Im menschlichen Lebensumfeld finden Stechmücken ideale Rahmenbedingungen, um sich ungestört ihrem Fortbestand zu widmen. Angenehme Temperaturen, wehrlose Blutopfer bei Nacht und keine Fressfeinde weit und breit, machen primär das Schlafzimmer zu ihrem bevorzugten Tummelplatz. Nach einer schlaflosen Nacht, übersät mit juckenden, schmerzenden Quaddeln, stößt selbst der strengste Naturfreund an seine Belastungsgrenzen. Der Griff zum Insektizid ist dennoch nicht erforderlich. So werden Sie Mücken in der Wohnung giftfrei los.

Was macht Mücken zu penetranten Quälgeistern?

Während der warmen Jahreszeit dreht sich bei Mücken alles um den Fortbestand der Sippe. Obschon die Nahrung der Insekten hauptsächlich aus Nektar und Pflanzensäften besteht, sind die Weibchen zusätzlich auf Blut von Säugetieren angewiesen. Erst wenn sie die darin enthaltenen Proteine aufnehmen, gelingt die Eiproduktion für ihre Fortpflanzung. Entsprechend zielstrebig begeben sich weibliche Mücken auf die Jagd nach Blutspendern, vorzugsweise in der Dämmerung und bei Nacht. Dabei scheuen sie sich nicht, dreist in
Wohnungen einzudringen und zielstrebig das Schlafzimmer anzusteuern.

Mit ihrem äußerst sensiblen Geruchssinn nehmen Stechmücken bestimmte Körperdüfte sowie den Kohlendioxidgehalt der Atemluft wahr. Wer rechtzeitig das unangenehme Sirren wahrnimmt, kann sich immerhin auf Kosten seiner Nachtruhe der Attacke erwehren. Wer hingegen tief und fest schläft, ist den Blutsaugern wehrlos ausgeliefert. Zunächst warten die Biester kurze Zeit, um sicherzugehen, dass ihre Landung unbemerkt blieb.

Dann stechen sie zu und verabreichen ein lokal betäubendes und zugleich gerinnungshemmendes Sekret. Auf diese Attacke reagiert der menschliche Körper mit einem Gegenangriff, indem der Botenstoff Histamin ausgeschüttet wird. Das Resultat sind die quälend juckenden Schwellungen. Fatalerweise können Mücken ihren Stechrüssel unversehrt aus der Haut herausziehen. Deckte die abgezapfte Blutmenge nicht den Bedarf, setzen die Quälgeister ihr infames Treiben fort, schlimmstenfalls die ganze Nacht hindurch.

Tipp: Anti-Mückensprays und Biozid-Verdampfer wehren die Insekten zwar einige Stunden ab. Wie Stiftung Warentest im Mai 2017 festgestellt hat, ist die Anwendung der Mittel mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Jedes der getesteten Produkte ist mit gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen verbunden.

Mit Gerüchen vertreiben

Eine nachhaltig wirksame Methode der Mückenabwehr nutzt den sensiblen Geruchssinn der Insekten. Auf ihren Patrouillen-Flügen durch die Wohnung nehmen die kleinen Vampire Schweißgeruch und ausgeatmetes Kohlendioxid wahr, um sich daran zu orientieren. Diese Stärke wird gezielt gegen die Insekten gewendet. In Feldversuchen wurde ermittelt, welche Gerüche auf Mücken abschreckend wirken. Das Ergebnis war ermutigend, denn was die Plagegeister verscheucht, wirkt auf menschliche Nasen durchaus angenehm. Obschon die Methode hinsichtlich ihrer Erfolgsquote nicht unumstritten ist, hat sie sich als praktikable Alternative zu Biozid-Dämpfen in der Wohnung erwiesen. Die erfolgversprechendsten Vergrämungsmittel stellen wir Ihnen im Folgenden näher vor:

Lavendel - bewährter Klassiker gegen Mücken

LavendelIst von Lavendel als Vergrämungsmittel gegen Mücken die Rede, handelt es sich faktisch um eine Wirkstoff-Kombination. Lavendelduft alleine vertreibt die Blutsauger nicht aus Ihrer Wohnung. Kommen hingegen die Aromen von Nelken und Zitronen hinzu, entsteht eine unsichtbare Barriere gegen Stechmücken. Da diese Düfte für menschliche Nasen angenehm sind, spricht nichts gegen deren Einsatz in der Wohnung.

