Eine Gartenplanung ohne professionellen Gartenarchitekten kann teuer werden. In einer konzeptionslos angelegten Außenanlage sind kostspielige Fehlschläge, zeitaufwendige Nachbesserungsarbeiten und reichlich Ärger vorprogrammiert. Machen Sie sich hier vertraut damit, welche Kosten im Rahmen der Planung durch einen Gartenarchitekten auf Sie zukommen. Profitieren Sie von nützlichen Tipps, wie Sie das Kostenniveau spürbar senken.

Warum ist eine professionelle Gartenplanung sinnvoll?

Rasen säen, Zaun ziehen, Pflanzen setzen und Stühle aufstellen macht noch keinen Traumgarten. Obschon der belesene Hausgärtner jede einzelne der Arbeiten in Eigenregie bewerkstelligen kann, fallen wichtige Aspekte unter den Tisch. Längst ist Rasen nicht mehr das Nonplusultra in der kreativen Gartengestaltung, denn geschmackvolle und pflegeleichte Alternativen entsprechen dem Zeitgeist besser. Stimmen Baustil von Zaun und Haus nicht überein, entsteht ein von Disharmonie geprägtes Erscheinungsbild. Die schönsten Stauden, Blumen und Gehölze sind wählerisch und stellen artspezifische Anforderungen an den Standort. Mit diesen und weiteren Kriterien kennt sich ein diplomierter Landschaftsarchitekt aus. Unter seiner professionellen
Leitung bleiben Ihnen kostspielige und zeitintensive Experimente erspart, wenn Sie Ihren Garten neu anlegen.

Tipp: Stellen Sie sich nicht die Frage: Kann ich mir eine professionelle Gartenplanung leisten? - Die bessere Frage ist: Kann ich es mir leisten, das Vorhaben ohne Gartenarchitekten an meiner Seite anzugehen?

Welche Leistungen erbringt ein Gartenarchitekt?

Im Gartenarchitekten schlagen zwei Herzen. Er besitzt die Intelligenz eines technisch-konstruktiven Ingenieurs und die Fantasie des kreativen Künstlers. Ebenso lässt der studierte Diplom-Ingenieur es an Einfühlungsvermögen nicht fehlen, denn er verleiht den Gartenträumen seiner Kunden eine handfeste Gestalt. Auf Basis eines fundierten Hintergrundwissens verwandelt sich unter seiner kundigen Führung selbst die öde, leergefegte Außenfläche am Neubau in eine malerische Wohlfühloase für die ganze Familie. Dieses Meisterstück gelingt in erster Linie, weil der zertifizierte Gartenarchitekt sich mit geologischen, botanischen sowie gestalterischen Faktoren auskennt und auch nüchterne Aspekte, wie Strom- oder Wasseranschlüsse nicht außer Acht lässt. Nicht zuletzt hat der professionelle Gartenplaner das finanzielle Budget seines Auftraggebers stets im Blick und strebt die denkbar kostengünstigste Lösung in bester Qualität an. Aus folgenden Leistungen setzt sich das Portfolio zusammen:
  • Geländemodellierung unter Einbeziehung von Hängen, Böschungen, Treppen und Mauern
  • Standortspezifischer Pflanzplan als das Herzstück einer jeden Gartenarchitektur
  • Wegeplan mit adäquaten Belägen, passend zu Budget und Gartenthema
  • Konzeption der Einfriedung in Abstimmung auf Haus- und Gartenstil
  • Beleuchtungsplan einschließlich aller Anschlüsse
  • Eingliederung kleiner und großer Wasserwelten, vom Teich über den Swimmingpool bis zum Wasserfall
  • Einbeziehung von Skulpturen, Rankbögen, Wasserspielen und Sitzplätzen
Diese Leistungen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn respektive Gartenbesitzer, um dessen Wünsche und Vorstellungen so umzusetzen, dass sie mit Kostenaufwand und Budget konform gehen. Der Ablauf gestaltet sich in der Praxis nach einem bewährten Stufenplan. Nach einer Besprechung vor Ort unter Zuhilfenahme des Lageplans, erstellt der Gartenarchitekt einen Vorentwurf, gefolgt von einem detaillierten Entwurf sowie einer Genehmigungsplanung. Diese Arbeiten münden in einen Pflanzplan einschließlich einer konkreten Mengenermittlung samt Preisspiegel. Zur Visualisierung erhält der Auftraggeber verschiedene Detailpläne. Kommt es zur Auftragserteilung, übernimmt der Gartenarchitekt die Bauleitung und erstellt eine Dokumentation.

