Im naturnahen Garten kommt Holzasche als organischer Dünger zu neuen Ehren. Hausgärtner mit Kachelofen, Grill und Kamin werfen den staubig-grauen Rückstand nicht achtlos weg. Die Asche hat eine geballte Ladung wertvoller Nährstoffe und Spurenelemente im Gepäck, wie Kalzium, Magnesium und Kalium. Dieser Ratgeber macht Sie vertraut mit allen Aspekten rund um die Verwendung von Holzasche als Dünger. Diese 70 Pflanzen wissen Grill- und Holzkohle zu schätzen.

Warum eignet sich Holzasche als Dünger?

Wer Holzasche lediglich als Abfall betrachtet, lässt sich einen natürlichen Gartendünger entgehen. Beim Verbrennungsprozess gehen zwar Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel verloren, weil sie als Gase entweichen. In den feinen Rückständen sind dennoch wertvolle Stoffe enthalten, die das Pflanzenwachstum fördern. Den größten Anteil macht Calcium aus mit 25 bis 45 Prozent. Weitere Komponenten

sind Kalium, Magnesium, Phosphor als Oxid und mineralische Spurenelemente, wie Natrium, Eisen, Mangan und Bor. Fernerhin agiert Holzasche als Problemlöser bei zu saurer Gartenerde. Mit einem pH-Wert von 11 bis 13 werden übersäuerte Böden innerhalb kurzer Zeit in ein gesundes Gleichgewicht gebracht.

Wichtige Voraussetzungen beachten

Damit Holzasche die hohen Erwartungen als Dünger erfüllt, sind fundamentale Voraussetzungen zu beachten. Abhängig von der Herkunft des Holzes, können die Verbrennungsrückstände hochgiftige Schwermetalle enthalten, wie Blei, Cadmium und Chrom. Entstammt das Holz beispielsweise der Randbepflanzung von stark befahrenen Straßen oder Industriegebieten, haben sich darin Abgase und andere Giftstoffe angereichert. Unter folgenden Prämissen eignet sich Holzasche für die Nährstoffversorgung von Pflanzen:

  • Unbehandeltes Holz aus ökologischem Anbau
  • Keine lackierten oder behandelten Holzmöbel
  • Herkunft fernab von Autobahnen und Industriegebieten
  • Obacht: Kohlebriketts sind ungeeignet

Lasuren und Farbreste verwandeln sich beim Verbrennen in toxische Substanzen, wie Dioxin. Kommt derartige Holzasche als Dünger in den Gemüsegarten, gelangen die Giftstoffe über die Nahrung in den menschlichen Organismus mit fatalen Folgeerscheinungen. Stellen Sie daher im Vorfeld sicher, woher das Holz stammt, das Sie im Kamin oder Kachelofen verbrennen. Haben Sie eine große Menge an Brennholz erworben und planen die Verwendung der Asche als Dünger, lohnt sich die Investition in einen Labortest. Eine Probe von 10 Gramm reicht aus für eine zuverlässige Analyse auf die häufigsten Schwermetalle. Der Preis beläuft sich in der Regel auf 100 bis 150 Euro.

Tipp: Im naturnahen Garten macht sich Holzasche nützlich in der Bekämpfung von Unkraut, Krankheiten und Schädlingen. Algen und Moose haben der Asche ebenso wenig entgegenzusetzen, wie Blattkäfer, Erdflöhe und anderes Gesindel. Schädliches Streusalz gehört der Vergangenheit an, wenn im Winter ausgestreute Holzasche glatte Wege rutschfest macht.

Düngen mit Holzasche - Anleitung

Erfüllt Holzasche alle erläuterten Voraussetzungen als Naturdünger, kommt es auf die sachkundige Dosierung und Anwendung an. Im Gegensatz zu klassischen organischen Düngemitteln, wie Kompost und Rindenhumus, baumelt stets das Damoklesschwert einer Überdüngung über Pflanzen, deren Nährstoffversorgung auf Asche basiert. So machen Sie es richtig:

  • Bester Zeitpunkt ist im Herbst
  • Im Frühling Holzasche mit Stickstoff-reichen Hornspänen anreichern
  • Maximal 30 Gramm je Quadratmeter ausstreuen

Arbeiten Sie die

Asche mit der Harke leicht ein und gießen nach. Verabreichen Sie Holzasche als Dünger vornehmlich auf lehmigen bis lehmig-tonigen Böden. Eine derartige Bodenbeschaffenheit kann den Anstieg des pH-Wertes besser abfangen, als locker-sandige Erde mit geringer Pufferkapazität. Für die natürliche Nährstoffversorgung von Moorbeetpflanzen, wie Rhododendren oder Azaleen ist der basische Dünger hingegen ungeeignet. Darüber hinaus sollte Holzasche nicht für die Blattdüngung verwendet werden. Zu groß ist die Gefahr von Verbrennungen auf der Epidermis der Blätter.