Materialliste
  • Lavendelöl
  • Zitronenöl
  • Nelkenöl
  • Verschließbares Glasgefäß
  • Stövchen oder Duftlampe
  • Teelichter
  • Dekokugeln aus Rattan
  • Watte
  • Streichhölzer oder Feuerzeug
  • Handschuhe
  • Pipette

Mit diesen Materialien basteln Sie sich gleich zwei einfache Vorrichtungen, um Stechmücken ohne Chemie aus Ihrer Wohnung vertreiben und von einem Eindringen abhalten. Die Zutaten belasten mit moderaten Kaufpreisen die Haushaltskasse kaum und können regelmäßig nachgefüllt werden für eine unterbrechungsfreie Wirkung. Im ersten Schritt mischen Sie Lavendel-, Zitronen- und Nelkenöl im Glasgefäß zu gleichen Teilen. Bitte bedenken Sie, dass es sich bei ätherischen Ölen um hochkonzentrierte Essenzen handelt, die unverdünnt nicht mit der Haut in Kontakt kommen sollten. Legen Sie daher die empfohlenen Handschuhe an.

So verfahren Sie weiter:
Jede Rattankugel wird mit Watte gefüllt. Daraufhin entnehmen Sie dem Glasgefäß mit der Pipette die Lavendel-Öl-Mischung und träufeln einige Tropfen auf die Watte. Hängen Sie in jedes Fenster ein bis zwei der duftenden Kugeln. Die kugelige Mücken-Abwehr platzieren Sie bitte so, dass sie bei geöffnetem Fenster in der Mitte hängt. Wird das Fenster gekippt, befindet sich die ideale Position im Bereich der oberen Öffnung.

Das Stövchen wird mit einem Teelicht bestückt. In die kleine Schale füllen Sie je 20 Tropfen der Öl-Mischung und 20 bis 40 Milliliter Wasser oder Alkohol. Als Emulgator für eine Öl-Wasser-Mischung dient ein Tropfen Spülmittel. Hochprozentiger Alkohol geht in der Regel von selbst eine
Verbindung mit den Ölen ein. Sobald Sie das Teelicht entzünden, verbreitet sich im Raum ein für Menschen angenehmer Duft, wohingegen Mücken angewidert das Weite suchen.

Zitronenscheiben mit Gewürznelken

Die abwehrende Wirkung von Zitronen- und Nelkenduft auf Mücken hat sich seit Generationen bewährt. Indem Sie beide Gerüche zu einer Einheit zusammenfügen und in der ganzen Wohnung verteilen, nehmen Stechmücken Reißaus. Zu diesem Zweck zerschneiden Sie Zitronen in Scheiben und spicken sie mit Gewürznelken. Damit der scharfe Zitronensaft Ihre Möbel nicht beschädigt, legen Sie die Mücken-Abwehrpakete auf kleine Teller oder Glas-Untersetzer. Bestücken Sie ebenfalls die Fensterbänke mit dem natürlichen Repellent-Mittel aus der Küche.

Citronella-Kerzen

Brennende Kerzen mit Citronella-Öl schlagen Mücken in die Flucht, die sich in Ihrem unmittelbaren Umfeld befinden. Mit diesem Abwehreffekt machen sich die duftenden Kerzen drinnen und draußen nützlich. In Feldversuchen konnte festgestellt werden, dass Menschen im Einzugsbereich dieser Spezial-Kerzen um bis zu 42 Prozent weniger gestochen wurden. Wer sich allerdings den ganzen Sommer mit dieser Strategie gegen Stechmücken erwehren möchte, muss tief in die Tasche greifen. Die Brenndauer von Teelichtern ist auf 4 bis 5 Stunden begrenzt, im großen Glas auf 8 bis 9 Stunden.

