Eine mit wildem Wein berankte Wand ist ein schöner Anblick. Gerade im Herbst, wenn sich das Laub rot verfärbt, verleiht er dem Haus einen Hauch Romantik. Leider muss er manchmal weg. Zum Beispiel wenn eine Fassadenrenovierung ansteht. Doch seine Saugfüßchen verbinden ihn fest mit der Wand. So fest, dass man ihn kaum lösen kann. Wie bekommt man alles restlos ab?

Große Weinranken entfernen

Das Entfernen von wildem Wein beginnt im ersten Schritt immer mit dem Entfernen der vielen Ranken.

1. Kappen sie dicke Äste unmittelbar an der Wurzelbasis mit einem geeigneten Schnittwerkzeug.

2. Warten Sie einige Wochen ab, bis der Wilde Wein ganz abgestorben ist.

3. Reißen Sie die abgestorbenen Ranken von

den Wänden ab. Unter Umständen ist dabei ein wenig Krafteinsatz erforderlich. Diese Arbeit ist zwar etwas zeitintensiv und anstrengend aber dennoch vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen. Leider ist es mit dem Entfernen der Ranken nicht getan. Diese lösen sich zwar gut von der Wand, jedoch nicht restlos. Teile des Wilden Weins, wie die zahlreichen und feinen Haftwurzeln sowie kleine Ästchen, bleiben weiterhin fest mit der Hauswand verbunden. Hier hilft das Abreißen leider nicht. Sie können auch nicht in einem zusätzlichen Arbeitsgang abgerissen werden. Dafür sind sie zu zahlreich und zu fein. Hinzu kommt, dass sie mit der Wand fest verwachsen sind. Hier müssen andere Methoden zum Einsatz kommen.

Mitteln für die Entfernung von Haftwurzeln

Die vertrockneten Saugfüßchen können theoretisch an der Wand belassen werden. Das Überstreichen mit Wandfarbe ist problemlos möglich. Jedoch lässt das optische Ergebnis zu wünschen übrig. Kleine Reste der Haftwurzeln bleiben immer noch als kleine Punkte erkennbar. Damit das unschöne Aussehen nicht nachträglich zu Mehrarbeit führt, sollten die Haftwurzeln lieber vorher entfernt werden. Dafür stehen fünf Methoden zur Verfügung:
  • Abbrennen mit einem Gasbrenner
  • Entfernen mit einem Hochdruckreiniger
  • Abschleifen mit einer Bohrmaschine
  • Einweichen mit Essig- oder Salzsäure
  • Putz abklopfen
Die einzelnen Methoden unterscheiden sich in der Ausführung arg voneinander. Jede einzelne Methode hat ihre eigenen Anforderungen hinsichtlich Werkzeug, Zeitaufwand und Kosten. Deswegen muss vorher alles mit Bedacht erwogen werden, um letztendlich die geeignete Methode zu finden.

Tipp: Egal welches Mittel Sie für die Entfernung von wildem Wein auch wählen, es werden meist mehrere Tage Arbeit auf Sie warten. Planen Sie deswegen ein großzügiges Zeitbudget ein, damit Sie nicht unter Zeitdruck kommen.

Abbrennen mit einem Gasbrenner

GasbrennerDas Abbrennen mit einem Gasbrenner ist eine gute Methode die Haftwurzeln von Massiven Hauswänden zu
entfernen. Diese Methode funktioniert am besten auf Kalkputz. Ein Propangasbrenner eignet sich hierfür gut. Die Beseitigung der Haftwurzeln mit dem Brenner erfordert nicht viel Krafteinsatz und kann daher problemlos von jedem ausgeführt werden.

1. Brennen Sie die noch an der Wand befindlichen Pflanzenreste mit einem Gasbrenner ab. Gehen Sie dabei planmäßig und gründlich vor, um keine Stellen zu übersehen.

2. Entfernen Sie nach dem Abbrennen die verbliebenen Überreste mit einer Drahtbürste.

3. Der Gasbrenner und Haftwurzeln haben Spuren an den Wänden hinterlassen. Diese können jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt neu gestrichen werden.

