Wer sich über einen gesunden Rasen in den Sommermonaten freuen will, sollte beim Düngen im Frühling vor allem auf den Zeitpunkt und die Vorgehensweise achten. Eine Rasenfläche ist empfindlicher als viele Gartenfreunde denken und die Pflege des Rasens wird durch das richtige Düngen erheblich erleichtert. Der Rasen bietet dadurch eine frische Decke aus Gras, die sich ansprechend im Garten präsentiert.

Der beste Zeitpunkt zum Düngen

Rasen muss mehrmals im Jahr gedüngt werden, doch bietet sich für das Düngen im Frühling der März an. Ab März sollte der Rasen vor der Düngung gesäubert werden. Dafür werden Äste, übriges Laub und Moose von der Rasenfläche entfernt um den Gräsern die Aufnahme von Sauerstoff und Sonne zu ermöglichen. Die Reinigung des Rasens ist noch während des Frosts möglich. Das Düngen an sich findet ebenfalls ab Ende März statt, wenn keine Gefahr mehr für Frost besteht.

Achten Sie auf das Wetter in Ihrer Region, um festzustellen, wann weder mit Frost oder Schnee zu rechnen ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte gegen Ende März oder Anfang April düngen, nachdem das erste Mal gemäht, vertikutiert und der Boden getrocknet wurde. Ebenfalls sollten Sie den Boden einige Zeit nach dem Aussäen
ruhen lassen. Durch diese Prozedur ergeben sich die besten Voraussetzungen für die Aufnahme des Düngers durch das Wurzelwerk.

Eine Alternative - Düngen im Spätfrühling

Sie können den Rasen auch erst Ende Mai düngen. Das liegt vor allem an der Art der Gräser, die in Deutschland für den Rasen genutzt werden. Da auf dem deutschen Boden zum größten Teil Gräser kalte Winter und warme bis heiße Sommer aushalten müssen, kann das Düngen zu Beginn des Frühlings kontraproduktiv wirken. Da während des Frühlingserwachens die Gräser anfangen ein neues Wurzelwerk auszubilden um sich dadurch robust in der Erde zu halten, kann das Düngen zum Verbrennen der Gräser oder einem schwachen Wuchs führen. Hier empfiehlt es sich, erst gegen Ende Mai zu düngen. In den Monaten von März bis Mai hatte der Rasen genügend Zeit, sich neu aufzubauen und profitiert dadurch stärker vom Dünger. Diese Methode empfiehlt sich vor allem für Standorte, die besonders kalt im Winter sind oder für Rasenflächen, die sehr spät im Herbst gedüngt wurden und die Wirkstoffe über mehrere Monate im Boden stauen.

Die Auswahl des Düngers

RasendüngerAuf dem Markt finden sich unterschiedliche Sorten Dünger, die mit einer Vielzahl von mineralischen Stoffen versetzt sind. Im Gegensatz dazu finden sich rein organische Dünger, von denen eine größere Menge benötigt wird, die aber weder den Boden noch die Gräser belasten. Vier verschiedene Arten Dünger sind hier zu nennen:
  • Dünger mit Langzeitanteil
  • Starterdünger
  • Dünger mit zugesetzten Mineralien
  • Organische Dünger

Langzeitdünger erklärt

Dünger mit Langzeitanteil und Dünger, die zum Beispiel mit Eisen oder anderen mineralischen Stoffen versetzt sind, gehören zu den typischen Varianten, die der Markt zu bieten hat. Der Langzeitdünger verfügt über eine äußerst hohe Konzentration an Inhaltsstoffen und sollte sehr sparsam eingesetzt werden. Er ist die einfachste Form aller Dünger und wird als Rasendünger vermarktet. Es gibt Rasendünger ebenfalls für die verschiedenen Jahreszeiten und so auch für den Frühling. Diese reichern den Boden mit einer Vielzahl von Stoffen an, die das Wachstum der Gräser fördern sollen. Wenn Sie nicht lange über einen passenden Dünger nachdenken wollen, können Sie ruhig den Langzeitdünger wählen, gehen Sie mit diesem aber wirklich sehr sparsam um.

Was ist ein Starterdünger?

Der Starterdünger hingegen ist ein klassischer Dünger für den Frühling, der sich effektiv bei Rasenflächen anbietet, die durch extreme Wetterbedingungen im Winter gelitten haben. Sie verfügen über einen hohen Phosphorgehalt, der sich schnell im Boden verteilt und die Gräser wiederherstellt. Durch den Phosphor können die Gräser schneller Wurzeln bilden, was gleichzeitig für einen gesunden Rasen steht. Ebenfalls enthalten diese Lösungen viele Stickstoffe und ebenfalls Mineralien. Im Vergleich dazu finden sich ebenfalls Dünger, die auf bestimmte Mineral- und Nährstoffdefizite ausgelegt sind. Bevor Sie jedoch solche Dünger zu Hilfe nehmen, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, was das Problem mit dem Rasen ist.