Pflanzen mit Vergrämungseffekt

MückenlarvenUm Mücken auf Dauer aus der Wohnung zu vertreiben, beziehen Sie die Fensterbank drinnen und draußen in Ihre strategischen Maßnahmen mit ein. Die folgenden Pflanzen haben den Ruf erworben, zumindest einen teilweisen Beitrag zu leisten in der ökologischen Bekämpfung von Mücken.
  • Geranie 'Moskito-Schocker' (Pelargonium crispum)
  • Moskito-Pflanze (Agastache cana)
  • Geranie 'Lemon Fancy' (Pelargonium) mit dem intensivsten Zitronenduft überhaupt
  • Zitronen-Thymian (Thymus herba-barona v. citriodorus)
  • Gewürz-Tagetes 'Lemon Gem' und 'Orange Gem' (Tagetes tenuifolia)
  • Weihrauch-Pflanze (Plectranthus coleoides)
Beobachtungen Mücken-geplagter Hausgärtner bestätigen fernerhin die abwehrende Wirkung von Tomatenpflanzen. Kleine Sorten, wie Tiny Tom und Primabell, gedeihen ausgezeichneten im Topf und Blumenkasten auf der Fensterbank. Der unnachahmliche Duft der südamerikanischen Nachtschattengewächse scheint Stechmücken überhaupt nicht zu behagen.

Tipp: Mit einem engmaschigen Netz wird Ihre Schlafstatt zur Mücken-freien Zone. Wählen Sie idealerweise ein Moskitonetz mit einer Maschenweite von 1,2 bis 2 Millimetern. Damit diese Strategie nicht nach hinten losgeht, stellen Sie vor dem Schlafengehen sicher, dass sich nicht bereits eine Stechmücke unter dem Netz befindet.

Giftfreie Mittel aus dem Handel

Fehlt es Ihnen an Zeit, um Abwehr-Mittel gegen Mücken selbst herzustellen? Dann hält der Fachhandel verschiedene Produkte bereit, die auf chemische Bestandteile konsequent verzichten und dennoch Stechmücken vertreiben:

Anti-Mücken-Aufkleber

Der Hersteller Squitos hat Aufkleber entwickelt, die in einem engen Wirkungskreis Mücken mit natürlichen Mitteln vertreiben. Ziehen Sie die Klebefolie ab und befestigen die Repellent-Pflaster an Ihrem Hosenbund, auf Möbeln oder am Bettkasten. Für bis zu 72 Stunden verströmen Anti-Mücken-Aufkleber den Duft ätherischer Öle. Für Kinder gibt es Pflaster mit lustigen Tiermotiven, die bei Tag und Nacht die Blutsauger auf Abstand halten.

ECO Lotion mit Mückenschreck

Klassische Cremes und Lotionen gegen Mücken enthalten als Biozide chemische Stoffe, die Allergien und andere Nebenwirkungen auslösen können. Wer für den Schutz vor Stechmücken nicht mit seiner Gesundheit zahlen will, greift auf das Produkt aus der veganen Naturkosmetik zurück. Rein natürliche Inhaltsstoffe dieser Lotion überdecken Körper- und Schweißgeruch, sodass die Blutsauger Sie nicht ausfindig machen. Dank einer milden Zusammensetzung ist die ECO Lotion mit Mückenschreck auch für empfindliche Kinderhaut geeignet. In Ermangelung menschlicher Opfer, suchen sich die Mücken außerhalb Ihrer Wohnung andere Angriffsziele.

Für Naturfreunde mit schnellem Reaktionsvermögen steht das Snapy Insektenfanggerät bereit. Wer sich von Mücken nicht terrorisieren lässt und ihnen dennoch nicht nach dem Leben trachtet, fängt die Nervensägen einfach ein. Im Freien schenken Sie den Insekten anschließend wieder die Freiheit. Das Gerät kann mit einer Hand bedient werden und besteht aus pflegeleichtem Kunststoff. Natürlich lassen sich mit Snapy ebenfalls Bienen, Wespen, Spinnen und andere Nützlinge einfangen, die sich in Ihre Wohnung verirrt haben.

Fazit
Mit diesem Ratgeber sind Sie gerüstet, um nervtötenden Stechmücken in Ihrer Wohnung endlich beizukommen und Ihren ökologischen Prinzipien dennoch treu zu bleiben. Naturnahe Strategien nutzen den sensiblen Geruchssinn der blutsaugenden Quälgeister aus, um sie auf Nimmerwiedersehen zu vertreiben. Beste Erfolgsaussichten verspricht eine Mischung aus Lavendel-, Zitronen- und Nelkenöl, dekorativ in Rattankugeln oder Stövchen. Mit Gewürznelken gespickte Zitronenscheiben, Zitronella-Kerzen und Mücken-vertreibende Pflanzen attackieren ebenfalls die feinen Nasen von Mücken. Wem die Zeit zum Selberbasteln fehlt, greift auf giftfreie Repellent-Produkte aus dem Handel zurück.