Wenn Chillies passend überwintert werden und die richtige Pflege erhalten, sind sie mehrjährig. Frisch oder getrocknet bringen sie Schärfe in würzige Gerichte und sind mit entsprechendem Wissen einfach zu kultivieren.

Überwintern oder nicht?

In gemäßigten Klimazonen werden Chillies - mit botanischem Namen Capsicum - häufig nur einjährig kultiviert, da die Gewächse ursprünglich aus milderen Bereichen stammen und daher nicht frosthart sind. Werden sie nicht ins Freiland gepflanzt, sondern in Töpfen gezogen, können die Gewächse aber problemlos überwintert werden. Das bringt gleich mehrere Vorteile mit sich. Zum einen müssen nicht jedes Jahr neue

Chili-Pflanzen gekauft oder aus Samen gezogen werden. Zum anderen treiben überwinterte Chilis schneller aus und bringen höhere Erträge.

Auf Winterruhe vorbereiten

Die Vorbereitung für die Überwinterung ist am einfachsten, wenn die Chili-Pflanzen in einem Topf oder einem Kübel kultiviert wurden. Stehen sie im Freiland, müssen sie vorsichtig ausgegraben werden, um die Wurzeln nicht zu beschädigen.

Chili - Capsicum

Die Gewächse sollten ins Haus verbracht werden, wenn die Temperaturen in der Nacht auf 12 bis 13 °C sinken. Zudem sind die folgenden Punkte zu beachten:

  • Erde vor der Winterruhe gut abtrocknen lassen, Gießen rechtzeitig einstellen
  • Chilis vor dem Einräumen abernten
  • besonders scharfe Sorten sind empfindlicher gegen Kälte und müssen zeitiger ins Haus verbracht werden
  • Düngung spätestens im August einstellen
  • bei Platzmangel für die Winterruhe im Haus nur die kräftigsten Chili-Pflanzen auswählen

Kühle Überwinterung

Im Idealfall ist das Winterquartier so hell wie möglich, aber kühl. Zwischen 10 und 15 °C sollten herrschen. Ideale Stellplätze sind daher:

  • im Treppenhaus vor dem Fenster
  • ein unbeheizter Wintergarten
  • ein kühler Vorraum
  • eine gut isolierte Garage mit Fenstern

Neben der Temperatur und dem Licht muss auch auf die Versorgung mit Wasser geachtet werden. Das Substrat sollte höchsten leicht feucht aber keinesfalls nass oder vollständig trocken sein. Zudem müssen regelmäßige Kontrollen erfolgen. Denn während der Überwinterung sind die Chillies weiterhin anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Vor allem Spinnmilben können zu einem Problem werden. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung können verhindern, dass das Gewächs darunter leidet, geschwächt wird und Schaden nimmt. Überprüft werden

sollten:
  • Blattoberseite
  • Blattunterseite
  • Stängel
  • Erde
  • Geruch

Chili - Capsicum

Parasiten, Verfärbungen, Weben oder ein modriger Geruch aus der Erde sind in jedem Fall Warnzeichen, die ernst genommen werden müssen. Anderenfalls kann sich das Problem verschlimmern und die Pflanze kann eingehen. Das gilt vor allem für die kalte Winterruhe, da die Abwehr des Gewächses in dieser Zeit geschwächt ist.

Warm überwintern

In den Ursprungsländern hat das Gewächs der Paprika-Familie keine Winterruhe. Sie steht ganzjährig vergleichsweise warm und sonnig. Daher können Chillies auch bei uns warm überwintert werden.
Damit es nicht zu einem abrupten Wechsel kommt, sollten die Gewächse bereits dann nach drinnen verbracht werden, wenn die Thermometer-Anzeige in der Nacht auf 15 °C sinkt. Der Standort für den Winter sollte eine Temperatur von 15 bis 20 °C aufweisen und zudem so hell wie möglich sein. Selbst direkt am Fenster auf der Südseite reichen die Lichtverhältnisse in den hiesigen aber meist nicht aus.

Denn es gilt, je wärmer eine Pflanze steht, desto mehr Licht benötigt sie auch. Steht dieses auf natürlichem Wege nicht zur Verfügung oder ist unzureichend, kann eine Tageslichtlampe oder Pflanzenlampe eingesetzt werden. Wenigstens vier Stunden UV-Licht sollten es pro Tag sein.

Pflege

Wenn die Pflanze warm überwintern soll, muss neben Licht und Temperatur auch auf die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen geachtet werden. Denn der Bedarf daran bleibt anders als bei dem kalten Überwintern annähernd wie im Sommer. Das heißt, dass das Gewächs mit den scharfen Schoten muss weiterhin regelmäßig gegossen und auch leicht gedüngt werden. Die Wassergaben erfolgen nach Bedarf und zwar so, dass die Erde stets geringfügig feucht aber keinesfalls nass ist. Ist die oberste Erdschicht abgetrocknet, ist ein geringes Wässern angeraten.

Chili - Capsicum

Die Düngung kann verdünnt etwa aller vier Wochen erfolgen. Sowohl bei Wasser als auch bei Nährstoffen sollte jedoch abgestimmt auf die Temperatur und die Lichtverhältnisse vorgegangen werden. Stehen die Chilis sehr warm und hell, beispielsweise im Wohnzimmer, dem Bad oder der Küche, benötigen sie deutlich mehr Wasser und Dünger. Herrschen hingegen nur 15 °C und ist es nicht allzu hell, weil ein unbeheizter Flur Richtung Westen als Standort gewählt wurde, kann eine Wassergabe aller zwei bis drei Wochen ausreichen.

Vorbereitung im Frühjahr

Wenn die Tage wieder länger, wärmer und heller werden, sollte die überwinterte Capsicum umgetopft werden. Ein guter Zeitpunkt

hierfür ist der Februar. Eine Ausnahme ist es, wenn der Verschnitt erst zu dieser Zeit durchgeführt wurde. Dann würden das Schneiden und Umtopfen zu viel Stress für das Gewächs bedeuten. Aufgrund des neuen Substrats kann in den ersten zwei Monaten auf weitere Düngergaben verzichtet werden. Wurden die Chilis kalt überwintert, können sie ab dem Umtopfen langsam heller und wärmer gestellt werden. Abrupte größere Änderungen sind jedoch zu vermeiden. Es sollten jeweils nur wenige Grad mehr werden und dazu auch allmählich mehr Licht vorhanden sein.

Zurückschneiden

Wenn Vertreter der Familie Capsicum überwintert werden, lassen sie sie sich mehrjährig kultivieren. Daher wird ein Zurückschneiden in manchen Fällen sinnvoll. Der Schnitt sorgt dafür, dass die Pflanze dichter wächst, da sie sich stärker verzweigt. Zudem kann die Maßnahme während des Überwinterns mehrerer Gewächse Platz sparen.
Ein radikaler Verschnitt bis über die erste Verzweigung ist möglich. Ein sanfteres Zurückschneiden kann aber ebenfalls erfolgen. Wichtig ist lediglich, dass der Hauptstamm nicht gekürzt wird. Das Verschneiden kann sowohl vor als auch direkt nach der Überwinterung erfolgen.

Tipp: Es sollte etwas Blattmasse an dem Gewächs verbleiben, damit Photosynthese betrieben werden kann, das begünstigt die Bildung von neuen Trieben im Frühjahr.