Sind Organische Dünger besser?

Wer seinem Rasen nicht mit industriell hergestellten oder chemischen Mitteln düngen will, sollte auf organische Varianten umsteigen. Kompost aus Pflanzenteilen, Küchenresten und anderen organischen Abfällen lässt sich ideal zum Düngen nutzen und bietet dem Rasen eine schonende Alternative zu den herkömmlichen Varianten. Da Pflanzenteile durch Mikroorganismen zu Kompost zersetzt werden, verfügt der organische Dünger über alle notwendigen Nährstoffe, die der Rasen benötigt und nicht über zu hohe Konzentrationen an mineralischen Stoffen. Vorteile organischer Dünger:
  • Wirkt bis zu drei Monate nach
  • Erzeugt eine robuste Grasnarbe
  • Verwendung in Wasserschutzzonen möglich
  • Befall durch Unkraut geringer
  • Fruchtbarkeit des Bodens und Rasens wird gestärkt
  • Natürliche Nährstoffversorgung

Richtig düngen

RasendüngerBeim Düngen kommt es vor allem darauf an, nicht zu viel Dünger zu nutzen, aber dabei den gesamten Rasen zu bedecken. Mit der folgenden Anleitung sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie Ihren Rasen düngen wollen.

1. Nach der Auswahl des geeigneten Düngers, der Vorbereitung des Rasens und der Aussaat neuer Samen kann das Düngen begonnen werden. Wässern Sie den Rasen etwa eine Woche vorher ausgiebig, damit die Gräser nicht an Wassermangel leiden.

2. Sie können den Dünger entweder per Hand oder einem Streuwagen verteilen. Der Streuwagen bietet sich bei großen Rasenflächen effektiv an und erleichtert Ihnen zudem die Arbeit. Da für einen Rasen kein Flüssigdünger genutzt wird, ist diese Methode immer zu empfehlen. Tipp: Füllen

Sie den Streuwagen abseits des Rasens oder in einer Wanne. So vermeiden Sie unnötigen Verlust an Düngemittel und sammeln diesen wieder schnell auf, falls mal was daneben geht.

3. Wenn Sie einen mineralischen Dünger aus dem Baumarkt oder Gartencenter nutzen, müssen Sie unbedingt auf die Dosierungsangaben achten. Nutzen Sie lieber etwas weniger Dünger als auf der Packung vorgeschlagen, so umgehen Sie ein Überdüngen.

4. Gehen Sie umsichtig bei der Verteilung um. Lassen Sie sich genug Zeit, um wirklich alle Stellen des Rasens zu düngen, sonst entstehen im Nachhinein kahle Flecken.

5. Düngen Sie nur, wenn keine starken Regenfälle drohen. Das Regenwasser könnte den Dünger herausschwemmen und Ihre Arbeit zunichtemachen.

6. Lassen Sie dem Rasen nach dem Düngen genügend Ruhezeit. Das heißt, Sie sollten ihn eine Weile nicht mähen, um das Wachstum zu fördern. Dadurch entsteht nämlich ein dichter, lebendiger Rasen, der sich entfalten kann.

Tipp: Nach dem Düngen können Sie gerne weitere Samen nachsäen. Wenn die Bodentemperatur konstant über 8°C bleibt, schließt das Saatgut vorhandene Lücken im Rasen.

Das Mulchen

Wenn Sie sich für die Nutzung eines organischen Düngers entscheiden, können Sie durch das Mulchen den Rasen über eine lange Zeit mit Nährstoffen versorgen, ohne nachdüngen zu müssen. Für das Mulchen benötigen Sie lediglich einen Rasenmäher, der den Rasen im Vergleich zu anderen Geräten sehr klein hackt. Somit entstehen winzige Pflanzenreste, die auf dem Rasen liegen bleiben. Zusammen mit einem organischen Dünger, zum Beispiel Kompost, wirken die Nährstoffe besser in den Boden und die Gräser nehmen sich ausschließlich die Nährstoffe, die sie benötigen. Das Mulchen bietet sich als zeitsparende und kostengünstige Methode an, selbst wenn Sie keinen Kompost haben. Kompost kann im Gartencenter oder Baumarkt gekauft werden und problemlos zum Mulchen eingesetzt werden.

