Trauermücken (Sciaridae) gehören zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera), genauer zur Unterordnung der Mücken (Nematocera). Innerhalb der Familie sind rund 1.800 Arten bekannt. Es wird aber angenommen, dass es sich bei den bekannten Arten nur um einen Bruchteil aller Arten handelt. So sind allein in Europa gut 600 Arten bekannt. Die Trauermücke ist weltweit verbreitet. Sie kommt sogar in der Antarktis oder in Bergregionen mit über 4.000 Metern Seehöhe vor. Ihr bevorzugter Lebensraum sind jedoch Wälder, Moore, Feuchtwiesen oder Weiden. Mit anderen Worten, zu trockene Umgebungen mögen die Mücken nicht.

Aussehen

Trauermücken haben eine Länge zwischen
einem und sieben Millimetern. Ihr Körper ist schmal und dunkel gefärbt. Charakteristisch sind ihre dunklen Flügel, denen die Mücke auch ihren Namen verdankt. Die Beine der Trauermücken sind lang. Außerdem besitzen sie 8- bis 16-gliedrige Fühler. Die Larven haben ebenfalls einen schlanken Körper, der gräulich weiß gefärbt ist. Die Kopfkapsel der Larven ist schwarz. Sie werden zwischen drei und sechs Millimeter groß.

Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von Trauermücken dauert vom Ei bi zu erwachsenen Tier ungefähr drei bis vier Wochen. Erwachsene Trauermücken leben nur wenige Tage, nachdem sie aus der Puppe geschlüpft sind. Denn ihr einziger Lebenszweck ist die Erhaltung der Art. Da 90 Prozent der Larven weibliche Tiere sind, hat die Trauermücke im Vergleich zu anderen Tieren ein sehr hohes Vermehrungspotential. Damit die Weibchen einen männlichen Partner finden, leben die Mücken in großen Verbänden, manchmal bestehen diese sogar aus mehreren tausend Artgenossen.

Hat die Paarung stattgefunden, legt das Weibchen bis zu 200 Eier in die feuchte Erde. Aus den durchsichtigen Eiern schlüpfen bereits nach sieben bis acht Tagen die Larven. Wie die adulten Mücken leben auch sie in großen Gruppen zusammen. So können auf einem Quadratmeter bis zu 2.500 Larven zusammenleben. Die Verpuppung erfolgt in der Regel im Juli und August.

Fressverhalten

Adulte Trauermücken brauchen während ihres kurzen Lebens keine Nahrung. Die Larven hingegen fressen Laub, Rinde, Pilze, Wurzeln und andere Pflanzenteile. Deshalb zählen sie in der Natur zu den Nützlingen, da sie in Wäldern das Laub zersetzen. Im Garten zählen sie jedoch zu den Schädlingen, da sie die Wurzeln des Rasens fressen.

Schadbild

Eine Trauermückenlarvenplage erkennen Sie daran, dass zu Beginn die obersten Teile der Grashalme absterben. Danach verfärbt sich der Rasen gelblich, bis er schließlich braun bis schwarz wird, und letztendlich komplett abstirbt. Bei äußerst starkem Befall können
sich sogar ganze Rasenteile vom Boden lösen.

Verbreitung

Trauerfliege - TrauermückeAdulte Trauermücken sind trotz ihrer Flügel sehr unbeweglich, d.h., sie können keine großen Entfernungen überwinden. Allerdings werden sie durch den Wind verbreitet. Die Larven können sich auf Wanderschaft begeben und so zur Verbreitung der Art beitragen. Sie werden aber auch vom Menschen verbreitet, zum Beispiel in Torf, Humus oder Blumenerde.

Bekämpfung

Adulte Trauermücken zu bekämpfen, v.a., wenn die Tiere an Ihrem Rasen Gefallen gefunden haben, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Während bei Zimmerpflanzen Gelbtafeln, an welchen die Mücken kleben bleiben, empfohlen werden, macht diese Maßnahme im Garten kaum Sinn. Deshalb sollten Sie sich sogleich auf die Bekämpfung der Larven konzentrieren, damit keine neue Generation von Trauermücken heranwachsen kann.

Um die Larven der Trauermücke erfolgreich zu bekämpfen, bieten sich zwei Möglichkeiten an:
  • Steinernema feltiae-Nematoden (SF-Nematoden)
  • Bacillus thuringiensis israelensis (BTI-Bakterien)

SF-Nematoden

Nematoden sind Fadenwürmen und haben eine Größe von 0,8 Millimetern. Da sie mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, werden sie vermischt mit Tonmehl verkauft. SF-Nematoden gibt es in verschiedenen Packungsgrößen. So gibt es im Fachhandel zum Beispiel 3 Millionen SF-Nematoden für sechs Quadratmeter oder 50 Millionen der Fadenwürmer für 100 Quadratmeter.

Tipp: Da es sich bei SF-Nematoden um lebende Nützlinge handelt, können sie nur wenige Tage an einem kühlen Ort, z.B. im Kühlschrank, aufbewahrt werden.

Für eine erfolgreiche Bekämpfung gehen Sie wie folgt vor:
  • SF-Nematoden bzw. Gemisch in Wasser auflösen (Stammlösung)
  • Stammlösung mit Wasser verdünnen
  • Wassermenge richtet sich nach der zu gießenden Fläche
  • Rasenfläche gut gießen
Trauerfliege - TrauermückeMüssen größere Mengen ausgebracht werden, dann sollten Sie das Wasser-Nematoden-Gemisch immer wieder umrühren, damit sich die Fadenwürmer nicht am Boden absetzen. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass ev. Spritzdüsen nicht verstopft sind. SF-Nematoden aus dem Fachhandel können bei entsprechenden Temperaturen, die zwischen 8 und 28 Grad Celsius liegen sollten, das ganze Jahr über ausgebracht werden. Am besten gießen den Rasen mit den Fadenwürmern, wenn der Himmel bedeckt ist, denn die Nützlinge sind äußerst lichtempfindlich. Der ideale Zeitpunkt ist in den Abendstunden.

Tipp: Haben Sie die Larven der Trauermücke erfolgreich mit den Würmern bekämpft, dann sollten Sie den Vorgang nach zwei bis vier Wochen zur Sicherheit wiederholen.

Wirkung
SF-Nematoden haben die Larven der Trauermücke quasi zum Fressen gern. Sie ernähren sich von der Körperflüssigkeit der Larven und infizieren sie dabei gleichzeitig mit einem für die Larven tödlichen Bakterium. Die "Wirkung" von Nematoden hält ungefähr vier Wochen an.

Tipp: SF-Nematoden können auch vorbeugend bei der Aussaat zum Einsatz kommen.

BTI-Bakterien

BTI-Bakterien, auch B.t.i. abgekürzt, ist ein sog. Fraßgift. D.h., die Bakterien können erst dann ihre Wirkung entfalten, wenn sie von den Mückenlarven gefressen worden sind. Sind aber erst einmal im Verdauungstrakt der Larven angekommen, dann führt das Gift binnen weniger Stunden zum Tod der Larve. Da BTI-Bakterien selektiv wirken, sind sie für andere Lebenswesen nicht schädlich.

BTI-Bakterien bekommen Sie im Fachhandel in Tablettenform. Sie werden im Gießwasser nach Packungsanleitung aufgelöst. Anschließend wird der Rasen mit der Lösung
gegossen.