Honorarordnung gibt Planungssicherheit

BauerngartenKeine Frage, Natur rund ums Haus hat ihren Preis. Damit sich Ihre Grün- und Außenanlage in ein Paradies verwandelt, das idealerweise bereits in der ersten Saison erblüht, müssen Sie Geld in die Hand nehmen. Damit die Kosten für die Beauftragung eines diplomierten Gartenarchitekten nicht ausufern, gibt es die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure). Diese hat Gültigkeit für alle Gartenplaner, unabhängig ihrer individuellen Qualifikation. Die wichtigsten Eckpunkte haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst:
  • HOAI als rechtliche Grundlage für die Abrechnung der Aufträge von 20.000 bis 1,5 Mio. Euro plus Mehrwertsteuer
  • Ist immer für die Abrechnung bei einer Bausumme ab 20.000 Euro anzuwenden, auch wenn nicht ausdrücklich
    vereinbart
  • Honorar für eine Bausumme unterhalb von 20.000 Euro ist frei verhandelbar
  • Einteilung nach Honorarzonen I bis V berücksichtigt den Grad der Planungsanforderung von sehr gering bis sehr hoch
  • Definiert für insgesamt 9 Leistungsphasen für jede Honorarzone den Preis
Ein Aspekt macht die Honorarordnung auch für den Laien nachvollziehbar. Als Basis für die Abrechnung der einzelnen Leistungen dient grundsätzlich die Höhe der anrechenbaren Kosten, die insgesamt für die Realisierung des Projektes anfallen. Bis zu einem Auftragsvolumen von 20.000 Euro bis 150.000 Euro sind die Kosten gestaffelt in Schritten von 5.000 Euro aufwärts. Ab 150.000 Euro erhöhen sich die Staffelpreise in Schritten von 50.000 Euro. Das folgende Beispiel verdeutlicht die Vorgehensweise, indem die Vorgaben der Honorarordnung für Auftragsvolumina von 20.000 Euro, 50.000 Euro und 1000.000 Euro aufgelistet werden, jeweils bezogen auf die mittlere Honorarzone III, ergänzt um die Angabe des erlaubten Höchstsatzes für die Honorarzone V in Klammern:

Anrechenbare Kosten: 20.000 Euro bis 25.000 Euro
  • Grundlagenermittlung: 156,87 Euro (243,24 Euro)
  • Vorentwurf: 522,90 Euro (810,80 Euro)
  • Entwurf: 836,64 Euro (1.297,28 Euro)
  • Genehmigungsplanung: 209,16 Euro (324,32 Euro)
  • Pflanzplan: 1.307,25 Euro (2.027,00 Euro)
  • Mengenermittlung und Angebotseinholung: 366,03 Euro (567,56 Euro)
  • Preisspiegel: 156,87 Euro (243,24 Euro)
  • Bauleitung: 1.568,70 Euro (2.432,40 Euro)
  • Objektbetreuung und Dokumentation: 104,58 Euro (162,16 Euro)
Anrechenbare Kosten: 50.000 Euro bis 55.000 Euro
  • Grundlagenermittlung: 342,48 Euro (531,03 Euro)
  • Vorentwurf: 1.141,60 Euro (1.770,10 Euro)
  • Entwurf: 1.826,56 Euro (2.832,16 Euro)
  • Genehmigungsplanung: 456,64 Euro (708,04 Euro)
  • Pflanzplan: 2.854,00 Euro (4.425,25 Euro)
  • Mengenermittlung und Angebotseinholung: 799,12 Euro (1.239,07 Euro)
  • Preisspiegel: 342,48 Euro (531,03 Euro)
  • Bauleitung: 3.424,80 Euro (5.310,30 Euro)
  • Objektbetreuung und Dokumentation: 228,32 Euro (354,02 Euro)
Anrechenbare Kosten: 1.000.000 Euro bis 1.250.000 Euro
  • Grundlagenermittlung: 4.288,26 Euro (6.649,23 Euro)
  • Vorentwurf: 14.294,20 Euro (22.164,10 Euro)
  • Entwurf: 22.870,72 Euro (35.462,56 Euro)
  • Genehmigungsplanung: 5.717,68 Euro (8.865,64 Euro)
  • Pflanzplan: 35.735,50 Euro (55.410,25 Euro)
  • Mengenermittlung und Angebotseinholung: 10.005,94 Euro (15.514,87 Euro)
  • Preisspiegel: 4.288,26 Euro (6.649,23 Euro)
  • Bauleitung: 42.882,60 Euro (66.492,30 Euro)
  • Objektbetreuung und Dokumentation: 2.858,84 Euro (4.432,82 Euro)
Die Einteilung in verschiedene Leistungsphasen trägt dem zeitlichen Aufwand Rechnung. So schlägt die Grundlagenermittlung mit etwa 2 Prozent des Honorars zu Buche, weil hier lediglich die konkrete Aufgabenstellung des Bauherrn ermittelt wird. Zweitteuerste Architektenleistung ist die Erstellung des Pflanzplans mit einem Anteil von 25 Prozent am Gesamthonorar. Spitzenreiter ist verständlicherweise die sehr zeitintensive Bauleitung mit 32 Prozent Honoraranteil.