Nicht mit Tiermist mulchen

Beim Mulchen eines Rasens ist es nicht empfehlenswert, Tiermist als Kompostersatz zu nutzen. Der Rasen würde nicht unbedingt darunter leiden, aber dafür Ihre Nase umso mehr. Zudem würde ein erhöhter Befall an Insekten und Mikroorganismen entstehen, was kontraproduktiv für einen gepflegten Rasen ist. Tipp: Mulchen Sie nicht sofort nach dem ersten Mähen des Rasens im Frühling. Benutzen Sie nur den Kompost als Dünger und mulchen Sie später im Frühjahr.

Was tun bei Überdüngung?

RasendüngerWurde zu viel mineralischer Dünger benutzt, kann der Rasen unter einer Vielzahl von Symptomen leiden, die sich alle leicht bemerkbar machen. Achten Sie auf folgende Anzeichen, um zu erkennen, ob Ihr Rasen überdüngt ist:
  • Rasen "verbrennt" (braune Stellen im Rasen)
  • Übermäßige Bildung von Löwenzahn
  • Übermäßige Bildung von Sauerampfern
  • Starke Moosbildung
  • Andere Unkräuter treten vermehrt auf
  • Gras wirkt blass
Je nach Art der Düngers und der angewandten Menge können diese Symptome auftreten. Zum einen ist der Rasen dadurch nicht gesund und überladen mit Stoffen, die er nicht verarbeiten kann. Zudem sehen die befallenen Rasenflächen unansehnlich oder ungenügend gepflegt aus, was natürlich auch gegen den ästhetischen Sinn des Gärtners wirkt.

Was ist "verbrannter" Rasen?

Braune, trockene Halme sind ein Anzeichen für eine klassische Überdüngung. Bei diesen Symptomen wirkt der Rasen, als hätte er zuviel Sonne abbekommen, da die Halme trocken und braun sind. Der Rasen sieht "verbrannt" aus, da die Gräser nicht mit der Menge an Dünger zurechtkommen, die verabreicht wurde. Dieses Phänomen tritt einzig und allein bei chemischen oder mineralischen Düngern auf, da diese den Boden mit einer Ladung an Nährstoffen vollpumpen und die einzelnen Grasarten damit extrem belasten können.

Blasser Rasen

Dagegen ist bei blassem Gras eine Überdosierung an Kalk die Ursache. Der Kalk zieht sich vom Boden in die Pflanze und blasse, weißliche Flecke erscheinen auf dem Rasen. Kalk ist ein essentieller Bestandteil vieler Dünger, doch empfiehlt sich der Einsatz von Kalk vor allem bei sandigen oder lehmigen Böden. Daher sollte bei normaler Erde, die weder zu sandig, noch zu lehmig ist, auf Dünger mit hohen Konzentrationen an Kalk verzichtet werden.

Moose und Unkräuter

Moose wachsen schneller, wenn sie mit Eisen versorgt werden. Da Eisen eine typische Komponente in Düngern ist, kann es häufig zu einer vermehrten Bildung von Moosen kommen. Unkräuter aller Art dagegen profitieren stark von Stickstoffen, die sich in vielen Handelsüblichen Düngemitteln finden. Schauen Sie vor dem Kauf des Düngers auf die Menge von Stickstoff und Eisen, die sich im Mittel befinden.

Den Rasen vor Überdüngung schützen

Wasser ist das beste Mittel, um effektiv gegen den Dünger vorzugehen. Achten Sie besonders auf Ihre Rasenfläche nach dem Düngen, um schnell Stellen zu entdecken, die überdüngt wirken. Je kleiner die überdüngte Stelle nämlich ist, desto besser. Dadurch erleichtert sich der Aufwand, um den Dünger aus dem Boden zu schwemmen. Nehmen Sie dafür einen Gartenschlauch und wässern Sie die befallene Stelle über einen Zeitraum von mehreren Tagen. Um diesen Prozess zu beschleunigen lohnt es sich, den Boden vorher zu vertikutieren und danach zu wässern. Durch das Vertikutieren wird dem Erde erlaubt zu atmen und durch die erhöhte Aufnahme von Sauerstoff wird der Dünger schneller abgebaut.

Was tun bei einem ausgedehnten Fall von Überdüngung?
Ist der gesamte Rasen befallen oder eine sehr große Fläche, sodass sich die Nutzung eines einzelnen Gartenschlauchs nicht anbietet, gehen Sie wie folgt vor.
  • Rasen auf etwa vier Zentimeter mähen
  • vertikutieren
  • wässern (pro m² etwa 15 Liter Wasser)
  • überprüfen nach zwei Wochen
Diese Vorgehensweise schwemmt alle Dünger aus dem Boden und bereitet die Gräser auf eine starke Wachstumsperiode vor. Falls dies jedoch nicht der Fall ist, muss das Substrat ausgetauscht werden. Je nach Befall ist das die einzige Lösung bei einer Überdüngung.