Mit Blumen kann man seine Gefühle zum Ausdruck bringen, weshalb sie insbesondere Frauen lieben. Für jeden Anlass und jeden Geschmack gibt es die Richtige. Sie stehen für Unbeständigkeit und Vergänglichkeit. Leider ist die Pracht meist nur von kurzer Dauer. Das muss aber nicht sein, denn mit den richtigen Techniken und Materialien kann man sich deutlich länger an ihnen erfreuen.

Methoden zum Haltbarmachen von Blüten

An dem Spruch 'Blumen sagen mehr als 1000 Worte' ist viel Wahres dran. Rosen sind dafür das beste Beispiel. Nur schade, dass die Haltbarkeit frischer Pflanzen deutlich begrenzt ist. Aber warum die Haltbarkeit schöner Blumen oder Blütenköpfe nicht einfach verlängern, beispielsweise indem man sie konserviert. Dabei ist es wichtig, direkt nach dem Schneiden mit der Konservierung zu beginnen. Das ist auf unterschiedliche Art und Weise möglich.

Mit Glycerin

Eines der gängigsten Mittel, Pflanzen haltbar zu machen ist Glycerin oder Glycerol, ein Zuckeralkohol. Er besitzt die Eigenschaft, viel Feuchtigkeit zu binden. Neben Glyzerin aus der Apotheke benötigt man warmes Wasser und eine Vase oder Flasche in die man die Blume stellen kann. Mit der Trocknung sollte man beginnen, wenn Rosen, Hortensien und Co. am schönsten sind.

  • Ein Teil Glycerin mit zwei Teilen warmem Wasser in eine Vase geben
  • Wassertemperatur zwischen 37 und 38 Grad
  • Die Stiele unten frisch anschneiden
  • Sie sollten idealerweise etwa 20 cm lang sein
  • Blätter, die in Berührung mit Glycerin kommen könnten, entfernen
  • Anschließend in die Wasser-Glycerinmischung stellen
  • Blumen nehmen während der Konservierung das Gemisch auf
  • Trocknung erfolgt innerhalb weniger Tage
  • Trockenblumen aus der Vase nehmen
  • Bei Bedarf Stiele bis auf etwa einen
    Zentimeter abschneiden

Möchte man nur die Blüten ohne Stiel trocknen, befüllt man eins oder mehrere Einweggläser mit Wasser und Glycerin im entsprechenden Verhältnis. In jedes Glas legt man dann jeweils eine einzelne Blüte und lässt sie dort für etwa 72 Stunden. Der Trocknungsvorgang ist abgeschlossen, wenn aus den Spitzen der Blütenblätter kleine Glycerintröpfchen austreten.

Tipp: Die getrockneten Pflanzen sollten weder Feuchtigkeit ausgesetzt noch in der Sonne stehen, um nicht auszubleichen.

Silicagel, Trockensalz oder Waschpulver

Blumen trocknen mit SalzenSilicagel in Pulverform kann genauso verwendet werden wie Trockensalz. Blütenköpfe, die man auf diese Art trocknen möchte, sollten sich trocken anfühlen und nicht feucht sein. Es ist ratsam, an den Blüten wenige Zentimeter Stiel zu belassen, so sind sie besser zu handhaben. Ergänzend zum Silicagel oder Salz benötigt man einen nicht zu großen, verschließbaren Behälter.

  • Behälter je nach Größe der Blüten, einige Zentimeter mit Trocknungsmittel befüllen
  • Darauf das Pflanzenmaterial legen
  • Sollte sich nicht gegenseitig berühren
  • Das Pulver oder Salz über die Blütenblätter rieseln lassen
  • Müssen vollständig damit bedeckt sein
  • Es sollten keine Hohlräume zurückbleiben
  • Zum Schluss den Behälter verschließen
  • Für zwei bis drei Wochen an einen trockenen und warmen Platz stellen
  • Trocknungsvorgang dauert etwa drei bis vier Tage

Danach können die Blüten herausgenommen und leicht geschüttelt werden, um anhaftende Reste des Trocknungsmittels zu entfernen. Silicagel und Salz müssen danach nicht zwingend entsorgt werden. Man kann

beides problemlos wiederverwenden. Dazu muss man es nur bei 120 Grad für etwa eine Stunde in den Backofen schieben. Nach dem Abkühlen füllt man es in ein luftdicht verschließbares Gefäß. Anstelle von Salz oder Silicagel kann man auch Waschpulver zur Konservierung verwenden. Die Anwendung ist dieselbe.

Tipp: Der Vorteil von Silicagel und Trockensalz liegt darin, dass die Farbe der Blütenblätter am besten erhalten bleibt. Bei der Verwendung von Silicagel sollte man am besten Handschuhe tragen, da es bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen kommen kann.

