Zwischen dem ersten Spatenstich und einem fertigen Hanggarten liegen unzählige Stunden an Planung, aufwendige Umschichtung und Abstützung des Bodens und intensive Pflanzarbeiten. Aus diesem Grund ist die Gartengestaltung in Hanglage nicht nur planungsintensiver und langwieriger als bei einem ebenen Grundstück, sondern meist auch mit höheren Kosten verbunden. Dabei bietet ein Hanggarten durchaus spannende Möglichkeiten bei der Gestaltung.

Planung

Ein sachgemäßer Böschungsaufbau hängt von den individuellen örtlichen Gegebenheiten ab. Je nach Neigung und Untergrund sind eventuell eine Prüfung der Statik und eine Baugenehmigung erforderlich. Fragen Sie deshalb im Zweifelsfall beim örtlichen Bauamt nach. Stützmauern können die Last am Hang abfangen und den Hanggarten terrassenförmig aufgliedern. Die Ausführung dieser Stützmauern hängt vom Höhenunterschied ab, der überwunden werden muss. Je mehr Erde abgestützt wird, umso sorgfältiger muss die Sicherung des Hanggeländes geplant werden.

1. Leichte Hanglagen

Mit etwas Zeit lassen sich Hausgärten mit nur leichtem Gefälle oft mit Spaten und Schubkarre ebnen. Manchmal reicht es schon aus, den Höhenunterschied mit nur einer einzigen Mauer von unter einem Meter in zwei Ebenen zu unterteilen. Bis zu einer Höhe von etwa 80

Zentimeter und nur einer einzigen Stützmauer am Hang können Trockensteinmauern oder auch Pflanzsteine mit seitlichen Verzahnungen zum Einsatz kommen. Da deren Traglast jedoch sehr eingeschränkt ist, sind sie zur Absicherung stärkerer Gefälle nicht geeignet.

2. Steile Böschungen

Während ein kleinerer Hang mit leichtem Gefälle durchaus ohne kostspielige Stützelemente auskommen kann, ist der Garten bei starken Hanglagen in der Regel einfacher zu bewirtschaften und besser gegen Erosion geschützt, wenn er in terrassierte Ebenen aufgeteilt wird. Je nach Hangneigung können massive Erdarbeiten notwendig werden, um Aussehen und Nutzung perfekt zu gestalten. Dazu sind sowohl ein Bagger als auch stabile Abstützungen notwendig, die im Zweifelsfall einem Fachmann überlassen werden sollten.

Auswahl der Stützmauer

Gabionen als Stützmauer für HanggartenBei einem Garten mit starkem Gefälle herrscht Erdrutschgefahr, deshalb muss die Sicherung bei der Planung an erster Stelle stehen. Stützmauern teilen den Hanggarten in verschiedene Bereiche, verhindern Erdrutsche und bestimmen in hohem Maße die Struktur und das Gesamtbild des Gartens. Bei der Gestaltung sind die unterschiedlichsten Varianten möglich, die Erde am Fuß des Gefälles zu stützen.

  • Trockenmauern (nur bis 80 cm Höhenunterschied)
  • Bruchsteinmauern mit Mörtel
  • Ziegel- oder Kalksandsteinmauern mit Verblendung
  • Gabionen
  • Betonplatten
  • Palisaden

Aufbau

Eine Mauer zur Stützung des Hangs muss nicht unbedingt gerade verlaufen. Eine wunderschöne Atmosphäre lässt sich vor allem mit geschwungenen Varianten kreieren. Harmonischer als Betonwände fügen sich Natursteinmauern in den Garten ein. Da die Hangbefestigung sicher und auf Dauer stabil sein muss, sollte sie auf einem Betonfundament stehen. Wichtig beim Aufbau von Stützmauern über einer Höhe von 80 cm:

  • Dimensionierung (eventuell Fachmann zurate ziehen)
  • Drainage an der Rückseite der Mauer (Drainagerohr in Kies oder Schotter)
  • Fundament: 60 bis 80 cm tief mit 10 bis 15% Neigung zum Hang

Treppen

Wer einen Hanggarten terrassieren möchte, kommt bei der Gartengestaltung um eine Treppe oder zumindest ein paar Stufen nicht herum. Denn nur so ist ein müheloses Begehen der einzelnen Ebenen möglich. Bei der Gestaltung der Treppen sind der Fantasie zwar keine Grenzen gesetzt. Ideal ist die Gestaltung der Treppen aus der gleichen Art von Gestein wie die Mauern. Aber auch Kontraste wirken hier überraschend gut. Allerdings sollten Sie den einmal ausgewählten Stil durch die komplette Gartenanlage durchziehen und keinen bunten Form- und Materialmix verbauen, der dann sehr unruhig wirken kann.