Wie der obige Auszug aus der HOAI 2013 verdeutlicht, sind die Kosten einer Gartenplanung aus der Hand eines Landschafts- und Gartenarchitekten gedeckelt. Fest zementiert sind die dort angegebenen Preise dennoch nicht. Tatsächlich besteht Verhandlungsspielraum über die Höhe der Kosten, beispielsweise in Form einer Vergütung nach Stundenaufwand oder als Pauschalhonorar. Wichtigste Voraussetzung ist, dass sich die Höhe der Schlussabrechnung innerhalb der Mindest- und Höchstsätze bewegt.

Tipp: Seriöse Gartenarchitekten bieten stets eine Kennenlern-Beratung vor Ort an zum günstigen Preis zwischen 30 und 100 Euro zuzüglich Anfahrtskosten. Kommt es zum Auftrag, werden diese Kosten mit dem Gesamthonorar verrechnet, sodass der Erstbesuch letztlich kostenlos ist.

Intensiv-Gartenplanung für den kleinen Garten

Garten planen und anlegenBewegt sich das Auftragsvolumen einer Gartenplanung unterhalb von 20.000 Euro, deckt eine einmalige Intensiv-Beratung vor Ort in vielen Fällen den gesamten Planungsbedarf ab. Diese preisgünstigste Version für den Einsatz eines Gartenarchitekten kommt vor allem infrage, wenn es um die Gestaltung folgender Projekte geht:
  • Vorgarten von Reihen- oder Doppelhaus
  • Ebenerdiger "Handtuch-Garten"
  • Konventionelle Terrasse
  • Gartenteilbereich
Erfahrungsgemäß reicht ein Lokal-Termin im Garten für die erforderlichen Planungsarbeiten
aus. Wenn sich der Gartenarchitekt nach 2 bis 4 Stunden verabschiedet, verfügen Sie über alle relevanten Informationen, einschließlich einer professionellen Handskizze. Darin verarbeitet sind Raumaufteilung, Architektur sowie das Gestaltungsthema. Berechnet werden die Kosten nach Zeitaufwand mit 25 bis 30 Euro je Viertelstunde zuzüglich Anfahrtskosten. Kompetente Garten- und Landschaftsbauer sind in der Lage, nach einem Stegreif-Entwurf von Architektenhand den Garten zu erstellen. Sparfüchse unter den Hausgärtnern beauftragen vorzugsweise einen Gartenarchitekten, der zugleich einen Garten- und Landschaftsbau betreibt, um die Bau- und Pflanzarbeiten ebenfalls auszuführen. Das hat den Vorteil, dass bei Überschreitung einer Mindestsumme für diese Arbeiten die Kosten der Gartenplanung verrechnet werden.

Tipps für Einsparungsmöglichkeiten

Wie dieser Überblick zu den Kosten einer Gartenplanung aufzeigt, ist Zeit bares Geld. Unabhängig davon, ob Sie mit einem grünen Daumen gesegnet sind oder sich am Anfang Ihrer Karriere als Hausgärtner befinden. Mit einfachen Maßnahmen können Sie wirksam Einfluss nehmen auf die Höhe der Honorarrechnung Ihres Gartenarchitekten. So gelingt es:
  • Vorab per Post oder Email Pläne und Bilder senden und telefonisch besprechen
  • Wünsche und Vorstellung schriftlich formulieren und dem Gartenarchitekten vor dem Termin zukommen lassen
  • Dafür sorgen, dass zum Termin alle Entscheider vor Ort sind, um nachträgliche Änderungen zu vermeiden
Das größte Einsparungspotenzial schöpfen Sie aus, indem Sie Angebote verschiedener Gartenplaner einholen und vergleichen. Senden Sie Ihre Anfragen auch an Planungsbüros, die bewusst auf die Bezeichnung Gartenarchitekt verzichten. Diese Berufs- und Firmenbezeichnung ist in Deutschland gesetzlich ausschließlich Inhabern vorbehalten, die Mitglied in einer Architektenkammer sind und 19,9 Prozent des Einkommens einzahlen in das Rentenversorgungswerk der Architektenkammer.

Diese Prämisse gilt auch für Gartenplaner, die als Diplom-Ingenieur das Studium als Landschaftsarchitekt an Universität oder Hochschule erfolgreich abgeschlossen haben. Zahlreiche diplomierte Gartenarchitekten bleiben kammerfrei und verzichten auf die Berufsbezeichnung. Davon profitieren Sie als Kunde in barer Münze, denn die satte Einsparung von nahezu 20 Prozent verrechnen Garten- und Landschaftsplaner größtenteils in ihren Honoraren.