Hinweis: Diese Methode der Haftwurzelentfernung ist nicht für Wände geeignet, die mit einer Außendämmung versehen sind. Der Gasbrenner kann zu Schäden an der Dämmung führen.

Entfernen mit einem Hochdruckreiniger

Das Entfernen der hartnäckigen Saugfüßchen mit Wasser ist sicher eine der schonendsten und umweltfreundlichsten Methoden, die Haftwurzeln des Wilden Weins von den Hauswänden zu entfernen. Der harte Wasserstrahl holt mit seinem starken Druck die Reste von der Wand. Leider bleiben immer noch ein paar Saugfüßchen übrig. Bei dieser Methode wird es daher erforderlich sein, hier und da noch mal nachzuarbeiten.

Tipp: Reste von Haftwurzeln, gegen die der Hochdruckreiniger nichts ausrichten konnte, können per Hand mit einer Drahtbürste von der Wand entfernt werden.

Abschleifen mit einer Bohrmaschine

Eine Bohrmaschine ist heutzutage in fast jedem Haushalt vorhanden. Mit einem Drahtbürstenaufsatz kann sie in Handumdrehen zu einem geeigneten Werkzeug für die Entfernung von wildem Wein umfunktioniert werden. Einen solchen Aufsatz bekommt man günstig in jedem Baumarkt. Ein Winkelschleifer mit einem grobkörnigen Aufsatz kann alternativ verwendet werden. Die Methode des Abschleifens ist effektiv, allerdings auch arbeitsintensiv und mühsam. Sie ist aus diesen Gründen eher dann zu empfehlen, wenn kleinere Flächen von Haftwurzeln befreit werden müssen. Für größere Flächen eignet sie sich nur bedingt.

Tipp: Beim Abschleifen der Haftwurzeln wird zwangsläufig auch ein Teil des Hausputzes abgeschliffen. Dabei wird feiner Staub aufgewirbelt, der mit der Atemluft in die Lungen gelangen kann. Nutzen Sie für solche Arbeiten unbedingt einen Mundschutz und Schutzbrille, die ebenfalls in Baumärkten angeboten werden.

Einweichen mit Essig- oder Salzsäure

wilder Wein - Vitis viniferaDurch das Einweichen der Haftwurzeln mit Essigsäure oder alternativ verdünnter Salzsäure werden diese weich aufgeschäumt. Gegebenenfalls muss das Einweihen mehrmals wiederholt werden. Danach lassen sich die Haftwurzeln mit einer Bürste von der Wand lösen. Restlos sauber wird die Wand aber erst, wenn noch die ganz feinen Reste mit einem Hochdruckreiniger weggespritzt werden. Die Verwendung von Essig- oder Salzsäure in großen Mengen ist nicht gerade umweltfreundlich. Diese Methode ist aus diesen Gesichtspunkten nicht zu empfehlen.

Hinweis: Mineralische Untergründe werden durch Essig- bzw. Salzsäure angegriffen. Haftwurzeln auf derartigen Untergründen müssen mit einer anderen Methode entfernt werden.

Putz abklopfen

Manchmal ist der Wilde Wein so fest mit dem Untergrund verwachsen, dass keine der zuvor aufgeführten Methoden ihn restlos von der Wand bekommt. Dann bleibt dem Hausbesitzer nichts anderes übrig, als den Putz von den Wänden zu klopfen.
  • sehr arbeitsintensive Methode
  • es muss neu verputzt und gestrichen werden
  • daher die teuerste Methode
  • muss ggf. von einer Maurerfirma ausgeführt werden
Diese Art der Entfernung sollte aufgrund der damit verbundenen Nachteile erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn die anderen vier Methoden nicht den gewünschten Erfolg bringen. Eine genaue Kostenkalkulation ist zu empfehlen, damit am Ende nicht noch eine böse, finanzielle Überraschung wartet.

Tipp: Schutzbrille und Staubmaske sind beim Putzabklopfen unerlässlich, ansonsten können feine Staubpartikel in die Atemwege
gelangen.