Frische Feigen im Herbst oder selbst getrocknete in den Wintermonaten sind ein Genuss. Daher wird auch in hiesigen Breitengraden der Feigenbaum immer beliebter. Doch er muss nicht zwingend im Garten kultiviert werden, auch für die Kübelpflanzung eignet sich der Baum. Für die Überwinterung kann dann ein Keller, eine Garage oder ein Platz im Wohnzimmer gewählt werden. Doch auch im Freien lassen sich die Feigenbäume mit ein paar Tipps gut über den Winter bringen.

Überwintern der Feigen

Feigen sind nur bedingt winterhart und müssen daher, vor allem wenn sie das zehnte Lebensjahr noch nicht erreicht haben, im Winter immer mehr oder weniger geschützt werden. Dies hängt vor allem von der Kultivierung, der Sorte der Feige sowie von der Klimazone ab, in der der Baum steht. Die verschiedenen Sorten der Feigenbäume sind leicht winterhart bis hin zu -20° Celsius frosthart. Daher sollte beim Kauf
unbedingt nachgefragt werden, wie es sich mit dem eigenen Feigenbaum verhält. Ist die Sorte frosthart, kann sie durchaus, vor allem in einem milden Klimagebiet, im Garten kultiviert werden. Alle anderen Feigenbäume sind in einem Kübel sicher aufgehoben, der im Winter an einen frostfreien Ort verbracht werden kann.

Richtiger Zeitpunkt

Der Feigenbaum sollte immer von Oktober bis in den März hinein vor Frost geschützt werden. Denn kommt es im Herbst zu einem Frosteinschlag, dann könnten die Äste und Zweige einen Frostschaden nehmen und müssen dann unweigerlich entfernt werden. So ist es ratsam, vor den ersten, zu erwartenden Frostnächten im November die Bäume zu schützen. Auch im März und April bis in den Mai nach den Eisheiligen ist immer noch mit frostigen Nächten zu rechnen. Auch hier sollten die Feigen in den kalten Nächten noch mit einem Pflanzenvlies bedeckt werden, damit die jungen, neu treibenden Blätter keinen Schaden nehmen. Über Tag hingegen können die Bäume ungeschützt im Freien stehen.

Hausecke

Ein guter Standort für den Sommer sowie den Winter ist in Hausecke in einem Gartenbeet. Hier können die Feigenbäume auch im Sommer windgeschützt stehen und im Winter gegen Frost geschützt werden. Bei der Überwinterung sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • Reisigplatten oder Mulch auf die Erde geben
  • den Baum mit Pflanzenvlies verpacken
  • warten, bis der Baum alle Blätter verloren hat
  • Pflanzenvlies kann an Hauswand befestigt werden
  • so kann die Luft besser zirkulieren
  • ab September/Oktober nicht mehr düngen
  • im Winter in trockenen Perioden weiter gießen
  • nur an frostfreien Tagen gießen
  • Idealerweise mit leicht warmen Wasser
FeigenWerden im März die Tage langsam länger und wärmer, dann kann das Pflanzenvlies entfernt werden. Allerdings sollte es zur Verfügung bleiben, für den Fall, dass doch noch sehr kalte Nächte mit viel Frost zu erwarten sind. Nun darf auch wieder mit der Düngung begonnen werden. Mulch und Reisigplatten sollten jedoch noch auf der Erde verbleiben. In der Mittagszeit sollte der Baum nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden, da ansonsten die jungen Blätter verbrennen.

Tipp: Wird ein Baum in einer Hausecke eingepflanzt, dann sollte hierbei aber auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass Feigen im Gartenbeet eine stattliche Größe von bis zu drei Metern erreichen können.

Auf Terrasse oder Balkon

Wurde der Feigenbaum in einem Kübel kultiviert, dann besteht die Möglichkeit der Überwinterung auf
einem überdachten Balkon oder überdachten Terrasse. Hierzu wird der Topf in eine geschützte Ecke geschoben und auf eine Styroporplatte oder Holzplatten gestellt. So gelangt von unten keine Kälte in den Topf. Der Kübel selbst wird rundherum mit Pflanzenvlies verpackt. Dekorativer wirken hier jedoch Reisigmatten. Ansonsten wird bei der Überwinterung auf Terrasse oder Balkon noch wie folgt vorgegangen:
  • auch den Baum selbst mit Pflanzenvlies einpacken
  • auf die Erde kann Mulch gegeben werden
  • an frostfreien Tagen leicht gießen
  • zwischen September und Oktober das Düngen einstellen
  • ab März das Pflanzenvlies über Tag entfernen
  • in kalten Nächten Baum jedoch weiter schützen
  • im März auch mit dem Düngen wieder anfangen
  • die zarten Blätter nicht der direkten Mittagssonne aussetzen
Tipp: Eine Feige im Winterquartier oder geschützt unter einem Pflanzenvlies sollte regelmäßig auf Spinnmilben untersucht werden, von denen der Baum gerne im Winter befallen wird.