  • empfehlenswert ab 7 Steigung
  • immer ans Gelände anpassen
  • gerade oder geschwungene Verläufe möglich
  • ideal sind Stufen in den Maßen: Höhe 18 cm, Tiefe 26 cm
  • mit leichtem Gefälle zum Hang verlegen

Weggestaltung

Eine Alternative zu Treppenstufen bilden Rampen im Hanggarten, um die Höhenunterschiede zu überbrücken. Rampen benötigen zwar insgesamt mehr Platz als Treppen, sind dafür aber (abhängig von der Neigung) für Rollstuhlfahrer, Rollatoren, Kinderwagen oder auch Schubkarren geeignet.

  • Rasen
  • Mulch
  • Kies oder Splitt
  • Gehwegplatten (Naturstein oder Beton)
  • Trittsteine
  • Pflastersteine

Sitz- und Erholungsräume

Oft liegt das Haus an der Spitze des Grundstückes, während der Garten den Hang hinab führt. Das schafft ideale Voraussetzungen, um auf den jeweiligen Ebenen Rückzugsorte zu schaffen. Legen Sie diese jedoch nicht zu weit unten an, damit Sie noch ausreichend Überblick über die restliche Gartenanlage haben. Für die untere Terrasse bietet sich

der Bau eines Gartenhauses an. Zu den Highlights in einem Hanggarten gehören:
  • Grillplatz oder Außenküche
  • Sonnenterrasse mit Überdachung
  • Pavillon
  • Feuerstelle

Gewässer

Gartenteich im HanggartenEin natürliches Gefälle im Garten lässt sich wunderbar nutzen, um einen Bachlauf oder ein Wasserspiel zu integrieren - und das mit deutlich weniger Aufwand als bei einem ebenen Gelände. Und das Ergebnis wirkt zweifelsohne vollkommener. Aber auch ein Teich oder ein Swimmingpool bilden attraktive Highlights im Hanggarten.

Stilrichtung

Eine Schlüsselfunktion bei der Gartengestaltung in Hanglage stellt die Art und das Material der Hangbefestigung dar. Erst dann, wenn die Böschung ausreichend stabilisiert ist, können die Bepflanzung und Dekorationselemente in Angriff genommen werden. Die Stilrichtung wird vor allem von der Farbe und dem Material der Stützmauern und der Treppen vorgegeben:

Mediterraner Garten

  • Wege aus Kies
  • Mauern aus hellem Kalkstein
  • Kräuter
  • Sitzgelegenheiten aus Naturstein

Naturgarten

  • Holzstufen
  • Wege mit Rindenmulch
  • Trockenmauern aus Naturstein

Modernes Ambiente

  • glatte Betonsteine
  • Gabionen
  • Rasen
  • Bepflanzung eher zurückhaltend

Landhausstil

  • Mauern und Gehwege aus Klinker
  • Sitzecken mit Holz- oder Metall
  • Rosenpavillon

Beetgestaltung

Sie sollten bereits im Vorfeld planen, wie Sie die einzelnen Ebenen gestalten und nutzen möchten. So können Sie beispielsweise eine Terrasse oder auch Blumen-, Gemüse- oder Kräuterbeete anlegen.

1. Boden vorbereiten

Schwere Maschinen verdichten den Untergrund sehr stark. Deshalb werden als Wege für die Bagger oder andere Baugeräte vorzugsweise solche Bereiche ausgewählt, an denen im weiteren Verlauf Treppen angelegt werden. Auf den ebenen Flächen muss der Boden vor der Pflanzung unbedingt tiefgründig aufgelockert werden. Da in der Regel beim Abraum auch die obere, humose Schicht abgetragen wurde, muss mindestens 30 Zentimeter frischer Humusboden aufgebracht werden.

2. Pflanzen

Insofern die terrassierte Fläche nicht völlig eben ist, sollten Sie bei den Pflanzen auf die richtige Auswahl achten, um das Erdreich vor dem Ausschwemmen und Abrutschen zu schützen. Diese Gewächse sollten vor allem in den oberen Bodenschichten starke, dicht verzweigte Wurzeln bilden und sehr robust sein, damit Sie nicht später den Hang ständig für deren Pflege betreten müssen.

  • sonnige, obere Ebene: Kräuter und Gemüse
  • Ebene am Haus: Terrasse und/oder Sitzplätze
  • an trockenen Südhängen: typische Steingartenbepflanzung
  • Nordhänge: schatten- und feuchtigkeitsliebende Pflanzen

Geeignete Bepflanzung

Für die Gartengestaltung in Hanglage eignen sich Bodendecker, niedrig wachsende Sträucher oder auch Stauden bestens.

