeichnung mit zwei kreisrunden schwarzen Flecken auf. Die Insekten kommen an warmen und sonnigen Standorten vor. Feuerwanzen saugen Samen von Linden und verschiedenen Malven aus. Eine Gefahr geht von den Wanzen nicht aus. Sie können sich leicht in Häuser und Wohnungen verirren, wenn Fenster und Türen geöffnet sind.

Schonende Maßnahmen reichen aus, um die Wanzen zu vertreiben:

  • Malvengewächse in Töpfe pflanzen, die an entlegenen Standorten platziert werden
  • Rindenmulch der Balsam-Tanne 'Nana' fungiert bei Nymphen als Entwicklungshemmer
  • Fliegenklebeband wirkt in Fensterrahmen und Türsimsen als Barriere
  • Wanzenklumpen rechtzeitig im Frühjahr aus dem Winterquartier umsiedeln

Feuerwanzen - PyrrhocoridaeHinweis: Feuerwanzen sind nur zwischen März und Mai aktiv und verschwinden anschließend von selbst. Sind die Winter besonders streng, können sie die eisigen Temperaturen nicht überleben.

Lilienhähnchen

Dieser Blattkäfer trägt den biologischen Namen Lilioceris lilii und bleibt mit einer Körperlänge von sechs bis acht Millimeter vergleichsweise klein. Lilienhähnchen sind siegellackrot gefärbt. Kopf und Beine erscheinen schwarz. Sie gelten als

gefürchtete Lilienschädlinge und besiedeln bevorzugt Schachbrettblumen, kommen aber auch an anderen Riesen- und Prachtlilien vor, die auf Feuchtwiesen, in Gärten und an Ufern wachsen. Sowohl ausgewachsene Käfer als auch ihre Larven fressen das Blattgewebe und können großen Schaden anrichten.

Lilienhähnchen - Lilioceris lilii Sie lassen sich mit einfachen Mitteln bekämpfen:

  • Käfer von den Blättern absammeln
  • Gelege von den Blattunterseiten abkratzen
  • Pflanzen mit wässriger Schmierseife-Ethanol-Lösung besprühen
  • Blätter mit Algenkalk oder Gesteinsmehl bestäuben

Ritterwanze

Die Ritterwanze (Lygaeus equestris) wird bis zwölf Zentimeter lang und ist leicht mit der Feuerwanze zu verwechseln. Im Gegensatz zu dieser hat die Ritterwanze voll ausgebildete Flügel, die sie nutzen kann. Die schwarzen Flecken auf der Körperoberseite erinnern an ein Ritterkreuz. Typisch ist ein kreisrunder weißer Fleck auf den Vorderflügeln. Die Art ernährt sich von Pflanzensäften. Ritterwanzen kommen nicht als Pflanzenschädlinge in Frage, weswegen eine Bekämpfung nicht notwendig ist. Sie haben sich auf seltene Lebensräume mit warm-trockenen Bedingungen wie Trockenrasen und Ruderalflächen spezialisiert.

Ritterwanze - Lygaeus equestrisUm die Insekten von Balkon und Terrasse fernzuhalten, sollten Sie in einiger Entfernung Lockmittel einsetzen und Nahrungspflanzen in direkter Umgebung vermeiden:

  • artenreiche Gebüsche ans andere Ende des Gartens pflanzen
  • Löwenzahn in der Wiese vermeiden
  • Schwalbenwurz oder Frühlings-Adonisröschen in Töpfe setzen und entfernt platzieren

Rotdeckenkäfer

Ein häufiger Käfer in Europa ist der Rüssel-Rotdeckenkäfer (wissenschaftlich: Lygistopterus sanguineus). Dieser wird zwischen sieben und zwölf Millimeter lang und weist eine hellbraune bis rötliche Deckflügelfärbung auf. Auffallend sind die Längsrillen, die den Käfer von verwandten Arten aus der Familie unterscheidet. Typisch für andere Rüsselkäfer ist eine rasterähnliche Zeichnung, die bei dieser Art fehlt. Das Zentrum des Halsschildes ist schwarz gefärbt und läuft in die rötlichbraune Färbung der Deckflügel aus. Während sich ausgewachsene Käfer von Pollen ernähren, fressen ihre Larven Insekten in morschem Holz von Laubbäumen. Die Käfer treten nicht in großen Massen auf und sind unschädlich

für Pflanzen im Garten.

Rüssel-Rotdeckenkäfer - Lygistopterus sanguineusDie Maßnahmen gegen diesen Käfer beschränken sich auf folgende:

  • in die Wohnung verirrte Tiere einfangen und aussetzen
  • Bodenstreu und morsches Holz vermeiden, damit sich keine Larven entwickeln
  • natürliche Feinde wie Vögel und Igel fördern

Streifenwanze

Die Wanze mit dem wissenschaftlichen Namen Graphosoma lineatum wird zwischen acht und zwölf Millimeter lang und ist an ihrem markanten Streifenmuster erkennbar. Die schwarze Zeichnung befindet sich auf rotem oder gelbrotem Grund. Unterseits sind Streifenwarzen rot gefärbt und schwarz gepunktet. Sowohl Nymphen als auch ausgewachsene Streifenwanzen saugen Saft aus reifenden Samen. Auch wenn bevorzugt Doldenblütler befallen werden und Streifenwanzen teilweise in großen Massen auf den Pflanzen sitzen, besteht keine Gefahr für das Gewächs.

Streifenwanze - Graphosoma lineatumWer verhindern möchte, dass die Insekten nicht in den Garten kommen, sollte auf bestimmte Pflanzen verzichten:

  • Pastinaken sind bevorzugte Nahrungspflanzen und Paarungsorte
  • in Gärten sitzen Streifenwanzen häufig an Dill, Möhren und Fenchel
  • Gehölze in Nähe der Nahrungspflanzen bieten im Frühjahr optimale Rückzugsorte
  • in der Natur werden Haarstrang, Engelwurz, Giersch und Mannstreu besiedelt

Zipfelkäfer

Der Rote Zipfelkäfer (biologisch: Anthocomus rufus) wird knapp fünf Millimeter lang und hat rote Flügeldecken und schwarze Beine. Die Flügeldecken bedecken beim Weibchen nicht den gesamten Hinterleib, sodass eine schwarz gefärbte Spitze am Körperende hervorragt. Typisch ist der leicht ausgerandete Halsschild, der an den Kanten rötlich und in der Mitte schwarz gefärbt ist. Die Käfer bevorzugen sonnige und warme Standorte. Zu ihrem Nahrungsspektrum gehören Schilfpollen und tote Insekten, vorzugsweise die Schilfradspinne. Zipfelkäfer sind keine Pflanzenschädlinge und sollten nicht bekämpft werden.

Zipfelkäfer-Anthocomus rufusTipp: Wenn Sie die Insekten als störend empfinden, können Sie diese mit Zuckerwasser anlocken. Sammeln Sie die Käfer anschließend ein und setzen Sie sie außerhalb des Gartens aus.