An der Luft

Blumen an der Luft trocknenDie klassische Methode ist das Trocknen an der Luft. Sie eignet sich insbesondere für ganze Blumen, weniger für Einzelblüten. Damit sie ihre schöne, natürliche Form behalten, sollten sie Kopf über, d.h., mit der Blüte nach unten, getrocknet werden. Entweder man bindet sie einzeln oder in kleinen Sträußen an den Stielen zusammen. Dann hängt man sie an einem trockenen und warmen Ort auf, beispielsweise auf einem Dachboden oder im Heizungskeller. Die Trocknung kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Ob der Trocknungsprozess abgeschlossen ist, erkennt man an einem leisen Rascheln, sobald man sie berührt. So konserviert, bleiben sie einige Monate ansehnlich.

Tipp: Zum Zusammenbinden ist es ratsam, Gummiband und keinen herkömmlichen Bindfaden zu verwenden. Eine Blume schrumpft bekanntlich während des Trocknungsprozesses und könnte dann aus der Verschnürung rutschen, was bei Gummi eher nicht passiert.

Mit Kerzenwachs

Für die Wachsmethode werden ein Topf für das Wasserbad, eine hitzebeständige Schale oder Dose und natürlich Kerzenwachs benötigt. Das können Kerzenreste oder Wachs aus dem Bastelladen sein. Zunächst wird Wasser erhitzt und das Wachs im Wasserbad geschmolzen. Dabei sollte er nicht heißer werden als 60 Grad. Anschließend taucht man die Blüten kopfüber vorsichtig in das flüssige Wachs und lässt sie kurz abtropfen. Dann legt man sie zum Trocknen auf etwas Zeitungspapier.

Tipp: Nachteilig an dieser Methode ist, dass die Blütenköpfe durch das Wachs relativ schwer werden und sich vermutlich verfärben.

Im Backofen

Die Konservierung im Backofen ist die vermutlich schnellste Methode zum haltbar machen. Sie wird vor allem zum Trocknen einzelner Blütenblätter, beispielsweise von Rosen angewandt, bietet sich aber auch für komplette Pflanzen an. Man braucht lediglich noch ein Backblech und etwas Sand, den man auf selbigen verteilt. Auf den Sand legt man dann mit ausreichendem Abstand das jeweilige Pflanzenmaterial.

Nun schiebt man

das Blech in den auf 40 Grad vorgeheizten Ofen. Einzelne Blütenblätter sind nach etwa 30 Minuten getrocknet. Bei ganzen Pflanzen dauert es entsprechend länger, in der Regel mehrere Stunden. Die Dauer hängt vor allem von der zu trocknenden Menge und der jeweiligen Blumensorte ab. Am besten eignen sich für diese Methode Sorten mit vielen Blütenblättern wie z.B. Kornblumen oder Chrysanthemen.

In der Mikrowelle

Rosen trocknen in der MikrowelleFür ganz Ungeduldige bietet sich die Mikrowelle zum Konservieren an. Besonders gut hierfür eignen sich einzelne Blütenblätter oder kleinere Arten mit einfachen und flachen Blüten wie z.B. Stiefmütterchen, Geranien oder Margeriten. Was man noch benötigt, ist Küchen- und Zeitungspapier sowie zwei Keramikfliesen die nicht größer sein sollten als 20 x 20 cm. Die Fliesen müssen sich auf dem Mikrowellenteller ungehindert drehen können.

  • Zuerst Zeitung und Küchenkrepp auf Fliesengröße zuschneiden
  • Auf eine Fliese je einer Lage Küchenkrepp und Zeitungspapier
  • Darauf die frischen Blümchen auslegen
  • Dann wieder mit Zeitungspapier und Küchenkrepp bedecken
  • Die zweite Fliese oben drauf, aber nicht andrücken
  • Nun das Ganze für etwa 60 Sekunden in die Mikrowelle
  • Dauer der Trocknung von Größe und Pflanzenart abhängig
  • Falls nötig um weitere 30 oder 60 Sekunden verlängern
  • Trockenblumen etwa einen Tag an der Luft abkühlen lassen

Gepresst in einem Buch

Die Methode mit dem geringsten Aufwand ist das Pressen in einem möglichst dicken Buch. Man öffnet das Buch, legt ein Stück Küchen- oder Löschpapier auf die offene Buchseite und darauf das Pflanzenmaterial. Das deckt man dann wieder mit einer Lage Küchenpapier ab und klappt das Buch zu. Ist das Buch eher leicht, sollte man es beschweren oder zwischen dickere Bücher pressen. Nach etwa einer Woche muss das Löschpapier gewechselt und das gegebenenfalls wöchentlich wiederholt werden. Nach ca. drei Wochen ist die Trocknung in der Regel abgeschlossen. Der Nachteil am Pressen liegt darin, dass die natürliche Form der Blumen verloren geht.

Pflanzen die sich zum Konservieren eignen

Viele Pflanzen bringen wunderschöne Blütenköpfe hervor. Allerdings lässt sich nicht von allen die Haltbarkeit durch Konservieren verlängern. Ungeeignet sind alle Sorten, die besonders durstig sind wie z.B. Lilien und Tulpen. Am besten eignen sich alle Arten von Strohblumen, da sie von Natur aus wenig Feuchtigkeit enthalten. Auch Wiesenblumen wie Hortensien, Rosen, Astern, Nelken und Lavendel sowie Heide- und Schleierkraut können mit diesen Methoden haltbar gemacht werden.