Hangsträucher

Sommerflieder (Buddleja)Empfehlenswerte Sträucher für die Hangbefestigung sind unter anderem:

  • Besenginster (Cytisus scoparius)
  • Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
  • Kornelkirsche (Cornus mas)
  • Liguster (Ligustrum)
  • Sommerflieder (Buddleja)
  • Zierquitte (Chaenomeles)

Flache Sträucher und Gehölze

ZwergmispelAuch flache, bodendeckende Sträucher eignen sich perfekt zur Hangbegrünung. Mit ihnen können sogar recht steile Hänge befestigt werden.

  • Bodendecker-Rosen
  • Berg- oder Zwergkiefer (Pinus mugo oder pumila)
  • Felsenbirne (Amelanchier)
  • Hundsrosen (auch Hangrose genannt, Rosa canina)
  • Kriechwacholder (Juniperus communis)
  • Tamariske (Tamarix)
  • Zwergmispel (Cotoneaster)

Bodendecker-Stauden

Efeu - Hedera helixNeben den Sträuchern können auch blühende, bodendeckende Stauden zum Einsatz am Hang kommen. Mit ihrem dichten Blatt- und Wurzelteppich unterdrücken diese Pflanzen zudem das Unkraut.

  • Berg-Hauswurz (Sempervivum montanum)
  • Blaukissen (Aubrieta-Hybriden)
  • Efeu (Hedera helix)
  • Elfenblume (Epimedium)
  • Frauenmantel (Alchemilla mollis)
  • Goldnessel (Lamium galeobdolon)
  • Heidekraut (Calluna vulgaris)
  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Polsterphlox (Phlox subulata)
  • Schleifenblume
    (Iberis)
  • Spornblumen (Centranthus ruber)
  • Steinbrech (Saxifraga)
  • Storchschnabel (Geranium)
  • Teppich-Johanniskraut (Hypericum calycinum)
  • Thymian (Thymus vulgaris)
  • Ysander (Pachysandra)

Nord- und Osthänge sind dagegen eher feucht und schattig. Hier gedeihen vor allem:

  • Farne
  • Lilientraube (Liriope muscari)
  • Prachtspiere (Astilbe)
  • Waldsteinie (Waldsteinia ternata)

Ziergräser

  • Blauschwingel (Festuca glauca)
  • Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica)
  • Bärenfellgras (Festuca scoparia)

Tipps für Hanggarten

1. Überlegen Sie im Vorfeld ganz genau, wie Sie die einzelnen Ebenen miteinander verbinden und wie Sie diese nutzen möchten. Spätere Änderungen sind mit enormem Aufwand verbunden.

2. Die Terrassen oder Ebenen werden grundsätzlich von unten nach oben aufgebaut.

3. Bei sehr starken Gefällen im Hang müssen Sie die Stützelemente mit tiefen Betonfundamenten sichern, damit das Erdreich bei Durchnässen nicht abrutscht.

4. Auch bei der Absicherung durch Pflanzsteine ist ein Betonfundament zur Stabilisierung notwendig.

5. Gabionen halten auch großem Druck stand und kommen ohne Drainage aus. Eventuell verhindert ein Vlies, dass durch die Ritzen Erdreich geschwemmt wird.

6. Je mehr Neigung ein Weg hat, umso trittsicherer und stabiler sollte er angelegt werden. Auf nassen Rasenwegen besteht Rutschgefahr und feiner Splitt wird schnell vom Regen ausgewaschen.

7. Halbrunde Stützmauern bieten nicht nur einen optischen Pluspunkt, sondern verleihen auch Sitzplätzen Geborgenheit und Atmosphäre.

8. Stützmauern lassen sich auch als Sitzgelegenheit oder als Einfassungen für Sandkästen oder Teiche nutzen.

9. Denken Sie bei der Planung eines Gartens am Hang über Stromanschlüsse auf den einzelnen Ebenen oder an den Sitzplätzen nach. So lässt sich beispielsweise ein Rasenmäher oder auch ein Kühlschrank am Grillplatz einfach ohne langes Verlängerungskabel anschließen.

10. Beachten Sie bei der Auswahl von Bäumen unbedingt die maximale Größe und die Wurzeltiefe, damit kein zusätzlicher Druck auf die Stützmauern entsteht.

11. Bei sehr steilen Hanglagen ist der Einsatz von Gewebematten vorteilhaft. Diese schützen den Boden in der ersten Zeit vor Auswaschungen und lösen sich nach einigen Jahren von selbst auf. Für die Pflanzung können Sie einfach Schlitze in die Netze schneiden.