Garage, Keller

Da es sich bei Feigen um laubabwerfende Bäume handelt, können diese auch an einem dunklen Ort überwintert werden. Daher sind Keller oder Garage ideal für die Überwinterung im Kübel. Der Keller muss jedoch kühl sein, ein Heizungskeller als Winterstandort ist daher nicht zu empfehlen. Auch bei der Feige, die im Keller oder der Garage überwintert wird, sollte im September/Oktober das Düngen eingestellt werden. Weiter ist bei der Überwinterung das Folgende zu beachten:
  • über den Winter leicht feucht halten
  • Staunässe vermeiden
  • nicht austrocknen lassen
  • im März langsam an Wärme und Helligkeit gewöhnen
  • an geschützten Platz nach Draußen stellen
  • in frostigen Nächten noch schützen
  • mit dem Düngen beginnen
Tipp: Wenn die Feige nach dem Winter aus ihrem Quartier geholt wird, ist vor der ersten Düngung der beste Zeitpunkt, um die Pflanze auch Umzutopfen.

Wohnung

Wenn weder Keller, Garage oder Terrasse und Balkon zur Überwinterung zur Verfügung stehen, dann kann die Feige auch in der Wohnung überwintert werden. Allerdings ist hierfür das warme Wohnzimmer nicht zu empfehlen. Auch ist die Pflanze im Winter wenig dekorativ, da sie alle Blätter im Herbst verliert. Daher ist eine Überwinterung in der Wohnung nur bedingt empfehlenswert:
  • einen kühlen Raum wählen
  • Gäste- oder Schlafzimmer bieten sich an
  • Flur oder Treppenhaus ebenso
  • geht es nicht anders, nicht direkt neben Heizung stellen
  • feucht halten und Staunässe vermeiden
  • über den Winter nicht düngen
Feigen trocknenAb März wird die Feige wieder nach Draußen an einen geschützten Ort verbracht und auch wieder gedüngt. Auf die direkte Sonneneinstrahlung in den ersten Monaten vor allem über die Mittagszeit sollte jedoch verzichtet werden.

Tipp: Auch wenn die Feige gar nicht oder nur bedingt winterhart ist, wünscht sie sich in ihren Ruhezeiten dennoch kühle Temperaturen, die Idealerweise zwischen 0° und 12° Celsius liegen.

Wintergarten

Wenn ein unbeheizter Wintergarten zur Verfügung steht, dann ist dies der ideale Ort, um die Feige zu überwintern. Ist der Wintergarten zudem noch groß genug und bietet er im Sommer genügend Licht und Luft, dann eignet er sich gut für die Kultivierung des Baums über
das ganze Jahr. Das Überwintern der Feige im Wintergarten sollte sich wie folgt gestalten:
  • Kübel im Herbst nach Innen verbringen
  • Düngen einstellen
  • mäßig feucht halten
  • Staunässe vermeiden
  • im März langsam an Wärme gewöhnen
  • hell ist ein Wintergarten in der Regel
  • Düngung wieder beginnen
Tipp: In einem hellen, frostfreien und nicht zu warmen Winterquartier kann auch über die Wintermonate mäßig weitergedüngt werden, dann bilden sich im Frühling die neuen Blätter schneller. Dies ist aber nur eine Option und kein Muss.

Freiland

Je nach Sorte kann ein Feigenbaum den Winter auch im Freien verbringen, ohne dass er hierfür geschützt werden muss. In der Regel wird in einem solchen Fall nur der Boden mit Reisig oder Mulch bedeckt, um Frost abzuhalten und den Boden feucht zu halten. Auch die Düngung wird nun im Herbst eingestellt. Gegossen wird nur an frostfreien Tagen in längeren Trockenperioden. Doch die jungen Feigenbäume, auch wenn sie zu einer frostharten Sorte gehören, müssen bis zu zehn Jahre im Winter ebenfalls geschützt werden. Hierbei sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • den gesamten Baum mit Pflanzenvlies ummanteln
  • hierzu den vollständigen Blattabwurf abwarten
  • ansonsten könnte es zu Fäulnis unter dem Vlies kommen
  • auch Schimmel könnte sich bilden
  • alternativ kann ein Gestell aus Holzlatten und Vlies gebaut werden
  • dies wird einfach über den Baum gestellt
  • ab März wird die Feige wieder vom Vlies befreit
  • auch gedüngt wird jetzt wieder
Stehen weitere frostige Nächte bevor, sollte der Baum über Nacht wieder geschützt werden, damit die jungen Blätter nicht erfrieren.