Moos ist der Feind jedes Rasens und daher von keinem Gärtner gerne gesehen. Ein wirkungsvolles Mittel gegen unerwünschte Moose ist Kalk.
Was ist Rasenkalk?
Bei den häufig diskutierten Rasenkalken handelt es sich aus chemischer Sicht in den allermeisten Fällen um so genanntes Calciumcarbonat mit der Formel CaCO3. Man spricht hier auch von so genannten "milden" Kalkerzeugnissen, da Calciumcarbonat genau dem Stoff entspricht, wie er auch in der Natur vorkommt. Künstliche Erzeugnisse sind auf Grund anderer Verbindungen weit reaktionsfreudiger, kommen auf Rasenflächen aber kaum zum Einsatz.
Was bewirkt Kalk?
Calciumcarbonat weist stark alkalische Eigenschaften auf. Das bedeutet, er ist in der Lage, den pH-Wert des Bodens in Richtung der basischen Werte zu verändern. Je nach Bodenbeschaffenheit und angewendetem Produkt variiert dabei die Intensität des Effekts und damit auch die erforderliche Kalkmenge.
Die Wirkung gegen Moos
Aber warum wirkt das Kalken eigentlich so gut gegen Moos? Diese unerwünschten
ACHTUNG: Durch das Kalken werden Moose nicht abgetötet! Es führt den Boden lediglich wieder in einen für Rasenpflanzen geeigneten pH-Bereich zurück!
Der richtige Zeitpunkt für Rasenkalk
Grundsätzlich können Sie das ganze Jahr über kalken. Es wird aber empfohlen, die Maßnahme im Frühjahr bei einsetzendem Wachstum durchzuführen. So gehen Sie gegen das Moos frühzeitig vor, der Rasen hat gute Voraussetzungen für eine rasche Erholung und die Frühjahrsniederschläge begünstigen die Wirkung des Kalks.
Geeignete Kalke
Grundsätzlich ist jedes Produkt mit
Anwendungsformen für Kalk auf Rasenflächen
Analog zu Kalkschlämmen etc. wäre auch Rasenkalk theoretisch als wässrige Lösung einsetzbar. Allerdings ist die praktische Verteilung als Pulver weit einfacher und sogar ohne aufwändige Gerätschaften möglich. Zudem Setzt sich Kalklösung an den Blättern fest und erreicht erst nach intensiven Regengüssen oder Wassergaben den eigentlichen Boden.

So wird Rasenkalk angewendet
Nachdem Sie nun über die Wirkung des Kalks Bescheid wissen, wenden Sie Ihn im eigenen Garten folgendermaßen richtig an:
Schritt 1 - Vertikutieren
Vor dem eigentlichen Kalken sollten Sie Ihre Rasenfläche vertikutieren, um vorhandene Moose zu beseitigen. So führen Sie die Fläche auf einen Zustand zurück, von dem aus sich die Rasenpflanzen erholen und entwickeln können:
- Rasenfläche wie gewohnt mähen und Rasenschnitt aufnehmen
- Mit Vertikutierer in geraden Bahnen über die Rasenfläche fahren
- Erneute Befahrung quer zur ersten Befahrung durchführen
- Gelösten Rasenfilz und Moos aufnehmen und entsorgen
Schritt 2 - Kalkmenge bestimmen
Damit Sie die richtige
- pH-Wert durch Einsatz von pH-Teststreifen unter Beachtung der Anleitung ermitteln
- Aus Ist- und Zielwert (für Rasen zwischen 7,5 und 6) Bedarf der Anhebung errechnen, z.B. von ermittelt 5 auf Zielwert 6 = Anhebung um 1,0
- Nach Angabe Kalkhersteller Bedarfsmenge errechnen, z.B. 50 Gramm je 0,1 pH-Wertanhebung und Quadratmeter = 1,0 / 0,1 = 10 x 50 Gramm = 500 Gramm je Quadratmeter benötigt
Schritt 3 - Kalken
Nun bringen Sie Ihren natürlichen pH-Wert-Heber auf der zu bearbeitenden Fläche aus:
- Kalk gleichmäßig, z.B. mit Streuwagen, über Rasenfläche ausbringen
- Idealerweise vor zu erwartendem Regen
- Alternativ nach dem Kalken Rasenfläche gründlich wässern
INFO: Damit das Calciumcarbonat des Rasenkalks tatsächlich seine Wirkung entfalten kann, ist es auf Feuchtigkeit angewiesen. Ideal ist daher die Verwendung vor Regen. Andernfalls liegt das trockene Pulver auf der Erde und ist nicht in der Lage, in die obere Bodenschicht einzudringen.
Schritt 4 - pH-Wert prüfen
Nachdem Sie Ihre Bemühungen erfolgreich abgeschlossen haben, sollten Sie den erzielten pH-Wert nochmals kontrollieren:
- Boden-pH-Wert an Hand von Testtreifen kontrollieren
- bei weiterem Bedarf erneut Kalkmenge wie beschrieben errechnen du ausbringen
- OPTIONAL: Lücken und Leerstellen im Rasen nachsähen