Pflanzen mit einem Faible für Holzasche

Geranie - Pelargonie pelargoniumEin breit gefächertes Spektrum prächtiger Zierpflanzen und beliebter Nutzpflanzen profitiert von Holzasche als Dünger. Als Faustregel gilt, dass Kalk-verträgliche Pflanzenarten auf die Gabe von reiner Holzasche gut ansprechen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Kalk-unverträgliche Arten nicht für diese Option der Nährstoffversorgung in Frage kommen. Im Folgenden stellen wir Ihnen 70 Pflanzen vor, die Grill- und Holzkohle lieben:

Blumen und Stauden

  • Alpenveilchen (Cyclamen)
  • Astern (Aster)
  • Adonisröschen (Adonis)
  • Blaukissen (Aubrieta)
  • Bleiwurz (Ceratostigma)
  • Brandkräuter (Phlomis)
  • Buschwindröschen (Anemone)
  • Diptam, Brennender Busch (Dictamnus albus)
  • Edelweiß (Leontopodium)
  • Ehrenpreis (Veronica)
  • Federgräser (Stipa)
  • Fuchsien (Fuchsia)
  • Geranien (Geranium)
  • Gipskräuter (Gypsophila)
  • Glockenblumen, Teufelskrallen (Phyteuma)
  • Graslilien (Anthericum ramosum)
  • Habichtskräuter (Hieracium)
  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
  • Hirschzungenfarn (Phyllitis)
  • Kapstachelbeere, Judenkirsche (Physalis)
  • Karpaten-Glockenblume (Campanula carpathica)
  • Kochscher Enzian, Stängelloser Enzian (Gentiana acaulis)
  • Kugelblumen (Globularia)
  • Kuhschelle, Küchenschelle (Anemone pulsatilla)
  • Lavendel (Lavandula)
  • Leberblümchen (Hepatica)
  • Lilien (Lilium)
  • Mannsschild, Bewimpertes Mannsschild (Androsace chamaejasme)
  • Mieren (Minuartia)
  • Nachtkerzen (Oenothera)
  • Nelken (Dianthus)
  • Opuntien (Opuntia)
  • Pfingstrosen (Paeonia)
  • Purpurglöckchen (Heuchera)
  • Scabiosen (Scabiosa)
  • Schafgarbe (Achillea)
  • Schleifenblumen (Iberis)
  • Schneerose, Christrose, Nieswurz (Helleborus)
  • Silberdistel (Carline acaulis)
  • Sonnenröschen (Helianthemum)
  • Spornblumen (Kentranthus ruber)
  • Steinbrech (Saxifraga)
  • Wolfsmilch (Euphorbia)
  • Zieste (Stachys)
  • Zittergras (Briza media)

Zier- und Obstgehölze

Himbeeren - Rubus idaeus

  • Alpenwaldrebe (Clematis alpina)
  • Berberitze, Sauerdorn (Berberis vulgaris)
  • Buchsbaum (Buxus)
  • Feldahorn (Acer campestre)
  • Flieder (Syringa)
  • Himbeeren (Rubus idaeus)
  • Perlmuttstrauch (Kolkwitzia)
  • Pfeifenstrauch, Falscher Jasmin (Philadelphus)
  • Rosen (Rosa)
  • Sommerflieder, Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)
  • Stachelbeeren (Ribes uva-crispa)
  • Weinreben (Vitis vinifera)
  • Walnuss (Juglans regia)

Tipp:

Wenn prächtige Sträucher und Bäume nach der Schnittpflege bluten, sollte Holzasche griffbereit sein. Bestäuben Sie Schnittwunden dünn mit der Asche, kommt der lästige Saftfluss schnell zum Erliegen. Fernerhin fördert der pudrige Belag die Wundheilung und trägt zur Desinfizierung bei.

Gemüse- und Kräuterpflanzen

Tomaten mögen Holzasche als Dünger

  • Kartoffeln, Erdäpfel (Solanum tuberosum)
  • Möhren (Daucus)
  • Petersilie (Petroselinum crispum)
  • Porree, Lauch (Allium ampeloprasum)
  • Rhabarber (Rheum)
  • Rosenkohl, Sprossenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera)
  • Rote Bete (Beta vulgaris)
  • Salbei (Salvia)
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • Sellerie (Apium)
  • Tomaten, Paradiesäpfel, Paradeiser (Solanum lycopersicum)
  • Zwiebeln (Allium cepa)

Holzasche als Rasendünger - die Premium-Lösung

Zusammensetzung, Konsistenz und Wirkung machen Holzasche zum idealen Rasendünger. Es sind die Edelgräser, die von der Kombination aus Nährstoffen, Kalk und hohem pH-Wert einen besonderen Nutzen haben. So stärkt das enthaltene Kalium die Winterhärte, indem der Gefrierpunkt im Zellgewebe sinkt und die Zellwände gekräftigt werden. Kalk hebt einen zu sauren pH-Wert an, was Moos und Unkraut die Lebensgrundlage entzieht. In Anbetracht des geringen Stickstoffgehaltes, fungiert Asche aus Holzverbrennung idealerweise als Herbstdünger für den Rasen. Zu dieser Jahreszeit steht die Vorbereitung für den Winter im Fokus und kein kräftiges Wachstum zartgrüner Gräser. Mit einer Dosierung von 100 Millilitern Holzasche je Quadratmeter ist Ihr Rasen gut aufgestellt für die Strapazen der kalten Jahreszeit.